Riffanalyse (Modulation & Bezeichnungen)

von Haze2012, 22.02.17.

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  1. Haze2012

    Haze2012 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.02.17   #1
    So ich habe eine frage zum Thema Modulationen und deren Bezeichnungen
    also erstmal die bezeichnungen
    so wie ich es verstanden habe bedeutet
    t: Tonika
    s: Sekunde
    S: Subdominante
    D: Dominante
    (wahrscheinlich Fehler vorhanden)
    folgende Begriffe sind mir noch fremd
    -n, -dP, tG, und gibt vllt noch welche die ich bisher nicht gesehen habe

    Jedenfalls geht es hier um ein Sweeping Arpeggio und verstehe halt nicht wie sich das zusammensetzt
    Am / E / Am / E / - harmonisch Moll
    Am / E / Am / E / - harmonisch Moll
    A / DM / G / C / - gefühlte natürlich moll in a bis auf das A-dur (überfordert)
    F / Bb (oder Bdim) / E / Am - f noch natürlich / Bb (bdim) überfordert / E & Am wieder Harmonisch moll

    Ich bedanke mich schonmal im vorraus
     
  2. RMACD

    RMACD Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.02.17   #2
    - kann auch melodisch Moll sein

    Soll DM hier Major bedeuten? Egal, genau das passiert, wenn man von den leitereigenen Akkorden in Dorisch den Stammakkord verdurt. Man ist dann in Mixolydisch mit einer zusätzlichen Stufe bIII, hier Akk. C. Nennt sich "Modal interchange". Akk. G ist hier die SS , die Doppelsubdominante. Diese nimmt den lydischen Modus und ist im gegebenen Kontext eine Hauptfunktion, wird also bevorzugt angesteuert.

    Bb ist hier Stufe bII und ein N, ein Neapolitaner. Dieser wird typisch mit der Dominante beantwortet. Es könnte aber auch die Tonika verdurt werden, aus Im wird mit N eine I, ein phrygischer Wechsel. Bdim ist IIdim und ein Zwitterakkord dominantisch-subdominantisch. Als IIdim7 ist er in jedem Fall dominantisch.

    Moduliert wird in den Progressionen nichts.
     
  3. Claus

    Claus MOD Brass&Keys HCA Tp Moderator HCA

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    Erstellt: 22.02.17   #3
    Du benutzt die Bezeichungen der klassischen Funktionstheorie.
    Die Funktionstheorie ist für deine bevorzugte Musik nicht gerade das ideale Werkzeug.

    Einfacher wäre es für dich, zuerst die Stufentheorie und darüber hinaus die sog. Akkordskalen-Theorie kennen zu lernen.
    Die Akkordskalen- Theorie (auch Jazztheorie genannt) ist eine Variante der Harmonielehre, die Elemente der Stufen- und der Funktionstheorie verwendet, aber vereinfacht benutzt und vor allem auf die Beschreibung zeitgemäßer Popularmusik (Rock, Pop, Jazz) angepasst ist.
    FuTh: kleine Buchstaben bedeuten Moll, große Dur, die wichtigsten Begriffe und Abkürzungen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Funktionstheorie#Die_Funktionen

    Bei deinen Akkordsymbolen wäre es gut, wenn Du auf druchgehend sauber Schreibweise in einem Stil achten könntest. Eine Vermischung wie "Am" und "a" oder ungewöhnliche Schreibweise wie "DM" (D Durakkord mit großer Septim oder doch Dm bzw. Dmin, D- für den D Mollakkord?) sorgt für Unklarheiten, zumal Du musiktheoretisch unsicher bist.

    Gruß Claus
     
  4. RMACD

    RMACD Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.02.17   #4
    Die Funktionstheorie macht immerhin harmonische Deutungen. Stufentheorie und Akkordskalen-Theorie sind eher Notationssysteme, bringen aber selbst kein harmonisches Verständnis hervor. Weil sie nicht deuten, sind sie oftmals einfacher anzuwenden. Man kann sie mit der Funktionstheorie kombinieren, etwa: "Die bVI wird hier als Neapolitaner zur V gehört". Geschrieben z.B. : bVI (N) V
    Oder : "Die bVII ist in diesem Kontext eine dP (statt SS )"

    Beispiel: E-Moll-Akkord in C-Dur. "Über Em wird E-phrygisch gespielt" - Von der Skala her stimmt das. Doch man ist keinesfalls in E-Phrygisch, sondern weiter in C-Dur , "Dur3". Wird aber statt Em E gespielt, ist man in "phrygisch-dominant" und das ist nicht mehr C-Dur. Das dreht vielmehr die Klangfarbe der Tonart, denn es ist sofort eine "Vermollung" hörbar, weil A-Moll ankadenziert wird - egal ob Am dann tatsächlich gespielt wird oder nicht. Von C-Dur herkommend klingt E-phryg.-dom. immer dominantisch.

    Die anglo-am. Wikipedia ist klar auf Stufen- und Skalennotation ausgerichtet, kann aber auf funktionale Zuschreibungen nicht verzichten. Beispiel zum Vollverminderten:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Diminished_seventh_chord

    => Einen dim7 kann man mit Skalen nicht begründen.
     
  5. CUDO II

    CUDO II Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.02.17   #5
    Da hast Du vollkommen recht.
    Trotzdem hat das alles seinen Sinn. Phrygisch ist in diesem Zusammenhang eben nur einen Bezeichnung für die Tonreihe e -> e innerhalb C Dur. Wichtig ist das wegen des Tonvorrates der im Prinzip den daraus resultierenden Akkord vorgibt. Auf diesen Zusammenhang wurde schon öfter hingewiesen!

    Die Akkord-Skalen Theorie macht ohne Kenntnis der funktionalen Theorie wenig Sinn. Und das gilt auch umgekehrt.
    Ich verstehe überhaupt nicht warum man beides trennen sollte.
     
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