Röhrenwechsel: Bitte um Hilfe mit den Schaltplänen im Anhang

von AlX, 20.10.07.

  1. AlX

    AlX Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.10.07   #1
    Hallo,

    dem Klang und der Warmup-Zeit nach zu urteilen, müssen die alten Röhren meiner beiden Amps (Crate Blue Voodoo 120H, momentan 4x 6L6GC von Groove Tubes, Peavey Classic 60/60, momentan 2x2 6L6 von Peavey) bald mal getauscht werden.

    Die neuen Röhren (JJ Electronics) wollte ich im Internet bestellen, jetzt ist nur die Frage, ob die Kisten beide entsprechende Potis für die Bias-Einstellung haben und ich die Amps zum Technicker schleppen oder selber einstellen muss, oder ob die nen fixed Bias haben, und ich die neuen Röhren einfach umstecken kann.

    Leider geh ich als mehr Heim- und Hobbyelektriker in den Schaltplänen für die Amps unter, kann da mal jemand für mich nen Blick drauf werfen und sagen, was jetzt Sache ist in Sachen Bias?


    Schaltplan Peavey Classic 60/60: http://home.arcor.de/unlight/ablage/amps/Peavey_Classic_6060_Schematic.pdf

    Schaltplan Crate Blue Voodoo (60W): http://home.arcor.de/unlight/ablage/amps/crate_bluevoodoo_60w.pdf


    Für den Crate habe ich leider nur einen Schaltplan für das 60W-Modell, ich vermute aber dass sich meine 120W-Version davon nicht sooo wesentlich unterscheiden sollte, oder?

    Für eure Hilfe sei gedankt.
     
  2. PacoCasanovas

    PacoCasanovas Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 20.10.07   #2
    Also...beim 6060er musst Du sehr wahrscheinlich beim techniker deines Vertrauens vorbei sehen, da hier nun eine Fix-Bias-Schaltung vorhanden (R36/R38)

    Beim Crate gibt es ein 25kOhm Trimmer (AP1) wo du die Bias-Vorspannung einstellen kannst.

    Wie willst Du die Spannung korrekt einstellen? Wenn du keinen Kathoden-Messadapter à la TAD Biasmaster hast, dann versuche es doch mit der Ausgangsübertrager-Methode. Von Mittenabgriff zu den Anoden der Endröhren-Röhrenpärchen und bei deiner 120W Version dann den Messwert (V) geteilt durch zwei ergibt den Spannungsabfall pro Röhre....Natürlich musst du bei ausgeschaltetem Amp zuerst noch den ohmschen Widerstand der primären Wicklungen deines Ausgangsübertragers messen...Rest ist ohmsches Gesetz. Alles klar?


    VORSICHT HOCHSPANNUNG!!!! (Ich sage das nur zu Deiner und meiner Sicherheit!)
     
  3. AlX

    AlX Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.10.07   #3
    Danke für die schnelle Antwort!

    Was würde denn bei der 60/60 dagegen sprechen, einfach so ein Quartett neue 6L6er einzubauen? Die Teile von JJ sollen ja ein paar Watt mehr mitmachen als "standard" 6L6er, und da Peavey hierzulande wohl keinen Absatzpunkt für die alten Röhren haben, erscheint mir das zunächst als die praktischste Alternative.

    Mit welcher Methode genau ich den Bias-Abgleich machen will, hab ich mir noch nicht überlegt. Ich lese immer mal wieder hier und da entsprechende Guides und Beiträge, aber ich dachte mir jetzt, dass ich für den konkreten Fall nochmal den Artikel bei Tubetown und das ein oder andere Lehrvideo von Geralt Weber angucke, und mich dann beim Kauf der Röhren entscheide, ob ich irgendein Adapterkonstrukt zum messen mitordern will, oder mit dem Multi auf Kontaktejagd gehen will. Wobei mir letztere Option nicht so recht ist, da ich schon den ein oder andern Stromschlag abgekriegt habe im Leben, und entsprechend wenig Lust habe, dabei einen gewischt zu bekommen.

    Allerdings sagt mir der Gedanke, bei jedem Röhrenwechsel zu irgendeinem Technicker "meines Vertrauens" zu rennen auch nicht zu, da ich den meisten Leuten in den Musikläden ganz im Gegenteil eher misstrauisch gegenüber stehe, da laufen viele Pappnasen rum.
     
  4. PacoCasanovas

    PacoCasanovas Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 21.10.07   #4
    Grundsätzlich kann eine Röhre nur mehr Watt machen, wenn mehr Strom und höhere Spannung vorhanden. Es gibt Röhren die dynamischer reagieren als andere Röhren, und da wird dann schnell von Lautstärke gesprochen und oftmals von Leistung, was aber beides nicht in einem direkten Verhältnis steht und gar nichts mit einander zu tun hat.

    Bei den JJ-Röhren würde ich darauf achten, dass du ein Quartett mit einem niedrigen Ruhestrom-Wert (bei 6L6 so um die 24- 28mA) kaufst, die lassen sich dann auch am besten in eine konventionelle Class A/B Endstufe einsetzen.

    Wegen Techniker deines Vertrauens: Du hast Doch sicher einen guten Musikladen, wo man dich kennt und mag. Da würde ich ansetzen. Wenn du den Techniker mit Misstrauen begegnest werden dich immer alle bescheissen (aus deiner Sicht). Es gibt auch gute Leute da draussen.....und gerade wenn es ein Laden ist der Dich kennt und Dich mag, und da jemand einen Scheiss abliefert, dann hast Du genügend Rückendeckung aus der Geschäftsleitung!

    Alles Gute!

    LG
    Paco
     
  5. AlX

    AlX Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.10.07   #5
    Ich meinte das anders, nämlich an mehreren Stellen gelesen zu haben, dass die JJ 6L6s auch etwas mehr als 30W gut verkraften sollen, während andere Röhren wie z.B. Sovtek typischerweise vorher an die Belastungsgrenze gehen (sollen). Okay, das klingt wie ein ordinärer Werbespruch, aber das würde dann ja auch bedeuten, dass ich mit den JJs zumindest mehr Platz nach oben hätte als mit anderen Röhren, weil ich nicht weiß, wo der Ruhestrom der Classic 60/60 liegt? Oder ist das Blödsinn?

    Leider nein. Es gibt wohl Läden wo man mich kennt, aber die Leute da sind entweder sehr unorganisiert, so dass man schonmal mehrere Wochen auf ein simples Ersatzteil warten muss, oder aber mit Zweifelhaften Verkaufsabsichten, sprich die wollen einem jeden Scheiss aufs Auge drücken, mit entsprechend abschreckender Preispolitik dazu. Und in solche Läden würde ich meine Babys ungern abgeben, zumal ich mit jemandem "aus der Szene" gesprochen habe, und der mir ganz überzeugt versichert hat, dass letzten Endes sehr viele "Technicker" auch nur gucken, was vorher in dem Amp für Röhren drin gesteckt haben, und den selben Typ einfach wieder einbauen, auf der Rechnung dann aber trotzdem ein dickes fettes "Ruhestrom einmessen" erscheint. Und das kann ich mir bei diesen Läden auch sehr gut vorstellen, daher mein Misstrauen. :rolleyes: Es gibt natürlich auch Ausnahmen, aber die sind dann so klein, dass die keine Werkstatt anbei haben.
     
  6. PacoCasanovas

    PacoCasanovas Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 21.10.07   #6
    Grundsätzlich kann man aus einem 6L6er Pärchen sogar bis zu 80Watt herausholen, wenn man die Schaltung demendsprechend anpasst. So gibt es neben der üblichen Schaltungsweise auch noch die Ultralinearschaltung, man kann durch Erhöhen der Anoden-Spannungen höhere Leistung aus den Röhren drücken, dadurch ändern sich auch die Parameter der Röhre und eine speziellere Beschaltung wird nötig...
    Berühmte Vertreter dieser Gattung sind: Musicman RD-Series, Peavey Classic 50 und Bedrock DC50, MesaBoogie MK3 SimulClass 15/75

    Insofern stimmt die Angabe was mehr Leistung betrifft meiner Meinung nach eher weniger (ich sag das extra mit Vorsicht). Viel mehr glaube ich dass gewisse Röhren dynamischer reagieren und später in ihren Sättigungsbereich gefahren werden als andere Modelle.


    Zuerst mal muss ich meinen Techniker-Kollegen einen Stein in den Garten werfen. Leider ist es heute oft so, dass gewisse Lieferanten zwei bis drei Wochen brauchen um Bauteile zu schicken. Oftmals ist der Techniker dann der Sündenbock. Es ist leider eine traurige Wahrheit, auch ich als Generalsupport muss zwischendurch auf Bauteile warten, länger als mir lieb ist.

    Bezüglich Ruhestrom einmessen: Wieviel verlangen deine Techs denn für die Arbeit?

    Wegen Ruhestrom und 6060er. Das ist ein Amp der mit ca. 480Volt Anodenspannung bei 6L6 zu den Standartbeschaltungen gehört. Viel zu oft wollten mir Hersteller Röhren abdrücken, welche etwas "heisser" klingen sollen, die aber auf Grund deren recht hohen Ruheströmen für solche "üblichen" Schaltungen leider nicht geeignet waren, da konnte ich noch lange einmessen, sobald ich mal richtig laut gedroschen habe, wurden die Anodenbleche trotz korrektem Ruhestrom rot.....letztendlich musste ich dann einsehen, dass nicht alle Röhren für alle Schaltungen eingesetzt werden können, weshalb ich bei Standartschaltungen lieber auf Röhren mit niedrigen Ruheströme gesetzt habe. Insofern würde ich mich nach Röhren mit Ruhestromangabe 24 - 30mA umsehen, dann bist du schon ganz nahe bei den idealen Werten


    Alles Gute & LG
    Paco
     
  7. AlX

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    Erstellt: 22.12.07   #7
    Hi,

    habe heute die Röhren ausgetauscht. Der Crate und die PEavey haben jetzt jeweils ein frisches Quartett TT 6L6 GC drin. Die Peavey läuft mit ca. 31mA Ruhestrom pro Röhre ziemlich kalt, aber es scheint dennoch zu klappen. Da die ja kein Biaspoti hat, kann ich da so auch nciht viel machen ohne weiteres. Im Crate hab ich die Röhren auf 38mA eingestellt, und bin mit dem Sound absolut zufrieden. (Meinen Messungen nach hat der aber über 500V Anodenspannung, nicht 460 wie im Schaltplan angegeben :confused:) JEtzt müssten die Amps mal ne Weile unter Belastung getestet werden, aber dazu hab ich momentan nicht so viel Gelegenheit.

    Nochmal danke für deine Tips!
     
  8. OneStone

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    Erstellt: 22.12.07   #8
    AlX spricht von der Anodenverlustleistung, also wann die Röhre diesbezüglich an ihre Grenzen gerät (glühen, Glasverformung usw...), nicht von der Ausgangsleistung. Bezogen auf diese wäre die 6L6GC eh eine etwas suboptimale Wahl ^^

    MfG OneStone
     
  9. AlX

    AlX Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.12.07   #9
    Ja, die Idee war ursprünglich die, weniger Risiko von glühenden Anodenblechen einzugehen, wenn die Röhren nach oben hin eine größere Toleranz mitbringen, und ich das Einstellen evtl. nicht sauber hinbekommen würde. Aber das ist ja mittlerweile eigentlich kein Problem mehr, und die Dinger laufen eher zu kalt als zu warm, zumindest der Berechnungsgrundlage aus dem TT-BiasGuide nach zu urteilen.
     
  10. OneStone

    OneStone HCA Röhrenamps HCA

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    Erstellt: 22.12.07   #10
    Vor allem brennt normalerweise das Netzteil vor den Röhren ab :)
     
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