Oops, ich noch mal? Hatte ich überlesen, sorry.
Mit halberwegs vernünftigem Sinus-Eingangssignal im definierten, ebenfalls halberwegs vernümftigem Spannungsbereich zwischen 36 ... 50 mV bekommt eine Gegentaktendstufe aufgrund der Eigenschaften der beiden EL84 vielleicht 12 ... 15 Watt verzerrungsfreie Sinusleistung hin, vielleicht sind es auch 17 Watt. Mehr geht einfach nicht, siehe Röhrendaten. Jeder Hersteller wird also immer, wenn er hier von 20 Watt und mehr spricht, nie die Sinusdauerton-Leistung meinen. Das aber nur nebenbei.
Jetzt liegt nun kein Sinussignal mit konstantem Pegel an, sondern unsere
E-Gitarre gibt alles andere als das ab: Einen Impuls mit relativ komplexer Amplitude und alles andere als konstantem Eingangsspannungsverlauf.
Ist unsere Endstufe jetzt in Ruhe und ohne anliegendes Signal, so ist für diesem Moment oftmals das speisende Netzteil mit seinen beiden Elkos "aufgeladen", d.h. die anliegenden Betriebsspannungen haben oftmals einen über Normal liegenden Wert. Der nun auf die Endstufe treffende Impuls lässt blitzartig die Betriebsspannungen absinken; wie schnell, bestimmt der Innenwiderstand des Netzteiles, also das Leistungsvermögen des Trafos, die Kapacitance der Ekos... Solange aber das Netzteil noch nicht "saggt", kann unsere Endstufe eben kurzzeitig mal einen - ich schreibe mal jetzt "Maximal-Leistungsstoß" abgeben, der eben höher ist, als die Sinusleistung. Sie bildet den Impuls ab.
Wie exakt nun?
Ein gutes, extrem stabiles Hifi-Netzteit sollte diesem Eingangsimpuls nicht durch "Sagging" folgen, der Amp und dessen Endstufe soll diesen Eingangsimpuls ja möglichst originalgetreu wiedergeben. Sackt unser Gitarrenamp-Netzteil nun schnell ab und reagiert somit auch die Endstufe zu voreilig, d.h. bildet den Eingangsimpuls aufgrund eines zu schwach dimensionierten Netzteiles nicht richtig ab, so ist das alles andere als
impulsgetreu - und das meine ich mit meinen spassenshalber angegebenen 0,022 Sekunden.
Bei meinem Creek-Hifi-MOSFET-Amp stand mal tatsächlich, dass er für 50 us eine Maximalleistung in Höhe von soundsoviel Watt erzeugen konnte, die soundsoviel Prozent über der angegebenen Sinus-Dauertonleistung lag (die genauen Werte habe ich vergessen).