Roessler Sopranflöte - Fragen

von flautino musikus, 01.09.16.

  1. flautino musikus

    flautino musikus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.09.16   #1
    Hallo, ich habe eine Roessler Sopranflöte ersteigert. (Langsam wirds eine Sammlung ;) )
    upload_2016-9-1_22-2-38.jpeg

    Die Flöte ist jetzt ohne Lack. Allerdings habe ich das Gefühl, da war mal Lack drauf. Es gibt am unteren Ende des Mittelteils ein paar Lackreste (siehe Foto):
    upload_2016-9-1_22-3-54.jpeg

    Wie seht ihr das? War da Lack drauf und jemand hat den Lack bis auf die kleinen Rest abgebeizt?
    Wie bekomme ich die Lackreste runter, so dass es genauso aussieht, wie die anderen (lacklosen) Flächen?
    Ich habe die Sorge, dass ich später, nach dem Ölen, Unterschiede sehe.

    Weiss jemand, um welches Modell es sich bei der Flöte handelt?
    Material dürfte Birnenholz sein.

    Gruß Norbert
     
  2. Old Boy

    Old Boy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.09.16   #2
    Also ICH würde es mit rostfreier Stahlwolle Qualität 000 (Die habe ich immer im Haus!) versuchen:

    Genauere Infos zum Anwendungsbereich hier: http://www.rakso.de/deutsch/marke.htm

    Wie immer mit viel Geduld und OHNE jede Kraft!!!
     
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  3. flautino musikus

    flautino musikus Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.09.16   #3
    Danke,
    was meinst du? War die Flöte mal lackiert?
    Ich wundere mich nur, warum der Lack sonst ohne irgendwelche Spuren (auch in den tiefen Rillen der Verzierungen) runter ist, aber auf so einfach zugänglich Stellen bleiben Reste?
     
  4. Gast 2197

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    Erstellt: 02.09.16   #4
    Erstmal Glückwunsch, du hast eine Roessler aus der Meisterserie erworben. Die verschiedenen Modelle findest du nach wie vor auf der Webseite von Roessler, auch wenn der Betrieb schon lange eingestellt ist.

    Roessler hat schöne Flöten gebaut, auch seine einfachen "Scholar" Modelle finde ich schon schön. Ich habe eine Sopran und eine Alt aus der Bucht gefischt fürs Enkelkind, welches gerade eifrig lernt, die gefallen mir beide echt gut.

    Unter diesem Link findest du ein interessantes PDF zu einem besonderen Nachruf für Roessler.

    Übrigens hat Kalle Belz den Service für Roessler Flöten übernommen, falls du mal spezielle Fragen hast. Eventuell kannst du ihn ja auch nach dem Lack fragen der verwendet wurde. Das sieht mir nämlich eher nach einer Dünnschichtlasur aus. Wenn du da gleichmässige Optik möchtest, musst du eventuell die ganze Flöte leicht anschleifen, ansonsten sieht man wahrscheinlich die angeschliffenen Stellen.
     
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  5. Old Boy

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    Erstellt: 02.09.16   #5
    Also nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe... ich würde alles so lassen wie vorhanden, wenn das wirklich die einzige (kleine) Stelle sein sollte, zumal die ja auf der Hinterseite ist!
    Der Hinweis von @funstrumentalist bezüglich der Lasierung ist äußerst schlüssig!
     
  6. Old Boy

    Old Boy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.09.16   #6
    Verständlich wäre es schon, denn die genannte Firma will ja ihre eigene Marke weiter nach oben bringen und sich nicht mit "ollen Kamellen" rumschlagen müssen! Egal, wie gut die sind/waren!

    Allerdings... so eine Roessler fehlt mir noch und ich liege weiter auf der Lauer. Meist sind mir aber die Preise zu hoch angesetzt und in meiner Bunkerkasse ist gähnende Leere. Vor wenigen Woche hatte ich so einen wunderbaren Roessler Palisander Alt in den Fingern. Der Klang war "himmlisch" schön ... oh man, aber leider kein Bares in der Tasche. Ich wäre schwach geworden, garantiert!

    Von daher,
    Herzlichen Glückwunsch @flautino musikus ,
    deinen Sopran würd ich nicht mehr her geben, auch wenn da diese winzige blanke Stelle ist, die dich ärgert...
    einfach belassen, nenn es "Patina"!
     
  7. flautino musikus

    flautino musikus Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.09.16   #7
    So, ich habe die Lackreste doch entfernt. Habe es erst mit Schleifvlies (superfein) versucht, das ging nicht. Dann mit 600er Schleifpapier habe ich die Stellen wegbekommen. Nach dem Nachpolieren mit dem Schleifvlies sieht man nichts mehr davon.
    Jetzt ist die Roessler gut geölt. Morgen wird sie noch mal trocken ausgewischt und am Abend kann ich sie das erste Mal testen.
    upload_2016-9-3_13-2-16.jpeg

    Sieht doch richtig gut aus, fast wie neu.
     
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  8. Old Boy

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    Erstellt: 03.09.16   #8
    Ich bin sicher, die klingt auch prima und ist jetzt "wie neu"!

    Das heißt also ... einspielen :opa:
     
  9. Gast 2197

    Gast 2197 Inaktiver Benutzer

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    Erstellt: 03.09.16   #9
    Schön das du dich dran getraut hast, die sieht echt prima aus :great:
    Viel Vergnügen beim spielen mit deinem Schnäppchen :m_flute:
     
  10. flautino musikus

    flautino musikus Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.09.16   #10
    Auch zur Roessler ein kurzes Update.
    Ich habe die Flöte auf Intonation und Ansprache getestet. Ansprache und Intonation ist bis zum e''' gut, dann macht sie "zu". Da sie wahrscheinlich schon ein paar Jahre nicht mehr gespielt wurde, macht mir das im Moment noch keine Sorgen. Ich denke, da tut sich noch was beim Einspielen. Wahrscheinlich muss ich sie auch noch mal Ölen. Wenn ich mit dem Finger in der Bohrung fühle, dann ist die schon wieder trocken. Und ich hatte sie gut geölt, weil ich schon beim Ölen gemerkt habe, dass das Öl so wegzog. So eine "gierige" Flöte habe ich noch nicht gehabt.
     
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  11. Old Boy

    Old Boy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.09.16   #11
    Der Durst wird erst nach 3-4 Ölungen weniger... dann wirst du auch deutlich merken, wie der Klang sich ändert!

    Das wird schon mit den höheren Lagen!


    Ganz nach der masurischen Flötenspieler-Weisheit: "Kommt Zeit kommt Ton!"
     
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  12. voiceintune

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    Erstellt: 04.09.16   #12
    kopf runter, block raus, ölen, JEDOCH stellen, damit nichts "hoch" läuft (jaja ich wiederhole mich)
    unterteil leicht warm legen und regelmässig wenden/drehen, NICHT zu nass ölen, lieber mehrfach ( bist ja nicht auf der flucht).
    gut wäre VORHER die bohrung mit einem handholzstab (schlitz) mit umwickeltem schmirgel sanft zu bearbeiten ( erfahrungssache)

    du wirst deine freude haben
     
  13. flautino musikus

    flautino musikus Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.10.16   #13
    So nach ein bisschen Einspielen war auch das c'''' kein Problem mehr, aber der Klang entsprach nicht meinen Erwartungen. Sie klang irgendwie ein bisschen "dünn". Also nochmal den Block raus und die Bohrung ausgeschliffen. Erst mit 180er Naßschleifpapier, dann mit 240er und noch mit 400er geglättet. Ist ein bisschen Fleißarbeit, aber die Bohrung ist jetzt richtig glatt! Zum Schleifen habe ich es erst mit dem zusammengerollten Schleifpapierstreifen ausprobiert, aber der ließ sich kaum in der Bohrung drehen. Deshalb dann einen konischen Holzstab (der war eigentlich als Mast für ein Standschiffmodell gedacht. Naja das gute Stück wartet schon seit über 25 Jahr auf seine Fertigstellung. Da kommt es auf diesen Mast auch nicht mehr an) mit einem Schlitz versehen und einen Streifen Schleifpapier umzu gewickelt. Auf dem Bild ist nur noch der Rest zu sehen. Jedes Mal wenn das benutzte Stück dicht war, habe ich ein Stück abgeschnitten. Ich benutze immer Naßschleifpapier. Das hält länger und knickt nicht so leicht beim aufwickeln.
    upload_2016-10-2_17-18-2.jpeg

    Dann gut geölt und bis heute morgen einziehen lassen. Gut ausgewischt und gerade ausprobiert: Der Klang ist spürbar besser geworden! Sie kommt jetzt gut an meine Moeck Rottenburgh ran. Die Ansprache des hohen c ist sogar besser.
    Hat sich also gelohnt. Wird wohl meine neue Übungsflöte für die Ensembleproben werden.
    Fürs Ölen der Bohrungen habe ich mir jetzt endlich mal Pfeifenreiniger zugelegt. Damit geht es viel einfacher, als mit zusammengedrehtem Küchenpapier. Auch hinterschnittene Bohrungen sind kein Problem mehr. Eine empfehlenswerte, günstige Anschaffung.
    upload_2016-10-2_17-26-30.jpeg
     
  14. Old Boy

    Old Boy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.10.16   #14
    Übrigen:

    Praktischer finde ich, wenn man nicht den "Schleifstab" in der Flötenbohrung dreht, sondern den Stab im Schraubstock oder sonst wo festklemmt und dann beidhändig die Flötenteile um den "Schleifkern" dreht.

    Da hat man einen größeren Durchmesser zum "anpacken" und kann merklich mehr Gefühl aufbringen...
    find ich :opa:

    Aber egal wie man's macht, nur das Ergebnis zählt :great:
     
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