Roland TD1-K mit PDX-100 als Snare

von chri-st, 15.01.17.

  1. chri-st

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    Erstellt: 15.01.17   #1
    Hallo,

    ich hab seit ein paar Monaten ein Roland TD1-K und möchte hier mal meine Erfahrungen damit schildern.

    Meine Ausgangslage:

    Ich bin hautsächlich Gitarrist - das ist auch meine Funktion in der Band und da bin ich auch deutlich fortgeschrittener als beim Schlagzeug. Aber ich hab vor einiger Zeit mal ein Jahr lang Unterricht genommen und die Drums machen mir als Zweitinstrument auch Spaß. Das Problem damals war, die mangelnde Übemöglichkeit - ich kann hauptsächlich am späten Abend spielen, wenn die Familie schon schläft.

    Meine Anforderungsliste:

    - Relativ leises Übungsset, dass ich auch Nachts spielen kann
    - Platzsparend und leicht verschiebbar
    - Einfache Verbindung zum Computer (USB)
    - Mesh Snare

    Geworden ist es nach YouTube Recherche das Roland TD1-K allerdings in einer Sonderkonfiguration mit dem PDX-100 Pad als Snare.

    Aufbau:

    Das Mini-Rack ist schnell zusammengesteckt und die Pads und Cymbals schnell angebracht. Die Kabel sind alle beschriftet und alles richtig anzuschließen ist keine große Herausforderung. Das Positionieren der einzelnen Elemente ist ein wenig fummelig, aber ich hab eine Ausrichtung gefunden, die für mich passt.

    Die Komponenten:

    Die Snare ist super, die Gummi-Pads für meine Zwecke als Toms völlig ausreichend.

    Das Kick-Pedal arbeitet nicht mit einem Klöppel - das hat Vor und Nachteilen. Gut ist, dass das Pedal ziemlich leise ist und es funktioniert auch ganz gut. Doppelschläge sind auch möglich. Allerdings ist das Spielgefühl schon deutlich anders als bei einem echten Pedal. Wer ein echtes Pedal will könnte später auch auf ein anderes Kick-Pad upgraden. Das ist auf jeden Fall ein Vorteil zur HD Serie.

    Die Cymbals sind etwas klein, aber funktionieren gut, haben zwei Zonen (Rand und Top) und sind abstoppbar. Das Ride hat auch noch einen Bell Sound (bei stärkerem Anschlag).

    Das HiHat-Pedal passt für mich - da hab ich nichts zu beanstanden.

    Ein Kabel im Kabelbaum ist noch frei und kann für ein Zusatz-Crash verwendet werden. Allerdings nur dafür - die Sounds sind nämlich fix belegt und können nicht geändert werden. D.h. die Kits sind wie sie sind und man kann daran nichts ändern.

    Das Sound-Modul:

    Es ist sehr kompakt und hat einen Kopfhörer-Ausgang mit Miniklinke, Aux-In ebenfalls Miniklinke und dann noch einen USB-Out. Die Bedienung ist relativ simpel - man kann schnell aus 15 Kits wählen, Metronom einstellen, Coach Modus anwählen oder Playback-Songs starten. Das Display ist allerdings sehr rudimentär und man muss schon wissen, was jetzt was ist um z.B. den richtigen Coach-Modus einzustellen. Das muss man also schon mal ins Manual schauen. Die Kits dürften Roland-Standard sein und klingen gut.

    Die Verbindung zum Macbook funktioniert einwandfrei und in Kombination mit Roland Friend Jam macht das Spaß. Da gibt es eine große Anzahl von Tracks aus verschiedenen Stilrichtungen und man kann das Programm komplett über das Drumset steuern und muss nicht am Laptop rumfummeln während dem Spielen.

    Über Midi kann man natürlich auch Plugins damit triggern und die internen Sounds nicht verwenden. Das hab ich bis jetzt allerdings nur kurz getestet mit GarageBand und da müsste man die Midi-Noten umkonfigurieren (das geht auch im Modul).

    Plus:

    - Schnell aufgebaut
    - Kompakt aber ausreichend stabil (für Heimgebrauch)
    - Pads und Cymbals
    - Erweiterbar um ein Cymbal
    - Gute Sounds
    - AuxIn und USB problemlos

    Minus:

    - Modul-Anzeige etwas kryptisch und wirkt fast antiquiert
    - Kits: Pad/Cymbal Sounds nicht konfigurierbar auch nicht mischbar
    - Kein zusätzlicher Line Out für Monitor (währe nett, dass man nicht immer umstöpseln muss)

    Mein Fazit:

    Ich mag das Set, finde aber das Modul doch etwas schwach um auf Dauer damit Spaß zu haben. Zum reinen üben ist es mit den Standard-Kits aber auf jeden Fall o.k.

    Ich hab jetzt folgendes gemacht:

    ich hab mir gebraucht noch relativ günstig ein TD4 Modul geholt. Das passt zwar nicht richtig an die Modul-Position aber mit etwas Pfusch geht es. Die Kabelbelegung ist auch anders, aber der TD4 Kabelbaum lasst sich genauso wie der vom TD 1 anbringen. Ein Nachteil - das Modul hat kein USB, sondern nur Midi.

    Außerdem hab ich mir statt dem TD1 Cymbal-Erweiterungs-Paket ein CY-8 gebraucht gekauft, das ich jetzt als Ride verwende. Funktioniert gut und ich mag, dass das Ride-Cymbal etwas größer ist. Fügt sich dafür nicht so nahtlos ein, wie ein Originalpad.

    Hätte ich mir vielleicht doch gleich ein TD4 gebraucht holen sollen? Vielleicht - allerdings mach ich die Kompaktheit immer noch gut. Ich kann das Set leicht nehmen und in eine andere Ecke tragen, ohne dass ich etwas zerlegen muss. Das kompakte TD4, dass jetzt vertrieben wird ist mit Mesh-Snare doch eine ganze Ecke teuer und arbeitet auch mit einem normalen Kick-Pedal was bei mir wahrscheinlich zu laut wäre.

    Die Sounds kann man sich z.B: hier anhören:

     
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