[Saiten] - Ernie Ball Earthwood

von Heike, 25.06.08.

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  1. Heike

    Heike HCA Bass Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 25.06.08   #1
    Ernie Ball Earthwood


    Stärken: .045 - .055 - .080 - .095

    URL: www.ernieball.com

    Konstruktion: Phosphorbronze-Runddraht auf Stahl-Kern mit hexoganonalem Querschnitt; eigentlich für den Ernie Ball Akustikbass konzipiert, von Horst Stachelhaus ca. 1978-81 erstmals auf E-Bässen (Gibson Thunderbird, Ovation Magnum II) als elegantere Alternative (mehr Bass mit schon kontrabaßartig aufblühendem Charakter, kultiviertere Mitten und Hochmitten, natürliche Höhen) zu massigeren Rotosound Swing Bass eingesetzt.

    Finish: mittelfein; zudem sind weichere Metalle wie Bronze sehr viel angenehmer anzufassen als Nickel oder gar Stahl.

    Saitenspannung: mittel

    Balance: ausgeglichen

    Output: materialbedingt gering, was jedoch Slapsounds sehr zugute kommt, da harsche peaks vermieden werden.

    Klang: mehr als nur allerhöchst beeindruckend, kontrabaßartig aufblühende raumfüllende Riesenbässe, die perfekt natürlichen Mitten und Höhen, gut punchy (wenn auch nicht übermäßig wie Thomastik-Infeld Powerbass), in Anbetracht der doch nicht so ganz superdünnen Saitenstärke erstaunlich feingliedrig-beweglich, nicht nur Pianosaitenklang, sondern schon wie ein Hohner D6 Clavinet, das absolute Spielvergnügen. Die bereits erwähnenten natürlichen statt überscharfen Obertöne verwöhnen mit den denkbarst elegantesten Pops. Mit Pick sehr gutes Attack und etwas kompakterer Sound, der auch sehr gut zum Charakter eines Rickenbackers 4001C64 paßt. Tapping der Saitenstärke entsprechend gut ausführbar, d.h. mit deutlich mehr Widerstand als bei Extrem-Leichtsätzen, aber sehr guter Kontrollierbarkeit. Aufgrund der gediegenen Pizz-Sounds habe ich diese Saite allerdings in der Vergangeheit auch schon auf Fretless-Bässen eingesetzt. Auch setzen sich die gigantischen Bässe am besten in Szene bei Pizz-Spiel am Griffbrettende, bei Hardplucking, sowie einer pizz-ähnlichen Technik, bei der die Saite nicht nur seitlich weggezogen wird, sondern dabei auch kurz & knackig auf die Bünde "geknallt".

    Haltbarkeit: materialbedingt begrenzt. Abnutzung äußerst sich i.d.R. dadurch, daß die Stanley'esque "Badewanne" (Jargon für scooped midrange) sich zu einem Nichts wie in der Unendlichen Geschichte ausweitet, bis der Ton schließlich völlig auseinanderfällt. Außerdem fühlt sich die Saite bei fortgeschrittenerer chemischer Belastung pappig an. Auf einem Rickenbacker 4001C64 hingegen brechen nicht die Mitten ein, sondern die Saite klingt, wie so viele anderen auch, in überreifem Alter grob-stählern.

    Fazit: Eine gute und etwas haltbarere Alternative zu den m.W. leider nur ca. 1982-96 produzierten D'Addario Reds, die reine Kupfersaiten waren und damit Pianosaiten am nächsten kommen sollten. Muß dennoch häufig gewechselt werden.
     
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