[Sammelthread] Saiten für Akustikbass - aber welche?

Ich mag den von Moulin im Video gezeigten Flat-Sound nicht so, der ist mit irgendwie, ähh, ... zu flat! Ich verwende Elixier Akustikbass-Saiten. Das sind beschichtete Rounds, die jedoch nicht ganz so spitz in den Höhen klingen, wie man es von manchen anderen Bronze-Phosphor-Rounds kennt. Stattdessen haben sie richtig "Körper", klingen sehr ausgewogen, haben langes Sustain und setzen sich im Akustik-Band-Kontext sehr gut definiert durch (ich spiele ausschließlich verstärkt). Auch für das Akkordspiel und Picking in den höheren Lagen meines Viersaiters sind sie klasse! Es gibt natürlich mehr Greifgeräusche als bei Flats - man kann wohl nicht alles haben...

Die Elixier kosten ein bischen was, aber ich kann sie dafür bei recht häufiger Benutzung ca. 1/2 Jahr drauflassen.
 
So, noch eine Ergänzung hinterher:
Ich habe zur Zeit die günstigen (14,40€ beim Saitenmarkt) Martin Accoustic Bass SP Light (45 - 100) auf meinem 98ger Ken Rose AB. Das sind Phospor-Bronze-Rounds, die in der Stärke genau den von mir sonst benutzen Elixir-Nanoweb Accoustic Bass entsprechen.

Die Martins klingen zunächst drahtiger als die Elixirs, aber nach 5-6h verlieren sie ihrem Zing und übrig bleibt ein recht ausgeglichenes nach unter hin schön rundes Klangbild. Ab den A abwärts ist richtig knurr zu hören. Die Martins fühlen sich etwas straffer an als die Elixirs und ich meine, dass dadurch auf meinem Ken Rose auch die E-Saite in den unteren Lagen etwas besser definiert klingt als mit den Elixirs. Dafür liefern die Elixirs jedoch etwas mehr Mitten. Ich bin gespannt, wie die Martins sich verstärkt in der Band durchsetzen.

Die Griffgeräusche sind anders als bei den Elixirs stark ausgeprägt - trotz Fastfret. Am EQ muß ich deshalb die Hi-Mids und Presence ziemlich zurückdrehen, was aber nicht schlimm ist, weil außer den Greif-Quietschern dort kein großer Anteil des Nutzsignals liegt. Ganz blöd finde ich die grün-schwarzen Finger, die man nach dem Spielen hat. Kommt vom Kupfer (Bronze) - ist aber vielleicht typabhängig.

Fazit:
Bis jetzt bin ich recht zufrieden mit den Martins, der Sound ist nach der Einspielphase ausgeglichen, schön straff und definiert. Bleibt abzuwarten, wie sie sich in der Band durchsetzen und wie lange sie leben. Die dreimal so teuren Elixirs wechsele ich nach ich ca. 1/2 Jahr. Wenn die Martins so drei Monate lang klingen, könnte ich mir ernsthaft überlegen umzusteigen.
 
Es geht weiter:
Band-Test ist mittlerweile bestanden. Die fehlenden Mitten sind mit dem EQ zwar nicht ganz zu ersetzen, dafür liefern die Martin SP ein schönes Bassfundament. Wenn man die Feedback-Probleme erstmal im Griff hat, setzt sich der Sound recht gut durch.
Nach ca. weitern 12h Benutzung (inklusive Bühnen-Schwitzefinger) klingen sie nicht mehr besonders frisch. Noch weitere 12h und sie werden vermutlich wie Flats klingen: plomp plomp plomp.
Aber noch sind sie ok. Die schwarz-grünen Finger nerven jedoch langsam extrem...
 
... Die schwarz-grünen Finger nerven jedoch langsam extrem...
habe ich in der vergangenheit mit isoprop gemildert - saiten abreiben- nicht die finger ;)

kurzer bericht nach ähnlich langer nutzungsdauer:


gibt es auch als longscale ghs 9200. ich werde ´nen ersatzsatz ordern, heisst: zufrieden. erstens gibt es wenig für 30" und zweitens machen sie das, was ich wollte. inkl. kaum noch zu toppender oktavreinheit:

  • diameter/konstruktion: 040 - 056 - 076 - 096. phosphor-bronze auf stainless-hexcore
  • klang: recht ausgeglichen mit "ringing top", das sich im zeitverlauf verringert. keine schwächelnde e-saite.
  • lautstärke: groß. sowohl unverstärkt als auch amplifiziert
  • haptik: mittlere spannung. sanftes finish ... und
  • keine verfärbten finger ;)
 
So, die Martin SP haben jetzt ca. 30h hinter sich - und ich bin immer noch mit dem Klang zufrieden. Alles noch im grünen Bereich und weit weg von mausetot. Die Finger werden nicht mehr ganz so grün.
Bronze ist scheinbar doch nicht nur für Denkmäler und Kirchenglocken geeignet.
 
OK, wahrscheinlich langweilt euch das - aber hier nach ca. 50h spielen mal der Sound der Martin SP 45-100
Nix Berühmtes, schnell mal quick and dirty mit meinem Ken Rose AB 900 über den Promi 5110 mit dem Olympus LS3 Recorder aufgenommen. Die drum machine ist übrigens eine Android App aus meinem Handy.

Mit dem Klang bin ich nach wie vor zufrieden, aber es ist beschlossen: Die Saiten fliegen runter, mich nerven einfach meine grünen Finger, die ich von den Saiten bekomme. Ist auch nicht eben mal abzuwaschen. Schade!

Die von d'Averc empfohlenen GHS sind mir zu dünne, sonst würde ich sie mal probieren. Ich werde als nächstes mal die Fender 8060 45-100 antesten.
 
So, jetzt sind die Fender 8060 45-100 Phosophor Bronze auf meinem Ken Rose AB 900. Abgesehen von den farbig codierten Ballends gleichen sie den Martin SP bis aufs Haar - und sie klingen auch so. Ich kann also jetzt schon sagen: Wer die Martin SP 45-100 spielt, der kann getrost die etwas günstigeren Fender 8060 verwenden.
Und so klingen die Fender 8060 neu.
Aufnahme mit Olympus LS3, Promethean 5110, Boss RV-5
 
Nach ca. 75h Spielzeit habe ich die Fender 8060 wieder runtergenommen. Die haben sich wacker geschlagen (kaum grüne Finger!) und hätten noch länger drauf bleiben können. Aber ich spiele am Wochenende zwei wichtige Gigs und hatte noch ein Päckchen Elixiers rumliegen, also habe ich die darufgezogen.
Dabei wird deutlich, dass die Elixiers weicher klingem als die Fender (und auch die Martin SP), nicht so straff mittig sondern eher bassig/seidig. Ich bin mir aber gar nicht mehr so sicher, ob ich dass noch will - mir hat die knurrige E-Saite im Fender-Satz ganz gut gefallen, hat sich in der Band auch prima durchgesetzt!

So klingen die neuen Elixirs auf meinem AB Ken Rose 900 E.
Aufnahme mit Olympus LS3, Promethean 5110, Boss RV-5, HB BCH-1
 
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Ich mag den von Moulin im Video gezeigten Flat-Sound nicht so, der ist mit irgendwie, ähh, ... zu flat!

Dabei darf man aber nicht vergessen, dass das Soundbeispiel unverstärkt mit einer Webcam aufgenommen wurde. Es fehlt dabei leider der knarzige Ton, den die Webcam leider nicht aufnehmen kann.

Natürlich muss der Sound auch niemandem gefallen, es ging hier nur darum zu zeigen, dass ein Akustikbass nicht immer wie eine Westerngitarre klingen muss sondern mit der richtigen Abstimmung und Bauart, sowie entsprechend holzig klingender Saiten wie ein klassischer Bass.
 
Ja, schade, dass du ohne Amp aufgenommen hast, denn rein akustisch kann sich ein AB mit Flats ja in keiner Situation durchsetzen. Das ein AB auch mit Rounds nicht nach Westerngitarre klingen muss (jedoch sehr wohl kann, wenn man möchte) hatte ich ja hier gezeigt.
 
Das Klangspektrum von Viersaiter Bässen geht von Extrem Mumpf bis hellem Gitarrensound.
In der Musikgeschichte sind in den letzten 60 Jahren nun alle Möglichkeiten dieses Spektrums in den oberen Chartplatzierungen vertreten.

Den eigenen Sound als den einzig richtigen und als einzig durchsetzungfähig zu befinden halte ich schon für recht übermütig. :)

Den Sound anderer Bassisten als platt zu beschreiben und das mit Onomatopoesie wie äääh... zu untermalen ist eine Form, die ich eher von einem anderen bassic.stenforum kenne. Da stacheln sich dann die User mit ... mein Sound ist der einzig mögliche und richtige Seitenlang hoch. ;)

Es finde es schön, dass Du Beispiele Deiner Sounds im Forum zum Anhören zur Verfügung stellst, denn es schadet niemandem mal über den Tellerrand zu sehen und sich mit Sounds zu konfrontieren, die man sonst nicht spielt. Sie haben aber genauso wenig Allgemeingültigkeit wie meine Soundsamples oder die von anderen Usern.

...denn rein akustisch kann sich ein AB mit Flats ja in keiner Situation durchsetzen....

Es gibt nicht den Sound, der sich in allen Musikrichtungen durchsetzt und es gibt auch nicht den Sound, der sich in keiner Musikrichtung durchsetzt.
Das zu erkennen kann helfen sich nicht selbst zu blockieren.
 
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Ich habe an anderer Stelle zum gleichen Thema doch schon geschrieben, dass jeder Bassist genau die Saiten spielen sollte, die er mag und die der Situation angemessen sind.

Ich persönlich brauche gelegentlich Flats auf dem AB beim Recording, dafür fliegt bei mir hier ein Satz TI-Flats rum, die ich dann mal aufziehe. Live können die sich in meinen Akustik-Bands ncht durchsetzen. Auf meinem Ibanez Artcore AGB 140 sind ebenfalls TI-Flats, immer. Den Artcore spiele ich in der Abteilung Blues und Rock'n Roll. Auf dem Warwick Frettless spiel ich D'Addario Half Rounds, auf dem Jazz Bass sind Rotosound RB 45 Rounds.

Ich weiß, dass die Welt voller verschiedener Bass-Sounds ist und es nicht den einen allgemein glücklichmachenden Sound geben kann. Aber ich darf in diesem Thread sehr wohl sagen, dass ich auf meinem Akustik Bass sehr, sehr gerne die so verschrieenen Phosphor-Bronze-Rounds verwende (igitt!) und darf das auch mit Soundsamples belegen. Ich finde das sogar sehr hilfreich für andere Threadleser, die sich auf Grund der Samples dann in aller Ruhe ihre eigene Meinung bilden können. Ich tue das auch deshalb so gerne, weil von anderen Bassic.sten (damit meine ich nicht Moulin) gerade die TI Flats als alleinzulässige Saitenoption ohne Ende gehypt werden. Wenn ich dann jedoch mit den Flat-Soundsamples nicht so viel anfangen kann (wie bei Moulins Beispiel) dann sage ich das halt auch.
 
Da wir da gleicher Meinung sind reden wir vermutlich nur aneinander vorbei.
 
Ich finde den Ton in Moulins Beispiel kernig und weiß, dass er sich "in echt" mehr durchsetzt als im Video.
Zuvor hatte ich auch die Elixier- und div. andere unbeschichtete Saiten. Alles tolle Produkte und jede klingt etwas anders.

Ich brauche aber das "pappig- bollernde" der Flachsaiten und das meiner Meinung nach etwas reduzierte bzw. anders gelagerte Klangspektrum...oder wie auch immer man sagt.
Die schönen singenden Töne der anderen Saiten stören bei mir in der Aufnahme. Durchsetzungsfähig ist der Bass mit den Flachsaiten auf jeden Fall, auch im Zusammenspiel mit einer Gitarre usw.

Hier nur kurz ein Ton.
Ohne Rhythmus, mit Nebengeräuschen, paar mal verspielt, mit H1 aus ca. 1m aufgenommen, und nicht so schön wie Moulins Beispiel...Ohrenkrebs auf eigenes Risiko :)

Taco.JPG

Z.Z. die billigen Fender-Flats (siehe Abb.) jedoch tiefer gestimmt. Mit weniger Spannung, aber trotzdem schön griffig.


Ergänzung:
Der Sound im "Bandgefüge":) Vielleicht doch ganz witzig, weil alle Instrumente in relativ gleichen Abstand zum H1 aufgenommen wurden.
Zu hören ist er trotzdem gut (jedenfalls bei mir). Alles rein akustisch, außer dem Drumcomputer....
 
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Hallo Vester,
Für mich klingt das richtig gut.
Es klingt natürlich auch unverkennbar nach Tacoma Bass und muss nicht heißen, dass Fender Saiten auf billigen Akustikbässen auch so klingen. ;)
Ich hatte auch mal die Chromes auf dem Bass, jedoch fand ich die besser für Fretless.
Bei Fender Flats nehme ich auch nur die ganz dünnen.
 
So - weiter mit meinem Saiten-Erfahrungsbericht.
Ich habe die Elixirs tatsächlich noch fast neu (vlt. 10h Spielzeit, dabei 2 Gigs mit heftigen Schwitzefingern - immer diese Club-Sauna-Atmosphäre...) wieder runtergeschmissen. Ich habe den Knurr der Fender Billig Roundwounds 8060 doch sehr vermisst. Da Session Music in FFM ganz schlecht sortiert ist was AB-Saiten angeht und keine Fender 8060 da hatte, fiel meine Wahl in der Not (es mußte schnell gehen, weitere Gigs standen an) dort auf die Daddario EPBB170 Phosphor-Bronze Roundwounds. Die sehen ganz genauso aus wie die Fender 8060, fühlen sich genauso an und klingen auch so, kosten aber mehr als das Doppelte. Mein Tip an dieser Stelle: Wer Daddarion EPBB170 45-100 spielt, kann sich genauso gut die Fender 8060 kaufen - es sind die gleichen Saiten! Vermutlich kaufen Fender und Daddario beim gleichen Hersteller ein. Den Klang auf meinem Ken Rose habe ich ja schon weiter oben mit den Fender 8060 demonstriert.

Ist schon interessant: Man wird ja doch schlauer, wenn man sich mal etwas ausfühlicher mit der Saitenwahl beschäftigt. Ich hätte niemals gedacht, dass ich nach gut zwei Jahren (oder mehr) Elixirs nun meine Lieblingssaiten im Billigsegment finde? Ein Päckchen Fender 8060 PB Roundwounds Regular (45 - 100) kosten 14 €! Tja - Versuch mach kluch!

BTW - für Mitglieder der Flats-Fraktion: Mag jemand meine TI Jazz-Flats? Die waren höchstens 2h drauf. Ich geb sie für 20 € ab. Sie sind für meinen Ken-Rose passend gekürzt. (E und G von Steg bis Mitte Wirbel: 93cm. A und D von Steg bis Mitte Wirbel 100cm.)
 
Vermutlich kauft Fender beim Hersteller D'Addario. Hier gab es schon mal einen Thread zu dem Thema.
Ahja, danke Ruhr für den Hinweis. Ist aber schon komisch, wie sich Daddario dann selbst Konkurrenz macht...
 
BTW - für Mitglieder der Flats-Fraktion: Mag jemand meine TI Jazz-Flats? Die waren höchstens 2h drauf. Ich geb sie für 20 € ab. Sie sind für meinen Ken-Rose passend gekürzt. (E und G von Steg bis Mitte Wirbel: 93cm. A und D von Steg bis Mitte Wirbel 100cm.)

Leider zu kurz.
 
Hm ja, ich denke du bräuchtest 1 cm mehr. Der Headstock deines Tacoma ist wohl etwas länger als der meines Ken Rose. Die Mensur ist ja die gleiche (34" = 86,4mm von Sattel bis Steg).
 

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