Wertschätzung von E-Gitarren

Eine letzte Frage hätte ich noch: Ändert sich am Verkaufswert etwas, wenn ich wieder die originalen Fender-Stimmmechaniken und -Pickguard anbringe?

Ich werde dann einmal überlegen, ob mir das den Verkauf wert ist oder nicht.

Vielen Dank für eure Einschätzungen!
 
Bei Vintage Guitars in Oldenburg sieht man regelmäßig irgendwelche 50er/60er Jahre Strats oder Teles, die eine neue Lackierung erhalten haben. Meist kosten die locker ein paar tausend Euro weniger als die Modelle, die noch den originalen Lack haben.

Ich schätze, da liegt das Hauptproblem, auch wenn bei deiner Tele kein Nitrolack im Spiel war. Sie ist eben nicht mehr original und wem so etwas wichtig ist, wird sie nicht kaufen. Alle anderen freuen sich über einen günstigen Preis, weil sie ja nicht mehr original ist.

Ich hab hier eine 54er Les Paul aus dem Custom Shop, die in ein paar Tagen umgebaut wird. Ein neuer Pickup kommt an den Steg und ein defektes Volumepoti wird getauscht. Beides, den alten Pickup und das Poti werde ich in den Koffer legen und sollte ich sie irgendwann verkaufen, wird entweder vorher wieder umgebaut oder die Teile bekommt der Käufer.
 
Mein Gott, einen konkreten Preis kann Dir doch eh niemand garantieren. Ob Du jetzt noch Außenspiegel hinmachst oder nicht, macht in der Praxis 50 € hin oder her aus, wie gesagt bei einem Preis, der irgendwo in der Gegend von dem liegen kann, was oben geschätzt wurde. Ob die Gitarre so wie sie ist plus getrennt verkauft die übrig gebliebenen Teil in der Summe mehr oder weniger als die Gitarre mit den Teilen wieder an die so oder so nicht mehr original hinzukriegende Gitarre zurückgebaut bringt, hängt doch vom Käufer/Interessenten ab, und den kennen wir nicht und können wir auch nicht beeinflussen.

Die Preise schwanken zudem über's Jahr, aber auch da kann Dir niemand eine Garantie geben. Nur ist das, was Du jetz vor Ostern kriegen kannst nicht dasselbe, wie nachdem die Leute ihr Weihnachtsgeld haben. Wenn Du aber jetzt verkaufst und das Geld bis Weihnachten gut investierst, hast Du vielleicht mehr, als wenn Du erst Weihnachten verkaufst. Rechen, Grübel, Kalkulier, ... Es geht hier um Hausnummern bei den Abschätzungen dessen, was die Gitarre in etwa bringen kann. Wir stellen hier kein Preisschild aus!

Wenn das, was rauskommen kann, für Dich interessant ist, dann probier's einfach komplett oder in Teilen, und wenn Dich der mögliche Ertrag nicht interessiert, dann lass es.
 
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Absolut richtig. Und je mehr umgebaut wurde, desto ungewisser wird die Schätzung.

Wenn Du schon Erbsen zählen willst/musst: der erzielbare Preis wird sich durch den Rückbau kaum ändern, aber das neue Pickguard passt vermutlich besser zur neuen Farbe. Das Original-Fender-Pickguard hebt den Wert in Kombination mit der 'falschen' Farbe dagegen kaum an, lässt sich aber einzeln etwas besser verkaufen - der Markenname, und weil die Käufer bei dem wissen, dass es auf ihre Fender passen wird. Umgekehrt bei den Tunern: die Originale einbauen. Sie heben zwar auch hier kaum den Wert der Gitarre, aber die Locking Tuner lassen sich ausgebaut für ein paar 10er mehr verkaufen als die Originaltuner, weil viele ihre Strats damit nachrüsten wollen.

Neben dem Lack sind halt die PUs das Problem. Sind sie bestimmbar und Duncans oder sowas, könnte es sich sogar lohnen, ein paar gebrauchte Fender der passenden Art zu kaufen und einzulöten. American Standard PUs kosten nicht viel, die Gitarre wird wieder originalgetreuer, und NachrüstPUs großer Marken bringen ausgebaut immer deutlich mehr als in einer Gitarre. Dort werden sie idR den Wert bei US Gitarren sogar eher mindern, egal wie gut sie klingen.

Gruß, bagotrix
 
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