Saxophon wie aufnehmen und mischen ?

von engineer, 06.08.04.

  1. engineer

    engineer HCA Recording HCA

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    Erstellt: 06.08.04   #1
    Wie soll ein Saxophon klingen? Derartige Instrumente nimmt man ja gewöhnlich live mit einem, im Studio mit zwei Mikros auf, um den Klang vollständig zu erfassen. Nun gehen die Meinungen über die Klanggestaltung auseinander :

    Einige meinen, das Sax muss rund und voll klingen - speziell das Tenoxsax - weil es ja ein Holz ist ... andere sagen hingegen, es muss dünner, spitzer klingen, weil Blech verbaut ist.

    Darf ein Sax so klingen, gemischt werden wie anderes Blech, also wie eine Trompete ? oder soll es eher klingen wie ein Klarinette ... ?
     
  2. Dietmar Werner

    Dietmar Werner Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.08.04   #2
    Hi Jürgen,

    das mit dem speziellen Klang eines Saxofones ist, so denke ich, doch eher auch Geschmacksache des individuellen Spielers, und hängt noch vor der Mikrofonabnahme von verschiedenen Faktoren ab:

    - Ansatz
    - Anatomie der persönlichen Resonanzräume
    - Saxofonbauweise
    - Mundstück
    - Blatt
    - Spieltechnik ( Artikulation, Atemtechnik .... )

    Das zusammen gibt zunächst einen sehr individuellen Klang. Dieser kann nun auf unterschiedliche Art und Weise ab- und aufgenommen werden:

    - mit einem Einzelmikrofon im Raum
    - mit 2 Mikrofonen ( Trichter/Body, bzw. Klappen )
    - mit einem Einbau-Mikrofon am S-Bogen
    - mit einem Clippmikro am Trichter

    ......usw.. Jede dieser Methoden bietet unterschiedliche Klangspektren. Sehr wichtig in diesem Zusammenhang ist auch die Membrangröße, sowie die Richtcharakteristik des Mikrofons. Amerikanische Tontechniker benutzen sowohl bei der Liveabnahme, als auch im Studio immer noch gerne das alte Electovoice RE( oder PL )20, sowie die alten Sennheiser Modelle. D.h. sie bevorzugen dynamische Mikrofone wegen des wärmeren Klanges. Auch hier gehen die Meinungen schon ziemlich weit auseinander.

    Soll man jetzt schon vor der Aufnahme equalizen? Ich bevorzuge da eine eher lineare Einstellung ( vielleicht etwas den Baß absenken wegen der Klappengeräusche ). Bei der Nacharbeitung etwas Höhenanhebung, wenn man den Atem hören will, und der Formantenanhebung halber etwas 350 Hz zugeben.

    Insgesamt gesehen gibt es keine feste Richtlinie, wie ein Saxofon klingen muß. Jeder hat seinen Sound, oder sein Soundvorbild. Gut ist da, was auf seine Art und Weise Emotions erzeugt.

    :) Didi
     
  3. engineer

    engineer Threadersteller HCA Recording HCA

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    Erstellt: 06.08.04   #3
    Hm, über den Klappen mache ich eigentlich selten etwas. Meist geht es darum, u.a. Atemgeräusche zu unterdrücken um einen Ferneeindruck zu erhalten, obwohl nahe aufgenommen wurde.

    Schon mal indirekt mikrofoniert über Absorber oder Diffusoren? Ich habe mal ein Horn so aufgenommen und nachproduziert. Dazu habe ich den indirekt über Holzdiffusor spielen lassen, um Atem zu elimnieren. Das habe inzwischen ausgebaut und auf Holz (auch Blockflöten etc.) ausgedehnt.

    Live lasse ich gern Stereo spielen (horizontal) um mehr Leben in den mix zu kriegen. Das kennen die meisten so nicht und kommt immer gut an.
     
  4. Dietmar Werner

    Dietmar Werner Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.04   #4
    Hi Jürgen,

    ich halte das sehr gut für klassische Instrumente ( Klarinette, Oboe ). Habe ich während eines Gastaufenthaltes in Detmold an der Tonmeisterschule mit Dr. Jürgen Meier ausprobieren können. Live mit Stereomikes mag ich nicht so, da es die Bewegungsfreiheit sehr einschränkt. Ich benutze da sehr gerne ein Audio Technica Clippmikrofon PRO-35 X, mit angebautem Samson Sender.

    :) Didi
     
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