Schumanns Träumerei auf Akkordeon passt das?

von Moricasso, 13.01.20.

  1. Moricasso

    Moricasso Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.01.20   #1
    Ach, das gefällt mir so gut:





    Für mich ist es ein Übungsziel, ein Ansporn für 2020.
     
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  2. morino47

    morino47 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.01.20   #2
    Danke @Moricasso. Du zeigst uns überdeutlich, was man auf dem Akkordeon bzw. der Steirischen eben nicht spielen sollte, um das Vorurteil der außerakkordeonistischen musikalischen Welt gegen unser Instrument nicht noch weiter zu bestärken. Hoffentlich klicken nur wenige auf dieses YT-Filmchen.

    Viele Grüße

    morino47
     
  3. dallamè

    dallamè Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.01.20   #3
    Ich finde, dass mit diesem kleinen Instrument das Träumerische etwas auf der Strecke bleibt. Ein Punkt ist für mich da die Bassbegleitung, die zu wuchtig und nicht stimmig ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass man sich schon trauen sollte, auch solche Stücke zu adaptieren - irgendwo am Waldrand gespielt (ich denke hier an @maxito ´s Spielfreuden) kann sowas dann durchaus seinen Reiz entfalten, einen Konzertsaal aber sicher nicht füllen.
    Als Ansporn, dass du @Moricasso lernst, ausdrucksstark zu spielen und versuchst, die Grenzen deines Instruments auszuloten, taugt das Stück auf jeden Fall!
     
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  4. Tygge

    Tygge Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.01.20   #4
    Liebe @Moricasso,
    Vielleicht wäre es eine Idee, deinen Beitrag in dem Thread von @Bernnt ( Eure musikalischen Ziele 2020 auf/mit dem Akkordeon) unterzubringen. Ein Musikstück sehr zu mögen ist etwas unglaublich Motivierendes. Ich drücke dir die Daumen, dass du dein Ziel für 2020 erreichst.
    LG Tygge
     
  5. Moricasso

    Moricasso Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.01.20   #5
    Nun ich finde es sehr träumerisch.
    Und zum Glück sind Geschmäcker verschieden.
    Die Melodie begleitet mich heute durch den ganzen Tag.
    Ich mag ganz besonders die Bassbegleitung.

    Auf dem Klavier ist es mir zu klingelnd. Deswegen lerne ich ja auch nicht Klavier. Und ich habe auch kein Klavier, nur ein Keyboard. Und meine kleine Harmonika. Und mit der geht für mich das Träumen am besten.

    Die Melodie ist ja weit verbreitet. Und wenn man sie vom Klavier gewohnt ist, fehlt vielleicht die Offenheit, sie von anderen Instrumenten zu ertragen.

    Wahrscheinlich ist das Stück für das Klavier geschrieben. Die Harmonika macht eben was ganz Neues daraus.
    Gerade die Bassbegleitung finde ich sehr gelungen. Sie trägt die Melodie.

    Die Wahrscheinlichkeit, daß ich in einem Konzertsaal spiele, geht gegen Null.
    Also @morino47 und @dallamè, keine Angst.

    Trotzdem gefallen mir viele Stücke auf Akkordeon und Zieharmonika, die mir auf dem plimpernden, klingelnden, hämmernden Klavier überhaupt nicht zugänglich sind.
    Oft bezeichne ich das Klavier als "Schlaginstrument" weil die Tasten "angeschlagen" werden müssen. Die Tasten "schlagen" mit kleinen "Hammern" stramm gespannte "Stahlseile" an. Und so klingt es eben auch.

    Der Balg atmet und kann die Töne flöten oder lange ziehen und dabei laut und leise werden. Das kann kein Klavier. Es kann es nicht. Das Klavier kann nicht flöten.
    Das Klavier hat eben so enge Grenzen.
    Klar machen ganz viele Menschen mit dem Klavier ganz, ganz schöne Musik.
    Überhaupt keine Frage. Das Klavier macht viele Musiker zutiefst glücklich. Auch keine Frage.
    Aber das Klavier ist keine Flöte und keine Geige und keine Ziehharmonika.
    Das kann es einfach nicht sein, weil es anders konstruiert wurde.
    Das ist wieder so, als ob man Birnen mit Äpfeln vergleicht.
    Eine Harmonika ist eine Harmonika und klingt genau so.

    Ein Klavier ist ein Klavier und kann eben auch nur wie ein Klavier klingen und nicht wie eine Harmonika.
    Die Harmonika will gar nicht wie ein Klavier klingen, denn dann wäre es unerträglich.
    Auf die Erwartungshaltung kommt es an.

    @Tygge
    Ich habe es extra hier eingestellt, damit man darüber auch diskutieren kann. Ich finde es wichtig zu diskutieren.
    Gerade weil dieses Stück jetzt im Akkordeonforum schon öfter als für das Akkordeon "verboten" bezeichnet wurde.
    Ich weiß, es war extrem provokant.
    Aber ich finde diese "Verbotsaussage" unverständlich.
    Klar ich bin ja absoluter Laie und habe ja von Musik nur so viel oder wenig Verständnis, daß es für meine kleine Erica reicht.
    Aber ich finde, jeder darf mit dem Instrument seiner Wahl, so viel Träumen, wie es ihm gefällt.

    Ich hatte zu dem Stück "Träumerei von Schumann" erst durch das oben verlinkte Video einen Zugang gefunden und mir sogar schon Noten dazu gesucht.
    Ich freue mich schon drauf, auch wenn ich es wahrscheinlich nie jemandem vorspielen werde.
    Jedenfalls freue ich mich sehr darüber, daß mir genau dieses Video im Netz begegnet ist und hoffe sehr, daß viele dieses Video anklicken und sich daran freuen können. So wie ich.

    :great:

    :D

    :love:
     
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  6. klangtaucher

    klangtaucher Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.01.20   #6
    isses ja auch:
    Das heutige Klavier ist bei der Bedienung ein Tasteninstrument, ein Schlaginstrument in seiner Erregungsart und wegen des schwingenden Mediums ein Saiteninstrument. Zitat Wikipedia.
    Hindemith hat eine Komposition explizit auf diesen Aspekt ausgerichtet - Ragtime aus der "Suite 1922"

    Man muss es ja niemandem "zumuten" ;). Ähnliches z.Zt. im Nachbarthread.
    Aber: es gibt ja auch ein Publikum für dieses Repertoire. Ganze Sender, "Klassikradio" u.ä. spielen den ganzen Tag entweder Gefühliges oder Spektakuläres, "Highligts" eben. Ein neues Genre ist auf dieser Basis entstanden - New Classics - kein Kommentar! Der Musikkonsument ist offensichtlich nicht so puristisch. Wer mag sich die ganze "Turandot" anhören, wenn er in einer halben Stunde "Nessun dorma", den "Gefangenenchor", die "Träumerei" mit Rostropovich ;) und Mahlers "Adagietto" hören kann. Gut, das entgleitet jetzt etwas :o. "Spotify" lässt grüßen ...
     
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  7. Landes

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    Erstellt: 13.01.20   #7
    Ich finde "De Dansende Balg" beweist Mut und musikalische Omnipotenz, wenn er den Herrn Schumann mit seiner Steirischen - noch dazu falsch herum angeschnallt - zitiert. Dafür, dass seine Quetsche bei so einem Stück Sch**** klingt kann er ja nix; is halt so. Aber spielt ihr das Stück doch mal auf dem Klavier - verkehrt herum ! Das möcht' ich hören.
    Außerdem scheint der gute Mann sehr konzentriert auf ein Notenblatt'l zu starren, soll heißen da gibt's glatt was in Griffschrift (oder von Ratiopharm :-) )
    Manchmal ist es halt besser man belässt das Filmchen im YouTube und holt es gar nicht erst in's (an) Board.
    Ich muss jetzt wieder weiter üben . . . keine Träumereien !
     
  8. Bernnt

    Bernnt Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.01.20   #8
    In etwa so, Horst?:



    Da kommt man ja echt auf den Hund.
     
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  9. lil

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    Erstellt: 13.01.20   #9
    da tippe ich auf "richtig herum angeschnallt, die Aufnahme mit Handy im Selfie-Modus gemacht". Da kommt nämlich alles seitenverkehrt heraus.
     
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  10. dallamè

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    Erstellt: 13.01.20   #10
    Ich hatte eine Fassung mit Violine gehört... da schmalzt es gehörig. Klavier ist auch nicht (oft) mein Instrument.
    --- Beiträge zusammengefasst, 13.01.20, Datum Originalbeitrag: 13.01.20 ---
    Alles gut - du bist im Akkordeon-Forum ;)
     
  11. Moricasso

    Moricasso Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.01.20   #11
    naja @Landes

    es ist hier keine Steirische Harmonika sondern eine diatonische Harmonika, Wiener Modell. Also, viel älter als die Steirische Harmonika oder die Clubmodelle. Vorläufer des chromatischen Knopfakkordeons.
    Dieses Wiener Modell ist auf 2 nicht chromatische Tonleitern festgelegt. Man kann noch eine dritte Tonleiter spielen, wenn man das Instrument richtig gut beherrscht.
    Auf der Bassseite ist man mit 8 Knöpfen auch nicht üppig ausgestattet.
    Und für diese vielen Einschränkungen ist das Stück in dem Video genial. Einfach genial. Eine geniale Leistung.

    Oberkrainer und Ländler dürfen doch auch hier eingestellt werden. Spielt man die etwa in einem Konzertsaal? Oder sind die auch peinlich?
    Warum darf man nicht Schumanns Träumerei auf etwas anderem, als auf einem Klavier spielen?
    Was ist eigentlich das Problem?



    Wahrscheinlich kann nur jemand, der selber ein Wiener Modell spielt, verstehen und sehen und hören, wie genial das Stück im Video ist.

    Wenn ich dazu in der Lage wäre, würde ich es genau so spielen.



    Dann drück das doch mal besser aus.
     
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  12. maxito

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    Erstellt: 13.01.20   #12
    Kleiner Vorschlag meinerseits:

    Da das Thema doch weitere Kreise zieht und so langsam aber sicher den eigentlichen Rahmen dieses Fadens sprengt, und dennoch so wie s aussieht noch genügend Diskussionsbedarf besteht, würde ich den Beitrag mit zugehörigen Kommentaren in ein eigenesThema auslagern.

    Einverstanden?
     
  13. Moricasso

    Moricasso Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.01.20   #13
    Wenn Du dafür einen Platz findest...
     
  14. Moricasso

    Moricasso Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.01.20   #14
    Ja, das sollte doch möglich und erlaubt sein. Ich möchte die Stücke, die ich spiele in erster Linie genießen.


    Worum geht es da eigentlich?
    Uns absoluten Laienmusiker betrifft das Thema doch gar nicht. Als Nicht-Profi kommt man doch gar nicht in Kontakt mit der "außerakkordionistischen musikalischen Welt".
    Sind das nicht sehr verschiedene Ebenen?

    Ich will ja meine Musik niemandem aufdrängen. Aber ich möchte auch die schönen Stücke für mich spielen können, und da sind solche Videos hilfreiche Anregungen und Ansporn. Manche Freunde hören mir gerne zu. Im Gegenteil, fordern mich immer wieder auf, für sie zu Spielen. Es sind ja nicht alle Menschen musikalisch so anspruchsvoll.
     
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  15. klangtaucher

    klangtaucher Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.01.20   #15
    was das Öffentlichmachen dieser Bearbeitungen und deren Auswahl betrifft, muss man es wohl dem einzelnen Interpreten überlassen. Es sollte aber nicht so weit gehen, dass die "Vorurteile" auch in der "inner"akkordeonistischen "Welt" gepflegt werden. Wo man im Grunde alles zur Diskussion stellen können sollte ...
    wobei auch eine ablehnende Haltung zu akzeptieren ist ...

    wenn man jetzt den Schumann noch korrekt schreiben könnte im Thementitel - mein ja bloß ...
     
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  16. maxito

    maxito Akkordeon-Mod Moderator HFU

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    Erstellt: 14.01.20   #16
    Ich war seiner Zeit in dem gleichen Konzert und weiß zumindest, was für eine Fassung Morino47 da angehört hatte.... Und mir gings damals ganz genauso.

    Warum?

    Die Träumerei kennt man als Klavierstück. Und da wird mit geschicktem Pedaleinsatz normalerweise eine Klangathmosphäre geschaffen, die eine locker luftige Tagträumerei assoziiert, weil die Töne meist so gespielt werden, dass die relativ "flüchtig" wirken und nach dem Anschlagen sich "verflüchtigen". Das hat dann eine durch und durch heitere Grundstimmung. Der Interpret in dem Konzert - wirklich ein anerkannter Akkordeonist im Klassikbereich hat dieses Stück auch vorgetragen. Spieltechnisch sicher sehr gut - aber - diese locker luftige heitere Athmospäare hat er zu keinem Zeitpunkt erzeugen können. Diese Träumerei hatte einfach was schweres an sich - eher wie ein unangenehmer Verdauungstraum nachdem man zu heftig und zu schwer gegessen hat.

    Wir haben damals auch anschließend über genau dieses Stück diskutiert und sind der Meinung gewesen, dass man diese Art der flüchtigen Töne auf dem Akko entweder extrem schwer oder gar nicht erzeugen kann und es wohl besser ist, dass man dieses Stück nicht auf dem Akko spielt, weil man den angedachten Charakter nicht richtig wiedergeben kann.


    Und das kannst du auch machen - jeder der Musik macht, soll und darf spielen, was er mag und wie er es mag. Denn das ist wenn man privat spielt eigentlich der einzige Zweck - man soll Freude daran haben. Es muss nur dir gefallen, sonst niemand.

    Allerdings kann es dann halt sein, dass es nicht allgemeingefällig ist und dem einen oder anderen eben so nicht gefällt. Das kenn ich sehr gut, denn ich spiele auch etliche Stücke, die mir sehr gut gefallen und mir auch sehr am Herzen liegen ... die aber einigen nicht gefallen, weil zu langsam (langweilig!) oder zu Traurig (weil eben öfter die Tonart Moll vorherrscht, oder nicht fetzig genug, oder überhaupt, weils halt Klassik ist...Das kenn ich gut und hab mittlerweile damit umzugehen gelernt und selektiere deshalb eben mittlerweile, auch wann ich was spiele und wann ich was nicht spiele - so kommts mittlerweile auch vor, dass ich auf Treffen bestimmte Stücke überhaupt nicht mehr spiele - je nach Treffenteilnehmer.

    Was aber nichts daran ändert, das ich die Stücke nach wie vor gerne mag und die auch nach wie vor gerne spiele - nur halt nicht mehr vor jedem.



    Das ist richtig - und deshalb steht dir auch zu das Stück zu spielen und zwar so, wie du es spielen magst!



    Bei mir ists halt so, dass ich nicht besonders gut spiele und auch nicht besonders schnell spielen kann, aber eben ein Faible dafür habe am Ton rumzufeilen bis er so kommt, wie ich mir das in dem Zusammenhang vorstelle. Da ich nicht besonders gut spiel kann ich auch nicht mit irgendwelchen technischen Finessen glänzen - das wird in diesem Leben nix mehr. Aber ich versuche immer mit meinen Stücken eine Geschichte zu erzählen, ein Gefühl zu vermitteln oder einen Eindruck rüberzubringen. Und aus dem Grund denke ich auch oft drüber nach, wie müsste das gespielt werden, welcher Klang passt hierzu am besten um den Eindruck dias Gefühl dem Zuhörer zu vermitteln, was ich erzählen will.

    Und eben anhand des Vortags in dem Konzert und er nachfolgenden Diskussion mit Morino47 und den anwesenden Dozenten kam ich zum Schluss, dass eben die Träumerei auf Akkorden nur sehr schwer, oder eben gar nicht so spielbar ist, so dass das Gefühlund der Eindruck vermittelt werden kann, wie ich das Stück kenne und empfinde.

    Kennen und empfinden ....

    Das ist aber auch ganz klar wieder ein Punkt wo ich einfach sagen muss, dass das ganz subjektiv ist.

    ich hab mit Klangutter mal eine Diskussion darüber gehabt, ob die Aria aus den Goldbergvariationen auf Akkordeon richtig vermittelt werden kann. Ich meinte ja, Klangbutter meinte nein. Es hat eine Weile gedauert, bis mir klar war, was für eine Klangvorstellung Klangbutter im Kopf hatte (nämlich auf Cembalo gespielt) und ich eben Streicher mir vorstellte. Seither weiß ich dass es von der eigene Vorstellung abhängt, ob man das Stück für tragbar hält oder eben nicht. Auf der anderen Seite bin ich auch nach wie vor nicht damit zufrieden, wie das Stück bei mir klingt, weil ich den Klang nicht schaffe, den ich mir vorstelle.... weshalb ich das Stück auch noch wie vor nicht (vor)spiele.

    Und weil mir der Klang hier immer auch sehr wichtig ist, bin ich da wie eben Morino47 auch mitunter heikel, was ich für tragbar halte und was nicht.

    Aber weil ich auch weiß,. dass ich beileibe nicht der Maßstab bezüglich Akkordeonspielen bin und mir klar ist, dass man das so oder auch anders sehen kann, weiß ich dass das eigentlich nur für nicht gilt und kein andere sich nach meinen Vorstellungen richten solll geschweigen denn muss ... und spielen kann, was er mag und wie er es mag.

    -> drum lass dich nicht davon abhalten, dass ich Vorbehalte gegen das Stück auf Akko habe, denn ich bin nicht der Maßstab - spiel das wie du das magst. Das steht dir voll und ganz und ohne wenn und aber zu!:great:


    --- Beiträge zusammengefasst, 14.01.20, Datum Originalbeitrag: 14.01.20 ---
    ...dann würde schon eher ein Schuh draus! ...:D

    (merci für den Hinweis - habs auch schon geändert!:o)
     
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  17. Moricasso

    Moricasso Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.01.20   #17
    Das ist ein guter Ansatz.
    Hier im Video wird auch eine in sich stimmige, schlüssige Geschichte erzählt. Nur wahrscheinlich anders als bei Schumann, mit "Schwerpunktverschiebung". Ist ja auch ein komplett anderes Instrument. Und deswegen wird eine gewisse Offenheit vorausgesetzt, sich die Geschichte mal anders anzuhören.



    Es tut mir sehr leid, daß Ihr beiden Euch in dem Konzert "fremdgeschähmt" habt.
    Eure Erwartungshaltung wurde nicht erfüllt und darum konntet Ihr nicht hören, was der Musiker eigentlich sagen wollte.
    Schade.

    Jetzt verstehe ich, was Du sagen willst. Das finde ich spannend. Deswegen habe ich mir ein paar Pianoversionen auf YT angehört.

    Vergleich:
    Horowitz / LangLang

    Die Technik der verflüchtigenden Klänge meine ich bei LangLang zu erkennen. Tatsächlich fröhlicher, leichter. Echt spannend.
    Bei V. Horowitz finde ich das nicht wieder.
    Der Traum ist viel schwerer, keine Leichtigkeit.

    Hm.
    Ist das evt. abhängig vom Kulturkreis, mit welcher Schwere bzw. Leichtigkeit die Träumerei interpretiert wird?
    Aus welchem Kulturkreis stammte der erwähnte Musiker?
    Vielleicht war es ein kulturelles Missverständnis.

    Schön, daß Du das mit diesem verflüchtigenden Klängen erklärt hast.
     
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  18. maxito

    maxito Akkordeon-Mod Moderator HFU

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    Erstellt: 15.01.20   #18
    Fremdgeschämt hab ich mich da überhaupt nicht - ich fand nur die dargebotene Interpretation als nicht passend.

    Weiß nicht wie ich das besser erklären kann... Hänschenklein, Fuchs du hast die Gans gestophlen oder Alle meine Entchen werden oft auch hergenommen um aufzuzeigen, wie man mit Verschiebungen das Stück in eine ganz anderes Genre übertragen kann und dem Stück damit auch einen völlig andere Charakter geben kann. Das kann man alles machen und ist auch in sich stimmig... nur mitunter einfach nicht passend. Es hört sich mitunter an, wie genommen und mit Gewalt in ein anderes Korsett gezwängt. Und für mich hört sich das dann bisweilen eben an, wie wenn das Stück nicht in diesen Zusammenhang gehört, weils einfach (für mich ) absolut nicht passend klingt.


    Das kann durchaus sein, dass ich das schlicht nicht verstanden habe. Bei der Diskussion mit anderen anwesenden Dozenten wurden auch stets die Schwierigkeitsgrade in dem Stück hervorgehoben. Um die gings mir allerdings überhaupt nicht. Für mich war die erzählte Geschichte nicht stimmig. Kann also gut sein, dass ich den gemeinten Ansatz schlicht nicht verstanden habe, weil ich eine "Geschichte" erwartet habe, aber die technischen Finessen und Schwierigkeitsgrade im Vordergrund stehen sollten.


    Der Interpret ist deutscher Nationalität und Dozent an einer Musikhochschule.


    Das ist der Punkt, den ich auch mit Klangutter schon mal diskutiert habe und bei dem mir dann klar wurde, dass es entscheidend auch davon abhängt, welche Intention man selber erwartet und zulässt. Für mich hat die Träumerei einen anderen Charakter - und drum tu ich mich mit der in dem obigen Video vorgestellten Version eben sehr schwer.
     
  19. morino47

    morino47 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.01.20   #19
    Hallo zusammen,

    da ist ja eine lebhafte Diskussion entstanden.

    Ich hatte bei einem späteren Zusammentreffen mit besagtem Akkordeondozenten die Gelegenheit, das Träumerei-Thema anzusprechen. Er meinte lapidar, dass das nur ein Versuch gewesen wäre und er es nicht mehr machen würde. Das hatte sich für mich so angehört, als ob er einen musikalischen Irrtum eingesehen hätte.

    Dass hier kein Missverständnis auftritt. Ich gestehe jedem Musiker, ausdrücklich auch dem Amateurspieler, gerne zu, das zu spielen, was ihm persönlich gefällt, und es so zu spielen, wie es ihm gefällt. Und das auch ohne Rücksicht darauf, ob es anderen gefällt oder von diesen geschätzt wird.

    Ein davon getrennt zu betrachtendes Thema ist aber, ob die jeweilige Musik bzw. ihre Interpretation musikalisch etwas taugt. Der Bereich, wo man sich hierüber in Zustimmung oder Ablehnung einig sein kann, ist sehr weit - etwa von Händel bis Led Zeppelin. Ebenso sehr weit ist der Bereich, wo man wohlbegründet uneins sein kann - etwa bei experimenteller Musik.

    Wie schon weiter oben geschrieben bin ich mir völlig im klaren, dass Träumerei auf dem Akkordeon musikalisch nichts taugt. Und ich bin - aus dem Fenster gelehnt - überzeugt, dass ich mit dieser Meinung nicht zu einer Minderheit gehöre. Für mich ist es dann nur logisch, dass ich ein solches Stück nicht spiele.

    Wenn man das Akkordeonspiel pflegen(!) möchte, zu Hause oder öffentlich, dann gibt es sehr viel Literatur in allen Schwierigkeitsgraden, Originalliteratur und Transkriptionen, die auf dem Akkordeon gut klingt und musikalisch etwas taugt - zumindest nach wohlbegründeter Meinung für viele Spieler und Zuhörer. Also warum sich mit, mehrheitlich betrachtet, fragwürdigen Experimenten auseinandersetzen?

    Ja, die zunehmende Reife schleift einen rund, meint

    morino47
     
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  20. Klangbutter

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    Erstellt: 15.01.20   #20
    Um etwas besonderes zu machen und eine Nuss zu knacken, die noch keiner zuvor geknackt hat. :D
    Künstlerische Schöpfung ... ist immer auch Wagnis und Risiko und richtet sich nicht nach Mehrheiten.

    ... eigentlich ein Thema für Könner, denen alles inzwischen langweilig geworden ist.
    Aber wie war das nochmal? Amateure dürfen im Kämmerlein machen was sie wollen, in der Öffentlichkeit soll aber nur Etabliertes gespielt werden?
    Da stimmt doch was nicht ;)
     
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