*** Leider gibt es aber sogar in der gut gebildeten Schweiz aber einen grossteil Wähler, die gar nicht recht wissen über was sie abstimmen oder die sich ihre Meinung einfach bilden lassen. ***
Solche Wähler gibt es naturgemäss in allen Demokratien. Wer zu dumm, zu faul, oder zu uninteressiert ist, muss sich nach der Wahl eben den Spiegel vorhalten und sich sagen: "Du bist mitverantwortlich für den status quo".
Deine Einschätzung, dass es sich dabei um einen "grossteil" (= nach meiner Definition/Übersetzung "die Mehrheit") der Wähler handelt, teile ich nicht und kann das in meinem direkten Umfeld (Familie, Freunde, Bekannte) auch nicht feststellen. Im Gegenteil gibt es manchmal auch hitzige Debatten und dabei tauchen auch (Gegen-) Argumente auf, die nicht von der Hand zu weisen sind, weil sie schlicht Substanz haben.
Aber auch eine zu faule oder zu desinteressierte Minderheit ist nicht akzeptabel
(die "Dummen" lasse ich mal aussen vor..., wobei man auch endlos diskutieren könnte, ab wann ein Mensch dumm ist, was letztlich in die Philosophie -aber real-politisch nicht weiter- führt...).
Auf unserem Planeten kämpfen die meisten Menschen immer noch um ihre elementarsten Grundrechte und riskieren dabei oft auch ihr Leben. Wenn man sich diese Tatsache bewusst vor Augen hält und den Luxus einer halbwegs funktionierenden Demokratie geniesst, wäre -nein-
ist es dekadent und pervers, die gebotenen demokratischen Mittel nicht aktiv zu nutzen.
***
Nur leider fehlt mir mir auf dem "Fragebogen" oft die neutrale Antwortkategorie im Sinne von "Weiss nicht", "Mir egal" oder "Ich bin für die noch unbekannte Alternative." ***
Diese Antwortkategorie gibt es indirekt: Stimmenthaltung.
Wenn eine Stimmenthaltung das
bewusste Ergebnis von "Weiss nicht", "Mir egal" oder "Ich bin für die noch unbekannte Alternative" ist, stellt eine Stimmenthaltung n.m.M. ein durchaus legitimes politisches Mittel dar, denn man hat sich vorher Gedanken gemacht und sich informiert, ist aber dennoch zu keiner vertretbaren Lösung gekommen.
In einem solchen Fall halte ich eine Stimmenthaltung sogar für die einzig verantwortungsvolle und legitime politische Mitgestaltungsvariante.
RJJC
---------- Post hinzugefügt um 18:59:33 ---------- Letzter Beitrag war um 18:37:38 ----------
***
öhm, pardon, aber verstehe ich das jetzt richtig:
"die Amerikaner" besitzen "traditionell" Waffen, können damit aber nicht umgehen, sind verantwortungslos und potenzielle Verbrecher (bzw. nutzen ihre Waffen zu diesem Zweck).
"die Schweizer" besitzen "traditionell" Waffen, beherrschen selbige, gehen verantwortungsvoll damit um und würden niemals damit Verbrechen begehen.
Oder interpretiere ich Dich falsch?
Du überspitzt es polemisch

und wie Du das jetzt hier formulierst, habe ich das auch nicht geschrieben...
doch tatsächlich bin ich der Überzeugung, dass die Schweizer mit einem "ähnlichen" Pro Kopf/Waffenarsenal wie die Amerikaner, dennoch erheblich "friedlicher" mit diesem potentiellen "Gefahrengut" umgehen.
In meinem von dir zitierten post, hatte ich bei den 2-4 mio Waffenbesitzern und -anwendern bewusst die Jagd- und Kurzwaffen gar nicht einbezogen!
Rechnet man diese Waffen noch hinzu, könnte Europa fast schon Angst bekommen
Fakt ist, dass man in den USA ohne Ausbildung und "Kontrolle" (im weitesten Sinne) problemlos alles an Waffen erwerben kann (Voll-, Halbautomatik, Kurz- & Langwaffen, alle Kaliber etc.)
In der Schweiz haben alle Waffenbesitzer eine Ausbildung und "Kontrolle" absolvieren müssen. Und auch als Soldat, der sein Sturmgewehr zu Hause hat, kann man nicht ohne weiteres eine Kurzwaffe erwerben.
Ja, ich sehe durchaus Unterschiede in der Handhabung und dem Verantwortungspotential zwischen beiden Ländern.
RJJC