Schwierigkeiten beim notenelesen

von chaos_slayer, 14.02.12.

  1. chaos_slayer

    chaos_slayer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.12   #1
    hallo leute,

    ich möchte gerne eine studium im bereich musikwissenschaft beginnen. ich bin zwar in der lage noten zu lesen doch bereiten mir manche dinge noch schwierigkeiten. es sind meist komplexere rhytmische zusammenhänge, die ich mir als anfänger in der notenschriftt schwer vorstellen kann, z.b wenn viele pausen oder punktierte noten auftauchen.

    wie kann mn solchde defizite verbessern bzw. gibt es entsprechende fachliteratur, mit der man sich durch übungen gezielt auf das notenlesen konzentrieren kann?
     
  2. turko

    turko Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.02.12   #2
    Ja. Partituren.

    Aber im Ernst ... flüssig und sinnerfassend Noten lesen lernen kann man (mMn) nur durch ... Noten lesen. Das ist eine pure Übungssache (abgesehen von einer genetischen "Neigung" dazu), genauso wie das wirkliche Lesen ... wichtig erscheint mir noch der Hinweis, daß das eigentliche Lesen nur die halbe Miete ist ... Du mußt lernen, Dir gleichzeitig das Gelesene vorstellen zu können ... als Klangvorstellung ...

    Das sage ich als einer, der erst sehr spät zur Sinnhaftigkeit der Notenschrift gefunden hat, und der selber noch immense Defizite in diesem Bereich hat ... :)

    LG, Thomas
     
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  3. klaus111

    klaus111 Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 14.02.12   #3
    Gerade das letztere kann man schulen, indem man die Partitur zu einem Stück vorauseilend liest und dann ständig die vorgestellte Musik mit der tatsächlich erklingenden vergleicht.

    Das kann heutzutage bequem über youtube-Videos (mit Partitur) geschehen.

    Vorteil: Man kann entsprechende Stellen sofort und beliebig oft wiederholen.

    Man fängt natürlich mit leichten und langsamen Stücken an. Im Lauf der Zeit haben sich Notenbilder/Pausenbilder so eingeprägt, daß man nicht mehr abzählen muß und auch die Vorstellungskraft der Klänge verbessert sich.

    Viele Grüße

    Klaus
     
  4. Claus

    Claus MOD Brass HCA Trompete Moderator HCA

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    Erstellt: 14.02.12   #4
    Ich nehme allerdings an, bei vielen Vorzeichen wird es auch nicht leichter... :D

    Ein möglicher Weg liegt durch die Beschreibung nahe: erst einmal Notenwert und Tonhöhe trennen und das Rhythmik-Verständnis auf Vordermann bringen.

    Das geht z.B. mit Gehörbildungsprogrammen wie Earmaster, aber sicher gibt es auch reichlich Online-Übungen.

    Die Königsdsiziplin zum Überprüfen der erworbenen Fähigkeiten wäre das Rhythmus-Diktat. Außer mit Earmaster geht auch mit irgendwelchen Youtube-Clips der bevorzugten Musikrichtung. Natürlich würde man sich dabei zunächst auf eine Stimme des Arrangements oder diverse "Grooves" aus Rock und Latin konzentrieren.

    Nur so zum Schnuppern zwei Lieblinge von mir, das First Circle Arrangement und einige andere von Bob Curnow durfte ich einmal spielen.
    http://www.youtube.com/watch?v=PF2Uf4T1PPk
    http://www.youtube.com/watch?v=aUYtWvavvYg
     
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  5. Murenius

    Murenius Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.02.12   #5
    Mir persönlich fiel es besonders am Anfang immer eher schwer Partituren zu lesen, daher weiß ich nicht ob das wenn man Probleme hat eine Hilfe ist (ausprobieren ;)). Was mir aber sehr geholfen hat sind zwei Sachen: Klavierspielen und Sequencer/DAW. Mit dem Spielen von Klavierstücken kam Stück für Stück das Verständnis für Notenstrukturen und irgendwann fiel es mir dann auch leichter diese in komplexen Zusammenhängen (Partituren) zu verstehen. Arbeiten mit einem Sequencer hat mir auch sehr geholfen, da man in Zweifelsfall einfach mal rhythmische Strukturen dort eingeben kann und sich anhören kann wie es sich anhört. Und dann kann man sie leicht verändern oder erweitern und hören wie diese feinen Unterschiede sich anhören.

    Disclaimer: ich mach das nur hobbymäßig, hab kein Musik studiert.
     
  6. moniaqua

    moniaqua Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 17.02.12   #6
    Üben. Spielst Du ein Instrument? Erarbeite Dir einfach viele, viele Stücke durch spielen "vom Blatt", halt durch Arbeiten mit Noten. Und höre sie erst an, wenn Du der Meinung bist, Du kannst sie, zum Vergleich.

    Wenn in einem Lied viel "Fliegendreck" und Synkopen sind, behelfe ich mir auch oft damit, dass ich knallhart die Zählzeiten als Striche eintrage. So erhält z.B. ein 4/4 Takt vier Striche; dann sehe ich direkt, wie die Noten im Verhältnis zu den Zählzeiten sind (die ich mitschnipse oder mit dem Fuß mitklopfe). Es gänge auch anders, aber so sehe ich es schneller.
     
  7. fiddle

    fiddle Thomann-Streicher-Service HCA

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    Erstellt: 18.02.12   #7
    Das ist aber schon ganz schön harter Stoff, wenn man rhytmisch einsteigen will.
    Ich habe 6/8 + 5/8 gezählt und da kommen sicher etliche Taktwechsel, wenn es
    zwischendurch außnahmsweise mal gerade wird.

    Ich liebe so ne Musik! Metheney kommt da auch direkt an auf der Seitenleiste.
     
  8. m4rt1n1989

    m4rt1n1989 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.03.12   #8
    es gibt verschiedene notenlesebücher in denen man das gut üben kann, oder du holst dir einfachn realbook ;P
     
  9. sausibausi

    sausibausi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.03.12   #9
    Also ich studier selber MuWi im 3. Semester und muss sagen: Außer im musiktheoretischen Teil brauchst du nicht all zu große Fähigkeiten im Notenlesen. Es reicht Violin- und Bassschlüssel, Altschlüssel für Bratsche vielleicht noch, Erkennen von Kadenzen und Akkorden. Damit schafft man das dann aber locker, vorallem weil du den Rest dann automatisch lernst. Ich hatte nen Komilitonen der hat im letzten SS seinen Bachelor gemacht und das ohne Notenlesen zu können. Wenn man will kann man sich auch durchmogeln, dabei entgeht einem dafür viel.

    Das ist schon viel zu detailiert, ich hab in meiner bisherigen Studienlaufzeit bis her noch kein Stück vorgesetzt bekommen, welches es rhythmisch wirklich in sich hatte.
    Da eine Rhyhtmusanalyse doch eher selten ist und es in den meisten Fällen um harmonische, strukturelle, formale Analysen geht, spielt da der Rhythmus eher eine untergeordnete Rolle (Vorhälte mal ausgenommen, allerdings nicht mit Doppelpunktierung ;))
    Wenn du mit Punktierten, etc Probleme hast, kann ich dir persönlich empfehlen, einfach den Rhythmus mit den Händen auf dem Tisch (wie die ganzen Tisch-Schlagzeuger das immer machen:D) zu klopfen. Klingt vielleicht primitiv bringt aber dann doch mehr als man denkt.

    Wenns um reines Notenlesen geht würd ich davon abraten, dann lieber wie moniaqua bereits sagte Stücke spielen, falls du ein Instrument spielst
    Wenns dann um Partitur lesen geht, gehen die Meinungen auseinander. Es gibt mehrere Bücher die einem Anleitungen/Tipps geben wie man eine Partitur "richtig" liest. Da hilft dann aber auch nur üben und fleißig Partituren lesen (viel. zuerst nur eine Stimme, 1. Geige eignet sich da meistens recht gut, dann viel. die Melodie...)
    Da gibts viele Möglichkeiten, kann dir auch leider kein Buch empfehln, da ich disbezüglich keins gelesen hab.
    Von einem Studienanfänger kann man dieses "Partitur lesen" mMn nicht erwarten, natürlich ist das toll, wenn man das kann, aber ich behaupte mal 95% aller Leute die sich mit Musik beschäftigen können dieses perfekte Partitur lesen nicht und ist auch nicht weiter schlimm.

    So hoffe konnte helfen und viel Spaß dann bei deinem angehenden Studium, falls du dich dafür entschließt:)

    Gruß
    Sausibausi
     
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