SCI Prophet REV2 vs. Novation Peak/Summit?

von gyrhead, 07.06.20.

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  1. gyrhead

    gyrhead Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.06.20   #1
    Hallo Zusammen,

    ich trage mich schon länger mit dem Gedanken einen mehrstimmigen "analogen" Synth zu kaufen, nun gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Geräten, die sicher alle ihre Stärken haben aber auch Unterschiede im Detail. Das Instrument sollte "analog klingende" Sounds gut abbilden können und eine möglichst einfache Bedienbarkeit und eine Nutzungsmöglichkeit sowohl für Studio als auch live haben.

    Super wäre, wenn Boardmitglieder, die beide der genannten Geräte besitzen, in Stichpunkten ihre Erfahrungen schildern könnten. Wo z.B. die Stärken/Vorteile der jeweiligen Synths liegen.
    Ich konnte bis dato leider nirgends einen direkten Vergleich oder Vergleichstest finden.

    Prinzipiell kämen auch Desktop-Varianten in Frage, und mir würden auch 8 Stimmen reichen. Damit kämen REV2 Modelle mit und ohne Tastatur in Frage, der Novation Peak und der Summit.
    Der Korg Prologue scheidet leider wegen einigen Einschränkungen aus, wie z.B. dem fehlenden Aftertouch.

    Eigentlich hätte ich es ja auf den Prophet 6 Desktop abgesehen, aber da schreckt mich der Preis doch etwas ab, gerade auch im Vergleich zu den REV-Modellen. Und bei der Tastatur-Version die 49 Tasten...

    Vielleicht gibt es noch weitere Alternativen?

    Herzlichen Dank für jedweden "Input", der mir bei der Auswahl helfen kann. :-)
     
  2. Martman

    Martman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.06.20   #2
    Also, wenn du mit "analog" den Sound amerikanischer 70er-Jahre-Vintage-Synths (Moog, ARP, Oberheim, Prophet-5) meinst, dann wage ich zu behaupten, ist der REV2 geeigneter. Der ist immer noch irgendwie ein "Prophet" und versucht, einigermaßen so zu klingen, wie er aussieht. Klar, er ist kein Prophet-6, aber wenn einer wie Jarre – der ja inzwischen auch viel Software einsetzt und trotzdem den Stall voller Vintage-Gear hat – den REV2 in höchsten Tönen lobt, kann das Ding so schlecht nicht sein.

    Im Vergleich dazu sind Summit und Peak englische Charakterköpfe. Die wollen nicht wie die alten Amis klingen und auch nicht wie die alten Japaner (Jupiter-8, anyone?). Mit dem Peak hat Novation im Prinzip einen ganz neuen Analogsound erfunden, und die Gene des Peak lassen sich, wenn überhaupt, nur zum OSC OSCar zurückverfolgen und auch das nur im digitalen Bereich. Peak und Summit klingen wie Peak und Summit. Keine Frage, die können durchaus geil klingen, wenn man auf den Sound steht. Der Peak ist längst ein Superbooth-Standard geworden. Aber sie haben eben einen ganz, ganz eigenen Sound, den man mögen muß und der an nichts erinnert, was vor Mitte der 2010er gebaut wurde. (Kann natürlich sein, daß das genau der Sound ist, den du suchst.)

    Von der Bedienung her sind REV2 und Summit beide ziemlich gut, wobei ich für mich selbst sagen kann, daß der Summit schneller "geklickt" hat als der REV2. Der hat so einen schönen stringenten und in sich schlüssigen Von-links-nach-rechts-Aufbau. Liegt aber vielleicht auch daran, daß ich schon zwei Novation-VAs hatte, bevor ich auf der 2019er Superbooth (siehe auch mein Impressionen-Post) erstmals einen Summit unter den Händen hatte.


    Martman
     
  3. Falcon030

    Falcon030 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.06.20   #3
    Als (mittlerweile) Summit-Besitzer, der davor lange Zeit mit dem REV2 geliebäugelt hat, melde ich mich auch mal zu Wort.
    Ich muss Martman Recht geben - der Summit ist kein echter Analoger - die Oszillatoren sind digital, insofern fehlt tatsächlich ein bisschen die Wärme eines "echten" Analogsynthesizers.
    Durch den dann aber folgenden analogen Signalpfad klingt er trotzdem wunderbar voll, die Filter sind klasse und sehr variabel, die Modulationsmöglichkeiten groß und die Effektsektion fantastisch (auch wenn ich zugegebenermaßen einen Flanger vermisse).

    Heißt, Du kannst auch klassische Analogsounds sehr gut nachbauen, allerdings wirst Du natürlich im direkten A/B-Vergleich einen Unterschied hören. Ob der Unterschied für jemanden, der nicht gezielt darauf achtet, im Bandkontext noch hörbar ist, möchte ich zwar bezweifeln, aber das ist auch eine Frage des eigenen Anspruchs und auch der Frage, welche Musik Du in welcher Besetzung spielen willst.
    Wenn Du mal bei Youtube nach "Summit Analog Obsessions" suchst, bekommst Du einen ganz guten Eindruck, wie analog Peak und Summit klingen können - wie gesagt, dem High-End-Fan mag es nicht reichen, aber für mich klingt das schon sehr gut.

    Der Synth kann außerdem Layer- und Splitsounds (ist dann immer noch achtstimmig), ist auf zwei getrennten MIDI-Kanälen ansprechbar, hat 2 Stereooutputs und einen Stereo-Input, mit dem man ein Audiosignal durch Filter oder die Effektsektion jagen kann.

    Die Bedienung beim Summit ist logisch aufgebaut, Du fängst links bei den Oszillatoren an und arbeitest Dich dann bis rechts zu den Effekten durch.
    Die Verwaltung der Hüllkurven durch Schieberegler finde ich (optisch) besser gelöst als die durch Drehknöpfe, allerdings erfordert eine exakte Einstellung gelegentlich schon mal etwas Fingerspitzengefühl.
    Die Verarbeitung ist sehr wertig - da wackelt und klappert nichts, allerdings gibt die Mittenrastung der Drehpotis gelegentlich mal einen Wert ungleich Null aus; da muss man dann mal das Poti etwas drehen, um es dann in die Mittenstellung zurückzubewegen.

    Ein paar Kleinigkeiten sind unschön gelöst, etwa die Programmauswahl (durchsteppen oder per Drehknopf anwählen); hier hätte ich mir bei 512 Speicherplätzen (aufgeteilt auf vier Bänke) doch irgendwo eine 10er-Tastatur gewünscht. Das Suchen nach Soundgruppen ist auch nicht ganz glücklich gelöst (will man z.B. nach Pads suchen, findet man immer nur in der gerade aktiven Bank), aber das ist insgesamt Jammern auf sehr hohem Niveau.

    Einen Sequencer hat er auch nicht, dafür einen ausgefeilten Arpeggiator. Die Tastatur ist für meinen Geschmack sehr angenehm bespielbar (ich nutze parallel einen Jupiter 80 und ein PC3K7) und hat natürlich Aftertouch.
    Der vor kurzem nachgereichte Wavetable-Editor (braucht aber Win10) ist dann noch das Sahnehäubchen.

    Und abgesehen davon - und hier wird es etwas irrational - ist der Summit für mich einfach der optisch schönste Syntehsizer, den ich je besessen habe (und ich hab etliche besessen...).

    Kurz: Ich würde jederzeit wieder sofort zum Summit greifen, gebe aber jetzt weiter an potentielle REV2-Besitzer, die sicher auch das ein oder andere Positive zu ihrem Instrument sagen können.
     
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