selbstgebaute, rechnergestützte Kichen- /Sakralorgeln

von DschoKeys, 08.02.16.

Sponsored by
Casio
  1. DschoKeys

    DschoKeys HCA Workstation (Yamaha) HCA

    Im Board seit:
    04.02.04
    Beiträge:
    2.537
    Ort:
    MG
    Zustimmungen:
    1.450
    Kekse:
    9.454
    Erstellt: 08.02.16   #1
    ausgelagert aus:
    Neues E-Piano, nur welches?
    McCoy
    (Moderator)



    So, um doch nochmal etwas Produktives zum Thema beizutragen: Eine relativ günstige und häufig verwendete Lösung für ein Doppel- oder Dreifach-Manual scheinen die Keystations von M-Audio zu sein (entweder die ältere Keystation 61ES oder die neuere Keystation 61 MKII; die Tastaturen sind wohl ganz ordentlich für den Zweck; eine Alternative ist das Behringer UMX610 oder andere Geräte, wo die Tastatur gefällt und inkl. Elektronik gut aus dem Gehäuse ausbaubar ist). Wenn man es ganz einfach haben will, stellt man die Tastaturen einfach übereinander und stützt das obere Gerät hinten nach unten mit irgendwas ab. Oder man baut eine Art "Gerüst":

    [​IMG]

    Oder wenn man es schöner haben möchte baut man Tastatur und Elektronik in ein selbstgebautes Holzgehäuse (hierbei muss man wohl für die "AGO-Spezifikation" (http://www.savetheorgan.org/kbase/ago_specs/agoconsole.pdf) am besten die vordere Tastaturlippe ein wenig kürzen). Die beiden ersten Bilder zeigen verschiedene Baustufen ein- und derselben DIY-Orgel (http://www.familjenpalo.se/vpo):

    [​IMG]

    Hier eine kleinere Variante, auch mit zweimal Keystation-Tastatur (http://www.organworks.co.uk/m-audio.html):

    [​IMG]

    So eine Keystation 61 ES kostet in den Kleinanzeigen 50-80 Euro, und ich finde, wenn man Orgel spielen möchte ist man mit zwei von den M-Audio-Teilen plus einem PC/Laptop mit Hauptwerk (Basic-Edition) o.ä. plus einem kleinen Audio-Interface (https://www.thomann.de/de/steinberg_ur22_mk2.htm) plus einem Behringer FCB-1010 (https://www.thomann.de/de/behringer_fcb_1010.htm) als Schweller- und Fußschalter-Ersatz deutlich besser dran als mit einer 88er-Hammermechanik mit irgendeinem Orgel-Sample für vergleichbar viel Geld. Wenn man dann noch eine schöne Holzkiste drumrumbaut: Umso besser! ;)

    Etwas komplizierter wird es dann beim Fußpedal: Fertige, geeignete MIDI-Pedale sind recht teuer; Alternativen wären kompletter Selbstbau oder die MIDIfizierung eines alten, originalen Orgel-Fußpedals. Anregungen finden sich hier: http://www.virtual-pipe-organ.co.uk/resources/

    Viele Grüße, :)

    Jo
     
    gefällt mir nicht mehr 5 Person(en) gefällt das
  2. hairmetal81

    hairmetal81 Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    20.08.12
    Beiträge:
    12.545
    Zustimmungen:
    9.956
    Kekse:
    33.696
    Erstellt: 08.02.16   #2
    Die Behringer FC1010 als 'Fusspedal-Ersatz' ist auch sehr kreativ gelöst.
    Da hat sich einer was einfallen lassen. :)


    :cool:
     
  3. DschoKeys

    DschoKeys Threadersteller HCA Workstation (Yamaha) HCA

    Im Board seit:
    04.02.04
    Beiträge:
    2.537
    Ort:
    MG
    Zustimmungen:
    1.450
    Kekse:
    9.454
    Erstellt: 08.02.16   #3
    Da hast Du etwas missverstanden! Nicht als Fußpedal-Ersatz, sondern (wie von mir geschrieben) als Schweller- und Fußschalter (Piston)-Ersatz. Ein selbstgebautes Fußpedal sitzt vor der Behringer-Leiste:

    [​IMG]

    Viele Grüße, :)

    Jo
     
  4. hairmetal81

    hairmetal81 Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    20.08.12
    Beiträge:
    12.545
    Zustimmungen:
    9.956
    Kekse:
    33.696
    Erstellt: 08.02.16   #4
    Ah, jetzt seh' ich's... - bei der Frontalansicht war das schön durch die Sitzbank verdeckt.

    Nett gemacht!
     
  5. PianoAmateur

    PianoAmateur Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    04.09.15
    Beiträge:
    575
    Zustimmungen:
    165
    Kekse:
    1.916
    Erstellt: 08.02.16   #5
    Meine Fresse! Da bekommt man ja Lust zum basteln und Orgel lernen, nur bin ich eine elektronische Null. Reizen würde es mich trotzdem irgendwie. Die kompletten Heimorgeln bei Thomann sind ja unerschwinglich, jedenfalls für mich.

    https://www.thomann.de/de/viscount_vivace_90_laminat_2.htm

    Andreas
     
  6. stuckl

    stuckl Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    18.04.07
    Zuletzt hier:
    20.08.18
    Beiträge:
    6.638
    Zustimmungen:
    558
    Kekse:
    2.460
    Erstellt: 08.02.16   #6
    Mein damaliger Realschul-Musiklehrer hat sich eine echte Kirchenorgel passgenau fürs Wohnzimmer anfertigen lassen, 100 000 DM, wenn ich mich richtig erinnere.
     
  7. DschoKeys

    DschoKeys Threadersteller HCA Workstation (Yamaha) HCA

    Im Board seit:
    04.02.04
    Beiträge:
    2.537
    Ort:
    MG
    Zustimmungen:
    1.450
    Kekse:
    9.454
    Erstellt: 08.02.16   #7
    Sooo kompliziert ist das alles nicht, würde ich mal sagen. Zwei von den M-Audio-Tastaturen samt Elektronik in ein schönes Holzgehäuse zu setzen sollte machbar sein. Gerade, weil das bei denen so einfach ist (und weil sie bei akzeptabler Tastatur sehr günstig sind), werden die ja so gerne dafür genommen. Strom sowie MIDI geht über ein einziges USB-Kabel. Die benötigten Schalter können über die integrierte MIDI-Elektronik realisiert werden. Ich finde die kleine, transportable Zwei-Manualige von weiter oben ganz schnuckelig:

    [​IMG]

    Und bei den Fußpedalen gibt es teilweise komplette Elektronik-Sätze, mit denen man z.B. ein günstig ersteigertes Orgelpedal midifizieren kann: http://www.ebay.de/itm/Orgelpedal-M...797230?hash=item3f5a972fae:g:er4AAOSwZ1lWcqM9
    Ansonsten könnte ich mir gut vorstellen, dass bei sowas wie Doppelmanualen/MIDIfizierung von Pedalen auch @FantomXR (www.keyboardmanufaktur.de) einige gute Tips anzubieten hat.

    Viele Grüße, :)

    Jo
     
  8. maurus

    maurus Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    08.10.10
    Zuletzt hier:
    3.08.18
    Beiträge:
    616
    Zustimmungen:
    137
    Kekse:
    1.539
    Erstellt: 08.02.16   #8
    Na, da muss er aber auch eine unbekannte Geldquelle gehabt haben... das Realschullehrergehalt wird dafür wohl kaum gereicht haben (auch nicht das durchschnittliche Gehalt eines Lehrers an anderen Schul- oder Hochschularten übrigens).
     
  9. DschoKeys

    DschoKeys Threadersteller HCA Workstation (Yamaha) HCA

    Im Board seit:
    04.02.04
    Beiträge:
    2.537
    Ort:
    MG
    Zustimmungen:
    1.450
    Kekse:
    9.454
    Erstellt: 09.02.16   #9
    Vielleicht hat er dafür das Haus um die Orgel herum verpfändet... :D

    Viele Grüße, :)

    Jo
     
  10. McCoy

    McCoy HCA Jazz & Piano Ex-Moderator HCA

    Im Board seit:
    28.04.05
    Zuletzt hier:
    20.08.18
    Beiträge:
    8.837
    Ort:
    Süd-West
    Zustimmungen:
    5.041
    Kekse:
    74.202
    Erstellt: 09.02.16   #10
    Mit Hauptwerk geht es auch groß: :eek: :cool:

     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
  11. hairmetal81

    hairmetal81 Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    20.08.12
    Beiträge:
    12.545
    Zustimmungen:
    9.956
    Kekse:
    33.696
    Erstellt: 09.02.16   #11
    :eek: :eek:


    Geiles Ding! :rock:
     
  12. Leslie710

    Leslie710 Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    31.08.11
    Zuletzt hier:
    26.03.18
    Beiträge:
    46
    Zustimmungen:
    9
    Kekse:
    318
    Erstellt: 10.02.16   #12
    Ich schreib mal meine Meinung (als Musiker, der von der Kirchenorgel kommt):

    Es gibt zwei Herangehensweisen an die Thematik der digitalen oder dann virtuellen Orgel:

    1. Konzentration auf den Klang, Purismus in der Gestaltung: Wer dies will, ist mit Midi-Tastaturen und Touchscreen gut bedient und kann Geld in PC, Soundkarte, Samplesets und Klangabstrahlung stecken.

    2. Wenn schon der Klang virtuell ist, soll die Umgebung in der Haptik so original als möglich sein. Entweder spart man am Klang und kauft sich eine fertige Digitalorgel, oder man gibt richtig Geld aus, lässt sich einen richtigen Spieltisch vom Orgelbauer und dann midifiziert bauen, und installiert hier z. B. Hauptwerk.

    Die dritte, abseits davon: eine sehr gute (und einmal als neue sehr teure) gebrauchte digitale Orgel kaufen. Ich muss mich hier nicht mit Software und Samples auskennen, habe mitunter aber auch guten Klang und ein naturnahes Spielgefühl (den Klang muss man in jedem Fall mögen).

    Jörg Glebes Projekt ist sicher eine Referenz im deutschsparchigen Raum, da wird so mancher fragen, ob bei den Kosten nicht auch 10 Register einer echten Hausorgel drin sind - auch das ist Ansichtssache: Platz, Wartung, Lautstärkenregelung, Flexibilität...
     
  13. DschoKeys

    DschoKeys Threadersteller HCA Workstation (Yamaha) HCA

    Im Board seit:
    04.02.04
    Beiträge:
    2.537
    Ort:
    MG
    Zustimmungen:
    1.450
    Kekse:
    9.454
    Erstellt: 10.02.16   #13
    Danke für den ergänzenden Post, @Leslie710!

    Ich wollte nur nochmal klarstellen, dass ich mich mit dem Thema Kirchenorgel eigentlich in keinster Weise auskenne. Die Situation in dem Ursprungs-Thread (im Digitalpiano-Unterforum) war ja die, dass man den Eindruck hatte, da möchte jemand ein Digitalpiano kaufen, um Kirchenorgel zu lernen. Zudem war das Budget eben nicht das größte. Von diesem Standpunkt aus hatte ich mich da als vollommen Unwissender ein wenig durchs Netz/durch die Foren gewühlt, um eine dem Budget entsprechende Lösung zu finden, die zumindest ein wenig authentischer ist als ein Digitalpiano mit 88er-Hammermechanik, ohne Fußpedal etc...falls ich da also unter Umständen auch sinnloses Zeug von mir gegeben haben sollte, bitte ich dies zu verzeihen... ;)

    Viele Grüße, :)

    Jo
     
  14. Leslie710

    Leslie710 Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    31.08.11
    Zuletzt hier:
    26.03.18
    Beiträge:
    46
    Zustimmungen:
    9
    Kekse:
    318
    Erstellt: 10.02.16   #14
    Sollte auch keine wirkliche Kritik sein.

    Ich würde sogar jedem, der sich für eine Orgel mehr von der klanglichen und somit orgelbautechnischen Seite interessiert und dem es weniger auf Spielpraxis ankommt, Hauptwerk- oder ähnliche Lösungen empfehlen!
    Nirgendwo sonst, außer am realen Instrument, bekommt man einen derart realistischen Eindruck - wo kann man bei uns eine französische 3manualige Orgel mit den Combinaison-Tritten etc. spielen (seltene, relativ stiltreue Neubauten wie Schlosskirche Chemnitz, Orgelmanufaktur Vleugels, mal unbeachtet)? Wo hört man eine Father Willis Tuba mal alleine, wo kann man Stunden mit Register ausprobieren verbringen?
    Die Vielfalt kann man sich selbst mit einer 49er-Midi-Tastatur erhören, und mir macht selbst das schon Freude! Adäquat spielen wird selbst bei 88er-Tastatur mit Keysplit und einem kleinen Midipedal schwer.


    Wierter Tip: Obgleich ich mich mehr als am Instrument interessiert denn mich an meiner ach so tollen eigenen virtuos-technischen Leistung selbst Ergözender sehe, lerne ich jeden Tag dazu, zuletzt durch das Studium der Youtube-Videos von Daniel Roth. Hier sieht man super, welche Möglichkeiten (manche sagen in Unwissenheit "Einschränkungen") eine Cavaillé-Coll z. B. mit den ganzen Einführungstritten oder dem in manchen Orgeln verbauten löffelartigen Schwelltritt, der eingehakt wird und nicht auf halber Strecke selbst stehen bleibt, hat. Wie gesagt, das alles ist bei einer Orgel abhängig von der bevorzugten Literatur, dem vom Organist bevorzugten Stil und Klangideal.
    Fragen gerne an mich - das ist schon meine Passion.
     
  15. McCoy

    McCoy HCA Jazz & Piano Ex-Moderator HCA

    Im Board seit:
    28.04.05
    Zuletzt hier:
    20.08.18
    Beiträge:
    8.837
    Ort:
    Süd-West
    Zustimmungen:
    5.041
    Kekse:
    74.202
    Erstellt: 10.02.16   #15
    Ich hatte ein paar mal bei kirchlichen Events in der Verwandtsachaft den Auftrag, die Orgel zu spielen, und da hatte ich MyOrgan (opensource Alternative zu Hauptwerk) zum Üben benutzt: Einfach 2 Keyboards übereinandergestellt, die ich sowieso hatte und per MIDI an den Rechner angeschlossen. Das hat mir schon sehr geholfen. Vor den Events konnte ich dann nochmal jeweils eine Stunde an die richtige Orgel und mich darauf einstellen.

    War natürlich nicht so gut wie ein geübter Organist, hat aber riesigen Spaß gemacht. :)

    Viele Grüße,
    McCoy
     
  16. Backstein123

    Backstein123 Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    11.12.07
    Zuletzt hier:
    8.08.18
    Beiträge:
    5.098
    Ort:
    Westwood
    Zustimmungen:
    1.122
    Kekse:
    32.071
    Erstellt: 08.07.17   #16
    Hey ich weiß, der Thread ist schon was älter, aber das Thema interessiert mich :)
    Und zwar hab ich einiges an fragen.

    Bei den 3 Manuale kann ich mir vorstellen, dass du über ein USB Hub in den PC gehst.
    Ich nehme an, dass Pedal (selbst gebaut?:great:) geht über midi ins UR22 und von da über USB in den PC?
    Jetzt Frage ich mich, wie hast du das mit dem Schalter unter der Klaviatur gelöst?
    (Ich hab gerade im Unterricht mit der Orgel angefangen und weiß die genau Bezeichnung leider nicht).

    Und wie kompliziert ist die Konfiguration in Hauptwerk? So dass die Software nicht beim Spiel über das Hauptwerk, dieses als Pedal erkennt. Quasi falsch zuweist.

    Weil die Idee ist ja mal klasse Wenn man nicht jeden Tag in die Kirche kann um die Füße zu trainieren.
    :great:

    Ich hab mir mal überlegt, so eine günstige Dr Böhm oder Johannus Orgel zu ersteigern, diese "ausräumen" und dann midifizieren um selbige in Hauptwerk zu nutzen.

    Ich wüsste jetzt nur nicht was die "günstiger" Alternative ist.
    Dabei muss das ganze primär nicht gut aussehen, ich brauche nur eine Möglichkeit das Pedalspiel sowie das mehrmanualige spielen zu üben.
     
Die Seite wird geladen...

mapping