Selbstständig machen. Was ist zu beachten?

von Nyne, 06.04.16.

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  1. Nyne

    Nyne Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.04.16   #1
    Hallo Leute ich hoffe hier paar Tipps zu folgendem Vorhaben zu bekommen.

    Mal angenommen:

    Ich habe ein Homestudio und möchte damit Geld verdienen. (d. H. Beats verkaufen, andere Künstler gegen Geld produzieren und eigene Produktionen verkaufen) und eben nicht mehr für ,,jo cool danke" arbeiten.

    Quasi so etwas wie ein Label gründen.

    Momentan sind wir eine Gruppe aus mehreren Künstlern. Sänger und Rapper die jeder ihre eigenen Lieder macht. Übertrieben gesagt Künstler die bei mit gesignt sind :p (sry weis es nicht anders auszudrücken)

    Dann gibts Leute die wollen nen Song oder mehr aufnehmen. Quasi Labelfremde

    Und Beats über z. B. Soundclick zum Leasen oder kaufen anbieten.

    Eigene Produktionen von mir selbst oder der Künstler meines ,,Labels" z. B. Per Amazon MP3 oder iTunes verkaufen.


    Wie sieht die ganze Sache am Ende aus? Wie läuft das mit Gewerbe, Steuer, GEMA und allem was dazu gehört.

    Wäre super wenn mir da wer helfen könnte ;)
     
  2. Signalschwarz

    Signalschwarz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.04.16   #2
    JEDEM (!) der bis dahin noch gewillt war deine Anfrage ernst zu nehmen und auch gutmütig über die Sache mit dem "Beats verkaufen" hinweggelesen hat, ist spätestens da klar geworden was los ist. :D

    Die Arbeit und das Tätigkeitsfeld eines Labels hat erstmal nichts mit der Arbeit und den Leistungen die ein Musikstudio erledigt/erbringt gemeinsam.
    --- Beiträge zusammengefasst, 06.04.16 ---
    Das beinhaltet auch, dass diese Personen in deinen Räumlichkeiten körperlich zugegen sind was bedeutet, dass Du einen Haufen Auflagen die streng reglementiert sind und ebenso streng kontrolliert werden erfüllen must, da Du einen halböffentlichen Raum schaffst der gewerblich genutzt werden soll und diese wirst Du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht stemmen können, weil dies mit einem beträchtlichen finanziellen Aufwand einhergeht.

    Das war mal ein Dämpfer, oder?
     
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  3. Nyne

    Nyne Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.04.16   #3
    Alles klar dann lassen wir den Punkt Label einfach mal weg. Und Nennen es Tonstudio.

    Ich werde ja nicht der einzige sein der so etwas macht und sich nen paar Euro nebenbei verdienen will.
     
  4. Signalschwarz

    Signalschwarz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.04.16   #4
    Aber nehmen wir mal an, Du würdest die Sache mit dem Aufnahmen erstellen weglassen und dich auf die Erstellung von Instrumentalen beschränken und wolltest das in Zeiten von Panama-Papers und der Erkenntnis daraus, dass jeder Wi***** die Gesellschaft bescheisst ganz ordentlich absichern und bei Vater Staat anmelden.

    Dann gehst Du einfach zum nächsten Gewerbeamt und meldest ein Kleingewerbe an. Das Finanzamt wird in Folge auf dich zukommen und dir eine Steuernummer vergeben. Da Du wahrscheinlich in den nächsten Jahren keine nennenswerte Einkünfte erzielen wirst, wird das Finanzamt wieder auf dich zukommen und dir mitteilen, dass deine gewerbliche Tätigkeit als Liebhaberei eingestuft wird und sie erstmal nix mehr von Dir hören wollen.

    Aber Vorsicht. Wenn Du ein Gewerbe anmeldest und somit selbstständig bist und gleichzeitig keinerlei andere Einkünfte durch eine berufliche Tätigkeit erzielst, dann wird auch deine Krankenkasse spätestens nach der ersten Steuererklärung auf dich zukommen und Dir mitteilen, dass Du in Zukunft und auch rückwirkend einen monatlichen Mitgliedsbeitrag in Höhe von etwas mehr als 4k€ zu entrichten hast. Diesen kannst Du nur mit einiger Anstrengung auf ca. 300€ drücken. Wenn Du vorher bei einem Elternteil mitversichert warst, ist damit natürlich auch Pustekuchen.

    Na, immer noch Bock?


    Achso ja, hier gibt's natürlich keine (steuer-)rechtliche Beratung, deswegen beziehen sich meine gemachten Aussagen einzig und allein auf den fiktiven Fall eines jungen Mannes der sein Glück in der Musikproduktion sucht. :)
    --- Beiträge zusammengefasst, 07.04.16 ---
    Auch dann greift der Punkt den ich noch nachgeschoben hatte und den Du deswegen evtl. übersehen hattest.
     
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  5. Nyne

    Nyne Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.04.16   #5
    Gut was ich in diesem Falle nicht erwähnt habe ist das ich natürlich einen Hauptberuflichen Vollzeitjob habe und diesen dafür auch nicht aufgeben werde, da ich immernoch genug Zeit habe nebenher Musik zu machen und das ganze sich ja eh nur auf nebenberufliches Taschengeld beschränken soll. Sorry das ich das nicht so richtig erläutert habe

    Ich bin mir auch sehr sicher das ich die Grenze von 17500€ p. A. Nicht überschreiten werde was doch laut Kleingewerberegelung dann eh steuerfrei ist. Ich denke das die Einkünfte sich noch weit unter 5000€ im Jahr bewegen werden.

    Kurz gesagt:

    Ich will Eig. Nur mit Service wie Recording/Mix/Mastering und dem Verkauf eigener Produktionen etwas Geld verdienen
     
  6. gug

    gug Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.04.16   #6
    Alles was, du einnimmst ist steuerpflichtig. Da hier keine Steuerberatung gemacht wird, googel doch mal einfach , welche 7 Einkunftsarten steuerpflichtig sind.

    Es ist ein Kleingewerbe, heißt aber nicht, dass es steuerfrei ist. Sondern der Gewinn wird auf dein bisheriges Einkommen draufgeschlagen. Du solltest also die Grundlagen der Buchhaltung können oder im ersten Jahr einen Buchhalter nehmen, der dir zeigt, wie was sauber zu buchen ist. Alle Schummeleien kennt das Finanzamt schon.
    Der Gang zum Steuerberater des Vertrauens ist Pflicht. Du willst ja auch wissen, wie du Kosten und Freibeträge absetzen darfst. Ob dein Finanzamt wegen Liebhaberei von dir nichts hören will, kann keiner sagen. Ich würde damit nicht rechnen.

    Und bei den Anbietern deiner PC-Programme solltest du erfragen, ob du sie gewerblich nutzen darfst.
    Ebenso Haftungsfragen klären, wenn einer bei dir über ein Kabel stolpert u.s.w.

    Es gibt preiswerte Kurse für Existenzgründer, in denen die Grundlagen der Buchhaltung und das Basiswissen der wichtigsten Gesetze in kompakter Form angeeignet werden können. Ein Musik-Forum ist dazu eher nicht geeignet.

    Ich weiß bloß, dass viele nicht wegen Mangel an Arbeit ihr Gewerbe aufgeben, sondern weil sie blauäugig die wichtigsten Grundlagen nicht kannten. So viel ist es nun nicht, aber wissen muss man das trotzdem. Aber nicht aus einem Forum.
     
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  7. Nyne

    Nyne Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.04.16   #7
    Was die Software angeht denke ich schon das man Cubase 8.5 Pro und Komplete Ultimate kommerziell nutzen darf.

    Und dieser Seite zur Folge sind Einnahmen bis 17500€ steuerfrei. http://www.kleinunternehmer.de/kleinunternehmerregelung.htm Oder verstehe ich das falsch?

    Ich mein es kann doch nicht Soooo ein Kampf gegen Windmühlen sein sich paar Euros Taschengeld dazuzuverdienen. Bin ich ja sicher nicht der einzige. Gibt auch sicher genügende die das ganze schwarz machen ohne Anmeldung und mit gerippter Software usw. Ich will ja wenigstens den ehrlich weg gehn ;)
     
  8. LoboMix

    LoboMix Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.04.16   #8
    Die Kleingewerbe-Einnahmen-Grenze betrifft nur die Umsatzsteuer, nicht die Einkommenssteuer. Bis zu dieser Grenze kann man freiwillig entscheiden, ob man Umsatzsteuer entrichten will oder nicht, darüber besteht eine Umsatzsteuerpflicht. Das mit der Freiwilligkeit klingt paradox, wer will sich schon gerne dafür entscheiden, eine Steuer zu entrichten. Aber zum einen wird die Umsatzsteuer auf die Rechnung aufgeschlagen (und muss dann extra ausgewiesen werden) und zum anderen kann man dann den Vorsteuerabzug geltend machen. Wer entscheidet umsatzsteuerfrei zu bleiben kann allerdings den günstigeren Endpreis anbieten und wenn man ohnehin nur in geringem Umfang Anschaffungen macht nutzt der Vorsteuerabzug nicht wirklich.
    Wer nach drei Jahren keinen Gewinn nachweisen kann, dessen Gewerbe wird vom Finanzamt als Hobby und Liebhaberei eingestuft mit der unschönen Kosequenz, daß man - eventuell auch rückwirkend - seine Ausgaben nicht mehr als abzugsfähig anerkannt bekommt und dann Steuern nachzahlen muss.
     
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  9. Nyne

    Nyne Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.04.16   #9
    Ok und was würdet ihr dann jemandem wie mir raten?
     
  10. gug

    gug Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.04.16   #10
    denkst du oder weißt du?

    ja.
    --- Beiträge zusammengefasst, 07.04.16 ---
    sich an kompetenter Stelle beraten lassen.


    Nein, ist es auch nicht. Die Grundlagen sind nicht schwer. Kurzer Lehrgang, oft nur einen Tag, und fertig. Z.B. IHK, ca 50 bis 70 € (je nach Inhalt und Umfang, aber vieles muss man für ein kleines Gewerbe nicht wissen). Aber Taschengeld ist es eben nicht, sondern ein Gewerbe.
     
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  11. Nyne

    Nyne Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.04.16   #11
    Grundlegend Is bei folgendem beispiel die Situation die selbe oder?

    Ich hab ein Album gemacht und will das verkaufen.
    Nicht mehr und nicht weniger
     
  12. mjmueller

    mjmueller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.04.16   #12
    Hallo,

    Brandschutz, Fluchtwege, Deckenhöhe, Versicherung, Toiletten, ....
    UU kommt dann die IHK und Du wirst zwangsweise Mitglied (da geht es natürlich nicht ums Geld, sondern nur um die Qualität :D)

    Allem, was oben geschrieben wurde, kann ich zustimmen. Noch ein kleiner Gedanke von mir als Ergänzung dazu:
    Wenn Du "Beats verkaufen" usw. betreibst, kommst Du vermutlich nicht um ein Gewerbe herum. Dann sind ab Umsatz X Mehrwertsteuer fällig (hat ja auch Vorteile, siehe "Vorsteuerabzug", hat aber auch Nachteile, siehe Buchführung).

    Solange Du Dich aber auf Dienstleistungen beschränkst, die als freiberufliche Tätigkeit durchgehen und durch (unregelmäßige) Honorare vergütet werden, musst Du meines Wissens nach kein Gewerbe anmelden. Solange Deine freiberufliche Tätigkeit, Deine abhängige Beschäftigung in Zeit, Umfang und Ertrag nicht übersteigt, werden auch keine zusätzlichen KV-Beiträge u.ä. fällig. Aber Achtung: hier würde ich mich noch mal bei der jeweiligen Kasse schlau machen (da habe ich mittlerweile mehrere "Modelle" erlebt, obwohl die geseztlichen Grundlagen gleich sind).
    Also zB Vorträge, Workshops, Seminare wären eine typische freiberufliche Tätigkeit ;)
    Und mein Lieblingsmodell, wenn ihr sowieso schon mehrere Leute seid (mehr als 9 wäre Voraussetzung): einen gemeinnützigen Verein gründen (mit Vorstand, Revisor usw.). Wu-Tang-Clan e.V. oder so :D
    Grüße
    Markus
     
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  13. gug

    gug Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.04.16   #13
    das ist keine Ergänzung, sondern steht oben schon: es ist Gewerbe und hat nichts mit "freiberuflich" zu tun. Ganz klar muss ein Gewerbe angemeldet werden.

    Die Idee mit dem gemeinnützigen Verein befremdet auch ein wenig, wenn es darum geht, mit möglichst wenig Aufwand auszukommen. Alle Ämter sitzen gerade beim gemeinnützigen Verein mit im Boot. Und einen Fehler darf man nicht machen, sonst wird es rückwirkend aberkannt. Was soll das also, wenn nach allen Erläuterungen so eine Frage kommt:
    wenn die einfache Kleingewerberegelung trotz Hinweisen nicht verstanden wird, ihn noch mindestens 6 Leute zusammen suchen zu lassen, eine saubere Satzung, Vorstand, Finanzordnung, Beitragsordnung u.s.w kreieren zu lassen und eine saubere umfangreiche Buchhaltung führen zu lassen?

    Wie man Verkauf von Beats oder Alben als gemeinnützig einstufen lassen kann, ist sowieso unklar.


    nein, das ist keineswegs ein Kriterium!
    Aber das will er ja gar sowieso gar nicht machen, sondern was verkaufen: eigene Alben und/oder Dienstleistungen. Ist weder gemeinnützig noch freiberuflich.Nicht mal im entferntesten Ansatz.
    Beispiel: ein Tierarzt ist ein Freiberufler, wenn er aber in der Praxis auch Tierfutter verkauft, ist er das nicht mehr. Ein Apotheker ist eigentlich ein freier Beruf, wenn er aber eine Apotheke hat, wo er natürlich was verkaufen will, ist er es nicht mehr.

    Machts doch nicht so kompliziert! Einfach Gewerbe anmelden und kein Wunschdenken mit komischen "Tricks". Das Gewerbeamt leitet es dann an Finanzamt , IHK, Berufsgenossenschaft und alle sonstigen Interessierten weiter, die melden sich dann.
    Grundlegendes Gesetzeswissen kann nicht schaden, es gibt kleine Kurse dafür. Und da das mehrere Stunden und ein wenig Geld kostet, wenn es vernünftig sein soll, ist eigentlich auch klar, dass 100 Zeilen in einem Musiker-Forum das nicht ersetzen können.
    (vielleicht gibt es ja Nebengewerbe- Existenzgründer-Foren?)
     
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  14. mjmueller

    mjmueller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.04.16   #14
    Hallo,
    Da will ich nicht widersprechen, aber Du hast offensichtlich den Subtext nicht erfasst ;)
    Grüße
    Markus
     
  15. gug

    gug Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.04.16   #15
    ah, ok! Nein, ist bei der Schriftform manchmal nicht so einfach!

    :D
     
  16. x-Riff

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    Erstellt: 07.04.16   #16
    Hi Nyne,
    ich habe mich mal ne Weile intensiv mit Existenzgründung beschäftigt und war auch mal in dieser Richtung unterwegs.

    Wenn Du das nebenberuflich machen willst, im Sinne von: Du hast einen Haupterwerb, den Du auch weiter verfolgen willst und der dafür sorgt, dass Du auf einer guten Grundlage stehst, kannst Du Dein ganzes Vorhaben schon wesentlich entspannter angehen. So habe ich jedenfalls Deine Grundsituation verstanden.

    Weiterhin: das, was Du nebenberuflich machen willst, folgt dem Muster: Warum nicht sein Hobby zum Geschäft machen bzw. warum da nicht mindestens zu Null rauskommen?
    Zumindest kennst Du Dich in dem, was Du da zum Geschäft machen willst, schon etwas aus, hast Kontakte, ein Grundequipment.

    So weit alles okay.
    Weiterhin verstehe ich Deine unterschiedlichen Fragen (beats verkaufen, Platte produzieren+verkaufen, Tonstudio vermieten, andere Bands produzieren) so, dass da einige Varianten zur Verfügung stehen. Auch das ist im Sinne einer Flexibilität nicht schlecht.

    Du merkst allerdings anhand der unterschiedlichen Antworten hier, dass die unterschiedlichen Tätigkeiten auch unterschiedliche Konsequenzen haben und somit eine bewußte Auswahl getroffen werden will. Ansonsten stehst Du entweder in einem Jahr noch so da wie jetzt oder hast Dich vielleicht schon vergalloppiert: zuviel investiert, das Falsche angeboten, Dir geht die Puste aus etc.

    Was aus meiner Sicht die ersten Schritte für Dich sind:
    > Schau nach Seminaren, workshops, Kursen für Existenzgründer. Da bekommst Du die Grundlagen mitsamt Komplettüberblick und Du wirst auf Dinge gestoßen, um die Du Dir vielleicht jetzt noch keinen Kopf machst, die aber wichtig sind. Wenn Du auf Angebote triffst, die nahe zu der Musikbranche liegen, umso besser, muss aber nicht sein. Nimm zunächst mal Angebote, die nichts oder wenig kosten.
    > Parallel dazu schaust Du Dich, falls noch nicht geschehen, auf WEB-Seiten für Existenzgründer um, da gibt es mehrere. Die Inhalte sind im Wesentlichen die gleichen, schau einfach, was Dir am ehesten zusagt. Es gibt da jede Menge Checklisten, Infos und sowas wie einen Businessplan, den Du Dir bitte gut zu Gemüte führst. Das ist der Kern, um den es geht - und wenn Du sowas nicht hast oder nicht ausfüllen kannst, ohne Dich bitte selbst zu besch***en, dann tritt erst mal drei Schritte zurück.
    = Du wirst erstens merken, woran Du alles denken musst, zweitens wirst Du ein Gefühl dafür entwickeln, ob und wo Du da Unterstützung bekommst bzw. brauchst und Du wirst merken, dass es einen gewissen Aufwand bedeutet, so was zu machen. (Sage ich später noch was zu.)

    > Parallel kannst Du bitte schon mal folgendes machen: Du hast "Kunden", die das, was Du tust, mehr oder weniger für umsonst bekommen haben. Schätze jetzt mal bitte realistisch (!) ein, ob und was die bereit wären, zu zahlen. Recherchier mal ein bißchen, was die Konkurrenz für vergleichbare Produkte und Dienstleistungen nimmt. Und leider bewegst Du Dich in einem Markt, wo sich auch Leute tummeln, die das, was Du quasi legal und offiziell anbieten willst, schwarz oder zu Dumpingpreisen anbieten. Die sind auch Deine Konkurrenten.
    = Du bekommst eine realistische Vorstellung von möglichen Einnahmen, denen zeitliche Aufwände (Deine Arbeitszeit) und Kosten (Anschaffungen und Investitionen, Raummiete etc.) gegenüberstehen. Du bekommst ein Gefühl dafür, in welchem finanziellen Rahmen sich das abspielen wird (Stichwort: Hobby/Liebhaberei versus Geschäft).

    Du bekommst darüber auch eine Vorstellung (und das ist sehr wichtig), dass bei einer nebenberuflichen Tätigkeit (egal jetzt ob gewerblich oder nicht) noch etliche Tätigkeiten hinzukommen, die Du vielleicht noch nicht auf dem Schirm hast: Rechnungen stellen, Dich darüber schlau machen, Bücher führen, Kunden akquirieren, Werbung betreiben, Angebote erstellen, Dich mit Gesetzen, Bestimmungen und Regelungen beschäftigen etc.

    Möglicherweise wird es an dieser Stelle schon etwas eng: Wenn die Arbeitswoche mit Arbeit draufgeht und ein Tag des Wochenendes mit den Tätigkeiten, die Du verkaufen kannst und mindestens ein halber Tag des Wochenendes mit Tätigkeiten, die Du machen musst (siehe oben), aber für die Du nichts bekommst, dann bleibt für Freizeit, Freundin, Familie etc. recht spärlich Zeit.

    Mag sein, dass das aber eh Dein Ding ist und Du nix anderes willst: Dann nichts wie näher ran und rein in die Realität (siehe die drei Schritte). Du wirst schlauer werden. So oder so. Bleibt gar nicht aus. Deine Entscheidung wird fundierter sein und Du wirst wissen, wovon Du redest.
    Und das ist auch gut so. Alle, die mit Leuten im geschäftlichen Bereich reden und handeln, gehen davon aus, dass die wissen, was die tun. Die stehen nämlich selbst dafür gerade. Alles, was Du jetzt umschiffst oder anderen überläßt, ist also etwas, das Dir später auf die Füße fallen kann.

    Übrigens: Es gibt natürlich Leute, die so etwas machen, was Du vorhast und die damit ganz zufrieden sind und gut damit fahren. Die haben sich alle mit dem oben Genannten befaßt, ihre eigenen Erfahrungen gemacht und sich dann entschieden.

    Herzliche Grüße und viel Erfolg!

    x-Riff
     
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