Signalführung / Audio Interface

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Martin1978
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Hallo Ihr,

ich spiele in einer Band mit 1 Schlagzeug, 2 Gitarren einem Bass und 4 Gesang.

Ich überlege gerade, mir ein Audio Interface (z.B. Tascam 1800) zu kaufen um evtl. Probemitschnitte oder Liveaufnahmen zu machen, um mich dann ein wenig mit dem Abmischen zu beschäftigen. Dabei bin ich auf ein paar Fragen gestoßen, vielleicht könnt ihr mir helfen.


Leider hat unser Mischer keine Insertbuchsen und auch kein eingebautes Audio Interface. Also schließe ich alles über das Audio Interface an und roote dann den "Ton" über das Monitoring (oder Line-Out) an das Mischpult oder Endstufe? Möglich?


Und wenn das geht, könnten wir das Mischpult ganz weglassen und z.B. die Hall-Effekte oder die Compressoren, Feedback-Killer (und alles was man sonst auch nicht braucht ;)) über die Software einmischen und direkt in die Endstufe schicken? (würde jede Menge an Verkabelung, Steckdosen, Netzteile ect. und Platz sparen)


Ggfs könnten man "Presets" erstellen und so die Effekte relativ schnell abrufen?


...die Fragen gehen weninger um das Aufnehmen, aber im Recording Forum treiben sich die Profis für Audio Interface-Angelegenheiten rum :D

Danke schonmal für die Hilfe
Martin

PS: Die Suchfunktion habe ich benutzt, aber falls die Themen doch schon behandelt worden sind ... Verzeihung
 
Eigenschaft
 
Das Tascam 1800 hat nur 8 Mic-Preamps + 4 Line Inputs, nur 4 Outputs.
kauf dir ein Mischpult mit 16 Eingängen + 4 Aux und Direct-Outs und ein Audio interface mit 16 Eingängen... nur alleine mit dem US-1800 schauts schlecht aus!
 
Im Prinzip kann man PC+Interface als Mischpult nutzen. Was theoretisch immer geht: Per Softwaremonitoring. Da seit ihr vollkommen flexibel und habt dann ein Mischpult, was deutlich mehr kann als ein einfaches Mischpult. Also man routet ja sowieso alles in der Aufnahmesoftware so, dass ein Eingang auf jeweils eine Spur geht. Dann aktiviert man in jeder Spur das Monitoring. Nun kann quasi das Mischpult der Aufnahmesoftware als Live-Mischpult nutzen - samt allermöglichen Effekte, die man da reinbringen kann.

Problem bei der Sache: Man hat theoretisch eine gewisse Latenz und der Rechner wird stark belastet. Aber ich kann so nicht einschätzen, wie groß das Problem ist. Weil das eben vom Interface, Rechner, Anzahl und Art der Effekte etc. abhängt, ob man das mit unhörbar niedrigen Latenz hinbekommt.

Eine andere Möglichkeit wäre, das ganze per Hardware innerhalb des Interfaces zu löse. Es ist nämlich so, dass die meisten großen Interfaces ein Digitalmischpult integriert haben, welches per Software gesteuert wird. Das funktioniert auf jeden Fall stabil, latenzfrei und ohne Problemen. Aber da gibt es dann andere Probleme. Diese DSP-Mixer sind in der Austattung eingeschrängt. Bei den meisten kann man nur die Lautstärke und das Panorama der einzelnen Kanäle einstellen. Vollwertige Mixer (mit EQ, Kompressor, Effekten) gibt es meinens Wissens nur in den teuren Interfaces von MOTU und RME. Vor allem aber: Das Tascam us-1800 ist eines der wenigen Interfaces dieser größe, die keinen solchen DSP-Mixer haben :redface: (wobei sogar der kleine Bruder us-800 einen hat). Das ist in der Tat ein Nachteil an dem Gerät. Und das führt eben auch dazu, dass es nicht klappt die SIgnale einzeln rauszuführen. Weil dieses DSP-Mixing beinhaltet in der Regel auch ein Routing. Entsprechende Interfaces haben meist auch so viele Ausgänge wie Eingänge. Da kann man dann eben frei Einstellen, was aus den Ausgängen kommen soll. 1. das Signal vom Rechner, 2. das Ausgangssignal des Mixers (wo man dann eben Eingangs und vom Rechner kommende Signale beliebig mischen kann) oder 3. ein Eingangssignal. Mit Nummer 3 könntest du also das Interface quasi als Splitter für eine Nebenbei mitschnitt machen. Du stellst es also so ein, dass aus Interfaces Ausgang 1 das Signal von Interface Einngang 1 liegt, an Ausgang 2 das von Eingang 2, an Ausgang 3 das von Eingang 3 usw. Du könntest aus dem Interface wieder ins Mischpult gehen, ihr könntet so spielen wie bisher, aber würdet nebenbei eine Mehspruaufnahmen machen.
 
Vielen Dank für Eure Anworten.

Um das nochmal kurz in der Zusammenfassung.
1) Der Gedankengang ein Audio Interface als Mischpult zu nutzen und gleichzeitig Mehrspuraufnahmen zu machen ist in der Theorie möglich. Ob das in der Praxis tauglich ist, hängt von den PC-Systemresourcen ab.

2)
Das Hardware mäßige routen über das Interface ist sinnvoller, weil es das PC-System nicht so stark belastet - innerhin werden da ja noch Mehrspuaufnahmen bearbeitet. Allerdings können dann 'im Livebetrieb' keine Effekte auf die Tonspur (die die in die Endstufe geht) gebracht werden. Es sei denn man mischt die Signale wieder wie unter 1. wieder über das Monitoring rein?


Mhmm dann ist die ganze Geschichte schon etwas blöd. Ich würde mit dem Tascam 1800 nicht gescheit wieder -selbst ohne Effekte- in das Mischpult über mehrere Kanäle kommen da der DSP-Mixer fehlt.

...und vermutlich gibt es auch kein Audio-Interface mit ~ 12 Eingängen (~8 XLR sollte schon sein) in der Preisklasse die einen DSP-Mixer haben....

Das scheint mir eine gute Lösung zu sein:
https://www.thomann.de/de/alesis_multimix_16_firewire.htm

...mal schauen, ob ich dafür soviel Geld ausgeben will - denn eigentlich wollt ich ja "nur live" aufnehmen, die anderen Ideen kamen erst hinterher.

Aber trotzdem Danke!
Vielleicht ist
 
Der Gedankengang ein Audio Interface als Mischpult zu nutzen und gleichzeitig Mehrspuraufnahmen zu machen ist in der Theorie möglich. Ob das in der Praxis tauglich ist, hängt von den PC-Systemresourcen ab.
Genauer gesagt nutzt man dann den PC und die Software als Mischpult. Das Interface hat damit eigentlich nichts zu tun, sondern liefert nur EIn- und Ausgänge. Letzttlich ist es in der Praxis vor allem ein Latenzproblem. Gerade beim Tascam hab ich aber schon mehrmals gelesen, dass die Treiber da nichts so gut sind, günstige USB-Interfaces generell etwas problematischer.

Das Hardware mäßige routen über das Interface ist sinnvoller, weil es das PC-System nicht so stark belastet - innerhin werden da ja noch Mehrspuaufnahmen bearbeitet. Allerdings können dann 'im Livebetrieb' keine Effekte auf die Tonspur (die die in die Endstufe geht) gebracht werden. Es sei denn man mischt die Signale wieder wie unter 1. wieder über das Monitoring rein?
Da hast du jetzt zwei Optionen zusammengeworfen, oder ich verstehe das nur etwas anders. Das eine ist das Mixen im Interface - wie gesagt bieten die meisten einen DSP-Mixer, also das Interface ist dann selbst wirklich ein Digitalmischpult, und ihr braucht kein anderes Mischpult mehr. Problem ist eben die schlechte Ausstattung dieses Digitalen Mischpults (zumindest bei den günstigeren Interfaces), also keine Effekte, nur Mischen der LAutstärke. Das andere wäre eben das Routen der Eingänge auf die Ausgänge. Dann würde das Setup etwa so funktionieren, als wenn ihr die Mikrofonsignal Splitten würdet, und jeweils in Interface und Mischpult gehen würdet. Nur dass das Splitten quasi im Interface gemacht wird.

Das Tascasm us-1800 hat nun weder einen Digitalmixer, noch die Möglichkeit Eingang auf Ausgang zu routen (dazu hat es auch einfach zu wenig Ausgänge).

...und vermutlich gibt es auch kein Audio-Interface mit ~ 12 Eingängen (~8 XLR sollte schon sein) in der Preisklasse die einen DSP-Mixer haben....
Das Tascam us-1800 ist zwar an sich das günstigste Interface mit 8 Mikrofoneingängen, hat aber sogar darüberhinaus noch 6 analoge Eingänge. Selbst die teureren haben alle "nur" 8 Mikrofoneingänge, alle weiteren sind Digitaleingänge (an die bekommt man mi entsprechendem gerät dann auch noch einige zusätzliche Mikros, aber kostet halt nochmal extra).

Das ist vor allem ein richtiges Schnäppchen (die UVP war auch mal viel höher). Selbst wenn man das als reines Interface betrachtet ist das günstig - und dann gibt es noch ein Mischpult dazu. Was habt ihr denn bisher für ein Mischpult? Acho, gerade für Liveaufnahmen hat das Alesis Multimix aber einen dicken Haken: Die Abgriff für die Aufnahme der einzelnen Kanäle ist leider hinter dem jeweiligen Kanalfader.
 
Ich verstehe.

Bei einer Live Aufnahme, müssen aber auch garnicht alle Signale bzw. Kanäle wieder raus aus dem Interface. Raus muss der Gesang, Basedrum, evtl. Snare/Hi Hat. (Zumindest bei unseren "Auftritten") Nicht wieder raus müssen die Gitarren und der Bass. Die müssen ja nicht unbedingt in die Endstufe.

Eigentlich brauch ich auch garnicht so viele Eingänge wie Ausgänge...nur die Möglichkeit zu routen um die einzelnen Kanäle wieder ins Mischpult zukriegen. Und ein Gerät mit 8 Mikro-Eingängen + 2 (oder mehr) Line-Ins.

Wir verwenden einen Dynacord (12 Kanäle mit XLR + X Line-In, glaub ich) 19' Rackmischer. Auf den 2-Aux-Wegen hängen die Effekte.

Läßt sich dasBehringer ADA 8000 routen? ...dann bräuchte ich nur noch eine Soundkarte/Interface mit ADAT Anschluss - versteh ich das Richtig?
 

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