Sikora: Quintfall

von Lenz, 18.02.06.

  1. Lenz

    Lenz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.02.06   #1
    Ich bin gerade bei meinem sikora auf seite 77 hängen geblieben.
    für nicht-benutzer: die akkordfolge geht so:

    Fj7 / D-7 / G-7 / C7 / D-7 / A-7 / Bj7 / C7

    (beispiel ist in F-Dur)

    jetzt bezeichnet er den wechsel von D-7 auf A-7 als Quintfall. Nach meinem bisherigen Verständnis folgt im Quintfall nach D(-7) G(-7). Bezeichnet man also mit Quintfall wirklich den 'Fall' um eine Quinte oder einfach die Quintverwandtschaft?

    Außerdem, was noch unklar ist: er deutet den ersten D-7 zur Tonikafunktion um (also nicht als VI. Stufe) und später deutet er D-7 und A-7 zur Tonikafunktion um.
    Warum bezeichnet er dann aber nicht G-7 als Funktionsumdeutung? G-7 wäre ja eigentlich die II. Stufe, aber er sieht es als Paralleltonart zur Subdominante (Bbj7), um die erweiterte Kadenz (I-IV-V-I) als Grundgerüst für diese Akkordfolge hervorzuheben.

    Vielleicht kann mir ja hier wer helfen. Danke.
     
  2. Houellebecq!

    Houellebecq! Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.02.06   #2
    Die Stelle finde ich auch etwas verwirrend. Soweit ich mich erinnern kann, ist das die einzige Stelle im Buch, wo er eine bloße Quintverwandtschaft fälschlicherweise als Quintfall bezeichnet. Was aber stimmt, ist, dass es sich um eine Funktionsumdeutung handelt (beides sind Tonikafunktionen)

    den Dm7 deutet er nicht irgendwie um, er gehört als VI-7 zu den Tonika-Funktionen, dieser Wechel ist das einzige, was sich in den ersten beiden Takten tut. Funktionsumdeutung heißt, dass man innerhalb einer der 3 Bereiche (T-Funktionen, SD-Funktionen, D-Funktionen) BLEIBT. Gm7 ist hier die II-7 und leitet eine 2-5-1-Wendung ein, die aber "überraschenderweise" im Trugschluss auf der Tonikafunktion Dm7 endet, anstatt auf der Tonika Fmaj7 bzw. Imaj7. Gm7 selbst resultiert aus dem Quintfall vom Dm7, beide Funktionen stammen aus unterschiedlichen "Bereichen", Gm7 ist eine Subdominantfunktion, Dm7 eine Tonikafunktion. Bb7 ist die parallele Dur-Tonart zu Gm. Beides sind Subdominantfunktionen und jeweils Bestandteile der beiden 4-5-1-Wendungen. Worin jetzt dein Problem dabei liegt, habe ich leider nicht so richtig verstanden.:confused:
     
  3. FrankS

    FrankS Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.02.06   #3
    Hallo Lenz,

    wo Du Recht hast, hast Du Recht. D-7 - A-7 ist natürlich kein Quintfall sondern nur eine Quintverwandtschaft. Um das Ganze schnell aufzulösen: Du hast einen der (leider immer noch vorhandenen) Fehler in dem Buch entdeckt, die - wenn der Verlag mitspielt - in der nächsten Auflage korrigiert werden. Woher ich das weiß? Darf ich mich als der Urheber der Harmonielehre vorstellen, über die Ihr da diskutiert.

    Ich möchte bei dieser Gelegenheit noch einen Dank loswerden. Mir war bis vor einigen Tagen gar nicht bewußt, wie oft mein Buch in diesem Forum Anlass zu Diskussionen liefert. Mich freut es natürlich sehr, dass ich mit dem Wälzer bei so vielen (offensichtlich im positiven Sinn) einen Nerv getroffen habe. Also - ein Dankeschön für die durchweg guten Rezensionen und für die Erkenntnis, dass man aus einem Buch doch den einen oder anderen Nutzen ziehen kann (wenn Ihr das Vorwort gelesen habt, dann wisst Ihr, dass ich da so meine Zweifel hatte).

    Ich werde die Beiträge in diesem Forum in Zukunft verfolgen (keine Drohung) und mich bei Bedarf auch melden. Wer Lust hat, konkrete Fragen an mich zu stellen, der kann ja einen entsprechenden Thread eröffnen. Ich kann nicht versprechen, dass ich auf alle Fragen antworte bzw. eine Antwort habe und (und für ausführliche Kommentare fehlt mir schlicht die Zeit) - ich denke aber, dass ich auf diesem Weg manche Unklarheit beseitigen kann.

    Frank Sikora
     
  4. Lenz

    Lenz Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.02.06   #4
    oh; der Meister persönlich.. ok, danke dann, dann kenne ich mich jetzt wieder aus. Vielleicht kann ich an dieser Stelle gleich ein kleines Lob und Dankeschön abgeben:
    Ihr Buch ist die beste Harmonielehre, die ich kenne, und ist zudem noch mehr als nur 'noch eine Harmonielehre'. Mich hat es bis jetzt schon in mehreren Bereichen als nur Musik beeinflusst, z.B. durch die vielen Denkansätze und Einstellungen in den Zitaten oder Ihrer Auffassung der Dinge.
    Außerdem eignet sie sich wunderbar als Motivationsfundament und weckt das, was andere Harmonielehren total vergessen haben: Neugier und Begeisterung.
    .. dann wirkt sie auch viel erwachsener, aufgeklärter und seriöser, da es in ihr beispielsweise auch Tonarten gibt, die nicht A-Moll und C-Dur heißen.

    Aber warscheinlich hören Sie das sowieso jeden Tag und es sind nicht mehr als Phrasen für Sie, trotzdem wollte ich Ihnen das einmal sagen.



    und an Hodgesaargh: danke, aber ich glaube ich bin langsam schon auf dem Weg, es zu verstehen. Muss das nochmal in Ruhe durchgehen..
     
  5. HëllRÆZØR

    HëllRÆZØR HCA-Harmonielehre HCA

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    Erstellt: 08.03.06   #5
    ...ich hab' auch noch einen kleinen Fehler entdeckt:
    S. 55 unten, HM7:
    Analog zu MM7 haben wir keine "4", sondern eine "b4" (enharmonisch verwechselte große Terz).
     
  6. Houellebecq!

    Houellebecq! Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.03.06   #6
    Skandal!
    war mir beim lesen nicht aufgefallen...
     
  7. Orgelmensch

    Orgelmensch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.03.06   #7
    Lustig...der Meister Himself...die Welt ist klein...:)
     
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