Nicht alle (auch das ist wieder so eine unnötige Aussage), aber gerne 2 solche Passagen, um zu zeigen, dass die Aussage falsch ist und du Rechts hast. Überzeuge uns.
Wen meinst du mit "uns"?
Diese von mir rhetorische Frage bezog sich auf die Zusammenfassung in meinem Beitrag #257 - und da werde ich in der Tat jetzt nicht nochmal die Einzelzitate der diversen Schreiberlinge hier anführen, weil das dann wirklich noch etwas von "Öl ins Feuer gießen" hätte, selbst wenn diese Aussagen/Diffamierungen ja nicht von mir sind, sondern die eigentlichen Verfasser zu tadeln wären.
Eine Wiederholung dieser Aussagen trägt allerdings so oder so nichts zur sachlichen Diskussion bei.
Solltest du aber (hoffentlich) die sachliche Kritik an der Verarbeitungsqualität von Gibson Gitarren gemeint haben, die ich angeführt und durch Aussagen des hier im Forum sonst so geschätzten und viel zitierten Gitarrenbauers Walter Kraushaar ergänzt habe, da kann ich natürlich nochmal auf zwei mir wichtige Punkte eingehen:
- Bundierung der Griffbretter und anschließendes Aufleimen auf den Hals (und nicht umgekehrt, was besser wäre - warum, habe ich bereits geschrieben) - dass das zumindest 2019 noch so gemacht wurde, siehst du in der Factory Tour von Premier Guitar ab 9:13:
- Klebender Lack am Hals - der Begriff "Sticky Neck Syndrom" (SNS) dürfte so manchem Gitarristen bekannt sein. Hier schreibt André Waldenmaier etwas dazu und hat auch gleichzeitig Tipps parat, wie man dem entgegenwirken kann:
https://www.gitarrebass.de/akustik-gitarre/klebriger-hals-einer-gibson-akustik/
Und nur nochmal fürs Protokoll:
Es geht hier nicht darum, Gibson zu bashen und auch der Myxin ist kein "Gibson Hasser".
Natürlich kann Gibson wunderschöne und gute Gitarren bauen (im Custom Shop), wenn Gibson das will.
Was viele hier nicht verstehen - oder nicht verstehen wollen - ist, dass ein Hersteller, der sich selbst dermaßen beweihräuchert und auf gut Deutsch gesagt auf seine Kunden sch**ßt (anders kann man sich auch solche Aktionen wie die Sache mit den Fake Bumblebees, bei denen vorsätzlich hübsche Hüllen um billige 5 Ct Folienkondensatoren angebracht werden, um diese dann im hohen zweistellen Dollarbereich verkaufen zu können nicht erklären), niemals niemals niemals etwas an den Fertigungsprozessen und der daraus resultierenden Qualität der Instrumente ändern wird, solange es die Kunden kaufen und sich keiner darüber beschwert.
Der Youtuber Jeremy Sheppard hat es ganz schön auf den Punkt gebracht anhand vorangehender JC Zitate:
"These quotes are about Gibson.
They are not about you, not about your development or your growth as a guitar player.
They are not about new guitar players coming in.
They are about Gibson being awesome and we should shut up and buy their guitars."
Auch der Youtuber Guitologist führt einige (bekannte) Kritikpunkte an - und wünscht sich zuletzt eine bessere Zusammenarbeit mit Youtubern (natürlich nicht ganz uneigennützig):
Ich persönlich sehe das etwas skeptisch, weil ich nicht (mehr) daran glaube, dass insbesondere Youtube Channels mit einer größeren Reichweite - die vermutlich in einem solchen Fall von Gibson priorisiert werden würden - sich trauen würden, ernsthafte Kritik an den Instrumenten zu üben wegen des Backlashes und einfach aus dem Grund, weil es dann keine weiteren Exemplare mehr zum Test geben würde und somit weniger Clicks.
Abgesehen davon würden die ohnehin nur handverlesene Exemplare erhalten.
Mir fällt auch auf, dass viele Channels mit wachsender Popularität, die einst durchaus kritischen Content hatten, mehr und mehr diese "Influencer" Züge angenommen haben und immer mehr zu einer Art virtueller Marktschreier mutiert sind.
All die "kleinen" Kunden, die sich (gerade auch jetzt in Corona Zeiten und mangels Verfügbarkeit in kleineren lokalen Musikläden) ihre Gibson Gitarren online kaufen und schon einige Exemplare retournieren mussten aufgrund diverser Mängel, wird man kaum wahrnehmen. Die großen Shops lassen kritische Rezensionen nicht zu und im Musiker Board bekommen es auch nur diejenigen mit, die hier reinschauen - sofern solche Diskussionen nicht sowieso schnell abgewürgt werden.
Und ich wette, dass sich einige nichtmal trauen, hier sowas zu posten, weil sie nicht "unangenehm" auffallen wollen.
Nochmal:
Nur wenn diese Unzulänglichkeiten angesprochen und auch angeprangert werden, wird sich irgendwann etwas ändern.
Ein kleines Beispiel:
Ich habe vor einigen Jahren, als Hughes & Kettner den Tubemeister 18 rausgebracht hat, immer wieder kritisiert bzw. in Beratungsthreads darauf hingewiesen, dass ich persönlich nicht finde, dass der Amp so sehr nach Röhre klingt bzw. etwas Steriles im Sound hat, das mir nicht so gefällt - ebenso, dass er kein echter Vollröhrenamp sei und ich es nicht so gut finde, dass er als solcher vermarktet wurde. Was hab ich mir dafür alles anhören dürfen... ältere Forumsteilnehmer werden sich vielleicht daran erinnern.
Irgendwann hat Hughes & Kettner selbst den Nachfolger (Tubemeister 20 (und auch das verbesserte 40er Modell) vorgestellt und SELBST gesagt, dass sie so manches verbessert haben im Vergleich zum Vorgänger und dass die neuen Amps jetzt noch mehr nach Röhre klingen - und das tun sie auch.
Den Support von Hughes & Kettner habe ich immer gelobt, ebenso schon zu Zeiten, als es noch gar keinen Tubemeister gab, den alten Edition Tube (20th und 25th Anniversary) empfohlen als günstigen und guten Amp (beim Gebrauchtkauf).
Es ging mir nie darum, eine Marke schlecht zu machen - und Hughes & Kettner finde ich insgesamt nach wie vor gut, auch wenn deren Amps nicht immer meinen Geschmack treffen.
Jetzt stellt euch mal vor, Gibsons JC würde sich morgen via Youtube Channel zu Wort melden und verkünden, man habe sich jetzt mal wirklich Gedanken darüber gemacht, wie man die Instrumente noch besser machen könne - und würde ab sofort die Griffbretter ohne Bünde erstmal aufleimen, dann abrichten, dann bundieren und würde darüber hinaus noch bei den Nicht-Custom-Shop Modellen einen neuen verbesserten Lack nutzen, der insbesondere nicht mehr zu dem Problem der klebenden Hälse neige würde.
Wer von euch würde sich dann hier im Forum positionieren und sagen "Gibson was soll der Sch**ß? Lasst gefälligst alles so wie es ist!"?
Das würde mich ernsthaft interessieren.
Wahrscheinlich würde man - wie beim Tubemeister auch - von denjenigen dann gar nichts mehr lesen...
Deshalb: Sagt den Händlern, dass ihr mit fehlerhaften Exemplaren nicht zufrieden seid, sorgt dafür, dass diese Kritik bei Gibson auch ankommt!
Und hört bitte mit dieser Herabwürdigung anderer Marken auf von wegen "die klingen aber nicht wie eine Gibson" - das ist doch Unsinn.
Es gibt nicht DEN Gibson Sound und nicht alle Les Pauls klingen gleich.
Selbst Slash, Gibsons Vorzeige Les Paul Spieler, hat das Appetite for Destruction Album nicht mit einer Gibson eingespielt, sondern einem Nachbau:
https://www.premierguitar.com/gear/the-legend-of-slashs-appetite-for-destruction-les-paul