Ja, eine zweite Tastatur hat schon Vorteile, die hier schon erwähnt worden sind, wie andersartige Tastatur, z.B. Waterfall, die besser zum Orgeln ist, oder leicht gewichtet für schnellere Synth Soli. Unbedingt notwendig ist sie vielleicht nicht, besonders, wenn man nicht wie ein Top40 Keyboarder relativ häufig die Sounds wechseln muss. Ja, man kann es auch wie Jacky organisieren, indem man halt Zeit, Grips und Arbeit in das Erstellen und Programmieren von ausgeklügelten Setups, Performances, Combis (wie sie halt bei unterschiedlichen Marken genannt werden) steckt. Für den Großteil der Songs kommt man sicher mit 88 Tasten ziemlich weit.
Letztlich kommt es auf die eigene Arbeitsweise an, wie und was man gewohnt ist bzw. bereit ist an Zeit für das Soundtüfteling zu investieren. Mit einer zweiten Tastatur ist man allerdings flexibler, hat zudem noch ein Backup, falls mal ein Keyboard ausfällt. Natürlich ist es auch eine weitere Investition, die Geld kostet. Nicht zu vergessen, der Aufwand für Transport, Aufbau, und zusätzliche Peripherie wie größerer Keyboardständer, ggf. Submixer etc.
Andererseits - Keyboardburgen sind Porno

...wobei ich da durchaus von mehr als zwei Boards rede. Aber wer will schon den Aufwand in Kauf nehmen. Braucht man heute auch nicht mehr, denn die Workstations sind seit langem in der Lage, mehrere Spezialisten, wie es sie früher ausschließlich gab, abzudecken.
Ich persönlich plädiere für zwei Boards am Set, wovon eins eine Klaviertastatur und das andere eine Waterfall-Tastatur hat. Auf viel Programmiererei hab ich auch keinen Bock, lieber auf zwei Boards unterschiedliche Sounds im schnellen Zugriff. So bin ich auch deutlich flexibler, kann auch mal schnell hier und da was neues probieren. Außerdem liebe ich Sessions, da muss man mal eben schnell verschiedene Sound verfügbar haben udn hat keine Zeit, sich erst Sets zu basteln.
Es müssen nicht beides Workstations sein, wie Tastendilletannt schon schreibt, sondern hier würde ich schauen, welche Sounds mir am wichtigsten sind, die ich durch eine zweites Board abdecken kann. In meinem Fall ist eine Orgel wichtig, daher hab ich ein Nord Stage Compact mit Waterfall als Zweitgerät. Da sind neben Orgel auch noch super E-Pianos und eine hervorragende Synth section drin, die zwar von einem analogen Leadsynth noch weit entfernt ist, und qualitativ eher auf dem Level einer Workstation liegt, dafür hab ich aber die Möglichkeit der Echtzeit-Beeinflussung, was bei so gut wie allen Workstations deutlich eingeschränkter ist.
Ein weiterer Vorteil einer Zweit-Tastatur ist, dass ich auch eine im Proberaum stehen lassen kann und die andere immer mitnehme.
Ich würde mir die Vor- und Nachteile gegenüber stellen.
Anfangen soltest Du aber sowieso mit Fragen: Welche Sounds fehlen mir? Welche Einschränkungen hab ich mit der Hammertastatur? Habe ich viele Songs, wo ich eine größere Anzahl an Sounds benötige?