Skalen, ich seh nicht mehr durch

von Spawn_Ric, 22.03.06.

  1. Spawn_Ric

    Spawn_Ric Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.03.06   #1
    Hallo Leute,
    ich beschäftige mich jetzt schon seit einiger Zeit mit der Theorie und bin auch ganz gut vorangekommen. Bloß irgendwie bleib ich grad ziemlich bei den Skalen und deren genauen Bezeichnung hängen und da es sich bei diesem Thema nicht gerade um unwichtiges Zeug (was es in der Musiktheorie nach meiner Meinung sowieso nicht gibt) handelt wollte ich fragen ob mir das jemand an einem einfachen Beispiel erklären kann. Mit Dreiklängen hab ich mich ja schon beschäftigt, mir gehts also wirklich nur um ein Beispiel bei dem es vielleicht klick macht :)
     
  2. Mico

    Mico Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.03.06   #2
    Wo genau hakt's denn, bzw. was ist dir noch unklar? Unterschiede zwischen Dur und Moll, unterschiedliche Mollleitern, Kirchentonarten?
     
  3. Spawn_Ric

    Spawn_Ric Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.03.06   #3
    Die Unterschiede zwischen Moll und Dur, übermäßig und vermindert sind mir schon klar. Bloß leider habe ich keine Ahnung wie man auf diese "Akkordsymbole" kommt. Ich versteh einfach nicht wie die sich zusammensetzen da es sich bei Skalen ja meist um mehrere Töne und nicht nur um drei oder vier handelt :(
     
  4. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 23.03.06   #4
    Verwechselst du skalen (tonleitern) und akkorde? Eine diatonische tonleiter besteht aus 7 tönen, ein dreiklang aus 3, die aber gleichzeitig erklingen. C-Dur kann die tonleiter oder tonart bedeuten, aber auch den C-Dur-akkord.
     
  5. HëllRÆZØR

    HëllRÆZØR HCA-Harmonielehre HCA

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    Erstellt: 23.03.06   #5
    Ich weiß immer noch nicht genau, wo deine Schwierigkeiten liegen,
    aber vielleicht hilft dir diese Anschauung:

    Dreiklang -> Pentatonik -> Tonleiter

    C-Dur: c e g c -> c d e g a c -> c d e f g a h c
    Halbtöne 0 4 7 12 -> 0 2 4 7 9 12 -> 0 2 4 5 7 9 11 12
    Intervalle: 1 3 5 8 -> 1 2 3 5 6 8 -> 1 2 3 4 5 6 j7 8

    a-Moll: a c e a -> a c d e g a -> a h c d e f g a
    Halbtöne: 0 3 7 12 -> 0 3 5 7 10 12 -> 0 2 3 5 7 8 10 12
    Intervalle: 1 b3 5 8 -> 1 b3 4 5 b7 8 -> 1 2 b3 4 5 b6 b7 8

    Eine C-Dur-Tonleiter ist also eine Tonleiter, die den C-Dur-Dreiklang enthält + weitere Intervalle.
    Die C-Dur-Pentatonik enthält auch den C-Dur-Dreiklang und ist in der C-Dur-Tonleiter enthalten,
    sie liegt also genau zwischen beiden.
    Das gleiche gilt natürlich für a-Moll.
     
  6. Spawn_Ric

    Spawn_Ric Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.03.06   #6
    Das hat mir jetzt schon weitergeholfen, danke:

    Ich nehm das jetzt aber anhand eines weiteren Beispiels (ihr braucht mir eigentlich nur zu sagen was es ist und warum):

    c - d - e - f - g - a - b - c

    Was ist das? Dur? Also als "Harmoniesymbol" ein einfaches C?

    a - b - c - d - e - f - g - a

    Was ist das? Welches "Harmoniesymbol" muss ich jetzt verwenden? Ich hatte mal herausgefunden das es sich bei dieser Übung um eine aeolische Tonleiter handelt.
     
  7. Mico

    Mico Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.03.06   #7
    Das ist die C-Dur-Skala, ein einfaches C bezeichnet den C-Dur-Akkord c-e-g. Eine-Tonleiter kannst Du in aller Regel nicht mit einem Akkordsymbol beschreiben. Das sind einfach zwei verschiedene Dinge.


    a - b - c - d - e - f - g - a
    ist die reine A-Moll-Skala, auch A-äolisch genannt.

    Das Symbol Am oder A- bezeichnet den A-Moll-Dreiklang a-c-e.
     
  8. Soriah

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    Erstellt: 23.03.06   #8
    Wenn du jetzt wirklich konkret die verschiedenen Akkordbezeichnungen meinst, dann könnt ich dir eine Liste mit einer gesamten Aufstellung schicken. Die ist leider als Datei zu groß, um sie hier hoch zustellen. Aber wenn du magst, dann schick einfach eine Kurznachricht samt emailaddy. :)
     
  9. Spawn_Ric

    Spawn_Ric Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.03.06   #9
    @Mico
    danke! Also wurde das bedeuten das die Harmoniesymbole nur eine etwaige Richtung angeben? Es handelt sich ja nur um Ausschnitte. Nimmt man denn dann immer die 1, 3 und 5 Note? Appropo: hat das nicht wieder was mit den Intervallen zu tun?

    @Soriah
    Danke für das Angebot, aber ich denke ganz so viele werd ich nun auch nicht benötigen :D
     
  10. Mico

    Mico Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.03.06   #10
    Normalerweise geben Akkordsymbole den Akkord eindeutig an. Ein einzelner (Groß-)Buchstabe bezeichnet immer einen Durakkord, also einen Dreiklang, der aus der angegebenen Note, der großen Terz und der reinen Quinte besteht. C bezeichnet also c-e-g. c-e ist die große Terz und c-g die Quinte. Bei D wäre es d-fis-a. Wie du schon vermutet hast, hat das tatsächlich sehr viel mit Intervallen zu tun. Ein einziger Halbton macht aus einem Dur-Akkord einen Mollakkord: kleine statt großer Terz. Cm wäre demnach c-es-g.

    Die Reihenfolge der Noten und die Anzahl der Verdopplungen ist übrigens relativ egal (solange man nur isolierte Akkorde betrachtet). Wichtig ist nur, dass der angegebene Grundton der tiefste Ton bleibt, d.h. auch c'-g'-e''-g-c''' ist ein C-Dur-Akkord. Falls ein anderer Ton im Bass liegt, erhält man eine Umkehrung (Sextakkord bei Terz im Bass, Quartsextakkord bei Quinte im Bass).

    Ein Akkord ist immer ein Tonleiterausschnitt, wobei die Tonleitern bei komplexen Akkorden sehr exotisch sein können. Ein Dur-Dreiklang kommt in vielen verschiedenen Tonleitern vor. c-e-g z.B. in C-Dur, F-Dur, G-Dur, A-Moll, D-Moll, E-Moll usw. Das ist u.a. die Basis der Funktionstheorie, bei der Beziehungen zwischen den Akkorden und der Tonart eines Stücks hergestellt werden.

    Wie du siehst, wird das ganze relativ schnell theoretisch und in so einem Forenbeitrag nicht leicht zu beschreiben...
     
  11. Phoibos

    Phoibos Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.03.06   #11
    Verwechselst du skalen (tonleitern) und akkorde? Eine diatonische tonleiter besteht aus 7 tönen, ein dreiklang aus 3, die aber gleichzeitig erklingen. C-Dur kann die tonleiter oder tonart bedeuten, aber auch den C-Dur-akkord.

    man sollte skalen auch als akkorde betrachten, was sie auch sind. man kann die einzelnen töne einer tonleiter zu einem akkord auschichten und einen akkord zerlegen.
     
  12. Günter Sch.

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    Erstellt: 26.03.06   #12


    Ich kann auch alle 7 oder gar alle 12 töne der chromatischen leiter gleichzeitig erklingen lassen, geschichtet oder in clustern, aber skalen sind melodisch, akkorde harmonisch (auch wenn sie dissonant sind). Wagerecht oder senkrecht, das ist hier die frage.
     
  13. whir

    whir Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.03.06   #13
    IMHO ist mit der Aussage gemeint, dass man jedem Ton einer Skala eine harmonische Funktion in Bezug auf den der Skala zugrundeliegenden Akkord zuordnen kann.
     
  14. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 26.03.06   #14
    Ich kann auch außerhalb jeglicher harmonischen funktion mit dem zur verfügung stehenden tonmaterial umgehen. Das tun komponisten hier seit über 100 jahren, andere kulturkreise von jeher und free jazz sowieso.
    Das festgezimmerte funktionale system ist ein kind des 19. jahrhunderts, beschränkt auf Mitteleuropa, eingeschleppt in die USA.
    Über die harmonik von "Horch, was kommt von draußen rein - -" sind viele bis heute nicht hinweggekommen.

    Und noch einmal: die töne einer skala erklingen nacheinander,, wenn sie nicht nur eine materialsammlung (ein "pool") sind, die eines akkordes gleichzeitig.
     
  15. Mico

    Mico Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.03.06   #15
    Es hat ja auch niemand was anderes behauptet. Nur wenn man quasi bei Null anfängt, ist es oft eben einfacher bei "Horch, was kommt von draußen rein" mit ggf. einfach zu erklärender Harmonik anzufangen, als gleich irgendwelche Jazzakkorde in den Raum zu werfen.

    Auch wenn Riemann heute vielleicht nicht mehr so angesagt ist und nicht auf beliebige Stücke angewendet werden kann, würde ich trotzdem nicht mit diesem etwas abwertenden Unterton darüber sprechen. Viele harmonische Zusammenhänge sind damit deutlich besser zu erklären, als z.B. mit der Stufentheorie.

    Auch dem kann ich mich nur bedingt anschließen. Die Töne eines Akkords müssen keineswegs gleichzeitig erklingen, denn sonst könnte man z.B. Bachs C-Dur-Präludium aus WTK I oder diverse Harfenmusik nur schwer harmonisch analysieren. Auch gebrochene oder arpeggierte Akkorde sind Akkorde.
     
  16. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 26.03.06   #16


    Wobei instrumentenbedingt mit der trägheit des gehörs gerechnet wird wie auch bei Alberti-bässen. Aber du hast ja recht, ich fange immer so einfach wie möglich an und versuche, nachfragen zu klären, ohne die sache komplizierter als nötig zu machen. Und dass man einfach anfangen muss, und millionen selig bei "stube/kammer/küche" mitschunkeln, ist auch richtig, sollen sie doch! Auch, dass ich lieber spiele als zu analysieren, was ich spiele, gebe ich gern zu. Va bene?
     
  17. jiveORB

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    Erstellt: 28.03.06   #17
    das ist nur bedingt richtig, sofern er die internationale schreibweise, wo das deutsche H ein B ist mein stimmt das, wenn er die deutsche meint und das B ein halbton unter H liegt ist das d-moll, bzw f dur
     
  18. Mico

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    Erstellt: 28.03.06   #18
    Davon bin ich mal ausgegangen.
    Wenn wir an dieser Stelle schon genau sind und mit "b" das deutsche b meinen, dann wäre die Skala a-b-c-d-e-f-g-a weder Dur noch Moll sondern A-Phrygisch.
     
  19. jiveORB

    jiveORB Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.03.06   #19
    da muss ich dir mal uneingeschränkt recht geben, jedoch wollte ich den threadsteller, da er offensichtlich nichtmal bei dur und moll durchblickt so überfordern
     
  20. Mico

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    Erstellt: 28.03.06   #20
    Du hast natürlich Recht. Aus dem gleichen Grund bin ich davon ausgegangen, dass mit "b" ein "h" gemeint sein muss -- man fängt ja wohl nicht bei den Kirchentonarten an...
     
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