C
cracked_copper
Registrierter Benutzer
- Zuletzt hier
- 23.02.26
- Registriert
- 01.07.11
- BeitrÀge
- 791
- Kekse
- 5.047
- Ort
- Wien
in Hinblick auf Ausarbeitung einer soliden Gesangstechnik an "kitzeligen" Stellen (StĂŒtze, Mundstellungen, Atempausen, etc.) und der Gesamtperformance (Pharsierung, Ăbervokalisierung, Hauchen, etc.)
Ich hab noch nie ĂŒber einen Workflow nachgedacht, aber ich denke, dass ich grundsĂ€tzlich zwei verschiedene Herangehensweisen am Anfang habe, nĂ€mlich je nachdem, ob ich ĂŒber den Song "stolpere" (ich höre ihn irgendwo, höre ihn dann meistens immer wieder, stelle fest, dass er eventuell cool zu singen wĂ€re und versuche mich daran) oder quasi von auĂen beschlossen wird, dass ich den jetzt singe (Band oder sonstige Konstellationen mit anderen Musikern).
Bei ersterem kenne ich den Song meistens ja schon (sehr) gut, weiĂ, was er fĂŒr mich emotional bedeutet, weiĂ, wo ungefĂ€hr was hingehört. Dann schnappe ich mir den Text und singe das ganze mal eher locker, um zu sehen, wie es mir generell damit geht. Kritische Stellen (heiĂt bei mir entweder Atmung oder Höhen) nehme ich mir fĂŒr ich alleine so lange vor, bis sie so klingen, wie ich das gerne hĂ€tte. Um das zu beurteilen (also ob es prinzipiell mal hinhaut), brauche ich keine Aufnahmen, die verwende ich dann fĂŒr den Feinschliff. Wenn alles technisch sitzt, bringe ich wieder mehr GefĂŒhl und Ausdruck hinein (da ich, wenn ich zuerst auf voller Emotion beginne, meistens eher stimmungesunde Dinge fabriziere
Alles in allem stecke ich im Moment noch sehr viel Arbeit in schwierigere Songs bzw. einzelne Passagen daraus, das kann schon mal eine Woche dauern. Liegt aber daran, dass die Technik tw. noch nicht zu hundert Prozent abrufbar ist bzw. war - wird aber von Woche zu Woche besser und damit auch dieser Prozess schneller. Bei zugeteilten Songs unterscheidet sich der Prozess nur am Anfang, da das Lernen von Ablauf, Melodie und Text noch dazukommen.
Die gesangliche Gesamtperformance ergibt sich fĂŒr mich irgendwie in dem Moment, wo ich GefĂŒhl und Technik wieder zusammenfĂŒhre.
Die sonstige Performance: ich stehe momentan tatsĂ€chlich vorm Handy und nehme mich selbst dabei auf, wie ich mit einem Mikro oder mikrofonĂ€hnlichen Gegenstand so tue, als stĂ€nde ich auf einer BĂŒhne, da ich zu der Erkenntnis gekommen bin, dass ich wohl sonst auf einer richtigen BĂŒhne aussehen werde wie ein verĂ€ngstigstes Ei. Wer glaubt, die eigene Stimme auf Band wĂ€re schon harter Tobak, sollte das mal probieren - sehr erhellend und danach ist einem fast nichts mehr peinlich

Mir ist das wichtig, da ich leider nicht zu den Performing-Naturtalenten gehöre, andere mögen so etwas nicht brauchen
Macht das eigentlich noch wer? Also in irgendeiner Art BĂŒhnenperformance ĂŒben in allem, was nicht direkt die Stimme betrifft? GrundsĂ€tzlich bin ich ja der Meinung, dass das sowieso am besten ĂŒber die Erfahrung geht (also nur ĂŒber tatsĂ€chliche Auftritte), aber ich mag nicht die ersten 10 Konzerte wie ein Honk aussehen

