Spieltechnikfrage: Als Gitarrist am Tasteninstrument

von DerBoTo, 17.07.19.

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  1. DerBoTo

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    Erstellt: 17.07.19   #1
    Mein Hauptinstrument ist und bleibt die E-Gitarre, aber in manchen meiner Kreationen hätte ich gern ein bisschen Tasten-Zusatz (Synth oder einfach nur Piano).

    Meine Frage an die Gitarristen, auf die das ebenso zutrifft: habt ihr eine gute Möglichkeit, wie man sich Akkorde für Begleitung zB von der Gitarre auf die Tasten übertragen kann?

    Ich tue es mir sehr schwer damit, die passenden Akkorde zu finden und umzusetzen. Vor Jahren habe ich mal angefangen mich damit näher zu beschäftigen, habe aber aufgegeben, weil es zu kompliziert wurde. Ich wollte nicht Klavier spielen lernen, sondern nur ein paar einfache Handgriffe für Untermalung. Ich weiß welche Töne auf den Tasten wo sind (muss bei manchen noch kurz überlegen), aber ich weiß nicht, was ich mit den Tönen anfangen soll. Wie ein Akkord auf der Gitarre aufgebaut ist, klingt es auf Tasten meistens nicht besonders (wenn ich die selben Noten spiele, beim Dreiklang zB). Ein Kumpel von mir spielt beides und zwar beides nah an Profi. Blöderweise kann er mir nicht erklären, was ich brauche, weil es für ihn, der seit er 5 ist beides spielt, selbstverständlich ist. Er versteht mein Problem nicht sozusagen und dann kommt immer sowas wie "da greifst du einfach so und danach so".

    Gibt es für die Tasten auch sowas wie "Barreakkorde" oder CAGE, also ein Schema, dass man beliebig verschieben kann? Ich weiß, dass es Akkorde gibt, hunderte, mir geht es um etwas, das man sich gut einprägen kann, absolut basic - für totale noobs. Lassen wir erstmal außen vor, ob es dann toll klingt, daran kann ich dann noch arbeiten. Aber ich suche einen Anfang um überhaupt was hinzukriegen, ohne nach jedem Akkord überlegen zu müssen wo die Finger als nächstes hinmüssen.

    Wahrscheinlich total die blöde Frage und die Lösung ist einfach, aber für mich ist das alles Hokus-Pokus und schwarze Magie. Irgendwie hats noch nicht geklickt und vermutlich werd ich mich schämen, wenn der Aha-Effekt eintrifft...
     
  2. soundmunich

    soundmunich Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.07.19   #2
    Bei mir ist es umgekehrt, aber ich lebe inzwischen in beiden Welten.

    Natürlich

    Ja, einen Gitarre klingt eben wie eine Gitarre und da ist auch die Dynamik der Saiten und des Anschlages/Zupfens beteiligt. Wenn das am Keyboard nachgeahmt wird, sollte es vergleichbar sein, brächte Dir aber nichts, weil Du das ja auf der Gitarre schon hast. Verschiedene Sounds sind eben mit unterschiedliche Dynamiken verbunden.


    Ja. Du musst letztlich die Halbtöne zwischen den einzelnen beteiligten Tönen eines Akkordes abzählen und dann kannst Du das über die Tastatur auch verschieben. Dein Problem ist wahrscheinlich eher, dass Du von der Gitarre her keine weißen und schwarzen Bünde kennst :D

    Das ist ganz einfach wie bei der Gitarre: Die Finger müssen auf/an die richtigen Tasten/Bünde. Auf der Gitarre hast Du das geübt (und verstanden), damit Du Dich zurecht findest und spielen kannst. Ohne Übung (und Verständnis: "(muss bei manchen noch kurz überlegen)" - ist das auf dem Griffbrett auch so?) wirst Du das auf der Tastatur nicht im selben Maß hinkriegen wie auf dem Griffbrett.

    Ehrlich gesagt liegt der "Aha-Effekt" schlichtweg in der Übung.

    Aber als praktische Hilfe: Verwende erst mal nur eine Tonart mit den entsprechenden Akkorden (womöglich auch erst mal nur die Grundakkorde mit drei Tönen). Also etwa D mit G und A - auf der Gitarre kannst Du das ja leicht auswählen. Dann überlege, was Du eigentlich als Keyboardanteil willst (Pad, Bass, Arpegio, …). Das bringst Du Dir dann für diese eine Tonart bei. Auf andere Tonarten kommst Du dann eben über das Transponieren. Und da simma wieda: Also "ÜBEN"

    (PS: wenn man einfach so mir nichts Dir nichts eine Keyboard-Begleitung ohne Kenntnisse und Übung hinbekäme, wären wir Keyboarder ja völlig überflüssig :rofl: - einer, der beide Welten kennt :prost:)
     
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  3. QuidProQuo

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    Erstellt: 17.07.19   #3
    Auf dem Klavier sind doch Akkorde viel einfacher zu finden als auf der Gitarre - schliesslich sind die Töne übersichtlich nach Tonhöhe sortiert :cool:

    Also würde ich nicht versuchen, die Töne von der Gitarre auf das Klavier zu übertragen, sondern nur die Akkorde nach Namen. Für mich klingt das so, als müsstest du dir noch ein wenig grundsätzliche Musiktheorie draufschaffen.

    Übrigens ist es für den Klang IMHO förderlich, nicht die Akkorde in ihrer Grundform hintereinder zu spielen, sondern zB. Umkehrungen so zu benutzen, dass nicht zu viel "Bewegung" in den hintereinder klingenden Tönen (Stimmen) entsteht.
     
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  4. soundmunich

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    Erstellt: 17.07.19   #4
    Ja, aber der Gitarrist hat keine weißen und schwarzen Bünde und das irritiert den Gitarristen beim Transponieren eines einmal gefunden Akkordes auf einer Klaviertastatur - ich kenne ja beide Welten, komme aber ursprünglich von der Tastatur her, musste also das Griffbrett der Gitarre verstehen lernen.

    Gitarristen kennen vielfach die Namen von Akkorden gar nicht ;) - nicht böse gemeint. Man hat einfach Griffe und mit denen rutscht man im einfachsten Fall den Hals rauf und runter. Dadurch fehlt of die Kenntnis von tonalen Zusammenhängen innerhalb von Oktaven (verschiedene Tonleitern) und Harmonien bzw. Harmoniefolgen - ebenfalls nicht böse gemeint.

    Ja, für den Tastenmenschen ist das "normal". Aber der "Neuling" tut sich erst mal leichter, wenn er eine konstante Fingerhaltung hat, und beim Pads- oder Grund-Bass-Spielen ist das erst mal schon ok, finde ich. Der Threadstarter will ja nicht wirklich Keyboards spielen lernen.
     
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  5. rmb

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    Erstellt: 17.07.19   #5
    das denke ich auch, man sollte sich am besten einfach an Grundton- große oder kleine Terz und Quinte halten.
    tja, da muss man das eben durch "Hören" wettmachen. Wobei ich sagen muss, das ich recht früh schon wusste, was ich da auf der Gitarre spiele.
    Ich für meinen Teil hab 1 1/2 bis 2 Jahre Keyboardunterricht gehabt, das war sowohl beim Keyboard als auch auf der Gitarre sehr hilfreich, was das Verständnis für Harmonien anbelangt. So ganz ohne etwas "Arbeit" wird es wohl nicht gehen, ist halt nicht so einfach, das mal eben neben der Gitarre auf einem anderem Instrument hinzubekommen.
    das wollen wir ja nicht;), trotzdem, ich hab es anders rum gemacht, (erst Gitarre, dann Tasten) und ich gebe dir recht, ohne Übung und eine gewisse Vertiefung in Tasteninstrumente wird es kaum funktionieren:rolleyes:.
     
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  6. B.B

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    Erstellt: 17.07.19   #6
    Ich denke auch , mangelnde Harmonielehre-kenntnis ist dein eigentliches Problem.

    Als vermittelnde Ebene könnte noch die Notenschrift agieren, wenn du die lesen kannst, wobei die natürlich am Klavier aufgebaut ist.

    Wenn du die beiden Welten miteinander verbinden kannst, hast aber am Ende viel gelernt. Auf dem Klavier ist , außer transponieren, fast alles logischer und einfacher, gerade Stimmführung erklärt sich eher von selbst...

    „einfach“ harmonielehre abchecken, alles andere führt letztlich zu nichts....

    Grüße B.B
     
  7. DerBoTo

    DerBoTo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.07.19   #7
    Danke euch schonmal für die Antworten.

    Letzteres ist das irgendwann-Ziel. Fürs erste wäre ich glücklich zB genau das gleiche spielen zu können.

    Ob die weiß oder schwarz sind spielt keine Rolle, es ist einfach (für mich) ein komplett anderes Instrument und - obwohl eigentlich simpel aufgebaut - schwer gedanklich umzusetzen.

    Ja, genau. Es ist ganz einfach :D Ne, verstehe schon was du meinst, aber irgendwo fehlt da bei mir eine Verknüpfung...

    Ohne Übung wirds nicht gehen und das weiß ich auch. Ich suche Tipps für den Anfang ohne Umweg übers Musikstudium, überspitzt gesagt.
    Auf dem Griffbrett muss ich (an manchen Stellen) nur überlegen, wenn ich den Ton benennen soll. Was ich spiele, weiß ich vom Gefühl her (inneres Ohr oder sowas).

    Ja, von "mir nichts dir nichts" war ja nicht die Rede. Und ersetzen will ich schonmal gar nichts, dafür würde ich dann doch den ganzen Weg gehen anstatt abzukürzen.

    Ok, das ist schonmal eine Idee.

    Mit "Akkorde nach Namen" wäre ich in etwa genauso weit wie ich jetzt bin. Ich weiß, wie ein C-Dur auf der Gitarre aussieht, auch für andere Saiteninstrumente, sag mir wie es gestimmt ist und ich sag dir wo die Finger hin müssen... aber auf Tasten fühle ich mich nunmal blind. Hilft da Musiktheorie? Ich habe mir EGitarre selbst beigebracht und habe mich diverser Hilfsmittel bedient wie Griffbilder, Skalen etc die das anschaulich darstellen, ohne zu wissen warum es so ist.

    Tatsächlich sind die Zusammenhänge (inzwischen) kein Problem mehr. Habe in den vergangen Monaten viel Theorie aufgearbeitet, was ich anfangs weggelassen habe und ein Grundverständnis ist vorhanden. Es liegt eher an der konkreten Umsetzung ins mechanische.

    Ohne Arbeit solls auch nicht gehen. Ich würde ja gern arbeiten. Ich brauche halt erstmal nen Anfang bzw. einen Weg anzufangen.

    Als ich den Eingangspost abgeschickt habe, wusste ich irgendwie schon, dass diese Antwort von dir kommen wird :D - nicht böse gemeint :prost: Meine Kentnisse in Harmonielehre wachsen zunehmend, seit ich angefangen habe, die Theorie hinter der Musik aufzuarbeiten (s.o.), aber bisher hat es mir nur geholfen zu verstehen "warum", aber nicht "wie". Wie gesagt, es liegt nicht daran, dass ich nicht weiß, was ich tun muss, es ist die Umsetzung ins praktische und hier suche ich einen guten Weg, nennen wir es mal Kompromiss, um das (für mich) nötige zu lernen und zu behalten ohne das Instrument komplett lernen zu müssen. Ich denk dabei an zB jemand der am Lagerfeuer sitzt und ein paar Griffe auf der Klampfe zupft, Spaß daran hat und dem das auch reicht, nur das zu tun - man muß dafür nicht Musiktheorie studiert haben oder wissen ob das jetzt die kleine oder große Terz war.
    Ja, wenn ich mal irgendwann darüber hinaus will, steht mehr Arbeit an, das ist klar. Und wenns mir Spaß macht und ich Bock hab doch Tasten zu meinem zweiten Hauptinstrument zu machen, dann geh ich gern in die Tiefe und grabe mir die Finger blutig. Aber an dem Punkt bin ich nicht und es steht in den Sternen, ob ich da mal irgendwann hinwollen werde.


    Um es mal zusammen zu fassen, ich weiß, dass es nicht ohne Übung geht und dass ein gewisses Verständnis vorhanden sein muss. Das ist nicht der Punkt. Aber was übe ich - stupide Akkorde kloppen und mich freuen bringts nicht, mir fehlt der Knackpunkt der es mit Gitarre verbindet. Nicht akustisch, sondern in gedanklicher Übertragung von Strukturen oder Mustern.
     
  8. Brazolino

    Brazolino Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.07.19   #8
    Ich hab' früher mal zwei Jahre Klavierunterricht gespielt, aber seit Ewigkeiten keine Tasten mehr unter den Fingern gehabt (außer - beruflich - die von meinem PC). Ich würde mal Folgendes probieren. Fang mal mit C-DUR an (nur weiße Tasten).

    Nimm die rechte Hand und lege den Daumen auf das C, den Mittelfinger auf E (zwei Tasten weiter) und den kleinen Finger auf G (nochmal zwei Tasten weiter). Das ist ein C-DUR-Akkord. Jetzt fang mal mit dem Daumen auf E an, Zeigefinger auf G, kleiner Finger auf C (4 Tasten weiter vom G aus). Das ist der gleiche Akkord, nur um zwei Töne nach oben verschoben. Dann Daumen auf G, Mittelfinger auf C und kleiner Finger auf E (die letzte Verschiebung/Umkehrung innerhalb dieser Oktave).

    Lass die Hand liegen wie sie ist, bewege den Daumen einen weiße Taste höher: A-MOLL. Nochmal zurück (C-DUR), nochmal höher (A-MOLL). Lass die Hand liegen wie sie ist, nimm statt dem Mittelfinger den Zeigefinger (gleiche Taste) und bewege den kleinen Finger vom E eine Taste nach oben: F-DUR. Bewege alle Finger eine Taste nach oben: G-DUR.

    Gehe wieder auf C-DUR zurück wie ganz am Anfang. Bewege alle Finger zwei Tasten nach unten: A-MOLL. Jetzt noch mal zwei Tasten nach unten: F-DUR. Jetzt alle eine Taste nach oben: G-DUR. Also die gleichen Akkorde wie ganz am Anfang - nur anders gesetzt.

    Gehe wieder zurück auf C-DUR (wir lassen die schwarzen Tasten einfach mal weg), wir wollen jetzt lauter DUR-Akkorde spielen. Bewege alle Finger eine Taste nach oben: D-DUR? Nein, nicht wirklich. Bei D musst du in der Mitte die schwarze Taste verwenden, dann klingt es richtig. Jetzt immer eine Taste nach oben gehen und ausprobieren, wie du auf DUR kommst. Hier mal kurz die Farben (W = Weiß und S = Schwarz), die "#" sind die schwarzen Tasten über den jeweiligen weißen.

    -------------
    C WWW
    --#### SWS---
    D WSW
    --#### SWS---
    E WSW
    -------------
    F WWW
    --#### SSS---
    G WWW
    --#### SWS---
    A WSW
    --#### SWW---
    H WSS
    -------------

    Wenn du geübt hast, die ganzen DUR-Akkorde zu spielen und auch ihre Umkehrungen beherrschst, kannst du das ganze Spiel mit den MOLL-Akkorden machen (oder gleichzeitig, einfach mal experimentieren). Später dann versuchen, Umkehrungen von Akkorden auf verschiedene Weise zu kombinieren. Dann solltest du schon ein ganzes Stück weiter sein und auch ein Gefühl fürs Klavier/Keyboard bekommen haben.

    Ich hoffe, das hilft dir ein wenig. Da ich alles aus der (fernen) Erinnerung geschrieben habe, korrigiert mich bitte, wenn ich was falsch gemacht habe.
     
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  9. B.B

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    Erstellt: 17.07.19   #9
    Schön wenn einem ein Ruf vorauseilt ;) Ja ich wiederhohle mich da beizeiten, aber ist ja auch von meiner Seite nicht böse gemeint, ich denke nur einfach das es richtig ist.



    nein, muss man nicht

    das schon, das wäre in der Tat nicht unwichtig.

    da besteht Gottseidank auf dem Klavier kaum Gefahr für die Finger ;)


    hier liegt imho eine weiterer Gedanklicher Fehler. Erstens, weil es schon Ziel sein sollte das ganze akustisch erfassen zu können. Eine Terz klingt wie eine Terz, egal vom einem Klavier oder einer Gitarre oder einem Saxophon gespielt. Du kannst also eine gedankliche zwischenebene rausstreichen und den Sound ohne "Muster" direkt indentifizieren. Zweitens ist das Übertragen von Mustern von Gitarre auf Klavier einfach nicht möglich. Du kannst also höchstens die Muster des Klaviers auch alle auswendig lernen.

    Was auf der Gitarre am leichtesten ist, nämlich sowas wie einen Akkordtyp (z.b. eben Bareé) einfach zu verschieben, ist auf dem Klavier nicht möglich. Du kannst hier nicht den gleichen "Griff" nehmen, sondern musst diesen etwas anpassen. Der Vorteil am Klavier ist der, das jeder Ton nur einmal vorhanden ist und sich die Struktur selbst wiederholt. Daher: Was in einer Oktave gilt, gilt auch in allen anderen. Das ist auf der Gitarre, wegen der Fucking-H-Saite ja nicht so.

    Ich würde dir insgesamt aber durchaus empfehlen das Thema anzugehen. Das Verständnis der Klaviatur kann für einen Gitarristen ungemein nützlich sein. Ich "denke" zwar auch komplexe Sachverhalte vom Griffbrett her, aber es gibt immer mal Situationen für die ich mich ans Klavier setzte. Ich mag das Klavier nicht sonderlich, aber man kann ihm seine nützlichkeit auch nicht gänzlich abstreitig machen.

    Wenn du jeden Tag ne Stunde übst, dann hast du das in einem Monat auf dem Level das du gerne hättest....

    grüße B.B.
     
  10. DerBoTo

    DerBoTo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.07.19   #10
    Ja, tut es in der Tat, sehr sogar! :great: Hab ein wenig so rumprobiert (heute leider keine Zeit um richtig zu üben) und es scheint irgendwo in irgendwelchen grauen Zellen anzukommen. Morgen wird weiter geübt. Danke! :great:

    Ruf hin oder her, dennoch schätze ich deine Meinung sehr. (Wie jeden konstruktiven Beitrag übrigens).

    Hier könnte man jetzt wirklich darüber diskutieren, ob das für das Lagerfeuerspielen wichtig wäre oder nicht - ich sage nein, aber mir ging es auch eher um den Vergleich zum Level, den ich (aktuell) anstrebe.

    Stimme dir zu, dass es insofern auf dem Klavier einfacher ist, dass es sich genau so wiederholt - ich mag die B Saite auch nicht :cool:. Aber ein Muster zu verschieben finde ich persönlich immer noch einfacher, als "etwas anpassen". Wie dem auch sei, hier ist bei mir viel Umdenkarbeit nötig, bin da mehr der visuelle Typ was lernen angeht. Das "etwas anpassen" ist aber lernbar und jetzt habe ich ein gutes Stück Input zum ausprobieren.
    Das bringt mich schonmal viel weiter und ja, auch die Harmonielehre wird weiter gepaukt.
     
  11. MS-SPO

    MS-SPO Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.07.19   #11
    Ja, hier eine handwerkliche: Lernen durch Gucken.

    Lade Dir Musescore 3 herunter von https://musescore.org/de/download/musescore.msi (einen Moment warten). Gibt's für fast alle Plattformen umsonst, nur die (ver-)Appleten müssen zahlen ...

    Sobald es läuft, legst Du ein neues Notenblatt an und fügst 2 Instrumente zu: El.Git als Tab und El.Git "normal" (wie Klaviernoten). Das folgende Bild zeigt Dir mehrere Möglichkeiten.

    1. Du gibst Deinen Gitarrengriff als Tabulatur ein, hier z.B. den C-Dur Akkord. Dazu musst Du die Taste "N" drücken, um N-oteneingaben zu ermöglichen. Das ist die Pflicht, nun zur Kür.

    2. Drücke Taste "P", so dass die Piano-Klaviatur eingeblendet wird. Wenn Du jetzt den Tab-Takt markierst (blaue Umrandung), dann siehst Du alle Noten der Gitarre ... auf dem Klavier.

    3. Alternativ: Kopiere den Tab (untere Zeile) in die Notenlinien (obere Zeile). Das wären dann die Noten.

    4. Schieb' alle Noten zusammen, also wieder durch "N". Dann siehst Du: Der C-Dur Akkord von der Gitarre leifert CEG CE als Noten. Das ist zufällig der C-Dreiklang, mit einer unvollständigen Wiederholung eine Oktave höher.

    Manche Gitarren-Griffe decken sich nicht oder nur teilweise mit den Klavierakkorden der reinen Lehre. Manchmal stimmen sie gut überein. Fast immer ist es am Klavier leichter, eine Akkord-Variation darzustellen, als auf dem Griffbrett. Beispiel weiter unten.

    MB-git-klav.png


    ~~~ Und nun das andere Beispiel. ~~~~~~~~~~

    In der oberen Zeile findes Du C-Dur, C-Moll (Cm) und die beiden Septimakkorde. Auf dem Klavier sehr logisch und darstellbar.

    Der zweite Takt kopiert diese Noten auf die Tabulatur. Du siehst, was ich meine? In dieser Tonlage sind diese Akkorde auf der Gitarre nicht unmöglich, aber vielleicht nicht die beste Wahl. Man wird also über die Lagen schieben und auch die eine oder andere Note fallen lassen (müssen).

    MB-git-klav-var.png

    Grüße und viel Erfolg, Michael

    P.S.: Musescore spielt's Dir auch vor, Du kannst ein MIDI-fähiges Instrument anschließen und darüber Noten eingeben usw. Schon schick und nützlich.
     
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  12. DerBoTo

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    Erstellt: 17.07.19   #12
    Sehr gut! Vielen Dank, auch das hilft mir weiter :great: Auch wenn der "übertragene Akkord" nicht optimal klingt, es hilft mir wenn ich sehe, was ich gespielt habe.
    Muss mir morgen wohl Getränke ins Musikzimmer stellen, wird eine längere Session :D Freue mich sehr voran zu kommen, dank euch :hail:
     
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  13. InTune

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    Erstellt: 17.07.19   #13
    Ich habe gut 3-4 Jahre Gitarre autodidaktisch mit Hilfe von Tabulaturen und Griffschemata, also als „Spielen nach Zahlen“ gelernt. Zum Glück habe ich schon da mit einem Freund gejamt, der sehr gut Klavier und Keyboard spielen konnte. Das hat mich so neugierig gemacht, dass ich mir selbst ein einfaches Keyboard besorgt habe und das war eine der besten Entscheidungen in meiner Karriere als Gitarrist, denn so habe zwangsläufig oder auch nebenbei die wichtigsten Grundlagen der Harmonielehre gelernt und das wesentlich leichter verständlich und anschaulicher als auf der Gitarre.
    Aha, Akkorde bestehen aus Intervallen: Grundton, Quinte und je nach Dur oder Moll, große oder kleine Terz.......

    Es macht absolut Sinn, sich als Gitarrist mit einem Klavier näher auseinander zu setzen, aber nicht auf dem Wege (wieder) nicht zu verstehen, warum da welche Taste gedrückt wird. Das ist schon beim Gitarrenspiel eher suboptimal, aber wegen der blöden „Unübersichtlichkeit“ des Gitarren Griffbrettes leider die oft übliche -da zunächst- viel einfachere Praxis.
     
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  14. DerBoTo

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    Erstellt: 17.07.19   #14
    Verstehe nicht ganz die Intention deines Posts aber:
    Da stimme ich auf jeden Fall zu. Mit Gitarre angefangen hab ich nach Gehör und erst sehr viel später gelernt, wie wichtig die Theorie dahinter ist. Nichts desto trotz bin ich um das anfängliche Gehörtraining echt dankbar. Ohne Theorie und Verständnis stösst man halt sehr schnell an Grenzen und behindert die Weiterentwicklung. Die meisten werden aber angefangen haben, weil es geil ist, nicht weil es theoretisch interessant ist. Und diesen Zeitpunkt zwischen "geil reicht" und "jetzt muss es irgendwie weitergehen" muß jeder für sich finden. Bei manchen sind es 3 Wochen, bei mir waren es mehrere Jahre.

    Und ehrlich: wenn ich die Zeit hätte, würde ich noch ganz viele Instrumente lernen wollen, mit allem drum und dran. Aber vom Hobby kann man nunmal nicht leben.
     
  15. InTune

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    Erstellt: 17.07.19   #15
    Ich habe aus der Frage herausgelesen: Wie kann ich die typischen bequemen „Methoden“ der Gitarre (Shapes, Transponieren durch Verschieben,...) auf das Klavier übertragen?

    Das macht jedoch aus meiner Sicht auch aus Lern-Effizienzgründen, nicht viel Sinn. Zu Verstehen warum, wie welche Akkorde auf dem Klavier funktionieren, bringt einen so viel beim Gitarren Spiel, dass ich da nicht den vermeintlich bequemen Weg gehen würde.
     
  16. mjchael

    mjchael Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.07.19   #16
    Ich kann nur empfehlen ein Lehrbuch für Klavier (oder gleich mehrere) durchzuarbeiten.

    Es ist ein anderes Instrument mit anderen Anforderungen, dass du bei 0 anfangen solltest.

    Du wirst nur schneller mit den Lektionen vorranschreiten, wie einer, der noch nie ein Instrument in der Hand gehalten hat.

    Das Übertragen des einen Instrument aufs andere, das kommt viel später dran.
     
  17. DerBoTo

    DerBoTo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.07.19   #17
    Übertragen, vielmehr aber ob es vergleichbares gibt:
    Sicher macht es mehr Sinn "wenn dann richtig" und mit Verstehen. Aber für "richtig" fehlt mir momentan und in naher Zukunft die Zeit und es sollte ja erstmal nur ein kleiner Einstieg sein. "Verstehen warum" ist großteils gegeben, wie ich bereits mehrfach erläutert habe, es geht um Praxistipps fürs Umdenken.
    Die Shapes der Gitarre sind nicht nur bequem, sondern auch praktisch für Anfänger: finde den Grundton auf der zB E-Saite und du kannst - Fingerfertigkeit vorausgesetzt - über die ganze Oktave jeden (einfachen) Akkord spielen. Sowas war gemeint.
     
  18. Brazolino

    Brazolino Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.07.19   #18
    Keine Ursache. Lass es langsam und entspannt angehen ... und viel Erfolg! :)
     
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  19. mjchael

    mjchael Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.07.19   #19
    Das Konzept bei Klavier heißt: fange bei einer Tonart an.
    Linksdie Quint-Oktavgriffe (entspricht den Powerchords) rechts die Akkordkadenzen.

    Dann arbeitest du dich die quintverwanten Tonarten weiter
    Zuerst C
    dann G
    dann D
    dann A
    dann E
    etc.
    Einige Songs wie beim Anfang der Gitarre mit einfachen Akkordfolgen und Rhythmen.

    Dannach Bassläufe

    Etc.
    So was wie ein Caged-System gibt es für Klavier nicht. Das gibt es nur für Saiteninstrumente.

    Aber fange einfach an. Es wird leichter als du denkst.
     
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  20. OldRocker

    OldRocker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.07.19   #20
    Hey,

    ...warum so kompliziert? Für was willst du Akkorde ausnotieren und dann noch Theorie draufschaffen? Natürlich gibt es ne Menge Musikarten wo das nötig ist, aber wenn ich mir den Titel des Threads (der ja eine Beschreibung dessen ist was du damit machen möchtest...) so angucke, dann habe ich die Befürchtung, dass die ganze Theorie und das ganze Notengedöns 5 mal so schwierig ist wie das was du eigentlich spielen willst.

    Eigentlich reicht es für Akkordbegleitung auf nem Tasteninstrument vollkommen aus wenn du weißt wo welcher Ton auf der Klaviatur ist.
    Dann kannst du davon ausgehend die Dreiklänge/Zweiklänge die benötigt werden zusammensuchen. Im Studio musst du ja nicht kompliziertere lange Parts am Stück spielen sondern kannst es dir einteilen, evtl. Bassläufe/Verzierungen darüber aufnehmen. So kann man sich in der Praxis durch ein Stück durch an "der Nase entlang" tasten...und lernen tut man dabei auch noch so einiges.

    Auf diese Art habe ich es bei schon so einigen Aufnahmen hinbekommen dass Zuhörer meinen da wäre jemand dabei gewesen der Klavier spielen könne...dabei war nur ich das...halt drei/vier mal übereinander. Dann noch vielleicht n Mellotron dazu und schon kommt die Frage "wer hat den da Keyboards gespielt?"...:D

    Also ich bin bei Keyboards im Studio eher der Ansicht: "learning by doing" ist wichtiger als Verkomplizierung durch Tasteninstrument-spezifische Musiktheorie-du möchtest ja jetzt Aufnahmen machen und nicht erst in zwei Jahren!?

    Gruss,
    Bernie
     
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