Inzwischen besitze ich selbst ein Exemplar dieser Gitarre. Bei meiner ist in der Halsposition nur eine Strat-PU-Fräsung.
Übrigens,
Fender selbst hat entgegen meinem vorherigen Post die Position der Tonabnehmer nie verändert. Dies ist nur bei dem einen oder anderen Fremdfabrikat der Fall.
Im Moment knobele ich an einer Schaltung, um die Gitarre vielseitiger zu machen. Sie klingt tatsächlich von Haus aus für eine Telecaster schon relativ "gretschig". Vor allem die Mittelposition klingt für mich irgendwie nach Filtertron-Humbucker, wenngleich hier der Abstand zwischen den beiden Spulen (Tonabnehmern) sehr groß ist, was man auch hört. In den Endstellungen des Dreiwegschalters wiederum ist das magnetische Fenster für einen Humbucker zu schmal. Auf den Gretsch-artigen Ansätzen möchte ich aufbauen und habe mir schon ein paar Umrüstteile (u. a. 4-Weg-Schalter) besorgt. Geplant sind folgende Schaltstellungen:
1.) Hals allein, Höhenblende aktiv
2.) Steg und Hals gleich laut, Höhenblende aktiv
3.) Steg lauter als Hals, Höhenblende aktiv
4.) Steg mit Serienkondensator zur Bassabschwächung, keine Höhenblende
Außerdem wird eines der beiden Potis als Push-pull-Poti ausgeführt, um in den Stellungen 1-3 einen zusätzlichen Lastkondensator ins Spiel zu bringen. Es wirkt also ähnlich wie ein Coil-split-Schalter, nur dass hier die Humbuckerklänge durch eine größere kapazitive Belastung simuliert werden. Eventuell schalte ich damit auch die Höhenblende ab, so dass sie nur im "Humbuckermodus" aktiv ist und die SC-Klänge brillianter klingen, als es serienmäßig der Fall ist.
Die Broadcasters und Nocasters sowie die ersten Telecasters hatten neben einem voreingestellten, sehr dumpfen Hals-PU-Klang nur die Stellungen 1 und 3, wobei in Stellung 3 der Hals-PU um rund 1 bis 6 dB leiser war als der Steg-PU. Die für meine Zwecke passende Dämpfung sowie die für den Lastkondensator wünschenswerte Größe möchte ich experimentell ermitteln und im endgültigen Aufbau durch Festwerte ersetzen.
Bei abgeschaltetem Lastkondensator sollten sich in den Stellungen 1, 2 und 4 möglichst Tele-ähnliche Klänge ergeben. Im "Humbuckermodus", in dem ja die Tele-Stegposition weiterhin verfügbar ist, möchte ich folgende Klänge erzielen:
1.) Ähnlich einem (Mini-)Humbucker in der Halsposition (zur Not entbehrlich)
2.) Ähnlich wie Hals-HB und Tele-Steg-TA parallel
3.) Ähnlich einem Filtertron in der Stegposition
4.) Ähnlich einer Telecaster in der Stegposition
Die erforderlichen Teile passen auch ohne größere Fräsarbeit in die Gitarre, was bei einem stufenweise veränderlichen Kondensator (wie dem C-Switch) ebenso wie bei einem vierpoligen Strat-Schalter nicht der Fall ist. Man muss sich natürlich ein paar Gedanken machen, wie man die klangbestimmenden Baugruppen der Gitarre (Hals-TA, Steg-TA, aus Höhenblende und zuschaltbarem Lastkondensator bestehende Klangformungseinheit) mit nur 2 Schaltebenen schaltbar macht, zumal ja mal ein Dämpfungswiderstand in Reihe zum Hals-TA liegt und mal nicht.
Die Schaltung habe ich mal aufgezeichnet, aber die Werte für die Widerstände, Potis und Kondensatoren müssen noch komplett überarbeitet werden. Den zuschaltbaren Lastkondensator habe ich noch nicht eingezeichnet; er wird entweder parallel zum Hals-TA oder parallel zum Tone-Poti liegen. Als Schalter dient wie gesagt ein Push-pull-Poti, wobei die Zeichnung nur normale Potis zeigt.
Wie man sieht, ist das Lautstärkepoti mit einem RC-Glied überbrückt. In den beiden mittleren Positionen liegt der Steg-TA am Schalter an, wobei der Hals-TA nur in der vorderen Zwischenposition (im Bild rechts) direkt mit dem Schalter verbunden ist, in der hinteren Zwischenposition aber über einen Serienwiderstand geführt wird. Damit dies die Höhen nicht unnötig dämpft, wird er mit einem Kondensator überbrückt.
Es gibt also ein Dämpfungsglied in Reihe zum Hals-TA, und zu dieser ganzen Konstruktion liegt die Klangformungseinheit parallel. In der vorderen Zwischenposition wird der eine Anschluss des Dämpfungsglieds mit dem Schalter verbunden, in der hinteren der andere, so dass nur in der hinteren Zwischenposition die Klangformungseinheit direkt mit dem Schalter verbunden ist, der Hals-TA dagegen über ein Dämpfungsglied. In der vorderen Zwischenposition ist es gerade umgekehrt. In der Halsposition schließlich liegt die Klangformungseinheit erneut direkt am Schalter an, denn hier stehen mir für diese und für den TA getrennte Anschlüsse zur Verfügung.
In der Stegposition schließlich kappt ein Kondensator die Bässe, und die ganze Klangformungseinheit ist abgeschaltet.
Nun habe ich allerdings vier Möglichkeiten, Höhenblende und Lastkondensator anzuschließen:
1.) Beides mit dem Hals-PU verbunden; in der hinteren Zwischenposition (Steg lauter als Hals) sind also beide über das Dämpfungsglied mit dem Schalter verbunden.
2.) Beides mit dem anderen Anschluss des Dämpfungsglieds verbunden; in der vorderen Zwischenposition (Steg + Hals gleich laut) sind also beide über das Dämpfungsglied mit dem Schalter verbunden.
3.) Höhenblende am Steg-TA, Lastkondensator am anderen Anschluss des Dämpfungsgliedes: In der vorderen Zwischenposition wird der Lastkondensator, in der hinteren die Höhenblende über das Dämpfungsglied geführt.
4.) Lastkondensator am Steg-TA, Höhenblende am anderen Anschluss des Dämpfungsgliedes: In der vorderen Zwischenposition wird die Höhenblende, in der hinteren der Lastkondensator über das Dämpfungsglied geführt.
Bin mir noch unschlüssig, welche der vier Möglichkeiten ich wähle. Eine andere Möglichkeit wäre es, einen Dreiwegschalter zu verwenden und das Dämpfungsglied in der Mittelposition zusammen mit dem Lastkondensator schaltbar zu machen. Ich würde dann Lastkondensator und Höhenblende "ganz außen" anschließen, also wie in Version 2, und hier wird ohnehin in der Halsposition das Dämpfungsglied überbrückt, wie auch im Bild ersichtlich.