Starke Probleme, Melodie zu merken

von Violin20, 11.03.19.

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  1. Violin20

    Violin20 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.19   #1
    Hallo,
    Ich tu mich total schwer mir eine Melodie zu merken.
    Ich bin an einer Musikhochschule und wir müssen uns 8 Takte merken und nachspielen am Klavier.
    4 Takte können manchmal schon lang sein für mich und dann noch 8 Takte zusammen fügen schaffe ich einfach nicht.
    Ich habe versucht mir bei Senzoku online School (online Melodie-Diktat) die einfachsten Melodien zu nehmen, zu merken und nachzuspielen.
    Es klappt einfach nicht und brauche wenn dann ewig dafür. Ich vergesse die anderen Teile dann immer wieder.
    Könnt ihr mir bitte Tipps geben, wie ich mein „Melodie-Gedächtnis“ steigern kann?
     
  2. McCoy

    McCoy HCA Jazz & Piano Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 11.03.19   #2
    Geht es um tonal gebundenen Melodien oder um Atonales?

    Evtl. klappt das besser, wenn man einen funktionsharmonischen Unterbau hat. Z.B. Melodie geht in 4 Takten von der Tonika zur Dominante, in den nächsten 4 Takten von der Subdominate über die Dominante zurück zu Tonika.

    Oder man versucht, sich Dreiklangsbrechungen, Tonleiterstücke, Vorhalte und Ähnliches zu merken. Mir hilft das immer sehr, wenn ich irgendetwas versprachlichen kann, dann prägt es sich besser im Gedächtnis ein: Z.B. Melodie beginnt in der Tonika mit einem aufsteigenden Dreiklang in der 2. Umkehrung, dann geht eine Tonleiter abwärts bis zur Terz der Subdominante, dann kommt eine kleine Sexte aufwärts usw. usf.

    Viele Grüße,
    McCoy
     
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  3. Palm Muter

    Palm Muter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.03.19   #3
    Spielst du sonst immer nach Noten?

    Als ich noch Posaune gespielt hab (wirklich immer nur mit Noten) hatte ich ähnliche Probleme, konnte mir keine 2 Takte auswendig merken. Hat auch den Hintergrund, dass Posaune nicht unbedingt das Instrument ist, dass man alleine spielt - und egal ob in der Musikschule oder im Verein, als typisches Begleitinstrument, dass nur mit anderen Instrumenten wirklich Laune macht, hatte ich wirklich immer Noten vor der Nase.

    Erst durchs Gitarre spielen ist mir aufgefallen, dass ich schon mit 12, als ich groß genug war, um von Bariton auf Posaune umzusteigen eines total verinnerlicht hab:
    Man lernt: "So, du hast jetzt einen Zug, keine Ventile mehr, wir fangen an mit Note x (war vermutlich ein F weil da der Zug ganz zu ist:rolleyes:), die ist da, Rhythmus lesen kannst du ja- versuchen wirs mal...".
    Nächste Note ist da am Zug, nächste da.... und wenn man als aufsaugfähiger junger Teenager, der sonst von Musiktheorie keinen Dunst hat übt, aber immer nur mit Notenblatt davor, gewöhnt man sich an, die Zugposition direkt aus den Noten abzuleiten- soll heißen: Für mich war wesentlich wichtiger, was die Noten an "Bewegungsarbeit" bedeuten als ihren harmonischen Kontext zu erfassen, war das Notenblatt dann weg wusste die Zughand plötzlich nicht mehr, wo sie hinwollte. Eigentlich logisch:o

    War aber auch kein Problem- hatte ja immer Noten vor der Nase.

    Bewusst wurde mir das eben erst Jahre später beim Gitarre spielen, weil die kann auf einmal mehrere Töne gleichzeitig spielen und je nach Lage gibt's bis zu 6 Möglichkeiten, einen bestimmten Ton zu spielen - da wird's mit dieser antrainierten "Notelesetechnik" etwas schwer. Zusätzlich kann man auf einmal Akkorde spielen und ich hab angefangen, mich mit der Theorie zu beschäftigen. Erst da wurde mir klar, dass ich auf der Posaune zwar ganz gut nach Noten SPIELEN kann, aber sie LESEN habe ich schwer vernachlässigt.

    Und heute weiß ich, dass das auswendig spielen mit der Posaune deswegen sowas von gar nicht und nie funktioniert hat :
    - Ich konnte mir Melodien merken, hab sie ja hunderte und tausende Stunden gehört
    - Ich konnte vom Blatt spielen, hab ich ja hunderte und tausende Stunden gemacht
    - Aber ich hab über all die Jahre keine 2h ernsthaft probiert, eine Melodie ohne Blatt zu spielen.

    @Violin20, passt das irgendwie auf deine Klaviererfahrungen?

    LG
     
  4. Violin20

    Violin20 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.03.19   #4
    Hallo @Palm Muter,
    Ich spiele seit ca. 12 Jahren Geige und immer nach Noten.
    Auch kein vorspielen-nachspielen mit Lehrern gemacht.
    Ich bin leider voll der „Noten-Roboter“
    Bei mir ist es beim Klavier spielen aber auch so, dass ich mir irgendwie die Noten und den Griff merke und nicht die Musiktheorie.
    Bei mir liegt das Problem eigentlich eher daran, dass ich die Melodie nicht in meinem Kopf behalten kann, wenn sie zu lang ist. Ich kann mir ein paar Takte merken auf die schnelle aber leider keine 8.
    Ich würde das gerne trainieren, also meine Merkfähigkeit, aber ich weiß nicht wie.
    Es fühlt sich eher so sinnlos und deprimierend an, wenn ich es so oft vorspielen muss am Computer bis ich mir es merken kann...und dann höre ich die nächsten 4 Takte an und hab die 4 Takte davor wieder vergessen...

    LG
     
  5. recordingguy

    recordingguy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.03.19   #5
    Du kannst versuchen beim hören der Melodie auf einer imaginären Tastatur mitzuspielen. Da könntest du dir über das "Muskelgedächtnis" dir das merken
     
  6. Claus

    Claus Brass/Keys Trompete Moderator HCA

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    Erstellt: 14.03.19   #6
    Es kommt sehr auf die Musik an, aber 8 Takte finde ich schon eine hohe Anforderung und das am Nebeninstrument.

    Für mich ist die effektivste Lernmethode eines Stücks bzw. der Melodie viele Male Hören, Mitsingen, mit Begleitung Singen, unbegleitet Singen.

    Mit der Übung wird das Vorgehen effektiver und man lernt das Nachspielen/heraushören besser und wird dabei schneller.
    Beim Lernen mache ich mir außerdem den harmonischen Ablauf klar, zumindest in groben Zügen.

    Gruß Claus
     
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