starkstrom beim verbindungskabel?

von gurke, 29.07.07.

  1. gurke

    gurke Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.07.07   #1
    hi,
    ich habe mal eine frage bezüglich des verbindungskabels zwischen topteil und box. was läuft da eigentlich für ein strom durch? ich hatte gedacht, da die box ja kein stromkabel braucht, dass da richtig viel strom durchfließt, damit das auch laut ist. stimmt das? kann mir das einer erklären?
     
  2. Bierschinken

    Bierschinken Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 29.07.07   #2
    Richtig, ein Boxenkabel überträgt Leistung und damit auch eine gehörige Portion Strom. Deswegen ist der Leiterquerschnitt bei Boxenkabeln eben auch deutlich größer als der von Gitarrenkabeln.
     
  3. gurke

    gurke Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.07.07   #3
    ok, dieser gedanke ist mir nämlich gestern eingefallen, als ich das verbindungskabel ausgesteckt habe und dann in eine andere box einstecken wollte. der amp war dabei noch an und ich habe aus versehen das kabel angefasst, also an dem stecker mein ich. ist das jetzt glück, dass ich nix gespürt habe oder fließt da nur strom durch, wenn auf der gitarre was gespielt wird?

    und wie stark ist der strom in etwa? so wie normaler hausstrom? welche spannung hat der strom?
     
  4. Bannockburn

    Bannockburn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.07.07   #4
    Also deinen Amp solltest du auch nicht ohne Last, sprich Box betreiben, also auf keinen Fall das Kabel rausziehen, wenn er noch an ist!
     
  5. stonedrocker

    stonedrocker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.07.07   #5
    auf dem boxenkabel liegt abhängig vom signal des amps spannung an.... d.h., wenn nix gespieltwird, ist da auch kaum ne spannung.... ist auch abhängig von der lautstärkeeinstellung....
    wenn ich daran denke, schreibe ich morgen mal,wieviel strom (exemplarisch) da fließt und wieviel spannung da anliegt... heute ist mir das zu kompliziert.... bin gerade vom weinfest heimgekommen... ;)

    gn8
     
  6. OneStone

    OneStone HCA Röhrenamps HCA

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    Erstellt: 30.07.07   #6
    Wenn der Amp kein Signal rausgibt, dann liegt da auch keine Spannung an, ist ja logisch.
    Wenn der Amp Mist ist, dann brennt er ab, wenn du das Kabel aus der Box ziehst. Wenn er dabei zu schwingen anfängt und du da hinlangst, dann bekommst schon einiges an Spannung ab, das kann schon weh tun. Aus diesem Grund halte ich Klinkenstecker auch für absolut antiquiert, in Verbindung mit der fehlenden Kontaktsicherheit. Die Basser haben da schon in die Zukunft gegriffen und die Speakons entdeckt, bei den Gitarristen dauert das offensichtlich noch...

    Spannung/Strom: Das ist abhängig von der Ausgangsleistung des Amps und der Lastimpedanz.
    Bei 100W an 4 Ohm hast du eine Spannung von P=U²/R also U = Wurzel (P*R) also U = 20V
    Der Strom beträgt nach P=U*I also I=P/U dann I=5A.
    Desweiteren ergeben sich bei 8 Ohm 28,3V und 3,54A und bei 16 Ohm 40V und 2,5A.
    Wenn keine Box dranhängt und du da an den Stecker fasst, dann kannst dir schon eine fangen, weil die Spannung dann deutlich höher wird (deswegen zerlegts da ja auch den Ausgangsübertrager oder die Röhrenfassungen).

    Das Ganze als Starkstrom zu bezeichnen ist absolut sinnfrei, von Starkstrom spricht man meist erst ab 32A, das wären bei 4 Ohm immer noch ca. 4,1kW.

    Nebenbei sind die lächerlichen Ströme, die hier fließen auch der Grund, warum die Verwendung von dicken Kabeln (>1,5mm²) etwas laienhaft ist. Jeder Haarföhn, bei dem immerhin so um die 7-8A an Strom fließen, hat ein Kabel mit 2x 0,75mm² und das ist meist länger als euer Lautsprecherkabel (erlaubt bis 1,5m oder so). Denkt mal drüber nach.

    MfG OneStone
     
  7. Hans_3

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    Erstellt: 30.07.07   #7
    Jein. Bei den Querschnitten von Boxenkabeln geht es letztlich nicht um das "Aushalten" des Stroms, sondern um den Widerstandswert, der mit kleinerem Querschnitt und zunehmender Kabellänge immer höher wird. Vom Top zur Box ist das alles noch ziemlich unkritisch.

    Wer auch eine PA besitzt, darf dies jedoch nicht vernachlässigen. Bei 20 Meter Kabel von der Endstufe zur PA-Box erhöht sich der Widerstand jedoch. So liegt der Leistungsverlust bei 0,75 mm Querschnitt dann bei etwa 20 Prozent (bei 4-Ohm-Box). Weshalb hier höhere Querschnitte unbedingt angesagt sind.

    Solche Messungen gelten allerdings nur für reines Kupfer.

    Abzuraten ist deshalb in jedem Fall davon, sich Boxenkabel aus billigen Stromkabeln aus dem Baumarkt zu fertigen. Das Material ist deshalb recht preiswert, weil es nicht aus 100% reinem Kupfer besteht sondern als Kostengründen (Kupfer = wertvoller Rohstoff) meist mit Sauerstoff gestreckt wird. Für die Verwendung als reine Stromleitung ist das kein Problem. Als Boxenkabel hingegen schon. Denn die geringere Kupferdichte führt zu höherem Leitungswiderstand.
     
  8. mante

    mante Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.07   #8
    müssen die leitungen aus dem baumarkt nich auch den VDE vorschriften entsprechen?
    Bei einer normalen stromleitung fließen auch auch manchmal bis zu 16 ampere und die leitungen sind ja auch oft noch länger als musik-kabel. Wäre komisch, wenn da an der sicherheit gespart werden würde.
    Aber vielleicht stimmts ja tatsächlich, man lernt nie aus!
     
  9. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 30.07.07   #9
    Das ist keine Frage der Sicherheit. Die ist natürlich gegeben (abgesehen davon, dass man mit einem dünnen KLingeldraht natürlich keinen Backofen betreiben sollte). Nur wirkt sich höherer Widerstandswert bei Audio-Anwendungen halt auf die Anpassung/Leistung aus. Alle Berechnungen über Leiterquerschnitt, Länge und Ohm-Widerstand beruhen im Audiobereich immer auf dem feststehenden physikalischen Wert der Leitfähigkeit von 100% reinem Kupfer. Und da haben zweckentfremdete Stromkabel dann halt schlechtere Werte.
     
  10. mante

    mante Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.07   #10
    verstehe, du beziehst dich also auf die sound-einbuße, die durch die verwendung längerer leitungen mit geringem querschnitt, und vielleicht auch schlechterem kupfer, entstehen.
    alles klar!
     
  11. OneStone

    OneStone HCA Röhrenamps HCA

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    Erstellt: 30.07.07   #11
    Das kommt aufs selbe raus, Aushalten des Stromes und Widerstand. Außerdem sprachen wir gerade von Top zu Box und von nichts anderem, daher auch mein Rat mit den 2x0,75mm².

    Das ist absolut korrekt, aber kein normaler Gitarrist hat 20m Kabel am Amp dran, die "Heads" heißen ja "Heads" weil sie meist auf der Box stehen. Sollte jemand auf die Idee mit den 20m Kabel kommen, so ist dein Einwand berechtigt, hier sind dann 1,5mm² oder sogar 2,5mm² angesagt. Oder man fährt die Box mit 16 Ohm, dann reichen 0,75mm².

    Absoluter Unsinn. Die Kabel im Baumarkt entsprechen den Vorgaben der VDE und sie sind absolut nicht mit Sauerstoff gestreckt. Die Kabel bestehen aus Elektrolysekupfer, das einen Reinheitsgrad von über (ca.) 95% (genauen Wert weiß ich jetzt nicht auswendig) hat, sonst wäre es nicht zulässig, das Kabel für Stromverkabelungen zu benutzen.

    Außerdem: Warum spielen Gitarristen Röhrenamps? Richtig, weil sie anders klingen. Und das rührt unter anderem daher, dass der Amp einen sehr bescheidenen Dämpfungsfaktor, oder anders gesagt einen relativ hohen Innenwiderstand hat. Das gilt besonders für so Amps wie den Rectifier, wenn er im "Modern Mode" des Red Channel ist, da hat das Ding absolut keine Gegenkopplung und daher einen sehr hohen Innenwiderstand. In DEM Falle kann man mir viel erzählen, aber bei den Impedanzverhältnissen sind die 2x0,75mm² absolut zu vernachlässigen. Das kann man entgegen diverser anderer Behauptungen aber nicht nur behaupten sondern auch nachrechnen und nachmessen.
    Folglich sehe ich absolut keinen Grund, von meiner Aussage abzuweichen, die Theorie sagt, dass es geht und die Praxis spricht die gleiche Sprache. Und solange man in diesem Bereich, den ich abgesteckt habe, bleibt, wird das auch so bleiben, wenn man ihn verlässt, dann muss man gesondert nachdenken.

    MfG OneStone
     
  12. gurke

    gurke Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.07   #12
    ok, um nochmal auf mein problem zurückzukommen. ich hab nen powerball (100 watt) und wollte das kabel gerade in eine box mit 16 ohm reinstecken. deshalb habe ich mein boxenkabel beim powerball auch beim 16 ohm ausgang stecken gehabt. ich hab das top ungefähr auf halbe lautstärke aufgedreht und die gitarre hatte ich an mir hängen, aber hab nicht drauf gespielt oder so. könnte theoretisch da was gefährliches passieren? ich mein, man kann schon dabei draufgehn oder? vllt wenn z.b. irgendwer gegen die saiten der gitarre gekommen wäre und dann ein signal ausgelöst hat?
     
  13. OneStone

    OneStone HCA Röhrenamps HCA

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    Erstellt: 30.07.07   #13
    Man kann dabei draufgehen, wenn man sich sehr blöd anstellt. Aber in deinem Falle sollte da nix passieren....

    Dennoch: Standby rein oder ausschalten beim Stöpseln, wenn man nicht weiß was man tut und solche Fragen stellt :)
     
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