Stellwände aus Kaltschaummatratzen?

von Tim, 28.07.16.

  1. Tim

    Tim Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.07.16   #1
    Hallo,

    kürzlich wurde mir erzählt, daß Kaltschaummatratzen gut geeignet wären für Stellwände, mit denen man die Aufnahmeakustik in einem sonst suboptimalen Raum verbessern könne.
    Ist das richtig?

    Falls ja, in wie weit sorgt das auch für eine bessere Schalldämmung zu Nachbarwohnungen, wenn man die Stellwände rund um einen herum positionieren und auch oben welche anbringen würde, also quasi ein Miniraum aus Matratzen, vielleicht an einer Seite offen damit Luft und Licht rein kommt.
    Ist sowas machbar und sinnvoll oder totaler Unsinn?

    Gruß
    Tim
     
  2. mika

    mika HCA - Raumakustik HCA

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    Erstellt: 28.07.16   #2
    NEIN !!!!!


    Totaler Unsinn, Wirkt werder für die Akustik noch für die Schalldämmung.

    cheers
    Mika
     
  3. Tim

    Tim Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.07.16   #3
    Nagut, ich hatte es ja beinahe schon befürchtet.

    Aber es muß doch eine bezahlbare Lösung geben, einen Übungsraum selbst zu bauen, der auch was taugt oder den bestehenden Raum sinnvoll zu dämmen, ohne gleich über 5000 Euro investieren zu müssen.
     
  4. mika

    mika HCA - Raumakustik HCA

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    Erstellt: 29.07.16   #4
    Sicher gibt es diese Möglichkeit. Ganz einfach aus der billigsten Baumarktdämmwolle 10cm Dicke Breitbandabsorber in gewünschter Größe bauen.
    cheers
    Mika
     
  5. Tim

    Tim Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.07.16   #5
    Hallo Mika,

    meinst Du mit Breitbandabsorber nur einzelne Elemente, die man im Raum verteilt, oder eine geschlossene Kabine, die man daraus baut?

    Ich hab hier ja schon in anderen Threads einige Tips bekommen, aber mehr als Halbwissen hab ich dadurch bisher leider nicht erwerben können. Es wurde oft von solchen Absorbern gesprochen, die man an Decke und Wände pappt. Die sieht man ja auch oft in professionellen Übungsräumen.
    Mir leuchtet natürlich ein, daß man damit eine viel bessere Raumakustik erzielen kann und dadurch besser über den Raum aufnehmen kann. Aber nur darum geht es mir nicht, ich möchte auch eine wirkungsvolle Abschirmung in alle Richtungen zu den Nachbarwohnungen erzielen, damit ich zu jeder Tages-/Nachtzeit so lange ich will und so laut ich will Singen (und über Studiomonitore abspielen) kann.

    Mir wurde gesagt, das Gesang eigentlich nur Luftschall ist und dadurch einfach abzuschirmen sein sollte, also kein Vergleich zu einem echten akustischen Klavier oder Schlagzeug, aber die perfekte Lösung hab ich bisher nicht gefunden.
    Da ich in einer Mietwohnung wohne und nicht weiß, wie lange noch, will ich nicht mehrere tausend Euro investieren und nachher noch die Probleme haben, das alles wieder auszubauen ohne das es kaputt geht.
    Das macht es schwierig, vielleicht gibt es dafür auch keine ideale Lösung, trotzdem hab ich noch nicht alle Hoffnungen aufgegeben.

    Ich hab mich schon nach professionellen Übungskabinen erkundigt, aber die kosten in ca. (B,L,H): 1,80m x 2,40m x 2,05m deutlich über 6000 Euro! :(

    Gruß
    Tim
     
  6. mix4munich

    mix4munich Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 30.07.16   #6
    Du musst hier unterscheiden:

    Für eine bessere Raumakustik: Schalldämpfung. https://de.wikipedia.org/wiki/Schalldämpfung
    Für eine wirkungsvolle Abschirmung in alle Richtungen zu den Nachbarwohnungen: Schalldämmung. https://de.wikipedia.org/wiki/Schalldämmung

    Du willst beides.
    Erstes kann man vergleichsweise billig erreichen, solange man nicht grade den Sound im Bassbereich tunen möchte.
    Letzteres erfordert bauakustische Massnahmen und ist teuer. Ich fürchte also, mit den Gesangaufnahmen nach Mitternacht wird das nix (oder Du überdenkst nochmal Dein Budget).

    Gruß
    Jo
     
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  7. Tim

    Tim Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.16   #7
    Ja, ich will beides, das ist richtig.
    An der Akustik für Aufnahmen muß ich auch nicht so sehr viel machen, eigentlich klingt der Raum nicht schlecht, nur beim laut Singen ist der Hall bzw. das Echo zu stark, aber das könnte man sicherlich wirklich preislich akzeptabel verringern.

    Wichtiger ist mir aber die Intimsphäre beim Singen und die Freiheit wann ich will und wie lange ich will laut üben zu können.
    Das das aufwändiger wird, ist mir schon klar.

    In der Vergangenheit hab ich dazu ja viele Antworten und Ratschläge bekommen, allerdings waren die Aussagen auch teils sehr unterschiedlich. Z.B. kam die Aussage das Gesang im Prinzip eigentlich nur Luftschall ist und mit relativ einfachen Mitteln eine Schalldämmung erreichbar ist. Das ist ja auch logisch, weil ein Sänger/Sängerin keine 250-350 kg wiegt und nicht aus Metall und Holz besteht wie ein Klavier/Flügel, außerdem keine meterlangen Metallseiten im Hals hat... :cool:
    Körperschall wie er beim akustischen Klavier, Trommel, Schagzeug usw. entsteht, sollte beim Singen also nicht das Problem sein, auch wenn ein akustisches Klavier im Raum selbst leiser ist als lauter Gesang, sieht das in Nachbarräumen/Wohnungen sicherlich genau umgekehrt aus.
    Daraum dachte ich, es muß doch eine bezahlbare Lösung geben um lauten Gesang in den Räumen zu halten.

    Klar, ich hab von Schalldämmung usw. nicht wirklich Ahnung, sonst würde ich ja hier nicht die ganzen Fragen stellen.
    Die Stellwände verbuche ich dann mal ausschließlich als Schalldämpfung, ohne merklichen Einfluß auf die Schalldämmung.
    Damit wäre das Thema hier also eigentlich durch, ein Ausweiten auf Schalldämmung wäre genau genommen leider off topic, auch wenn ich die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben habe da eine wirksame Lösung für unter 2000 Euro zu finden, die auch noch relativ leicht auf und abzubauen und transportabel wäre (im Falle eines Umzuges).

    Vielleicht noch kurz als Schlussfrage hier, liege ich mit meinen Ausführungen über Luftschall und Körperschall beim Singen wenigstens richtig?

    Gruß
    Tim
     
  8. ThomasT

    ThomasT HCA Akustik HCA

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    Erstellt: 01.08.16   #8
    Für Schallisolation muss es luftdicht und schwer sein.
    Gesang ist relativ friedlich, Bassgitarre wäre schlimmer.

    Fast immer ist die Tür der Schwachpunkt. Mach diese erstmal Luftdicht. Falls es nur dünne Pappe ist, die Tür, dann geg. mit einer oder zwei MDF-Platten beschweren. Achtung, auf die Türbänder achten.
    Moderne doppelt verglaste Fenster sollten entsprechend schalldicht sein.

    Falls die Maßnahme mit der Tür nicht hilft, wird es richtig aufwändig.

    Zum Körperschall. Den sollte man in die Wände und in den Boden vermeiden. Kann man aber mache, indem man Schlagzeug, Klavier etc. auf einen "schwimmenden Boden" stellt. Also Platten und Sylomer drunter. Manche nehmen auch halbe Tennisbälle.
     
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