Stimmumfang - Frage

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blow

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Hallo zusammen,

ich war schon lange nicht mehr hier im Forum aktiv, weil ich beruflich eine Zeit lang im Ausland war und mit meiner Band Demos aufgenommen habe, die ich demnächst mal hier vorstelle.

Ich möchte das Singen weiter intensivieren, habe aber einige Fragen zum meinem Stimmunfang. Mein klassischer Gesangslehrer (bei dem ich nach sechs Monaten aufgehört habe, weil's mich nicht mehr weiter bringt), meinte, ich sei Bariton. Per Definition ist da ja von der Stimmlage G - G', richtig? Doch was genau ist damit gemeint? Wenn ich am Klavier meinen Stuimmumfang teste, reicht der vom tiefen C (gerade noch so, sauber klingt der Ton ab D) bis zum hohen C per Kopfstimme. Insgesamt also 3 Oktaven. Mein Übergang von Bruststimme zu Kopfstimme liegt etwa bei E/F vor dem hohen C. Da ich ganz gerne Oasis-Songs singe (Basher bitte schweigen ;), ist mir dabei eines aufgefallen: Einige Songs, etwa "What's the Story Morning Glory" beginnen beim G. Das schaffe ich mit Brusstimme nicht mehr oder höchstens noch gerade so. Singe ich eine Oktave tiefer, klingt mir das aber zu tief. Ich denke aber, dass Mr. Gallagher das schon eine Oktave höher singt- wobei dessen Stimmumfang ja eigentlich nicht so der Hammer ist. Meine konkrete Frage; Ist das normal als Bariton? Oder singt man dann einfach eine Oktave tiefer, weil das die Lage ist, in der sich ein Bariton wohl fühlt?

Danke schon mal & Gruß,
blow
 
P

Plainshift

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Hmm, es gibt ja auch unterschiedliche Arten von Baritonen. Ein hoher Bariton etwa kommt bis zum hohen bb (bb1). Robbie Williams hat zum Beispiel eine Mischsstimme aus Bariton aus Tenor, da er nicht hoch genug für einen Tenor (c2 als Spitzenton mindestens, Robbie singt seltenst mal ein h1, und dann ziemlich schwach), aber von der Stimmfarbe auf den tiefen Tönen (er kommt bis zum tiefen A) wie ein Bariton klingt. Abgesehen davon, dass sein Stimmtembre(!!!) göttlich ist! :great:

Ich bin im Moment z.B. auch etwas am Verzweifeln... ich komme bis zum tiefen F und in Bruststimme mit einem Übergang auf e/f so bis zum g#1 sauber, und in Einzeltönen, die sich etwas seeeehr dünn anhören, bis a1/bb1.
Klingen tue ich eindeutig nach Tenor (sehr hell), aber auf den tiefen Tönen wie ein echter Bariton (ziemlich warm und dunkel).
Manchmal kann ich einen Ton aus der Kopfstimme auch verstärken, und plötzlich klingt ein seichtes hohes c in Kopfstimme wie eine irre laute Sirene - :screwy:
In Kopfstimme komme ich so bis g#2.

Wenn du gerade noch so ein tiefes C erwischst, wirst du wahrscheinlich sogar ein Bass sein. Und ein Bass, der ein g1 singen kann, ist schon ein wirklich guter Bass! :great:

Im Popbereich gibt es ja größtenteils Tenöre, und eher wenige tiefe Stimmen.
Wenn du nun oktaviert singst, verlierst du natürlich den ursprünglichen Ausdruck des Songs, denn ein g klingt nunmal wesentlich weniger klangvoll, als ein g1. Auch wenn es ein Bariton singt. Ich habe früher einfach die Songs transponiert, mit denen ich nicht klarkam - versuche mal z.B., deine Lieblingssongs einfach mal einen Ganzton tiefer zu singen. Das kann Wunder wirken!
 
B

blow

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Plainshift schrieb:
Hmm, es gibt ja auch unterschiedliche Arten von Baritonen. Ein hoher Bariton etwa kommt bis zum hohen bb (bb1). Robbie Williams hat zum Beispiel eine Mischsstimme aus Bariton aus Tenor, da er nicht hoch genug für einen Tenor (c2 als Spitzenton mindestens, Robbie singt seltenst mal ein h1, und dann ziemlich schwach), aber von der Stimmfarbe auf den tiefen Tönen (er kommt bis zum tiefen A) wie ein Bariton klingt. Abgesehen davon, dass sein Stimmtembre(!!!) göttlich ist! :great:

Ich bin im Moment z.B. auch etwas am Verzweifeln... ich komme bis zum tiefen F und in Bruststimme mit einem Übergang auf e/f so bis zum g#1 sauber, und in Einzeltönen, die sich etwas seeeehr dünn anhören, bis a1/bb1.
Klingen tue ich eindeutig nach Tenor (sehr hell), aber auf den tiefen Tönen wie ein echter Bariton (ziemlich warm und dunkel).
Manchmal kann ich einen Ton aus der Kopfstimme auch verstärken, und plötzlich klingt ein seichtes hohes c in Kopfstimme wie eine irre laute Sirene - :screwy:
In Kopfstimme komme ich so bis g#2.

Wenn du gerade noch so ein tiefes C erwischst, wirst du wahrscheinlich sogar ein Bass sein. Und ein Bass, der ein g1 singen kann, ist schon ein wirklich guter Bass! :great:

Im Popbereich gibt es ja größtenteils Tenöre, und eher wenige tiefe Stimmen.
Wenn du nun oktaviert singst, verlierst du natürlich den ursprünglichen Ausdruck des Songs, denn ein g klingt nunmal wesentlich weniger klangvoll, als ein g1. Auch wenn es ein Bariton singt. Ich habe früher einfach die Songs transponiert, mit denen ich nicht klarkam - versuche mal z.B., deine Lieblingssongs einfach mal einen Ganzton tiefer zu singen. Das kann Wunder wirken!


Hi,

Danke für die schnelle Antwort. Das mit dem Bass habe ich mir ja auch schon gedacht, da meine Sprechstimme ja auch eher mittel bis tief ist. Und die tiefen Töne sind echt kein Problem für mich...

Also finde ich mich einfach mal damit ab, dass ab G1 Schluss ist für meine Brusstimme ist. Vor einem Jahr war schon bei D1 bis E1 finito... Ist halt ech doof, ich mag Transponieren einfach nicht, da bin ich stur ;) Aber Liam Gallagher von Oasis hat doch keine Tenor-Stimmlage, oder doch?

Bei Dir klingt dann dann echt nach einem Bariton, der in Richtung Tenor geht. Das reicht aber für so ziemlich jeden Popsong aus :) Außerdem muss ja nicht jeder ein zweiter Robbie sein ;)

Na ja, ich expermientiere mal weiter rum, Hörproben folgen in Kürze.

Bis denne,
blow
 
Whych

Whych

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Es kann natuerlich auch sein das dein Gesangslehrer dich eben in die Stimmlage eingestuft hat in der deine Staerke liegt. Hoeher und tiefer kann eigentlich fast jeder singen aber das Ideal zaehlt ja fuer die Klassik und das koennte bei dir eben der Bariton sein.

Und noch mein Lieblingssatz: Versuche nicht jemanden zu kopieren sondern finde deine eigene Stimme. Egal wie der von oasis singt das bist nicht du also sings so wie du meinst das es richtig ist. :)
 
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blow

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Whych schrieb:
Es kann natuerlich auch sein das dein Gesangslehrer dich eben in die Stimmlage eingestuft hat in der deine Staerke liegt. Hoeher und tiefer kann eigentlich fast jeder singen aber das Ideal zaehlt ja fuer die Klassik und das koennte bei dir eben der Bariton sein.

Und noch mein Lieblingssatz: Versuche nicht jemanden zu kopieren sondern finde deine eigene Stimme. Egal wie der von oasis singt das bist nicht du also sings so wie du meinst das es richtig ist. :)

Hey Whych,

Danke für die Antwort. Ja, ich denke auch, dass ich irgendwo zwischen Bass und Bariton liege. Und ja, das mit der eignen Stimme muss man aktzeptieren, da hast Du ja Recht!

Ich eröffne gleich mal einen Hörproben-Thread, würd emich freuen wenn Du mal reinlauschst.

Gruß,
blow
 
Whych

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blow schrieb:
Ich eröffne gleich mal einen Hörproben-Thread, würd emich freuen wenn Du mal reinlauschst.

Gruß,
blow

Normalerweise halte ich mich da sehr zurueck was solche Threads angeht. Ich weiss nicht ob ich die Stimmen anderer wirklich beurteilen kann aber ok ;)
 
Timothy Sideburns

Timothy Sideburns

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blow schrieb:
Da ich ganz gerne Oasis-Songs singe (Basher bitte schweigen ;), ist mir dabei eines aufgefallen: Einige Songs, etwa "What's the Story Morning Glory" beginnen beim G. Das schaffe ich mit Brusstimme nicht mehr oder höchstens noch gerade so. Singe ich eine Oktave tiefer, klingt mir das aber zu tief. Ich denke aber, dass Mr. Gallagher das schon eine Oktave höher singt- wobei dessen Stimmumfang ja eigentlich nicht so der Hammer ist. Meine konkrete Frage; Ist das normal als Bariton? Oder singt man dann einfach eine Oktave tiefer, weil das die Lage ist, in der sich ein Bariton wohl fühlt?
Schwierige Frage. Ich fürchte fast, darauf gibt es nur eine Antwort: Wenn du es nicht singen kannst, dann kannst du es nicht singen ... :( Ich denke, es ist dann leider einfach nicht deine Art von Material. Die Alternative wäre, du lernst es und baust deine Stimme entsprechend aus. Alles andere macht, glaube ich, wenig Sinn.

Nimm es bitte nicht persönlich, aber man muss sich ja auch irgendwann auch die Frage nach dem Sinn stellen - und beachten, dass es der Komponist einfach für eine bestimmte Stimme geschrieben hat und der Song eine ganze Oktave(!) tiefer einfach keinen Sinn macht, weil der spezifische Klang , der ja vom Autor so auch durchaus gewollt ist (zumindest muss man das annehmen, wenn auch weniger begabte Sänger sich ihr Material sicherlich durchaus auch einmal auf den Leib schreiben), verloren geht.

Um einmal zwei Beispiele meines persönlichen Lieblings-Vokalisten Elvis Presley zu bringen: Ein "It's Now Or Never" (mit einem Hammer-Gis am Ende) oder ein "Surrender" (mit einem B flat) bringen eine Oktave tiefer einfach nicht mehr die Emotionen rüber, die eben in dem Original liegen. Dasselbe gilt, um in die jüngere Vergangenheit zurück zu kehren, auch für das oben bereits erwähnte "Feel" von Robbie Williams. Wenn du verstehst, was ich meine.

Wenn du aber schon "Probleme" beim e1 / f1 hast, dann dürfte es, fürchte ich, schwierig werden für diese Art Material, das zumindest einen "hohen Bariton", wenn nicht einen Tenor, benötigt.

Also, so brutal es klingen mag: Du musst entweder an dir arbeiten oder anderes Material suchen. :( Oder du tranponierst es zwei, drei Halbtöne runter. Aber auch dann wird, denke ich, der dem Song eigene Klang und seine "Seele" wohl in den meisten Fällen verloren gehen.
 
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Rebellin

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Hallo Blow !!!

"Per Definition ist da ja von der Stimmlage G - G', richtig? Doch was genau ist damit gemeint? Wenn ich am Klavier meinen Stuimmumfang teste, reicht der vom tiefen C (gerade noch so, sauber klingt der Ton ab D) bis zum hohen C per Kopfstimme. Insgesamt also 3 Oktaven."


Dein Stimmumfang reicht drei Oktaven , aber in welcher "umgebung" fühlst du dich am wohlsten und magst deine stimme am liebsten ?? ich denke , dass man so relativ einfach seine "sahnelage" finden kann und sich dann per definition in ein stimmfach einordnen kann.
 
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blow

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MysteriousRider schrieb:
Schwierige Frage. Ich fürchte fast, darauf gibt es nur eine Antwort: Wenn du es nicht singen kannst, dann kannst du es nicht singen ... :( Ich denke, es ist dann leider einfach nicht deine Art von Material. Die Alternative wäre, du lernst es und baust deine Stimme entsprechend aus. Alles andere macht, glaube ich, wenig Sinn.

Nimm es bitte nicht persönlich, aber man muss sich ja auch irgendwann auch die Frage nach dem Sinn stellen - und beachten, dass es der Komponist einfach für eine bestimmte Stimme geschrieben hat und der Song eine ganze Oktave(!) tiefer einfach keinen Sinn macht, weil der spezifische Klang , der ja vom Autor so auch durchaus gewollt ist (zumindest muss man das annehmen, wenn auch weniger begabte Sänger sich ihr Material sicherlich durchaus auch einmal auf den Leib schreiben), verloren geht.

Um einmal zwei Beispiele meines persönlichen Lieblings-Vokalisten Elvis Presley zu bringen: Ein "It's Now Or Never" (mit einem Hammer-Gis am Ende) oder ein "Surrender" (mit einem B flat) bringen eine Oktave tiefer einfach nicht mehr die Emotionen rüber, die eben in dem Original liegen. Dasselbe gilt, um in die jüngere Vergangenheit zurück zu kehren, auch für das oben bereits erwähnte "Feel" von Robbie Williams. Wenn du verstehst, was ich meine.

Wenn du aber schon "Probleme" beim e1 / f1 hast, dann dürfte es, fürchte ich, schwierig werden für diese Art Material, das zumindest einen "hohen Bariton", wenn nicht einen Tenor, benötigt.

Also, so brutal es klingen mag: Du musst entweder an dir arbeiten oder anderes Material suchen. :( Oder du tranponierst es zwei, drei Halbtöne runter. Aber auch dann wird, denke ich, der dem Song eigene Klang und seine "Seele" wohl in den meisten Fällen verloren gehen.

Danke für Deine ausführliche Antwort. Einen Song eine Okatve tiefer zu singen halte ich ja auch für Blödsinn (von seltenen Ausnahmen abgesehen), und Transponieren mag ich nicht. Und glaub mir, ich arbeite ja schon hart an mir - nur irgendwann sind Dir halt physikalische Grenzen gesetzt. Das G1 bekomme ich ja auch mit viel Konzentration mit Bruststimme hin, aber dabei fühle ich mich dann nicht mehr so wohl, von daher bevorzuge ich dann Kopfstimme bzw. die berüchtiget Mixed Voice.

Zum Glück will ich ja keine Elvis-Songs singen, das wäre echt unmöglich ;-) "Probleme" habe ich bei E1/F1 aber nicht, das setzt dann eben nur langsam der Übergang in die Kopfstimme ein. Komischerweise habe ich festgestellt, dass ich Fis1 lockerer mit Brusststimme singen kann als F1. Außerdem hängt das ja auch immer vom Vokal ab - beim "I" und "Ü" rutsche ich z.B. schneller in die Kopfstimme als beim "O" oder "U"... Aber, mal generell: Was ist daran so schlimm, mal einen Song, der im Original durchgehend mit Brusstimme gesungen wird, an bestimmten Stellen mit Kopfstimme zu singen? Ich will die Songs ja nicht kopieren, sondern meine Interpretation daraus machen...

Ansonsten arbeite ich weiter an meinem Umfang, auch wenn ich denke, dass ich so langsaam am Limit bin...

Gruß,
blow
 
B

blow

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Rebellin schrieb:
Hallo Blow !!!

"Per Definition ist da ja von der Stimmlage G - G', richtig? Doch was genau ist damit gemeint? Wenn ich am Klavier meinen Stuimmumfang teste, reicht der vom tiefen C (gerade noch so, sauber klingt der Ton ab D) bis zum hohen C per Kopfstimme. Insgesamt also 3 Oktaven."


Dein Stimmumfang reicht drei Oktaven , aber in welcher "umgebung" fühlst du dich am wohlsten und magst deine stimme am liebsten ?? ich denke , dass man so relativ einfach seine "sahnelage" finden kann und sich dann per definition in ein stimmfach einordnen kann.

Hallo Rebellin,

Ich singe am liebsten zwischen dem tiefen G und E1, das geht schön locker mit der Brusstimme, danach muss ich mich mehr anstrengen bzw. Kopfstimme einsetzen... Bin wohl irgendwas zwischen Bass und Bariton...

Gruß,
blow
 
Timothy Sideburns

Timothy Sideburns

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blow schrieb:
Danke für Deine ausführliche Antwort.
:great:

blow schrieb:
Und glaub mir, ich arbeite ja schon hart an mir - nur irgendwann sind Dir halt physikalische Grenzen gesetzt. Das G1 bekomme ich ja auch mit viel Konzentration mit Bruststimme hin, aber dabei fühle ich mich dann nicht mehr so wohl, von daher bevorzuge ich dann Kopfstimme bzw. die berüchtiget Mixed Voice.
was genau ist die "berüchtigte Mixed Voice"?? :confused: :rolleyes:

blow schrieb:
"Probleme" habe ich bei E1/F1 aber nicht, das setzt dann eben nur langsam der Übergang in die Kopfstimme ein.
Also, das mit dem "Übergang" bei e1/f1 klingt absolut nach Bariton und ist vollkommen "normal". :D Keine Bange also. Überhaupt unterscheiden sich Bariton und Tenor nicht so sonderlich in ihrem "Tonhöhe-Umfang". Auch ein Bariton singt durchaus mal ein b flat (was im deutschen fälschlicherweise "b" heißt [und das wirkliche b dann h], weil sich ein paar besoffene Mönche beim kopieren vertan haben, man kennt die Geschichte). Wie auch immer: Es ist vor allem, die Häufigkeit der Töne, die beide Stimmen unterscheidet. Ein Tenor singt fast ausschließlich in dem Bereich und seine Stimme "strahlt" dort so richtig und er fühlt sich dort wohl, wie hier Rebellin schon weiter oben treffend feststellte. Aber er ist deshalb nicht "besser", oder so. Ich finde dieses Vergleichen des Stimumfangs sowieso vollkommen überflüssig und vernachlässigenswert. Wichtig ist doch nur, wo eine Stimme besonders gut klingt. und das muss man dann ausbauen und "kultivieren". Ob nun jemand Bariton oder Tenor ist ... Meine Güte, es ist halt Veranlagungssache. "Jeder Jeck ist anders", wie man hier im Rheinland sagt. ;)

Um doch noch bei Gelegenheit so hoch zu kommen, musst du halt ein bisschen mehr arbeiten bzw. eben leider etwas früher mit der richtigen Technik einsetzen. Man spricht dann von "Decken". Es ist etwas schwierig, das zu erklären, ich versuch's mal.

Nehmen wir einmal an, du singst eine Quinte hoch und runter. "La-la-la-la-LA-la-la-la-la". Kannst du dir das vorstellen? Das große "LA" ist der jeweils höchste Ton, danach geht es wieder runter (also z. B. C-D-E-F-G-F-E-D-C). Wenn du nun in Regionen kommst, wo das "LA" wirklich problematisch wird und zu "brechen" droht, dann musst du "nach hinten in den Kopf" denken. Du musst den Kehlkopf "runter" kriegen ("Gähnen") und in deiner Vorstellung, sollte er nach hinten "umkippen". Dazu singst du statt "LA" nun etwas, das sich für dich nach einem "LAuuu" anhört. Du "denkst" also vermehrt "u" und erweiterst das LA gewissermaßen durch einen "U-Touch". Verstehst du? Übertreib's mal ruhig anfangs. Du solltest, wenn du es richtig machst (und natürlich immer mit sehr viel Zwerchfell!), merken, dass du plötzlich den obersten Ton schaffst, er sicherer sitzt und nicht mehr "bricht".

Das wäre die "Deckung", die du (als Bariton, aber weiter oben auch der Tenor) brauchen würdest, um auch jenseits der die "angenehmen" Regionen singen zu können. Es ist anfangs etwas schwer zu verstehen (das "nach hinten in den Kopf"-Denken, und so - ich weiß, es klingt doof, aber wie soll man es anderes beschreiben. Man spricht ja auch von "hinten in den Rücken atmen" usw.), aber wenn du das Prinzip verstanden hast, könnte es dir helfen. Es klingt auch für die selbst erst einmal "blöd". geht mir auch so. Aber das ist, weil du dich anders hörst. Ein Zuhörer wird es nicht merken, es sei denn, er weiß es, weil er selsbt interessiert ist und sich mit Gesangstechnik auskennt. Für alle anderen klingt der Ton "normal" und (fast) wie die klangliche Fortsetzung dessen, was vorher ist.

blow schrieb:
Aber, mal generell: Was ist daran so schlimm, mal einen Song, der im Original durchgehend mit Brusstimme gesungen wird, an bestimmten Stellen mit Kopfstimme zu singen? Ich will die Songs ja nicht kopieren, sondern meine Interpretation daraus machen...
Naja, das ist, denke ich, wohl am ehesten eine Stil- und Prinzipien-Frage. Ein klassischer Tenor singt natürlich immer "voll". Wenn Pavarotti ein Stück hat, bei dem er sechs, sieben acht Mal ein hohes C hat, dann singt der es natürlich voll ("Man hat's ja!" :great: ). In der Popmusik allerdings, kann die "Kopfstimme" durchaus ein Stilmittel sein und hat ja auch seit jeher schon ihren Platz. Im Doo-Wop haben die sog. "Vocal Groups" (z. B. die "Drifters", "Coasters", "Ink Spots", "Platters" u. a.) schon stets die Kopfstimme eingesetzt. Auch im Soul kann man durchaus mal eine "Kopfstimme" einsetzen (besser: "Falsett"). Der zuletzt arg gebeutelte Michael Jackson (man sollte seine musikalischen Fähigkeiten wirklich außerhalb dessen betrachten, was "privat" leider gerade bzw. schon seit längerem um ihn herum abgeht) hat die Kopfstimme im Popbreich ja nun wirklich "hoffähig" gemacht. Insofern: Klar kannst du, wenn es deine deine "eigene Version" erfordert, auch die Kopfstimme einsetzen. Warum nicht. Die Frage ist, denke ich, am ehesten immer: Passt es zum Material (und in der Fortsetzung: zu deiner Stimme?)?
 
B

blow

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MysteriousRider schrieb:
:great:
was genau ist die "berüchtigte Mixed Voice"?? :confused: :rolleyes:

Ich verstehe das als den Bereich, wo sowohl Brust- als auch Kopftsimme an der Tonproduktion beteiligt sind. Ich singe dann quasi schon Kopfstimme, aber es schwingt immer noch Brustresonanz mit - das spüre ich dann auch, wenn ich die Hand auf meine Brust lege.

Ansonsten Danke für Deine Tipps und die Übung, ich werde das gleich heute Abend mal ausprobieren mit dem "U"-Touch!

Gruß,
blow
 
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Rebellin

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Hallo blow, jedoch muss man mit u-klang übungen auch aufpassen, denn wenn man sich den u klang zu extrem angewöhnt kann es sein, dass man anfängt beim singen zu nuscheln und der stimmsitz außerdem verloren geht .

Alles in Allem ist es ja aber auch total scheißegal ob du nun bariton, tenor , bass oder sonst was bist , sing einfach das repertoire an dem du freude hast und setz dir durch dein stimmfach keine grenzen. So nach dem Motto "ach das sing ich nicht , is ja für nen bass gedacht und ich bin bariton" oder so .... denn eigentlich ist die stimmfach frage völlig unwichtig, ich denke einzig und allein im opernbereich ist das wichtig . Außerdem kann sich die stimme noch so extrem verändern, eine opernsängerin die ich sehr gut kenne , war während ihres studium sopran und hat auch nach dem studium sopran gesungen , bis sie dann irgendwann zu einem tiefen alt (!) wurde.

gruss aus dem sonnigen oldenburg
rebellin
 
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DerDrache

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Rebellin schrieb:
Dein Stimmumfang reicht drei Oktaven , aber in welcher "umgebung" fühlst du dich am wohlsten und magst deine stimme am liebsten ?? ich denke , dass man so relativ einfach seine "sahnelage" finden kann und sich dann per definition in ein stimmfach einordnen kann.

Dazu gabs mal einen schönen Beitrag den ich leider nicht mehr finde. Ich glaube von Whych war er. Bin mir aber net sicher.

Dass es viele PROFESSIONELLE Bariton gibt, die eigentlich Tenor singen könnten.
Die Gründe weiss ich leider nicht mehr. Kennt jemand den Beitrag den ich meine oder hab ich das geträumt?
 
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"Dass es viele PROFESSIONELLE Bariton gibt, die eigentlich Tenor singen könnten."

hallo derdrache !!
kenne diesen thread zwar nicht, im opernbereich ist es aber auch so , dass viele professionelle mezzosoprane auch für alt rollen besetzt werden oder auch soprane mezzostücke singen ,hängt wohl damit zusammen dass es für ein theater billiger ist wenn sie sänger stärker einsetzen können , als zusätzliche einzustellen und außerdem dass es für z.B. "Alte" nicht besonders viele Opernrollen gibt, sodass Alte rarer sind und so lieber Mezzos eingesetzt werden .


c’ - a’’ Sopran

a - f’’ Mezzosopran

g - c’’ Alt/Altus

c - a’ Tenor

G - g’ Bariton

E - e’ Bass


´Bei dieser tabelle fällt ja auch ganz klar auf dass die einteilung für die unterschiedlichen stimmfächer eigentlich auch eigenartig ist , da liegt der unterschied zwischen den stimmfächern bei zwei ganztönen nach oben und zwei nach unten , bei einem größeren stimmumfang von drei oktaven liegt man dann ja nach der tabelle in drei(!) verschiedenen Stimmlagen , von daher ist es mit passendem timbre kein problem als bariton auch tenor zu singen oder als mezzosopran alt .
 
Timothy Sideburns

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Hach, ich bin heute gut drauf!
00000197.gif
Vorhin habe ich zwei, drei Mal ein b (ich meine jetzt das deutsche h - will mir aber angewöhnen, die internationale Bezeichnung zu benutzen) gesungen und sogar anderthalb Mal :D ein c geschafft. Und es war gar nicht mal so schwer ... I freu mi!
 
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Rebellin

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juhu genau wie ich , bin heute locker bis zum C"' gekommen , und das obwohl ich gar kein sopran bin ..... *freu* ..... krankheiten können ja auch was positives haben
 
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Rebellin schrieb:
juhu genau wie ich , bin heute locker bis zum C"' gekommen , und das obwohl ich gar kein sopran bin ..... *freu* ..... krankheiten können ja auch was positives haben

Juhu, ich komme mittlerweile zum G ;) Reicht mir als Bass bis Bariton aber auch aus...
 
Timothy Sideburns

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Rebellin schrieb:
juhu genau wie ich , bin heute locker bis zum C"' gekommen , und das obwohl ich gar kein sopran bin ..... *freu* ..... krankheiten können ja auch was positives haben
Du singst krank??
eusa_naughty.gif
 
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ja .... ich war 4wochen lang krank ,durfte nix singen ...... bis jetzt gehts mir schon besser und da war ich ganz böse und hab gesungen ;)
 

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