Suche 12-saitige bis 1500 Euro

MikeMcFly
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Hallo zusammen,

ich spiele schon seit Längerem mit dem Gedanken, mir eine neue 12-saitige Westerngitarre anzuschaffen. Leider findet man wenig Beiträge zu 12-saitigen. Ich habe bereits eine uralte Meinel und eine Breedlove, die so um die 500 Euro lag. Die Meinel zählt schon lange nicht mehr und hat für mich nur noch sentimentalen Wert. Mit der Beedlove war ich vom ersten Tag an nicht ganz zufrieden.
Topfavorit wäre derzeit eine Takamine P3DC-12. In der engeren Auswahl sind die Ovation 2758-NEB-G 12 String Elite Pro, die Taylor 254ce Plus und die Martin Guitar D-X2E 12-String Rosewood. Alle Kandidaten außer die Martin konnte ich bisher anspielen. Ungünstigerweise nur zeitversetzt und in unterschiedlichen Geschäften.
Gut gefallen hatten mir auch mal 12-Saiter von Seagull und ich kann mich an eine LAG erinnern, die unheimlich gut in der Hand lag. Hab die Modelle aber ewig nicht mehr gesehen und auch online sind sie nicht aufzutreiben.

(1) Wie hoch ist das (eingeplante) Budget? Wo liegt die finanzielle Grenze, die auf keinen Fall überschritten werden soll?
1500 €, wobei ich für eine wirklich gute Alternative auch bis zu 500 € mehr zusammenkratzen könnte. Dazu müsste die aber dann echt überzeugen.



(2) Soll es eine Westerngitarre, Klassische Gitarre, 12-String, oder sonstiges sein? (Informationen hierzu: https://www.musiker-board.de/wester...schiede-zwischen-konzert-westerngitarren.html )
Western, 12-String


(3) Welche Arten des Kaufs kommen in Frage? Neukauf, Gebrauchtkauf? Internet- oder Ladenkauf? In letzterem Falle: Möchtest du eine Empfehlung für ein Fachgeschäft? Wenn ja, welche Gegend?
Eigentlich nur neu über Internet oder im Laden. Gebraucht nur bei passender Gelegenheit im Raum südliches Münsterland.


(4) Wo setzt du das Instrument primär ein (Zu Hause, Bühne, Studio?) und wie groß ist deine Erfahrung mit akustischen Gitarren?
Zu Hause und im Studio.



(5) Suchst du eine Gitarre für einen bestimmten Stil ?
Ich würde gerne auf der 12-saitigen in Richtung Fingerstyle gehen. Damit befasse ich mich bereits mit meinen 6-Saitern.



(6) Welche Korpustypen / Korpusgrößen kommen für dich infrage? (Informationen hierzu: https://www.musiker-board.de/wester...m-pickups-bei-akustikgitarren.html#post651036 )
Dreadnought wäre gut, Jumbo ginge auch. Ich bin groß, daher weniger die kleinen Größen. Ein Cutaway wäre ein Pluspunkt



(7) Welche Sattelbreite würdest du bevorzugen? Gibt es Vorlieben zu Halsdicke oder -form?
Hmpf... Darum habe ich mir noch nie große Gedanken gemacht, und wenn, dann mit in die Hand nehmen und ausprobieren. Ich habe 6-Saiter von Taylor und Martin die sich gut bespielen lassen. So was wünsche ich mir auch bei der 12-saitigen.


(8) Welche Features sind dir besonders wichtig?
[x] Massive Decke
[x] Massiver Boden und Zargen -> nicht zwingend wichtig
[x] Cutaway
[x] Tonabnehmer



(9) Hast du Wünsche bezüglich der Holzsorten?
Meine Martin hat hat viel Mahagoni verbaut und einen schönen, warmen Klang. Bei der 12-saitigen suche ich aber eher einen etwas helleren Klang mit viel Dynamik. Keine Ahnung, was man da für Holz nehmen würde.

(10) Weitere Wünsche wie Optik, klangliche Eigenschaften (mit Vergleich?) oder sonstiges:
Auf keinen Fall eine schwarze Gitarre!!! Auch wenn man sein Pferd nicht nach der Farbe aussucht, die Farbe spielt eine wichtige Rolle, wie gerne man zum Instrument greift. Daher sollte sie schon gut ausschauen. Natürliche Holzfarben sind gut, Sunburst naja, vielleicht.
 
Ich selbst habe eine Seagull S12 und eine 70s Tama 3557-12. (Und hatte mal eine alte Cimar V302). Davon ist die S12 deutlich besser zu bespielen. (Afair kurze Mensur, habe ich aber gerade nicht da.) Ein paar gebrauchte Seagulls sind gerade auf dem Markt; ich hatte meine vor knapp 20 Jahren auch gebraucht aus dem Web gekauft.

Sehr gut gefielen mir beim Anspielen auch Taylor, Ovation und Guild. Bei "hellerem Klang" wären diese drei (bei Guild in der Ahorn-Version) meine Antest-Favoriten. Ikonisch ist natürlich die Guild-Jumbo... Ovation funktioniert immer und Taylor ist mit den 12strings auch sehr gut am Markt positioniert gewesen. Ob du Taylor für die Kohle bekommst, weiß ich nicht.

Bei Taka gefallen mir nur wenige Instrumente vom akustischen Klang (v.a. die alten Flatpicker-Modelle); deine kenne ich allerdings nicht, weiß also nicht, wie sehr sie sich von den anderen genannten unterscheidet.
 
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Ich habe mit der EAN10C-12 den Vorläufer der P3DC-12 und kann sie in Sachen Klang und Bespielbarkeit nur empfehlen, die einzige, die mir damals besser gefallen hat, war eine Taylor (Modell weiss ich nicht mehr) in der 2800,- € Klasse.
Probier die P3DC-12 einfach mal aus, bei ner Japan Tak kann man nicht wirklich viel falsch machen.
 
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Ich habe im Musicstore im letzten Jahr alle verfügbaren 12-Saiter in die Hände genommen. Übrig blieb die https://www.musicstore.de/de_DE/EUR/Taylor-250ce-BLK-Plus-12-String/art-GIT0061671-000
Die ist leider Schwarz (das mag ich auch nicht - deshalb blieb Sie da!)
Grundsätzlich hat Taylor da aber mehr im (online-) Angebot. Das wäre mir allerdings für dien A-Gitarre zu heikel, einfach auf Verdacht zu bestellen.
Selber habe ich hier eine Ovation-Kopie, und 2x Framus Texan als 12-Saiter, bevorzuge bei den 6-Saitern Takamine. Und auch bei mir müsste es eben eine Dreatnought mit Cutaway in nicht schwarz sein...:rolleyes:. Die Takamine P3DC-12 Die Du angesprochen hattest, habe ich leider in keinem Ladengeschäft verfügbar gesehen. Die würde ich auch testen wollen - allerdings ganz klar gegen die schwarze Taylor...
 
Takmine hatte ich bereits mehrere in Köln angespielt und war jedes Mal begeistert. Allerdings die günstigen China-Modelle. Chinaprodukte mit Markennamen lehne ich aber grundsätzlich ab, aus verschiedenen Gründen. Die P3DC hatte ich noch nie bewusst in der Hand. Ich meine, ich hätte sie einmal vor einigen Jahren woanders angespielt, bin aber nicht sicher, ich weiß nur noch, dass der Preis ähnlich war und ich sie am liebsten mitgenommen hätte. Leider hatte ich damals nicht das Geld dafür. Von Kollegen aus den USA weiß ich, dass sie dort sehr beliebt ist. Die günstigeren Varianten aus China sollen ähnlich gut sein, aber den Aufpreis von fast 1000 Bucks würde ich nicht bereuen, das wäre die P3CD wert.

Hier in der Nähe verkauft einer eine etwas ältere Seagull S12. Bedauerlicherweise hat er nur 6 Saiten drauf, sodass ein spontanes Ausprobieren als 12-Saiter flachfällt. Allerdings ist der Preis interessant, VB unter 300 Euro. Das Risiko, eine alte Bastelbude zu bekommen, die man dann neu besaitet und vielleicht sogar noch beim Gitarrenbauer einstellen lässt, nur um sie weiterzuverkaufen, ist mir da dann aber doch etwas hoch. Außerdem will ich was möglichst Neues ohne Macken.

Interessant, dass sich noch niemand zu der Martin geäußert hat. Ich müsste vermutlich bis Köln fahren, um sie anzuspielen, und hab noch keine wirkliche Meinung dazu.
 
Bedauerlicherweise hat er nur 6 Saiten drauf, sodass ein spontanes Ausprobieren als 12-Saiter flachfällt.
Kauf einen neuen Satz für ein paar € und investiere eine halbe Stunde ins Aufziehen. Wenn der Verkäufer mitmacht, was er sollte. Ich persönlich finde sie mit der kürzeren Mensur leichter zu bespielen als meine Tama, gerade beim Picken.
Allerdings ist der Preis interessant, VB unter 300 Euro.
Ist ok. Ich habe, ist aber lange her, gebraucht ca. 230€ inkl. Koffer gezahlt. Die alten Ss scheinen aber insgesamt teurer geworden zu sein.
 
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Die gebrauchte Seagull hat sich erledigt. Sie hat einige Dings und Dongs und außerdem kein Tonabnehmersystem. Der Satz Saiten wäre tatsächlich weniger ein Problem.
Wieso gibt es eigentlich kaum noch Seagull neu zu kaufen?
 
sewagullDings und Dongs
Zederndecke ist empfindlicher als Fichte
Zu Hause und im Studio
Dafür brauchst du eigentlich kein PU-System, da wäre ein Mike das Mittel der Wahl.

Für mich wäre beides kein Hindernis aber das muss jeder selbst wisssen.

kaum noch Seagull neu zu kaufen?
Distributor sitzt in NL (www.mafico.com), vgl. https://godinguitars.com/international-distributors/
Dass ein Distributor im Land fehlte, war afair schon vor ein paar Jahren mal so. Dann war's wohl mal Trius in Ibbenbüren.
 
Soll das eher was für die Bühne oder Wohnzimmer/Sofa sein?
Als ich gesucht habe, haben mir Taylor und Ovation von der Bespielbarkeit her am Besten gefallen. Live und für Proben war mir dann aber Ovation lieber. Bei einem Budget von 1500€ wird das nichts mit einem Oberklasse Pickup System. Den gut brauchbaren und typische Ovation Akustik Sound bekommt man jedoch auch günstiger.

Überrascht bin ich auch immer wieder, wie stimmstabil die Ovation ist. Da ist halt Kunststoff verbaut, aber das ist an der Stelle von Vorteil und eine 12-String, die man ständig nachstimmen muss, ist IMO die Pest.
 
Das PU-System ist ein "Tick" von mir. Das muss. 🙈

NL ist nicht weit, vielleicht fahre ich am WE mal rüber.

Sie soll hauptsächlich fürs Wohnzimmer und Studio sein.

Die Ovation ist nicht ohne Grund noch in der engeren Auswahl. Ich mag tatsächlich den eigenen Klang. Außerdem habe ich mit meiner alten 6-String-Celebrity sehr gute Erfahrungen gemacht. Die habe ich vor über 15 Jahren für etwa 350 € neu bekommen. Sie ist immer noch stimmstabil und ich spiele auch gelegentlich noch darauf. Die Elite Pro ist nicht umsonst noch in der engeren Wahl. Allerdings weiß ich nicht, ob mir am Klang was fehlen wird. Da bin ich etwas unsicher.
Die Taylor gefallen mir ganz gut von der Bespielbarkeit. Hab auch von dem Hersteller auch eine 6-String. Ich liebe sie. Ich bin mir aber nicht sicher, ob mir die 12-saitigen Taylor zusagen. Müsste ich vielleicht noch einmal gezielt testen.
 
Ovation ist nicht ohne Grund noch in der engeren Auswahl. Ich mag tatsächlich den eigenen Klang.
Auch akustisch? (Ich auch, habe eine 6str-US-Balladeer)
Oder abgenommen? Da kommen mehr in die Richtung
 
Bei den Ovations ist es eher der abgenommene Sound. Ohne Verstärker fehlt mir ein wenig was, weswegen ich noch eine Taylor und eine Martin als 6-Saiter hier stehen habe.
Auf die US-Balladeer habe ich auch immer geschielt, aber damals war kein Geld dafür da. ;)
 
Ich habe mir vor vielen Jahren nach dem Abi einen Traum erfüllt und mir damals eine 12saitige Ovation gekauft. Die fand ich auch toll, insbesondere, weil sie sich bei einer Chorbegleitung gut durchgesetzt hat.
Nach einigen Jahren trat jedoch bei meiner Gitarre eine wohl bauartbedingte Schwäche auf. Anscheinend wurde aus einer Konstruktion für 6 Saiten dann auch eine 12saitige gemacht. Dafür wahr die Decke hinsichtlich der Zugbelastung wohl nicht ausgelegt. Im Lauf der Zeit ist die Decke etwas eingesackt und der Steg hat sich zum Hals hin etwas geneigt. Dadurch war die Gitarre nicht mehr bundrein. Irgendwann so schlimm, dass sie auf dem Sperrmüll gelandet ist.
 
Die Ovation ist bei mir ab sofort auch raus. Hab heute mitbekommen, dass deren Modell für rund 1300 Euro in China gefertigt wird. Da hört bei mir jedes Verständnis dafür auf.
Nicht dass Chinesen nicht auch Gitarren bauen können, aber die Standards bei den verwendeten Materialien sowie die Arbeitsbedingungen halte ich persönlich für untragbar, und das muss ich nicht mit dem Kauf eines 1300 € teuren Instruments unterstützen. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie hoch hierbei die Marge ist.
Als ich das erfahren hatte, wollte ich mir die Japan-Take beim großen T bestellen. Dort werden aber ganz frisch Lieferzeiten von bis zu 9 Wochen angegeben. Bei anderen Händlern meines Vertrauens ist sie auch nicht mehr zu bekommen und bei dem Preis will ich auch nichts riskieren.
Werde mich gleich mal ins Auto setzen und zu einem Musikladen fahren, der Taylor und Martin zum Anspielen hat, und dann meine Wünsche überdenken. Vielleicht haben die ja auch Takamine. 🤷‍♂️

Irgendwie ist die Versorgung mit Instrumenten in den letzten Jahren so richtig :poop: geworden.

Edint: Ganze drei 12-Saiter hatte der relativ große Händler in der Preisspanne um 1000 Euro im Angebot. Eine Eastman, die mich überhaupt nicht angesprochen hat. Zu wenig Dynamik, mittelmäßige Bespielbarkeit. Eine Ovation, sie war ja ohnehin schon raus, aber ich wollte sie noch einmal testen, und eine Taylor, die 150, die mich ziemlich positiv überrascht hat. Leider keine Martin mit 12 Saiten und überhaupt keine Takamine.:rolleyes:
 
Zuletzt bearbeitet:
aber die Standards bei den verwendeten Materialien sowie die Arbeitsbedingungen halte ich persönlich für untragbar,
Kannst du das erläutern?
Welche Standards sind bei Ovation unterschritten und was weißt du über die Arbeitsbedingungen in der Ovation-Fabrik?
 
@Disgracer : Es geht weniger darum, welche Standards bei Ovation nicht eingehalten werden. Es hat auch viel weniger speziell mit Ovation zu tun als mit den Produktionsbedingungen und in China allgemein. Ovation liefert allgemein eine ausgezeichnete Qualität und die Produkte sind in der Regel langlebig. Ich habe noch einmal nachgeschaut, meine alte Celebrity ist eine "Made in China" und besser gefertigt als so manch andere Gitarre in meinem Bestand. Nicht zuletzt deswegen habe ich gestern auch eine Ovation noch einmal angespielt. Jedoch fand ich die Bespielbarkeit schlechter als bei der Taylor, die ich parallel getestet hatte. Auch beim Klang fand ich einige Schwächen, was aber persönlicher Geschmack wäre. Letztlich würde ich sie als hervorragende, robuste Bühnengitarre sehen, aber ein Bühneninstrument ist nicht das, was ich suche.

Was Made in China angeht, so sind meine Aussagen sehr allgemein zu betrachten. In China gibt es schlechtere bis keine Standards zur Verwendung von Materialien. Hierbei geht es unter anderem auch darum, aus welchen Stoffen ein Lack oder Kleber zusammengesetzt ist. Lacke und Kleber sondern auch Jahre nach dem Auftragen noch Stoffe ab, die gesundheitsschädlich sein können. Auch bei den Hölzern und deren Behandlung könnte man viel pfuschen. Ein weiteres Thema wäre da auch die Abfallentsorgung, die in China lange nicht so streng kontrolliert wird, wie anderswo.

Die andere Geschichte sind die Arbeitgeberrechte in China, die vielerorts mit den Füßen getreten werden. Das muss nicht bei Ovation der Fall sein, wobei ich nicht glaube, dass Ovation dort eine eigene Fabrik betreibt. Vielmehr wird man, wie viele Unternehmen aus anderen Branchen auch, ein Subunternehmen mit der Produktion beauftragen. Für mich als europäischen Kunden ist es nicht nachvollziehbar, und in meinem Kopf verallgemeinere ich inzwischen bei dem Begriff "Made in China". Hier noch einmal ganz deutlich gesagt, ich weiß nicht, wie es genau in der Fertigung bei Ovation aussieht und bezweifle, dass man sich da in die Karten schauen lassen möchte. Ja, es werden in China inzwischen auch Löhne gezahlt, die man angesichts der dortigen Lebenshaltungskosten als gut oder gar sehr gut bezeichnen kann, die sind aber längst nicht die Regel.

Was mich am meisten stört, ist die Tatsache, dass hier am Markt hochpreisig Gitarren angeboten werden, die sicher günstiger hergestellt werden als Gitarren aus Produktionen anderer Länder, in denen das allgemeine Lohnniveau höher ist. Mir erschließt sich nicht der Sinn, warum ein Instrument, das in China gefertigt wird, fast doppelt so teuer sein muss wie vergleichbare Instrumente aus anderen Ländern wie Mexiko, Korea oder Japan. 1300 Euro für eine Ovation aus China? Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, warum der Preis so hoch sein muss und ich mag gar nicht darüber nachdenken, wie hoch die Margen bei den Importeuren sein mögen.

So geht es inzwischen aber mit vielen Produkten, von denen wir traditionell wertige Handwerkskunst erwarten, bei denen das Produkt letztlich aus China kommt. Um nicht alleine auf Ovation einzudreschen, auch Firmen wie Volvo die ihren EX30 in China fertigen, oder viele andere.

Wie gesagt, es ist wahrscheinlich viel mehr meine persönliche politische Meinung, als dass man da nun explizit einem bestimmten Hersteller einen Vorwurf draus machen kann. Meine Haltung zu chinesischen Produkten ist aber genau aus den oben genannten Gründen die, dass ich mir lieber Alternativen suche. Darum hat es eine China Made Ovation bei mir genauso schwer wie ein Volvo EX30.
 
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es ist wahrscheinlich viel mehr meine persönliche politische Meinung
Die wir aber hier im Forum nicht diskutiert haben wollen ...

Jetzt lasst also diese Diskussion bitte nicht in "Gesellschaft/Politik" abschweifen!
Hier im Thread geht es um den Kauf eines Instrumentes, nicht um Geopolitik ;)

Danke! :opa:
 
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@MikeMcFly
Hm, ich kann einige deiner Argumente durchaus nachvollziehen, andere empfinde ich als zu kurz gedacht.

Ich glaube viele Leute haben immer noch die Vorstellung eine Gitarrenfabrik in China, wo ein Dutzend Arbeiter im Kreis sitzt und die Gitarren hobelt.
Im Hinterkopf immer noch das Mantra "Made in China" = billig.
Die Realität ist, dass China in den letzten 10 Jahren eine große Entwicklung gemacht hat und viele Bereiche durchaus im High-End arbeiten.
Einfach mal ein Eindruck einer chinesischen Gitarrenfabrik:

View: https://www.youtube.com/watch?v=ga-ke-kd36o&t=235s
Das steht in vielen Bereichen einer Fertigung in den USA oder Deutschland überhaupt nicht nach. Im Gegenteil.

In China gibt es schlechtere bis keine Standards zur Verwendung von Materialien.
Das legt ja letztlich der Auftraggeber fest. Ovation (oder andere Marken) können ja sehr genau bestimmen, welche Hölzer gekauft werden, welche Lacke verwendet werden etc.
Wenn Produkte in der EU verkauft werden, gelten hier natürlich auch die Standards die die EU Richtlinien einfordern.
Abfallentsorgung etc ist natürlich nicht nachvollziehbar, aber das gleiche gilt auch für Korea, Mexiko, die USA und selbst für europäische Fabriken..
Vieles bleibt einfach im Unklaren.

Was mich am meisten stört, ist die Tatsache, dass hier am Markt hochpreisig Gitarren angeboten werden, die sicher günstiger hergestellt werden als Gitarren aus Produktionen anderer Länder, in denen das allgemeine Lohnniveau höher ist. Mir erschließt sich nicht der Sinn, warum ein Instrument, das in China gefertigt wird, fast doppelt so teuer sein muss wie vergleichbare Instrumente aus anderen Ländern wie Mexiko, Korea oder Japan. 1300 Euro für eine Ovation aus China? Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, warum der Preis so hoch sein muss und ich mag gar nicht darüber nachdenken, wie hoch die Margen bei den Importeuren sein mögen.
Hier war ich überrascht. Aus mehreren Gründen:
1) Generell ist der Preis einer Gitarre ja nicht rein an den Materialwert oder die Arbeitszeit gekoppelt, sondern daran was der Markt bereit ist zu zahlen. In diesem Fall hat Ovation eben durchaus einen Namen und kann eben entsprechende Preise aufrufen. Die Marge wird auch noch größer sein, als bei Noname Instrumenten. An dieser Stelle empfinde ich es aber als seltsam, dass du nach einer Martin Ausschau hältst, denn das ist mit Sicherheit eine der Gitarrenfirmen mit der höchsten Marge.
2) 1300€ für eine vernünftig gefertigte Gitarre empfinde ich nicht als sonderlich viel. Das ist heutzutage ja fast noch Einsteigerklasse. Und letztlich ist ja die Frage eher "bekomme ich einen entsprechenden Gegenwert für das Geld oder nicht?" Und die Antwort mag ja sehr individuell sein.
3) Ich glaube du missverstehst das Lohnniveau in China.
Weil ich gerade eine Grafik dazu gefunden hab und du Mexiko erwähnt hast, als ein Land mit höherem Lohnniveau:
Bildschirmfoto 2026-02-05 um 16.28.32.png

Die Produktionskosten/Lohnkosten in China im Vergleich zu Mexiko liegen ungefähr 50% höher. Hier ist deine Vorstellung genau falschrum!
Insofern erklärt es sich auch sehr einfach, wieso deine Wahrnehmung, dass die China-Ovation im Vergleich teuer ist, stimmt.
Es kostet viel mehr in China produzieren zu lassen als in Mexiko.
Die Zahlen sind von statista.de und du findest das hier (zusammen mit einem lesenswerten Artikel): https://insights.tetakawi.com/de/manufacturing-wages-mexico-vs-china

China hat eine ganze Menge Leute aus der Armut geholt und zahlt mittlerweile auch deutlich höhere Löhne als andere Länder.
Nicht aus Versehen lassen große Firmen wie Apple etc zunehmend nicht mehr in China, sondern in Indien etc produzieren.
Die Zeiten mit "Made in China" = billig und schlechte Qualität sind seit Jahren vorbei.
Viele High-End-Produkte (Handys, Computer, Fernseher und und und) werden in China mit niedrigsten Toleranzen gefertigt. Da ist so eine Gitarre keine große Herausforderung.

Insofern kannst du dich vielleicht noch einmal hinterfragen, ob deine Vorstellung von in China gefertigten Gitarren der Realität entspricht und ob andere Ländern "besser" oder "schlechter" sind, aber ich habe das Gefühl, dass das bei dir in dem Fall eher eine Bauchentscheidung ist, als faktenbasiert.

Meine ganz persönliche Meinung: Solange Gitarren anspielen, bis du eine findest die passt und einfach nicht auf Marke oder Herkunftsland achten.
Ich hab schon ganz fantastisch(e) verarbeitete Gitarren aus "Billigländern" in der Hand gehabt und richtigen Schrott aus "Topländern". Ebenso andersrum.
Das gleiche gilt für Marken. Ich hab zig richtig schlecht verarbeitete Martins und Taylors gespielt und tolle "Noname"-Gitarren. Ebenso andersrum.
 
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@Disgracer : Ich mag darauf gar nicht näher eingehen, da ich mir sicher bin, dass wir nicht einer Meinung sein werden. Nur so viel:
1. Ich muss hier meine politische Einstellung ebensowenig wie meine Vorlieben verteidigen.
2. 1300 Euro sind für einen Hobbymusiker wie mich immer noch eine Menge Geld. Mir ist klar, dass man dafür keine handgefertigte Edelgitarre bekommt, aber immerhin doch ein spielbares und für meine Bedürfnisse gutes Instrument, das mit Sicherheit über dem normalen Einsteigerniveau liegt. Die meisten Hobbymusiker müssen mit Instrumenten unter 500 Euro auskommen. Ich finde deine Aussagen dazu ziemlich anmaßend.
3. Mir sind Marken weitestgehend egal. Mir ist es wichtig, dass ich mich auf dem Instrument wohlfühle.
4. Ich muss meine Vorstellung zu China nicht hinterfragen. Ich lasse mir da auch keine chinaverherrlichende Meinung aufdrücken. Ich vertraue dem, was ich mit meiner Weltanschauung für richtig halte. Im Übrigen habe ich beruflich viel mit Produktsicherheit zu tun und dadurch auch relativ viel mit chinesischen Produkten und deren Sicherheitsstandards.

Allen anderen, die mir bei meiner Entscheidung geholfen haben, möchte ich noch danken. Leider ist es in der heutigen Zeit nicht mehr möglich, Instrumente miteinander zu vergleichen, da selbst große Händler nicht immer alles auf Lager haben. Gegenwärtig würde bei mir eine Taylor das Rennen machen. Nicht weil ich sie für besser halte, sondern weil es mir nicht gelungen ist, eine aktuelle Martin oder die Wunsch-Takamine einmal anzuspielen. Allerdings ist mir inzwischen auch ein wenig die Lust vergangen und ich denke darüber nach, auf meiner alten China-Breedlove weiterzuspielen. Die ist, wie ich nun gelernt habe, weit unter Einsteigerniveau, aber kaufmännisch für mich die richtige Entscheidung.
 

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