Suche Bach Trompete

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Hallo,
habe folgendes Problem,
suche eine Bach stradivarius B Trompete. Das einzige was ich weiß ist das die Trompete damals angeblich 10.000 DM gekostet haben soll,
und das blauer Samt im Koffer war. Sie war Goldfarben/Messing. vor 17 Jahren wurde sie verkauft und war zu dem Zeitpunkt schon überholt, sprich
etwas älter.
Kann man anhand der Angaben grob das Modell bestimmen? HAb leider null Ahnung von Trompeten.
Und wenn man das einschätzen kann, was wäre der PReis momentan?
Danke und Gruß
 
Eigenschaft
 
Wozu suchst du die denn?
Anhand dieser Angaben lässt sich da eigentlich nichts sagen. Fast jeder Koffer, der mit Samt ausgeschlagen ist, ist innen blau, rot oder schwarz. Eine allzu große Farbvielfalt des Instruments hat man auch nicht und Bach ist in der Regel immer recht hochpreisig, was nicht heißt, dass die Instrumente qualitativ herausragend (in sehr vielen Fällen bei Bach nicht einmal annehmbar, sondern ungenügend) ist.
Wenn eine Trompete vor 17 Jahren 10.000 DM gekostet hat, könnte man heute vermutlich (Neupreis) an etwa 6000 € denken, was schon sehr viel Geld für eine Trompete ist. Man bekommt sicherlich derart teure Instrumente auf dem Markt. Von Bach ist mir da jetzt direkt keines bekannt, aber wenn ich so viel ausgeben WÜRDE, dann sicher nicht für eine Bach :D
 
Möchte eine kaufen da ich mal eine verloren hab die nicht mir gehört hat.
Kaufdatum war eher vor 25-30 Jahren. Mein Budget ist bis 1300.
Werd denke ich einfach eine Stradivarius in der Preisklasse holen.
 
...suche eine Bach stradivarius B Trompete. Das einzige was ich weiß ist das die Trompete damals angeblich 10.000 DM gekostet haben soll...

Das ist eher unwahrscheinlich bzw. "Trompeter-Latein". Selbst in Zeiten dickerer Handelsspannen vor 30 Jahren und mehr waren neue Bach nicht derart teuer, in den USA schon gar nicht.
Meine versilberte Bach Strad. 37 habe ich 1987 in L.A. für 990 USD bekommen, das entspräche nach damaligem Wechselkurs ungefähr 960 EUR. Von deutschen Musikhäusern wurde für das Instrument damals je nach Ausführung und Preisgestaltung des Händlers umgerechnet um die 1530 EUR+/- 10% verlangt.

Die relativ teuersten gebraucht gehandelten Bach Stradivarius stammen aus der "Mt. Vernon"-Periode des Unternehmens von 1953 bis Anfang der 60er Jahre. Der Name stammt vom damaligen Produktionsort in New York, sie kosten derzeit grob um die 2.000 USD, bei gutem Originalzustand können es auch Richtung 3.000 USD werden. Ob jemand zu solchen Preisen kauft, weiss ich natürlich nicht.

Damals förderte die Entscheidung des legendären Bud Herseth für die C-Trompeten von Bach und deren Anschaffung für das Chicago Symphony Orchestra den Weltruf der Instrumente, die lange ein professioneller Standard waren.
Das ist aber schon seit vielen Jahren vorbei. Trompeten von Bach mussten beim CSO bereits vor gut 10 Jahren einem neu entwickelten Modell von Yamaha weichen. Das bot einerseits konstruktive Details der Mt. Vernon Bachs, andererseits aber auch die Vorteile moderner Trompeten. Die professionellen Anforderungen an Instrumente haben sich in den letzten 60 Jahren durchaus verändert.

Wenn Du öfter Gelegenheit hast, Trompeten vergleichend zu spielen, relativieren sich die gerne herumerzählten Superlative bestimmter Trompetenmythen meines Erachtens ziemlich stark.

Jede Trompete sollte gut intonieren, eine leichte Ansprache und eine gute, leichtlaufende Maschine haben, dazu dichte Ventilen und Züge sowie einen ansprechenden Klang bieten. Der Klang nach einem Schnippen mit dem Fingernagel gegen den Becherrand verrät darüber übrigens rein gar nichts, macht aber trotzdem Spaß. :D

Für die Auswahl unter den vielen guten bis hervorragenden Trompetenmodellen sollte man sich klar sein, in welche Richtung man eigentlich suchen möchte.
Eine gute Trompete kann eher leicht oder schwer sein, eher hell oder dunkel klingen und ein gewisses Widerstandsmuster beim Spielen durch die Register bieten.

Man findet heute bei führenden Händlern schon für unter 1.000 EUR sogar in Deutschland gefertigte Bb-Trompeten, die im Spielgefühl und Klang mit einer guten Stradivarius vergleichbar sind.
Solche Instrumente werden übrigens auch in den USA geschätzt, man kann es aus amerikanischen Forumsbeiträgen lesen.

Besser als die Schilke X3, die ich in den letzten Tagen gegen meine Kanstul 1500B und meine Kanstul F. Besson Meha testen konnte, habe ich keine Bach in Erinnerung. Meine eigene 180-37ML ist sicher auch ganz gut, entspricht aber nicht mehr meinen Vorlieben (leicht gebaut, relativ hell Klingend, sehr offen).
Viele "Anfänger" werden den sonoren Klang und den Widerstand einer Bach Stradivarius 37 und ähnlich konstruierter Trompeten zu schätzen wissen. Widerstand ist keine negative Eigenschaft, sondern nur eine vergleichsweise Beschreibungskategorie.
Ohne Widerstand kann man nicht spielen, er muss entweder im instrument oder im Ansatz-System aufgebaut werden.


Für 1.300 EUR gibt es nur gebrauchte Bach Stradivarius (NP mit Koffer ab ca. 2.300 EUR), aber eine neue Bach VBS. Abgesehen vom zweiteiligen Becher, der einfacher in der Herstellung, aber qualitativ kein zwangsläufiger Nachteil ist, steckt eine Menge Strad. in diesem Modell.

Bei Gebrauchangebten ist besonders sorgfältige Prüfung bei Instrumenten aus der mehrjährigen Bach-Streik-Periode (plus Sicherheitabstand) empfehlenswert.
Man solllte gebrauchte Instrumente eigentlich ganz grundsätzlich mit solidem Wissen über das Instrument und Ausprobieren (lassen) bzw. Rückgaberecht bei "noch gar nicht aufgefallenen" Mängeln kaufen.


Zum Vergleich könntest Du bei Händlern z.B. die Sella und die Topline von Kühnl und Hoyer testen, die Conn 52B-SP (alles eher nicht "Bach-like"") oder die bisweilen als "Bach Klon" bezeichnete B&S Challenger I.
 
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Du hast null Ahnung von Trompeten, hast eine verloren, die dir nicht gehört, die aber angeblich unendlich teuer gewesen sein soll?
Kann es sein, dass dich da jemand verarschen will? Klingt irgendwie ganz seltsam...
 
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... Kann es sein, dass dich da jemand...
Jetzt kapiere ich erst den Zusammenhang. :redface:

Es geht wohl nicht um "Beratung" zum Instrumentenkauf eines Wiedereinsteigers, sondern um Ersatzansprüche des Eigentümers für ein verloren gegangenes Instrument.
Schon aus teilnehmender Neugier würde mich die Geschichte zum Verlust wirklich interessieren...

In so einem Fall würde ich mir möglichst eine Kaufrechnung vorlegen lassen, die ist normalerweise schon wegen der Hausratversicherung vorhanden.
Ansonsten würde ich mir vom Eigentümer schriftlich genaue Angaben zum Instrument geben lassen (Modell, Jahr der Anschaffung, Angaben zum Kauf und Verkäufer, Preis...). Auch Fotos von der Schallstück-Gravur oder der Seriennummer wären sehr hilfreich.

... Werd denke ich einfach eine Stradivarius in der Preisklasse holen...
Böser Fehler, wenn man keine Ahnung vom Thema hat, das klingt für mich ein wenig nach "Frischfleich für die Krokodile".
Nicht alle Verkäufer von gebrauchten Trompeten sind grundehrlich und hilfsbereit...

Es macht auch einen gewissen Unterschied, ob wir hier von einer 25, 37, 43, 72, Ausführung Light, nur Korpus Light, nur Schallstück Light, Heavy..., Reversed Leadpipe, lackiert oder versilbert usw. reden. Vieles davon wirkt sich auch auf den Preis aus.
Die sehr vielen verschiedenen Bach-Stradivarius Modelle und die Kombinationsmöglichkeiten in der Ausstattung sind natürlich längst nicht alle gleich populär und spielen tun sie sich selbstverständlich auch nicht alle gleich.


Eine Einschätzung möchte ich aber auf Verdacht wagen, um dem TE weiterzuhelfen. Die üblicherweise gespielten Bach Stradivarius sind aus der Elkhart-Zeit, also nach ca. 1962 gebaut. Das trifft für "dein Problem" sehr wahrscheinlich zu.
Eine gute Marken-Trompete verliert dabei gleich von Anfang an recht ähnlich wie ein Auto erheblich an Wert.

Für ältere Instrumente pendelt sich der Kaufpreis bzw. Wiederbeschaffungswert von Bach Stradivarius der häufigeren/beliebteren Modelle zwischen ca. 800 EUR und ca. 1.200 EUR ein, je nach individuellem Zustand und Beliebtheit bzw. Verfügbarkeit des Modells. Im Einzelfall sind natürlich Abweichungen möglich.

Während bald 25 Jahren der Beschäftigung mit Trompeten ist mir aber z.B. noch nie eine Bach Stradivarius mit Sterling-Silberbecher untergekommen, obwohl ab Werk erhältlich.

Neben Musikhäusern mit Gebrauchtinstrumenten und gutem Blechbläserangebot wie z.B. Bertram in Freiburg oder Gillhaus in Freiburg wären Ebay, aber besonders auch vioworld.de mögliche Quellen, um sich nach Ersatz umzuschauen.
 
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ne das Ding gehörte meinen Bruder und lag ewig im Keller, habs versetzt und will jetzt ein gleichwertiges Instrument besorgen.
Werd mal bei Händlern gucken und ne gebrauchte Stradivari vorführen lassen, sollte der Preis stimmen und der Klang werde ichs so machen.
Hätte ja sein können das in der Preisklasse um 10.000 DM nur bestimmte Modelle in Frage kommen.

---------- Post hinzugefügt um 23:40:16 ---------- Letzter Beitrag war um 23:37:19 ----------

ab diese im Visier:
http://www.ebay.de/itm/Trompete-Bac...187734?pt=Blasinstrumente&hash=item20c1d92816

und diese:
http://www.ebay.de/itm/VINCENT-BACH...708050?pt=Blasinstrumente&hash=item27c25ea8d2

Muss die zweite poliert werden?
 
Gebrauchte Strad. ≠ gebrauchte Strad.
Gerade Bach hat so derbe Qualitätsschwankungen, dass diverse Instrumente für den selben Preis nahezu unspielbar sind. Ungesehen und ausführlich angespielt solltest Du ein Instrument niemals in dieser Preisklasse kaufen, gerade nicht bei ebay, da Du keinerlei Rückgaberecht hast. Wenn Du das Geld unbedingt loswerden willst (danach klingt es momentan), spende es oder leg es an.
Wenn Du Deinem Bruder wirklich zu einem brauchbaren Instrument verhelfen willst (und so wirklich verstehe ich diese Geschichte immer noch nicht), dann gib ihm einen Gutschein oder einen gewissen Geldbetrag und lass ihn selbst gewisse Instrumente antesten, nur davon hat er auch wirklich etwas.
Dein scheinbares Engagement in allen Ehren, aber was Du da vorhast klingt wirklich etwas absurd!
 
ne das Ding gehörte meinen Bruder und lag ewig im Keller, habs versetzt und will jetzt ein gleichwertiges Instrument besorgen....ab diese im Visier...

Wozu eigentlich eine Trompete kaufen, die dann doch wieder im Keller landet oder vertickt wird?
Wenn Du das Instrument wirklich nicht mehr auslösen kannst und deinem Bruder 800 EUR dafür zahlst, ist er eigentlich sehr gut bedient, der Grund dafür steht im letzten Absatz.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Du von einem Pfandleiher mehr als 300-400 EUR dafür bekommen hast.


Es gab wirklich nie eine Bach Stradivarius für 10.000 DM, wurde das bisher nicht verständlich?

Außerdem haben wir versucht, dir zu erklären, dass es bei den Modellen große Unterschiede gibt. Dazu kommen noch die Qualitätsprobleme bei manchen Exemplaren.
Du vergleichst in deiner Auswahl gerade zwei Bach, die sich sehr deutlich unterscheiden, verschieden spielen und wahrscheinlich nicht vom gleichen Spieler in Auswahl gebracht würden, abgesehen vom vermutlichen Zustand.
Die Angaben des völlig überteuerten 37-Angebots sind derart dürftig, dass Du genauso gut Lotto spielen könntest.
Ein guter Zustand des Instruments ist bei solchen Händlern m.E. eher unwahrscheinlich, so fehlt z.B. die Kontermutter des Schnellstoppers und sogar der Originalkoffer. Der Wasserklappenkork wurde offenbar auch nicht ersetzt, eigentlich selbstverständlicher Service. Da würde ich schon aus reiner Erfahrung Korrosion im Innern eines ungepflegten Instrumentes vermuten.

Die 25 wäre mir als Sofort-Kauf auch zu teuer, für den Startpreis bei wirklich gutem Zustand wäre es eine Überlegung wert. Aber ob jemand tatsächlich eine 25 will, ist halt die Frage. Sie unterscheidet sich von den Standardmodellen 37, 43 und 72 (die verschiedene Becher haben!) durch die größere Bohrung, die mit einem betont engen Becher aufgefangen wird.
Wobei das, was Bach unter "großer" Bohrung versteht, bei Benge- oder Kanstul-Spielern wie mir nur ein mildes Lächeln auslösen würde.
Die .462 Bohrung der Bach 25 läge dort zwischen der Standardbohrung Medium Large .460 und Richtung Medium Large Plus .464, zum Vergleich: meine L-Bore Kanstul F. Besson Meha hat eine Bohrung von .470.

Ich würde mir vom Anbieter vor einem Gebot zumindest Intonationstreue, dichte Ventile und Korrosionsfreiheit, ganz besonders an Mundrohr, Zügen und Ventilen sowie eine fachmännische Innen-Reinigung des Instrumentes zusichern lassen, was ausdrücklich die Freiheit von Ablagerungen aller Art bedeutet.

Die Argumente von Hyperion sehe und unterstütze ich ebenfalls, aber das muss ich wohl nicht im Wortlaut wiederholen.
Man kann als Nicht-Trompeter eigentlich ohne fachkundige Begleitung gar keine Trompete kaufen, weil man dabei sehr Vieles wissen und beachten sollte.

Dass die Bach Stradivarius im deutschen Einzelhandel Ende der 1980er Jahre um die 3.000 DM gekostet haben, wurde ja schon geschrieben. Noch 10/15 Jahre davor waren es vielleicht 2.000 DM. Zum Vergleich, der erste VW Golf kostete 1974 ganze 8.000 DM.

Eine aktuelle nagelneue Bach Stradivarius in häufig verkaufter Ausführung kostet heute umgerechnet etwas über 2.000 EUR.

Die Kellerlagerung dürfte dem Instrument deines Bruders nicht gut getan haben, wenn es nicht darauf vorbereitet wurde (Reinigung, trocknen, auseinander nehmen) und wenn es kein staubtrockener, gleichbleibend warmer Neubau-Betonkeller war.

Bei unsachgemäßer Lagerung und/oder schlechten Lagerbedingungen treten regemäßig Schäden wie festsitzende Züge und klemmende Ventile ein, oft auch ernsthafte Korrosionsschäden durch die im Instrument verbliebene oder aus der Umgebung stammender Feuchtigkeit.
Sollte anschließend versucht worden sein, klemmende Ventile ohne echte Sachkenntnis zu lösen, wurde der Schaden nur vergrößert, bis hin zum Ruinieren der Maschine. Festsitzende Züge werden meist ebenfalls durch laienhafte Reparaturversuche beschädigt, Mundrohre beim Lösen von festen Mundstücken abgerissen usw... Das geht bis zum Totalschaden.
 
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