Hallo,
was spricht eigentlich dagegen beide Systeme zu erlernen? In der Regel nur die eigene Bequemlichkeit, die allerdings nur eine scheinbare ist. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile und damit auch ihre Daseinsberechtigung. Das Erlernen des Notensystems ist viel leichter als das Erlernen einer Fremdsprache, dann allerdings universell einsetzbar und damit eine enorme Erleichterung, für viele Bereiche gar nicht zu ersetzen: Die harmonische Zusammensetzung eines Stückes z.B. erschließt sich durch das Notensystem sofort - bei Tabulaturen wirds da schon schwieriger. Wer allerdings das (die)Tabulatursystem(e) nicht kennt, wird Schwierigkeiten haben, das Kompositionsschema vieler Gitarren- bzw. Lautenstücken z. B. der Renaissance zu begreifen.
Tabulaturen sind übrigens schon seit dem Mittelalter bis heute gebräuchlich - auch das nicht ohne Grund.

Die klassische Notation ist perfekt für Tasteninstrumente, für Saiteninstrumente, bei denen jeder Ton mehrfach und in immer anderer Klangfarbe zu spielen ist (ist ja das tolle an der Gitarre), nur bedingt.
BTW: Wer aber inner Punkband spielt, um einfach Spaß am Musikmachen zu haben - und das ist sicher nicht abfällig gemeint - braucht sich um den ganzen Kram eh nich zu kümmern! Viele klassisch ausgebildete Musiker sind in der Tat ohne ihre Noten hilflos, Improvisationstalent nur bei sehr wenigen besonders ausgeprägt und Spielen nach Gehör kaum möglich. Für ne ordentlich Jam-Session brauchste nicht Noten lesen zu können - gutes Grundwissen im Bereich Harmonielehre und allgemeiner Musiktheorie ist da sehr viel hilfreicher, aber das ist schon ein wenig OT.