Naja ich würde bei reellwertigen Zeitsignalen halt nicht auf die Idee kommen "Phase" ohne Fourier-Kontext überhaupt erst zu definieren
Du nicht - aber die allermeisten anderen schon. Bzw. die meisten anderen Menschen denken sowieso nur an harmonische Funktionen (
eine Frequenz, also reiner Sinus oder Cosinus oder Linearkombination davon) - oder sie haben dort, wo der Begriff Phase sinnvoll verwendbar ist, eine Definition im Kopf, die meiner entspricht oder zumindest ähnelt.
ja und wenn man auf eine Zahl hinaus will ist das meinem "Empfinden" nach nur für Cosinanten sinnig

.
Nun ja. "Deine" Definition habe ich bis jetzt so (mit der Bezeichnung als "die Phase") nur von einem einzelnen Menschen kennengelernt - dir.

"Meine" (also Phase lässt sich in völlig analoger Weise auch auf jede andere periodische Funktion anwenden) kenne ich seit Jahrzenten von Synthesizern, aus dem Labor von Funktionsgeneratoren namhafter Hersteller (
http://www.voelkner.de/products/487051/100-xl.jpg), von Lock-In-Verstärkern, finde sie auf Wikipedia (gut, ist jetzt nicht
die Quelle

- dafür gleich im ersten Satz des Eintrags zu "Phasenwinkel".
Naja, also das würde ich jetzt nicht tun... Ein Amplitudenspektrum (oder Betragsspektrum) lässt sich genauso gut oder schlecht angeben wie ein Phasengang....
...manchmal gar nicht. Daher meine Einschränkung, diese Größen "Spektrum" oder "Verteilung" zu nennen und "Funktion" nur zu verwenden, wenn man eine solche auch hinschreiben kann (im Gegensatz zu völlig irregulär verteilten Phasen oder Leistungsspektren bei einem Musiksignal...).
Du willst son bisschen auf Wiener-Chintschin hinaus damit nehm ich an?
Nein - mir ging es nur um "Verteilung" (allgemeiner Fall, z.B. Messwerte) vs. "Funktion" (spezieller Fall, wenn angebbar). Aber das wird glaube ich dann doch zu haarspalterisch

BTW: Das ist die gefühlt 47. neue Schreibweise, die ich für den Namen lese. Ist bei Transliterationen aus dem russischen ja immer schwierig, das macht googlen nach solchen Namen auch immer schwierig

Ich kenne den Herrn als "Khintchin", "Kintchine", "Chintcin" und noch bestimmt 10 andere Schreibweisen - diese war mir neu. Scheint aber tatsächlich die "neue offizielle" Übertragung aus dem Kyrillischen zu sein
Man hat jetzt also diese Definition für den "Phasengang" des Entsprechenden Signals, welche aber im "Widerspruch" zumindest aber in einem "unintuitiven Zusammenhang" zu deinem "Phasenbegriff" steht.
Denn was du als "Phase" des Signals bezeichnen würdest wäre schlichtweg arg(c_1), was ich sehr "komisch" oder zumidnest "gefährlich" und unstringend finde...
Das mag in dem Beispiel zufällig so sein - ist es aber im allgemeinen nicht. Phi ist bei mir eine Größe, die eben nicht erst im Fourierraum definiert wird, sondern schon im Argument der ursprünglichen Funktion steht. Es gibt natürlich Beziehungen zu den Fourierkoeffizienten, in deiner Schreibweise wäre das arg(c_k) = k phi. Wenn du darüber phi definieren willst, dann wäre das phi = arg(c_k)/k für k != 0.
In beiden Fällen... man braucht im Grunde immer eine klare Deifnition wovon man eigentlich redet.... Tut man das nicht redet man aneinander vorbei!
Richtig - und deswegen (weil "Phase" offenbar nicht hinreichend eindeutig definiert ist) plädiere ich dafür, die Gleichsetzung von "Phasenverschiebung 180° = Invertierung" zu vermeiden, weil das eben nur für eine von mehreren "gängigen" Definitionen oder aber Spezialfälle richtig ist. Je nach Definition ist diese Aussage sogar falsch.
Nochmal: völlig egal, wessen Definition der Phase die "richtige" ist - wenn es da offenbar immer zu Missverständnissen kommt, sollte man eine (völlig redundante) Aussage vermeiden - ODER eben dann SEHR genau dazu sagen, wie es gemeint ist.
Und "dein Phasenbegriff" bedarf auch einer expliziten Vereinbarung
Stimmt - allerdings baue ich auf dieser Definition oder unter der Annahme, dass diese jeder kennt, auch keine allgemeinen Aussagen auf, die nach anderen Definitionen falsch wären.
Kann ich rumdrehen: Damit der Begriff nicht stimmt der überall drauf steht

Also soooo selbstverständlich falsch ist es ja offenbar nicht. Man sieht es ja an allen Ecken und Enden.
"Rosi's Nagelstudio" sieht man auch an allen Ecken und Enden, genau wie "das hat sich verhackt" oder andere "falsche Freunde" - das macht es nicht richtiger...
Wenn es irgendwo draufsteht, dann ist das meist eine englische Beschriftung - dazu hatte ich ja weiter oben was geschrieben. Und ich kenne
kein Gerät, wo ein Invertierungsschalter mit "180°" oder "phase shift" bezeichnet würde. Wenn, dann steht da "
Ø", "polarity" oder zumindest "phase invert", was relativ eindeutig ist.
Vielleicht noch allein "Phase" - was wie ich weiter oben schon schrieb vor allem im Englischen synonym für Signal oder Polarität gebraucht wird - dann aber nie als "phase shift" verstanden, sondern als "phase invert" (lies: "signal invert"). Es sei denn, es ist wirklich eine Phasenverschiebung gemeint (s.o., Funktionsgenerator - der abgebildete z.B. lässt einen bei "phase/delay" die Phase verschieben - bei Sägezahn kommt da aber nie das negative Vorzeichen raus. Dafür muss man negative Amplituden einstellen
Und entweder die Leute die es verwenden haben keine Ahnung oder sie benutzen eine Definition der Phase, bei der die Aussage stimmt... was denn die meine wäre
Ich vermute, die Leute, die das verwenden, haben entweder keine Ahnung, oder sie denken zur Veranschaulichung an einen(!) Sinus - dass die deswegen für komplexere Signale deine Definition teilen, halte ich für unwahrscheinlich.
Tatsächlich wird der Begriff leider zumindest meist unbedacht und oft falsch verwendet...
Also ich wäre jetzt schon ein wenig vorsichtig zu behaupten "alle falsch, weil der Begriff LANDLÄUFIG so definiert ist, wie ich das sage"... Also ich bin mir da schlichtweg nicht sicher und würde jetzt nicht behaupten, dass deine Definition üblicher oder weniger üblich ist als meine....
s.o. - darauf kommt es gar nicht an. Wenn ich sage, die Aussage ist (im ALLGEMEINEN!) falsch, sage ich nicht, das Gegenteil wäre richtig. Es ist eine Aussage, die je nach Definition und betrachtetem Fall richtig oder falsch sein kann. Ich sage nur: benutzt sie entweder nicht oder sagt deutlich dazu, was ihr unter Phase versteht. Letzteres macht aber keiner.
"Hamburger bestehen aus Menschenfleisch" - die Aussage ist (hoffentlich) nur richtig, wenn wir über Einwohner Hamburgs sprechen, nicht über Frikadellenbrötchen. Solange der Kontext nicht so eindeutig ist, dass man diese Unterscheidung unterschlagen kann, kann das sonst z.B. in einem Kochkurs ziemlich gefährlich werden.
Denn wie gesagt: Es steht halt an sehr vielen Stellen so drauf...und die Leute würde allesamt was falsches drauf schreiben
Da hätte ich doch gerne mal ein Beispiel gesehen, wo wirklich "phase
shift" steht, wenn Verpolung gemeint ist. Habe ich noch nicht gesehen.
Die Aussage: "Phasenverschiebung um 180° ist Verpolung" ist leer, so lange keiner sagt, was Phasenverschiebung ist.
Man muss also fragen: "was bedeutet Phasenverschiebung" und dieser Begriff ist eben definierbar (kann man ja jetzt wieder mögen oder auch nicht), so wie ich das vorgeschlagen hab.
Will man das anders definieren geht das auch... und mit anderer Definition ist die Aussage halt falsch...
Eine Aussage, die je nach Definition oder Voraussetzung wahr oder falsch sein kann, ist ohne Angabe der Definition immer falsch. Das solltest du als Mathematiker wissen.
1) "sin(0) = 1" - unwahr
2) "cos(0) = 1" - wahr
3) "Trigonometrische Funktionen mit Argument 0 haben 1 als Funktionswert" - falsch (nur in Spezialfällen richtig - solange die nicht angegeben sind, bleibt die Aussage falsch)
4) "Trigonometrischen Funktionen mit Argument 0 haben nicht 1 als Funktionswert" - ebenfalls falsch (Gegenbeweis: Aussage 2).
Du beharrst darauf, dass 3 wahr soll, weil 2 ja wahr ist. Ich hingegen sage: 3 ist falsch - was im Umkehrschluss nicht bedeutet, dass ich behaupten würde, 4 wäre wahr oder gar 2 falsch.
Das hat aber nichts mit "Zusatzvorraussetzungen" zu tun, sondern nur mit der Grunddefinition der verwendeten Begriffe... das ist schon ein gewaltiger Unterschied....
nein... gilt immer, wenn man den Begriff der (frequenzkonstanten) "Phasenverschiebung" versteht als als eine Manipulation des Phasenspektrums eines beliebigen Signal mit arg(X(f)+phi) (sofern man in einseitigen Spektren denken will).
Also sinngemäß Voraussetzung Nr. 2 in meiner Liste

- also doch nicht immer, sondern nur, wen "Phasenverschiebung" so definiert ist. Hast du eine Quelle, aus der man deine Definition "der Phase" kennen könnte?
Das wäre die reine Definition des Begriffs "Phasenverschiebung".
Das wäre EINE Definition des Begriffs
DU hingegen dürftest den Begriff gar nicht erst verwenden, da Audio als nichtperiodisches Signal überhaupt keine Phase anbieten würde, die verschoben werden könnte.
Damit wäre die Aussage nichtmal falsch, sondern nicht definiert und würde nur im Spezialfall definiert sein...
Moment - es GIBT Signale, für die eine Phase exisitiert (alle periodischen Signale - wenn man etwas weniger streng ist, dann auch Signale, die nur auf einem endlichen Zeitintervall periodisch sind). Und ja, die Aussag wäre für "wirklich" aperiodische Signale nicht definiert - für periodische, nichtsymmetrische Signale wäre sie falsch.
Außerdem würde ich lieber folgendes Vorschlagen um den Begriff "Phasenverschiebung" zu definieren:
1) Es handelt sich um ein (im Distributionensinne) Fourier-Transformierbares reelles Signal.
2) "Die Phase" ist definiert als die Funktion phi mit phi_X(f)=arg(X(f))
3) Eine Phasenverschiebung um phi_0(f) sei definiert über phi_Y(f)=arg(X(f)exp(i phi_0(f)), wobei Y das Spektrum des Phasenverschobenen Signals ist)
4) wird phi_0(f) = pi gewählt, ergibt sich Behauptung
Kannst du mir
irgendwo eine zweite Quelle nennen, in der sinngemäß das gleiche steht? Mir scheint damit, DAS für allgemein anerkannt zu halten, stehst du recht allein da...
Nach deiner Definition nichtmal definiert.... Damit weder falsch noch richtig...
s.o. die Phase ist nach meiner Definition für aperiodische Signale nicht definiert (womit die Aussage einer Gleichheit "Phasenverschiebung 180° = Verpolung" definitiv für diesen Fall falsch wäre - etwas definiertes kann nicht gleich etwas undefiniertem sein.
Für periodische Signale im
Allgemeinen wäre die Aussage falsch und nur im
speziellen ggf. richtig.
Und nochmal: selbst wenn es anders
wäre: ich finde die Aussage trotzdemvöllig deplatziert, weil sie - egal nach welcher Definition - etwas suggeriert oder impliziert, was nicht passiert. Wenn man den Knopf drückt, wird weder (meine Def.) das Signal zeitverzögert, noch wird es (deine Def.) im Fourierraum manipuliert.
Jain.... also ja ich verstehe deine Sichtweise absolut, bin aber der Meinung, dass sie nur dadurch zustande kommt, dass du einen sehr "komischen" oder "unpassenden" (also ok wir sind ja unter uns: bescheidenen)

Phasenbegriff einführst!
Dito - ich habe zumindest ein paar konkrete Beispiele und Quellen für "meinen" Phasenbegriff nennen können. Kannst du auch?
Anders gesagt: Der Bronstein z.B. definiert genau das, was du beschreibst, als "Phasenspektrum".
Der Aussage "Verpolung = Verschiebung des gesamten Phasenspektrums um 180°" würde ich mathematisch bedenkenlos zustimmen.
Es geht aber im Grunde nicht um Definitionsfragen im mathematischen Sinne, sondern um Semantik: Was versteht der durchschnittliche Fachmann verbal/im Wortsinne unter "die Phase" (Singular)?
Ich behaupte: Die meisten Fachleute verstehen unter diesem Begriff nicht das Phasen
spektrum, so wohldefiniert das wiederum in sich sein mag.
Nein definitiv nicht. Liegt in der Natur der Sache (ich weiß nicht ob dir das "klar" ist, oder ob es dich interessiert) man kann es ganz explizit zeigen, dass das definitiv gar nicht gehen KANN.
Eben
m Falle des idealen Phasenschiebers resultiert (phi=pi mal ausgenommen) sofort aus supp(x) beschränkt supp

=IR für beliebige Eingangssignale x und Ausgangssignal y.
Liegt in der Tat in der Natur der Sache....
Approximativ (siehe FIR Filter) führt supp(x)=[a b] sofort zu supp

=[a-T, b+Z], wenn für die Impulsantwort supp(h)=[-T T] gilt.... und in der Tat: h ist eben kein kausales System.... Was ich jetzt aber nicht sondernlich "bemerkenswert" finde, denn in der Audiotechnik (nimm DAWs) arbeiten wir ständig mit "nichtkausalen" Systemen... wir nennen das dann nur Delaykompensation....
Ehhhhh aber mal ganz beläufig: können wir dem Threadersteller eigentlich noch helfen?
Denn nachdem ich mir ja vorwerfen lassen musste nichts von dem zu lesen was er schreibt, und er mit meiner "Analyse" seiner Tabelle offenbar mehr als unzufrieden war, kann ich eigentlich nichts mehr für ihn tun!
Du vielleicht? Denn ich würde schon ganz gern verstehen, worum es hier eigentlich gehen sollte!
Zumindest hat er zwischendrin den Hinweis bekommen, dass seine Idee in sehr ähnlicher Form als "Phasenmodulation" sehr gängig ist und angewandt wird. Vielleicht hat er da was zum Lesen gefunden
