Thrash-Metal Theorie: Skalen zum solieren oder einfach nur irgendwie rumschrammeln?;)

von GrandmasterB, 09.10.08.

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pedaltrain
  1. GrandmasterB

    GrandmasterB Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.10.08   #1
    hallo musikerboard-community,

    ich habe seit den 80ern wieder meine liebe für THRASH-METAL ala Exodus, Metallica, Vio-Lence, Testament, Slayer, etc. wieder entdeckt und möchte jetzt wieder mehr "Thrash-Guitar" lernen. Die Technicken und Kraft für schnelle Downstrokes sind für mich halb so schwer, aber umso schwerer ist es für mich die Theorie.


    Deswegen wollte ich erfahrene Musik mal fragen, in welchen Skalen ihr über die Riffs soliert??

    ich meine, die meisten Thrash Riff sind keine Progression oder in irgendwelchen Skalen gehalten. außer das oft die E-Saite geschreddet wird ;)

    aber mal im ernst, teilweise hören sich die solos auch so an, als ob sich da niemand um skalen gescherrt hat, sondern einfach nur schnelle licks abfeuert (ohne es negativ zu beurteilen).


    deswegen wollte ich euch mal fragen, wie ihr vorallem solo schreibt und auf welche skalen ihr zurückgreift, etc?

    vielen dank,
    großmutter b
     
  2. psywaltz

    psywaltz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.08   #2
    :D ich glaube nicht, dass sich kerry king oder hannemann um scalen gekümmert haben (das ist glaube ich ein vorurteil, aber diesen eindruck hinterließen sie zu reign in blood zeiten) . mr hammet nutzt auf alle fälle vorwiegend pentatoniken (erweiterte bluesskalen). testaments skolnick spielt oft "solo over each chord"... das meint, er spielt jeweils die passende tonleiter zum gerade gespielten akkord... wenn ich mich recht erinnere hat er gerne in melodisch und harmonisch moll soliert, aber auch sweep arpeggios. oft galt auch devise, wer schnell spielt, muss sich nicht an tonleitern halten, hauptsache der letzte ton ist ein passender und wenn der auch daneben liegen sollte, wird halt geschwind zum jammerhaken gegriffen.

    es gibt glaube ich keine regel dafür. richtig ist das, was einem gefällt. ich für meinen teil brauche recht lange für ein solo, weil ich übers drüberimprovisieren, gute passagen rausarbeiten erst zum richtigen solo komme... ich halte mich an harmonien und spiele hauptsächlich über pentatoniken, harmonisch/melodisch moll aber auch gerne mal cromatisch!
     
  3. GrandmasterB

    GrandmasterB Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.08   #3
    vielen dank erstmal für deine nette antwort, psywaltz!

    ich habe heute (da ich mich ja gerade informiere) diesen, dir rechtgebenden artikel, gefunden: "Die Bandmitglieder waren zum Zeitpunkt des Songwritings kaum musiktheoretisch ausgebildet, die Musik ist nicht an Tonarten orientiert und ohne wesentliche kadenzharmonische Wendungen." :)

    das mit dem letzten und ersten ton hört sich lustig, aber auch wirklich wahr an.
    aber das mit den chromatischen tönen habe ich nie verstanden.. irgendwie werden töne chromatisch genannt, wenn sie in halbtonschritten außerhalb einer tonleiter liegen, so kommt es mir vor ;)

    vielen dank nochmal für deine gute antwort!
     
  4. tim42

    tim42 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.08   #4
    chromatisch heisst doch eigentlich nur, dass man alle 12 töne benutzt oder?
     
  5. donS

    donS Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.08   #5
    -Grundton des Backingriffs rausfinden
    -Intervalle checken
    -Passende Tonleitern raussuchen
    -Improvisieren bis der grobe Rahmen stimmt und das ganze gefällt
    -Soli festnageln und in Gp eindöckeln -->Zwecks Archivierung

    So mach ich das zumindest. Das ganze möglichst mit freim Kopf und Lust auf's instrument angehen, dann kommt schon was ordentliches bei rum.

    Mahlzeit!
     
  6. psywaltz

    psywaltz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.08   #6
    genau... chromatisch heißt, alle 12 töne zu benutzen ausgehend vom grundton... spielt der rhythmus gitarrist einen C moll akkord, spiele ich gerne töne im halbtonschritt, also c-cis-d-dis-e-f-fis..... eben i läufen versteckt... das kann man aber nicht langsam spielen. anspieltipp wäre das solo von andy la roque auf dem death album "individual thought patterns in song nummer 1 bei 2:16 an.... chromatic in reinkultur!!!
     
  7. Million

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    Erstellt: 10.10.08   #7
    Im Trash wird meistens Moll oder die "Metal Scale" gespielt.

    "Metal Scale" is das fast wie Moll, nur statt dem 7. Ton der diminished (also 1/2 unter dem Grundton) kommt, und man gerne die Kleine Sekunde mit rein nimmt.
    Also "A Metal" waehre A Moll mit nem G# Statt nem G und nem zusaetzlichen A#.
    Gerne wird auch einfach Moll gespielt, und der diminished zur dann betonung genutzt. (z.B. G und G# vertragen sich auf A einfach net, wesshalb man gerne mal n G# mit reinnimmt, weils einfach boese klingt)
    Das "Most Evil Intervall" ist natuerlich immernoch der Tritonus.

    Also auf A z.B.:
    A Moll (A B C D E F G)
    +diminished (G#) (zur betonung)
    +kleine sec (A#)
    +Tritonus (D#) (zur betonung)

    also eigendlich alles ausser F# und C#

    Aber: Da der Rest ja ~95% der zeit nur ungeschlechtliche Akkorde (z.B. Powerchords) spielt, kannste auch bedenkenlos mal auf A Dur wechseln, und schwupps haste n F# und n C# mit drin. Aber das sollte man moeglichst auch nur mal fuer einen Takt machen, um ne betonung zu setzen, und es passt auch net immer.


    Fazit: von der Theorie her kannste eigendlich alles nehmen, aber - um mal wieder auf meine A Scale zurueck zu kommen - G# und D# (diminished und tritonus) solltest du zur betonung nutzen, in schnellen licks gehen die net wirklich unter, und geben dem ganzen n eher seltsarmes feeling. F# und C# solltest du nur verwenden, wenn du mal fuer n kurzes lick / sweep / appregio / what ever auf Dur wechseln kannst, blind gemischt mit anderen Sachen klingts einfach nicht harmonisch (was aber ja auch beabsichtigt sein kann)

    Und wenn alles nix hilft, machs wie die meisten Anfaengerbands: hau dein wahwah an und mach auf random xD
     
  8. roggerman

    roggerman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.10.08   #8
    bitte: Thrash :o

    also wenn du dir das unter "Metal skala" merkst...okay. aber in echt nennt man das teil dann mMn schon eher Harmonisch Moll. ;)
     
  9. likhary

    likhary Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.10.08   #9
    Richtig ist das, was einem gefällt. ich für meinen teil brauche recht lange für ein solo, weil ich übers drüberimprovisieren, gute passagen rausarbeiten erst zum richtigen solo komme...
     
  10. psywaltz

    psywaltz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.10.08   #10
    hi mann, du klaust meine beiträge:great:
     
  11. Moshpit

    Moshpit Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.10.08   #11
    Oh je. Schwieriges Thema. Um irgendwie einen Anfang zu kriegen nenne ich nur mal zwei Punkte.

    Thrash-Riffs folgen keinen Progressionen oder festen Skalen.

    Irrtum. Das tun sie sehr wohl. Man bricht nur erstens gerne aus der Skala aus und zweitens sind es gelegentlich Harmonien die man in den Kirchentonarten vergeblich sucht. Davon abgesehen: auch wenn der Komponist keinen Plan hat was er da macht, so hat die Komposition dennoch eine musiktheoretische Grundlage. Es spielt keine Rolle ob sie dem Komponisten bekannt ist oder nicht.

    In den Soli werden nur schnelle Licks abgefeuert. Das ist ein Missverständnis. Man muß beim solieren (und auch beim Rhythmusspiel) nur nicht unbedingt stur einer Tonleiter folgen. Es gibt auch andere Regeln.Man kann zum Beispiel auch geometrischen Regeln folgen (hört mal bei Pantera nach) oder ein Lick über verschiedene Intervalle verschieben bis man auf der höheren bzw. tieferen Oktave wieder rauskommt (hört man gelegentlich von einem gewissen Herrn Petrucci). Auf die Art bekommt man übrigens sogar chromatische Licks dazu harmonisch zu klingen. Genannt wurde bereits das von Herrn Skolnick praktizierte "solo over each chord".

    Fazit: man kann es sich nicht immer so einfach machen wie die Herren King/Hannemann (die sich in der Tat einen Dreck um Skalen scheren).
     
  12. Million

    Million Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.10.08   #12
    Hmm.. argument ;)
    Aber der Name is net von mir, findeste bei youtube und in den meisten Gitarren Foren unter dem Namen ;)
     
  13. roggerman

    roggerman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.10.08   #13
    ach ehrlich??^^

    naja okay da muss ich mal schauen :D
     
  14. Zor8

    Zor8 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.08   #14
    Ich empfehle dabei die Solo Spots von dem gutem Tog G. Warrior aka Celtic Frost zu studieren.
    Lauter alterierte Akkorde und ausgeklügelte mathematische Verschiebungen-besonders beim Einsatz des Vibrato Hebels...
     
  15. Moshpit

    Moshpit Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.08   #15
    Was kommt dann als nächstes? Die frühen Werke von Kreators Mille Petrozza aus den 80ern vielleicht? Künstlerisch sehr wertvoll :D

    Spass beiseite: probiere doch mal Tonleiterfragmente (vorzugsweise aus 3 Tönen) in Kombination mit geometrischen Figuren aus. Da kommen sehr hübsche Sachen bei raus. Mußt nur ein bißchen experimentieren. Musik hat eine Menge mit Mathematik zu tun, nicht nur rhythmisch.
     
  16. Vishnu-Phil

    Vishnu-Phil Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.08   #16
    um auf diene frage zurückzukommen:

    ich verwende oft das als "spanisch-frygisch" bekannte (weiss nicht mehr, harmonisch moll ist das oder?)

    naja ich will aber jetzt auch mehr rumexperimentieren. hat jemand ne ahnung was marty friedman benutzt?^^


    achja: kirk hammet benutzt nicht nur bluesskalen oder so: in ride the lightning oder master of puppets hat er auch öfters mal dorisch über moll riffs gelegt (auch bei the unforgiven 1), klingt sehr lecker ^^
     
  17. Klobuerste91

    Klobuerste91 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.08   #17
    Nein, Phrygisch ist Phrygisch und Harmonisch Moll ist Harmonisch Moll. Da gibt es einen großen Unterschied, sie klingen ja auch total anders.
     
  18. tim42

    tim42 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.08   #18
    also ich mein mal ein video von ihm gesehn hab, wo er erklärt, dass er sich seine eigenen skalen gemacht hat mit den tönen die er mag :D
     
  19. Mowmow

    Mowmow Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.08   #19
    Kannst du da mal Beispiele nennen? Kann mir ehrlich gesagt nichts drunter vorstellen... :)
     
  20. Moshpit

    Moshpit Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.08   #20
    Einfaches Beispiel. Du willst einen Aufwärtslauf von e über zwei Oktaven machen. Gewöhnlich nimmst du jetzt die Tonart des Songs (der Einfachheit halber sag ich mal e-moll) und gehst zwei Oktaven rauf. Um das ganze zu verzieren spielst du natürlich nicht linear die Töne der Reihe nach sondern verwendest irgendeine Bewegungsfigur. So was in der Art vielleicht:

    Code:
    -----------------------------------------------------------------------------------12-
    -----------------------------------------------------------10-12-13-12-13-15-----
    -------------------------------------9-11-12-7-9-11-9-11-12-------------------------
    ----------------9-10-12-7-9-10-9-10-12-------------------------------------------------
    -7-9-10-9-10-12--------------------------------------------------------------------
    -------------------------------------------------------------------------------------
    
    Stelll dir alle Noten als 16el vor. So weit, so harmonisch.

    Jetzt schmeisst du die harmonische Theorie raus und nimmst nur noch das Fragment von e-moll, die ersten drei Töne nämlich und verschiebst diese beispielsweise in folgendem Muster:

    Code:
    -----------------------------------------------------------------------------------9-11-12
    -------------------------------------------------------------9-11-12-7-9-10-9-11-12-
    --------------------------------------9-11-12-7-9-10-9-11-12-------------------
    ---------------9-11-12-7-9-10-9-11-12---------------------------------------
    -7-9-10-9-11-12----------------------------------------------------------------
    -----------------------------------------------------------------------------------
    
    Im Prinzip transponierst du ein simples 3-Ton-Lick quer durch diverse Tonarten und landest punktgenau auf deinem Zielton. Ich verwende solche Konstruktionen auch beim Riffing, um die Tonart zu wechseln, mit noch simpleren aber auch mit erheblich komplexeren Figuren die auch aus mehr als drei Tönen bestehen. Manchmal harmonisiere ich solche Läufe auch dadurch, das ich den Abstand zwischen g- und h-Saite berücksichtige. Im Beispiel habe ich das bleiben lassen.

    Ich will aber keinem raten, das Prinzip aus Bequemlichkeit anzuwenden, nach dem Motto: prima, muß ich keine komplizierten 3-NPS-Fingersätze mehr pauken. Das ist von mir nur als Ergänzung des Repertoires gedacht.
     
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