Traumgitarre "Kramer Pacer Classic" mit Floyd Rose: Anfängertauglich?

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BassToni
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Moin an alle, die gewillt sind einem Anfänger die zig millionste Kaufberatung zu geben.
Also vorab, es geht hier nicht um mich (ich bin als Basser zwar auch den 6 Saiten verfallen, weiß da allerdings, was ich haben möchte), sondern um einen Studi-Kollegen, der sich nun seine erste E-Gitarre kaufen möchte.
So, wie schaut es denn jetzt aus? Er hat mich schon mit Fragen gelöchert, die ich als Tiertöner mehr oder weniger versucht habe, zu beantworten. Der Betreffende ist übrigens auch Linkshänder wie ich. Er hat allerdings gleich auf einer Lefty-Akustikgitarre angefangen (lernt nicht um, wie ich es gerade tue) und spielt da jetzt ungefähr ein Jahr. Ist dort also kein blutiger Anfänger mehr. Nun soll die erste E-Gitarre her. Die Auswahl an Lefty Gitarren ist ja eher bregrenzt.
Er möchte gerne Hard-Rock, Heavy Metal spielen (hört u.a Van Halen, ACDC, Iron Maiden, Motorhead, Poison, Whitesnake)
Und jetzt wird´s knifflig: er hat sich in diese neue "Kramer Pacer Classic" verguckt. Eigentlich eine schöne Gitarre, passt natürlich auch zu seiner angestrebten Musikrichtung. Aber Floyd Rose. M.E. ein No-Go für Anfänger. Er hat für die Gitarre ein Budget von bis zu 400,-€. Er kann sich zu üben auch erstmal einen Amp von mir ausleihen.
Ich bin mit ihm die Seiten von den ganzen großen Musikgeschäften durchgegangen (als Lefty hat man es schwer, einfach in den Laden zu gehen und anzuspielen). FR-lose Alternativen wie bspw. Ibanez sagt ihm von der Form her nicht zu. Diese Jackson JS22 ohne FR auch nicht. Dieser PRS-Klon von Harley Benton, auch eher mäh... Ach ja, und was "Paula-Artiges" kommt für ihn auch nicht in Frage, nachdem er meine Epiphone angespielt hat. Ich erinnerte mich auch noch an Firma DBZ (die Barchetta), die ich vor X Jahren mal in der Hand hatte. Gib es allerdings nicht für Leftys.

Jetzt nach der langen Vorgeschichte möchte ich nun wissen, ob es für einen ambitonierten Anfänger nicht doch möglich ist, mit einem FR klarzukommen. (Was man ihm Raten kann. Im Endeffekt, kann er ja machen was er will mit seinem Geld...) Wenn´s seine Traumgitarre ist... Gibt ja auch schon den einen oder anderen Thread wo das diskutiert wurde. (Ich bin zwar weiterhin der Meinung, er sollte es lassen weil frustig... aber ich kann es als Basser nicht wirklich beurteilen)
Hat jemand von euch mit einer FR Gitarre angefangen und mag mal berichten? Oder von seinen ersten Erfahrungen mit FR? Vllt kann jemand auch von dieser Gitarre mal berichten, was ich dann weiterleiten kann...

Viele Grüße
i.A. BassToni
 
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Natürlich geht das.
Wenn das FR erst einmal eingestellt ist, ist nur noch der Saitenwechsel etwas (!) komplizierter, da sollte er zudem die Saiten jeweils einzeln wechseln, dafür gibt es aber unzählige YT-Tutorials.
In den 80ern und 90ern haben fast alle auf FR-Gitarren angefangen, gab ja kaum noch was anderes.
Man kann das Floyd auch durch einen einfachen Holzblock fest stellen, muss man aber m.E. gar nicht.

Irgendwie sind das "Mode-Erscheinungen", 15 Jahre "ging eine Gitarre ohne Floyd gar nicht", jetzt seit etwa 15 Jahren wird es (ebenso grundlos) verteufelt.
Tatsächlich erweitert ein Floyd die Möglichkeiten. Man muss es auch nicht benutzen, wenn es auf der Gitarre montiert ist.

Aus meiner Sicht also grünes Licht! :great:
 
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Man sollte schon wissen worauf man sich bei einem FR einstellen muss und wie man es einstellen muss. Wer da ohne die Saiten vorher runterzunehmen an den Bolzen die die Messerkannten rumschraubt, muss z.B. davon ausgehen, dass das FR anschließend beschädigt ist.

Das ein Saitenwechsel wesentlich länger dauert, ist ja Standartfolklore. Wobei die Kramer ein aufliegendes FR zu haben scheint. Damit hätte man einige der typischen Standartprobleme eines freischwebenden FRs nicht mehr.

Wobei wenn einem die Gitarre so gefällt, das sie die ganzen Probleme überkompensiert, sehe ich kein Problem darin, eine FR-Gitarre zu kaufen. Schwierig wird´s nur rauszufinden, wie sehr einem die ganzen Probleme später stören werden. Wer Angst vor Tüfteln, Mechanik und dem Auseinandersetzen mit dem System hat, würde ich schon raten, das sein zu lassen. Wer damit kein Problem hat, der gib ihm.

Oder von seinen ersten Erfahrungen mit FR?
Als ich das erste mal die Saiten gewechselt habe, dachte ich von mir das System verstanden und mich hinreichend über dessen Eigenarten und Behandlungsarten informiert zu haben. Trotzdem hab ich dann 2 Tage gebraucht um sie zu wechseln.
 
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Jetzt nach der langen Vorgeschichte möchte ich nun wissen, ob es für einen ambitonierten Anfänger nicht doch möglich ist, mit einem FR klarzukommen.
Klar, feste Brücke ist zwar einfacher aber so schwierig ist ein FL nun auch wieder nicht. Meine erste e- Gitarre war in den frühen 90ern eine mit FR. Und ich hab es sogar ohne
unzählige YT-Tutorials
hinbekommen. MIT sollte das imho noch viel einfacher sein, zumal dein "Schwager" kein Anfänger ist und schon wissen wird worauf es ankommt.
Wenn es unbedingt die Kramer sein soll würde ich auch abraten ihm jetzt was anderes zu empfehlen.
 
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Vielen Dank für die schnellen Antworten. Ich werde ihm das so weitergeben. Ich bin ganz ehrlich: ich würde mich nich an so ein System rantrauen. Aber wie gesagt, ich komme auch aus der Tieftöner-Fraktion und konnte ein bisschen Erfahrung auf der Epi sammeln...
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Wobei die Kramer ein aufliegendes FR zu haben scheint.
BTW: Das Floyd Rose scheint auch kein "echtes" zu sein, wenn mich die Beschreibung nicht täuscht
 
Es schadet nicht, sich auch mit dem FR auseinanderzusetzen. Ist am Anfang etwas nervig, aber wenn er später doch mal so ein System haben will ist es auch erst einmal nervig. Kann man alles lernen.
 
+1: Machen. Es ist keine Raketentechnik. Einfach etwas eindenken/einlesen zu Dingen wie Saitenzug vs. Federkraft, was passiert im gesamten System, wenn der Zug einer Saite sich ändert, wie sollte die Stellung der Klingenlager sein usw.
Ja, beim Saitenwechsel und Stimmen ist es etwas mehr Arbeit, aber wenn sich da etwas Routine eingestellt hat, ist das kein Ding. Dafür entschädigt das System. Ach, wenn es einmal fluttert... :ugly:
 
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Ich nehme an, es geht um diese hier?

Da wäre für mich eher die Frage, ob man für 379€ ein FR-Tremolo in vernünftiger Qualität bekommt.
 
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für 379€ ein FR-Tremolo in vernünftiger Qualität
Ja. FRT1000 sollten auf den neuen verbaut sein. Analog z.B. den Fusions von HB. In der Preisklasse gibt es mittlerweile eigentlich nicht meh viel schrottige FR Einheiten. Die alte Pacer Classic, die 2010 rauskam, hat ein Kramer-branded Licensed Dingens draufgehabt, aber auch nur 278 Euro gekostet.

EDIT: NEIN, es ist ein FR Special verbaut. @Minor Tom hat vollkommen recht. Autsch, dass mir das passiert, ist schon eher peinlich. Danke für den Hinweis!!

Dann würde ich eher zu einer HB greifen, die ein FRT1000 hat.
 
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BTW: Das Floyd Rose scheint auch kein "echtes" zu sein
Das ist schon ein echtes - steht ja schließlich auch drauf. Aber es ist ein "Special", also eine billige Ausführung. Stört aber nicht, wenn man sorgfältig damit umgeht und nicht die Erwartung von 20 Jahre Lebensdauer bei ständiger Benutzung hat. Sehe gerade, dass meine Vorposter nicht ganz die gleiche Meinung haben. Wo wir uns einig sind - 1000er FR ist besser als Special FR.

Insgesamt ist mein Eindruck, ohne dass ich die Gitarre "persönlich kenne" - die Kramer Pacer Classic ist zwar kein Schnäppchen, aber wird wohl ein ordentlicher Kauf sein.

Kramer-branded Licensed Dingens
Hat meine Kramer SC211 auch drauf - bis jetzt bin ich gut damit zurechtgekommen. Spiele die allerdings auch nicht täglich.
 
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@BassToni
Er ist Anfänger und die erste Gitarre = Er soll genau die kaufen die ihn am meisten anmacht (y) ;)
 
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So eine wollte ich als Alternative vorschlagen. Die Gitarren sind für ca. den gleichen Preis mindestens um ne Klasse besser als die Kramers (EDIT: von der Qualität der Ausstattung, also vom "Papierwert" her).

Allerdings scheint es bei den aktuellen Stratocaster Style Fusions (Fusion III) keine Linkshänder Modelle zu geben. Bei den Fusion-T (Telecaster Style) gibt es zwei Modelle für 300 Euro und ein Modell für 400 Euro (mit Roasted Maple Hals, angesagt aber nicht wirklich notwendig). Die sind allerdings, wenn überhaupt, erst in mehreren Monaten zu bekommen.

Also bleibt bei Linkshändermodellen wohl nur der Gebrauchtkauf einer Fusion II oder Fusion T. Kann aber sein, dass da was entsprechend bepreistes (200-270 Euro je nach Ursprungspreis für sehr guten Zustand) eher schwierig zu bekommen ist. Verkäufer entwickeln öfters schon bei geringsten Anlässen enorme Preisvorstellungen.
EDIT: Die Fusion II gabs auch mit (1000er) Floyd Rose, allerdings sind die meisten und auch die Fusion-T mit 2-Punkt Wilkinson Trem und Locking Mechaniken ausgerüstet. Das ist durchaus vergleichbar.

Harley Benton Amarok 6 Saiter gibts auch in Linkshänder-Ausführung, allerdings sind die zu teuer. Aber vielleicht findet sich da was Gebrauchtes im richtigen Preisrahmen?
EDIT: Diese Gitarren haben eine feste Brücke, d.h. kein Tremolo.
 
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Vielen Dank, euch! Ihr seid spitze!
Fusion-T mit 2-Punkt Wilkinson Trem und Locking Mechaniken ausgerüstet. Das ist durchaus vergleichbar.
Die hatten wir beim ersten Durchsehen nicht auch dem Schirm. Gut Idee, werde ich weitergeben!

Wobei die Kramer ein aufliegendes FR zu haben scheint. Damit hätte man einige der typischen Standartprobleme eines freischwebenden FRs nicht mehr.
Woran sieht man dass, die ein aufliegendes hat? Also, dass man so ein FR blocken kann, habe ich schonmal gesehen. Aber ab Werk aufliegend? Bzw: ist das einfacher zu handhaben?
 
Es gibt verschiedene Gründe, warum man ein Floyd fest stellen kann:
- Ein Floyd verstimmt sonst alle Saiten, wenn eine reißt. Passiert selten, aber wenn, dann natürlich immer bei einem Auftritt....^^ Das Problem lässt sich aber auch mit einem Zusatzgerät (Black box o.ä.) verhindern.
- Wenn man den Handballen zu stark auflegt (gedämpftes Spiel), wird der Ton höher (betrifft aber eher Grobmotoriker^^)
- Der für mich wichtigste: Bendings auf einer Saite, wenn noch zumindest eine andere zeitgleich gespielt wird: Bei einem nicht arretierten Floyd führt das Bending dazu, dass sich die Tremolo-Grundplatte durch den erhöhten Saitenzug etwas nach vorn neigt, dadurch werden die anderen Saiten etwas entspannt und tiefer und schon klingt das 2-Sauten-Bending schief.
 
Man kann das FR aufliegen lassen, indem der Federzug stärker ist, als der Saitenzug. Also Federn fest anspannen oder eine zusätzliche Feder rein. Eddie van Halen hat seine Floyds auch aufliegend gehabt.
 
Der hatte auch ein paar richtig gute Ideen an seinem Trem, ich saach´ nur: "D-Tuna" :great:
 
Ich mag FR, weil sie sich nicht, wie F-Style Trems alles paar Stunden, oder bei jeder betätigung des Jammerhakens verstimmen. Der Aufwand ist zwar größer, aber ich finde, wie seit eh und je, dass es sich lohnt.
Das einzige Trem, das mich mehr anmacht, als ein FR (oder ähnliches wie Edge,...) ist KEIN Tremolo, wobei mir auch mal ein unbekannt modifizertes Bigsby auf einer ES Kopie gut gefallen hat...

Beim Wechseln der Saiten stelle ich es mit einem Holzspatel fest, das ich hinten unterlege. Damit gehts idR. sehr gut. Wichtig ist, die Saiten gut vorzudehnen vor dem Feststellen am Sattel. Danach hat man lange Freude.
Erstes Wunsch-Setup ist recht mühsam und braucht ein paar Sätze Saiten. Ich habe mir auch schon Messerkanten ab- und Bolzen glatt gedreht aus Ungelduld.
 
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Das ein Saitenwechsel wesentlich länger dauert, ist ja Standartfolklore. Wobei die Kramer ein aufliegendes FR zu haben scheint. Damit hätte man einige der typischen Standartprobleme eines freischwebenden FRs nicht mehr.
Beim Wechseln der Saiten stelle ich es mit einem Holzspatel fest, das ich hinten unterlege. Damit gehts idR. sehr gut. Wichtig ist, die Saiten gut vorzudehnen vor dem Feststellen am Sattel. Danach hat man lange Freude.
Das ist der Punkt. Ich habe keine Ahnung, warum so viele Leute es sich antun, die Saiten beim FR ohne das Unterlegen zu wechseln. Und dann wird gemeckert, wei lange es dauert, das Ding beim Stimmen wieder ins Gleichgewicht zu bringen...

Unabhängig vom Locking-Gedöns ist die Problemstellung es bei einem schwebenden Vintage- oder 2 Point-Trem im Übrigen die gleiche. Also ganz klar: Schaut man sich ein paar Tutorials auf YT an, kann man das recht schnell in den Griff bekommen. Und ab dem Punkt verliert man eher weniger Spielzeit mit Nachstimmen als bei den meisten Standard-Trems. Denn die (oder auch nur eine LP mit schlecht gekerbtem Sattel...) verstimmungsfrei zu bekommen, erfordert auch nicht wenig Erfahrung. In der Preisklasse sind die Sättel ab Werk oft auch nicht gerade ein Meisterstück, und im Board wird dann oft genug nach einer Empfehlung für bessere Mechaniken gefragt, weil man das Problem dort verortet.

Ich selber habe nach dem Bass auf einer alten Ibanez-Stratkopie mit den Sechssaitern angefangen und bin ziemlich an den Verstimmungen verzweifelt - bis ich mir eine Fender HM-Strat mit der Kahler-Version eines FR gegönnt habe. Wenn also ein klein bisschen technisches Interesse vorhanden ist, kann man durchaus parallel das Spielen und den Umgang mit einem Locking Trem erlernen - und wird dabei letzteres eher schneller ausreichend im Griff haben :D.

Gruß, bagotrix
 
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Hatte mir vor ca. 2 J. die alte Version der Pacer Classic in black, noch mit Mahagony-Korpus für nen ganz schlanken Taler gebraucht gegönnt. Wirklich eine tolle Gitarre. Ist bei mir auf D gestimmt für Mötley Crüe usw. zuständig. Hardware ist völlig ok, die Tuner machen ihren Job vorbildlich und das Floyd, welches hier aufliegend daherkommt funktioniert einwandfrei und macht einen sehr soliden Eindruck. Zu den PU´s kann ich eher nix sagen, ich habe sie zwar dazu bekommen, aber der Vorbesitzer welcher die Gitarre nur wegen dem Floyd übrigens verkauft hatte, legte sie bei. Ich habe letztes Jahr ein Set Alnico Humbucker im Zebra Look von VEORA eingebaut. Hat grad mal 29 EUR gekostet und kling. Die original PU´s waren von Epiphone. Die aus einer Epi Explorer stammenden PU´s welche der Vorbesitzer einbaute allerdings naturgem. leider ebenso. :) Sind halt nicht mein Ding, waren es aber auch nie, obwohl ich viele Epi-Gitarren richtig gut finde. Für jeden, der in der Lage ist ein Ikeal Regal zusammen zu bauen, sollte ein Saitenwechsel beim Floyd eigentlich problemlos machbar sein. Tutorials gibts inzw. ja nun wahrlich genug. Die aktuelle Pacer classic würde ich mir durchaus zulegen, wenn ich da mal günstig drüber stolpere.
 
Danke @Schellibo für den Erfahrungsbericht. Ich gebe das gerne weiter!
 

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