[Tut] Song schreiben für Anfänger (Gitarre)

von StyleLife, 15.03.12.

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  1. StyleLife

    StyleLife Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.03.12   #1
    Hallo ihr Gitarristen,
    Ich bin neu hier im Forum, der Lukas und 16 Jahre alt. Wollte gleich mal meine Erfahrung teilen, und somit ist das mein erster Beitrag
    :) Habe im Internet viele Leute fragen hören "Wie schreibe ich eigentlich einen Song?". Ich spiele zwar erst "richtig" seit knapp einem Jahr und habe mir vor einiger Zeit die selbe Frage gestellt:

    Wie schreibe ich einen Song?

    Genau diese Frage habe ich mir auch gestellt und wollte mal 2 mögliche Wege vorstellen:

    (Ich beschäftige mich im Großen und Ganzen nur mit der Gitarre, Gesang und andere Instrumene stehen erstmal im Hintergrund. Natürlich bin ich für Kritik und Fragen offen. Außerdem ist das hier kein Song á la Slash, Jimmy Page, andere Gitarrenhelden, mein Tut soll ein kleiner Einstieg ins selbstständige musizieren und komponieren sein.)

    1. Komponieren nach "Gefühl"

    Ihr kennt das vielleicht, ihr habt gerade eure kreative Phase, und es kommt irgenwas cooles aus dem Instument. Das wäre im Prinzip die erste Variante, AUSPROBIEREN und schauen welche Akkorde/Töne zusammenpassen. Allerdings geht das auch oft in die Hose, da dies aber meist für den Anfänger etwas schwer ist. Daher ist man schnell frusitert und verliert die Lust, daher gebe ich euch im Punkt 2 mal ein Beispiel, wie ihr mir Regeln komponiert.

    ACHTUNG: Falls ihr mal Griffe, etc nicht wisst, schaut im Internet und nicht sofort aufgeben!!!

    2. Komponieren nach "Regeln"

    DENKT IMMER DRIN, ALLES WAS ICH VORSCHLAGE, KÖNNT IHR MACHNEN, IHR MÜSST ÜBERHAUPTNICHTS!!!

    Hört sie erstmal etwas langweilig an, ich finde aber, es ist eine geeignete Methode selbst einen kleinen Song zu schreiben:

    1. Sucht euch eine Tonleiter aus, in der der Song enstehen soll (allternativ könnt ihr auch die Tonleiter zu einem Akkord suchen, der euch vllt. gefällt
    ;)), z.B. C-Dur
    --> Die C-Dur Tonleiter umfasst folgende Töne: C, D, E, F, G, A, H (sollt jeder schonmal im Muskunterricht in der Schule gehört haben ;))
    2. Aus diesen
    Tönen werden jetzt Akkorde gebildet, wobei folgende Regel gilt:
    - Töne 1, 4, 5 --> Dur-Akkorde
    - Töne 2, 3, 6 --> Moll
    -Akkorde
    - Ton 7 --> vermindert
    3. Es sind die Akkorder C, Dm, Em, F, G, Am und H0 enstanden (Der letzte Ton heißt "
    H-Null", ich hoffe man erkennt es, die Null ist im Normalfall klein. Ich persönlich verwende ihn jedoch nicht, weil er sich meiner Meinung nach Sch**** anhört und ebenso greifen lässt, für einen Anfänger eher schwer). Anmerkung: Dur-Akkorder höre sich eher fröhlich an, Moll-Akkorde eher traurig und tiefgründig. Je wie sich euer Song anhören soll, baut ihr sie so ein und baut damit Gefühle/Stimmung auf, etc.
    4. Wie ihr euch vllt. noch aus eurer Schulzeit erinnern könnt, hat ein Song immer einen Aufbau. Die 3 wichtigsten Teile sind:
    - A, die Strophe
    - B, der pre-Chours (auch Brigde/Überleitung)
    - C, der Chours (auch Refrain)


    ---> Diese Teile werden nun passend angeordnet, eine schöne ANordnung wäre z.B.:
    Intro > Strophe > (Bridge) > Refrain > Strophe > Bridge > Refrain > Refrain (Modulation) > Outro

    5. Nun können wir versuchen, eine Strophe zu komponieren. Meine Strophe besitzt 4 Takte, ich verwende 4 Töne (ihr könnt auch 2x 2 Takte den selben Akkord benutzen). Z.B. so:
    C
    Am
    F
    G
    Hier ist nun eine Strophe einstanden, ihr könnt aber auch selbst eine schreiben. Am besten nimmt man als ersten Akkord, den der Tonleiter, also hier C-Dur oder man nimmt die parallele Moll-Tonart (Quintenzirkel! Hattet ihr bestimmt auch mal in der Schule) vom ersten Akkord er Moll-Tonleiter, also Am (C-Dur --> a-Moll). Am:) Ende Sollte der 5. Ton der Tonleiter stehen, hier im Beispiel G-Dur- Alles dazwischen ist frei wählbar, solange es in der Tonleiter ist :)

    6. "Wie ensteht jetzt der Song?" - Wir werden setzt mal zusammen eine Basteln:

    1. Strophe (A):
    Am
    C
    G
    G
    Wie oben, 1. Ton ist die Moll-Parallele, der letzte ist der 5. Ton. Der wiederholt sich jedoch 2-mal (was nicht schlimm ist).

    2. Brigde (B):
    F
    F
    G
    G
    Hier habe ich wieder 2 Töne aus der Tonleiter genommen, alleridng hintereinander, so, das es nicht gerade der Höhepunkt de Songs ist.

    3. Refrain (C):
    C
    Am
    Em
    F
    Das ist jetzt der Refrain, den ich etwas teifgründig wirken lasse, das erreiche ich dur die Moll-Akkorde (besonders durch das e-Moll).

    --> So spielen wir es nun: A = 2x, B = 1x, C = 1x. Also die Strophe immer 2-mal. Die Anordnung könnt ihr euhc anschauen oder aus Punkt 4 abschauen.

    7. "Das wars?" - Etwas langweilig, oder? Durch das verwenden von "Zupfmustern" nenn ich es mal, peppen wir das ganze etwas auf:
    - Spielt z.B. den Basston an und dann die e und b/h Saiten
    - Ihr könnt auch die Muster aus bekannten Songs nehmen (Wie wäre es mit "Guns 'N' Roses - Civil War"?)
    - Zudem könnt ihr Hammeron's und Pulloff's spielen. Dazu könnt ihr alle Töne aus der C-Dur Tonleiter verwenden. Schau euch am besten mal eine C-Dur Tonleiter
    an. Ihr werdet einige Töne finden ;)
    - Ihr könnt auch mal etwas experimentieren, es passen auch leite Abwandlungen der Akkorde in euren Song, wie wäre es z.B. mit einem Fmay7 (F-Mayor 7)? Ich
    finde eine Tonabfolge von Fmay7, G und C hört sich gut an, könnte ein perfekter Abschluss sein.
    Fmay7
    G
    C

    So, das war's eigentlich auch schon, ich hoffe ich konnte mich so ausdrücken, das einigen jetzt vllt. ein Licht aufgeht. Im Prinzip ist es garnicht so schwer, probier einfach etwas herum, tauscht Töne aus und habt Spaß. Ihr könnt auch die verschiedensten Zupftechniken, etc. ausprobieren und werdet schnell merken, das der Sound und die Spiel-/Zupfweise aus eurer Akkordabfolge gleich einen Chillipeppers oder U2 Song machen ;) Ach ja, und wenn ihr ein Aufnahmegerät, etc habt, könnt ihr zum Üben auch einfach mal die Basstöne eurer Akkorde anspielen, und dies dann im Hintergrund als professorischen Bass laufen lassen...

    P.S.: Ich würde mich über Bewertugn und Kritik freuen :)

    ----------------------------------

    Euch noch viel Spaß,

    Lukas
     
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  2. roman2

    roman2 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.12   #2
    2 kleine Korrekturen:

    1.) Bridge und pre-chorus sind nicht das gleiche. Eine Bridge ist ein neues Motiv, das idr nur ein einziges mal gespielt wird, meist nach dem 2ten Refrain. Ein pre-chorus ist eine Einleitung zum Chorus, die idr vor jedem Chorus gespielt wird (technisch gesehen gibt es glaub ich auch einen Unterschied zwischen Chorus und Refrain, aber den kenn ich selbst nicht).
    2.) Der Akkord heisst Fmaj7, nicht Fmay7. Zumindest im Englischen und im Deutschen.

    Eine praktische Uebung fuer Songwriter ist (mMn) uebrigends, sich einen Grundton zu nehmen, und dann in jeder der 8 Moden einfach mal ein kleines Riff zusammenzubasteln. Das liefert einerseits Ideen, andererseits automatisieren sich dadurch irgendwie die Akkordfolgen.

    Fuer Variationen nehm ich sehr gerne sus2/sus4 akkorde, da die sich einerseits sehr leicht aus den entsprechenden Dur/Moll akkorden greifen lassen, und andererseits Geschlechtslos sind (maW: Sie enthalten keine Terz).

    Beispiel:
    Asus2 |x0220x|
    Amoll |x0221x|
    Adur |x0222x|
    Asus4 |x0223x|


    Wobei man sich nicht scheuen sollte, auch einfach mal "irgendwas" zu greifen und zu gucken wie's klingt. In einem meiner Songs verwende ich z.B. ein G6add11, wobei ich den Namen des Akkords erst nachgeschlagen hab, nachdem er schon lange seinen festen Platz in der Komposition hatte :)

    Hilfreich ist zudem ein mobile recorder, wie der ZOOM H10 o.ae., um Ideen fix aufzunehmen und fuer den spaeteren Gebrauch zu archivieren.
     
  3. Fastel

    Fastel Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 17.03.12   #3
    Was Du mit H0 meinst und warum die 0 (Null) klein geschrieben sein soll verstehe ich nicht gerade. Du meinst doch sicher H - vermindert? Das kann man h° schreiben. Oder "h min" oder h- oder h b5.
    h° hat in C Dur eine wichtige Bedeutung, da es 2 Leittöne hat, die zu C Dur führen. h° und ein dazu addiertes G im Bass ergeben die gleichen Töne wie der G7, der nach alter Harmonielehre nach C Dur, cmoll oder a Dur* leitet. Ein verminderter Akkord hat die gleichen Töne wie ein sogenannter Verkürzter Dominant Septakkord.
    h vermindert, hat übrigens auch eine wunderbare Leitwirkung zum (grade bei Gitarristen) oft verwendeten e moll.

    Fmaj7 bitte - von major. Oder auch Großer Durseptakkord.

    Ich habe auch einen Tip zum Thema Songwriting:
    Einfach viel nachspielen. Und sich dann ab und an mal bewusst machen was man da tut. Und Songstrukturen werden eigentlich nur nach Gefühl gesetzt.
    Wo sind hier die Strukturen?
    http://www.youtube.com/watch?v=G-0rLI6-skQ

    Ist ne alte Weisheit ok. Ich will nur sagen:
    Die Theorie des Songwritings funktioniert eher darüber anfangs seine Idole nachzuahmen, dann langsam einen eigenen Stil entwickeln. Also machen - nicht lesen :D
    Die ersten 10 "guten" Songs kann man sowieso meistens in die Tonne kloppen. Feedback bekommt man heute ganz leicht indem man seine Songs etwa hier zur Bewertung hochläd.

    *a moll natürlicht :)
     
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  4. LordAbstellhaken

    LordAbstellhaken HCA Tonsatz HCA

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    Erstellt: 18.03.12   #4
    h- heißt h-moll (lässt sich zum Beispiel in manchen Realbookausgaben überprüfen). Genauso wie h min(or). h dim(inished) würde ich als vermindert bezeichnen
     
  5. Fastel

    Fastel Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 18.03.12   #5
    ääh... -5 natürlicht
     
  6. Claus

    Claus MOD Brass&Keys - HCA Tp Moderator HCA

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    Erstellt: 18.03.12   #6
    Da die Durtonleiter sieben verschiedene Töne umfasst, sind es 7 Modi. Das eingeführte Begriffspaar für Tonleitern auf jeder Stufe mit dem Tonvorrat der Skala wäre Modus, Mehrzahl: Modi, die englische Anpassung Mode, Mehrzahl: Modes.
    Auf deutsch finde ich die Großschreibung der Anfangsbuchstaben von lateinischen oder englisch angepassten Fachwörtern für die Lesbarkeit ganz sinnvoll.

    Da es in unserem Zusammenhang nur um Skalennamen und nicht um modale Harmonik geht, könnte man auch schlicht von Umkehrungen der Durtonleiter sprechen.

    Verwendet man die Akkordsymbole aus dem Jazz/Pop-Bereich, könnte man auch gleich die engl. Tonnamen B, erniedrigt Bb für die deutschen Namen H, erniedrigt B übernehmen.
    Aus dem verminderten Dreiklang auf der siebten Stufe der Durtonleiter wird diatonisch ein halbverminderter Vierklang.
    Das ergibt als Benennungen der Stufenakkorde in C Dur als Drei bzw. Vierklänge:
    C____.Dm_.Em_.F____.G_.Am_.Bdim__C
    Cmaj7 Dm7 Em7 Fmaj7 G7 Am7 Bm7b5 C

    Weitere Schreibweisen und Symbole für Stufenakkorde in Moll findet man als Zusammenstellung auf wikipedia:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Chord_(music)#Seventh_chords

    Für den Start als Songwriter würde ich ebenfalls das Nachspielen musikalischer Vorbilder empfehlen.
    Kann man viele Songs ohne Vorlage und "Erinnerungsstütze" spielen, werden auch die darin enthaltenen Akkordverbindungen Bestandteil der eigenen Kreativität.

    Am besten beginnt man zunächst mit einfachen Songs, nicht unbedingt mit den liebsten.
    Will man ganz frei komponieren und soll das Stück in einer Tonart bleiben, ist vielleicht die Information ganz sinnvoll, dass die Dreiklänge der Hauptkadenz bereits alle Töne der Tonart enthalten und daher als einfache Harmonisation/Begleitung genügen.
    C Dur: C - C E G (I Stufe), F - F A C (IV Stufe), G - G B D bzw. G7 - G B D F (V Stufe)
    (B = dt. H)
     
  7. Rogerlg

    Rogerlg Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.03.12   #7
    @StyleLife: Gefällt mir gut dein Tut :-) In der Kürze gut zu erfassen, klar geschrieben, absolut ausreichend, eine tolle Ausgangsbasis zum Komponieren.

    Die Diskussion darunter empfinde ich eher als abschreckend, wenn man beginnt sich für Songwriting und Harmonielehre zu interessieren ;-)
     
  8. Claus

    Claus MOD Brass&Keys - HCA Tp Moderator HCA

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    Erstellt: 18.03.12   #8
    Es ist halt immer die Frage, was man erwartet. In diesem Forumsbereich treffen sich User, denen Informationen zur Musik- und Harmonielehre wichtig sind.

    Kann jemand ohne einen solchen theoretischen Background komponieren, wie es viele berühmte Musiker im Rock/Pop-Bereich können, wird er/sie sich in einem Forum mit dem Namen "Musiktheorie" vermutlich gar nicht umsehen wollen.

    Diskussionen machen im Übrigen den Unterschied zwischen einer eigenen Homepage und einem Forum. Sie sind nicht nur willkommen, sondern der wesentliche Zweck des Musiker-Boards.

    Unterlaufen einem Beitrag sachliche Fehler, sollten sie unbedingt aufgegriffen werden, um musikalisch weniger ausgebildetete Leser vor Irrtümern und Sackgassen zu bewahren.
    Sofern das nicht im Threadverlauf geschieht, sind HCA-Träger ausdrücklich aufgefordert, sich um Korrekturen zu bemühen.
     
  9. maBnap

    maBnap Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.03.12   #9
    Gutes Tutorial für Songwriting Anfänger. Schön, dass du dir die Mühe gemacht hast :)
     
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