Übungsplan / Motivation

von Valgalder, 18.01.06.

  1. Valgalder

    Valgalder Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    10.07.04
    Zuletzt hier:
    24.01.09
    Beiträge:
    93
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 18.01.06   #1
    Hallo,

    jetzt, da sich der Zeitpunkt nähert, wo ich genau ein Jahr lang E-Gitarre gespielt habe, frage ich mich natürlich, was ich so geschafft habe, und was ich noch hätte schaffen können...

    Es ist für mich in letzter Zeit irgendwie fast schon stressig geworden, die E-Gitarre anzufassen - ich nehme Unterricht, und ertappe mich immer wieder dabei, wie ich die Hausaufgaben erst auf den letzten Drücker lerne, und dann natürlich nicht so sauber hinbekomme, wie, wenn ich sie eine ganze Woche über regelmäßig geübt hätte.
    Das ist sicherlich ein Motivationsproblem, weil mir die Übungen und Songs, die wir im Unterricht machen, nicht sehr gefallen. Jetzt ist es aber nicht so, als bekäme ich diese von meinem Lehrer aufgezwungen, im Gegenteil - er fragt mich immer wieder, worauf ich denn Lust hätte stilmäßig und so, aber da muss ich einfach sagen: Ich weiß es selber nicht.

    Mir geht es ganz generell beim Spielen zu Hause so, das ich mehr vor mich hinspiele, von Übung zu Song zu planlosem Geplänkel wechsele, statt tatsächlich effizient zu üben. Und wenn, dann übe ich auch nicht sehr konsequent und länger. Genau so geht's mir bei richtigen Songs - ich kann nach einem Jahr nicht einen vollständig spielen. Zugegeben, in letzter Zeit macht mir ein einziger Song sehr viel Spaß (Opeth - Deliverance) und an dem sitze ich schon seit einer Woche und es wird immer noch nicht langweilig. Aber wenn ich mich hier so im Forum anschaue, spielen die meisten so etwas wie Metallica, Red Hot Chili Peppers, usw...nur: Mir gibt das gar nichts, ich find's einfach langweilig, und deshalb kann ich das auch langfristig nicht üben.
    Das mag sicherlich an meinem recht exotischen Musikgeschmack liegen, der zwar viele Genres umspannt, aber dann nur unbekannte Bands, von denen es keine Tabs gibt, oder Songs, die für mein Level einfach noch viel zu schwer sind, beinhaltet. So war 'Deliverance' ein Glücksfall, da das Stück zu den Leichteren von Opeth zu gehören scheint...
    Ich finde keine Freude am Spielen von Songs, weil ich nicht weiß, was ich spielen soll.

    Nun wollte ich mir auch einen Übungsplan zum Einhalten machen, um zu kompensieren, dass ich nicht so viele Songs an sich spiele, aber was ich so darüber gelesen habe, wird von allen verlangt, zu wissen, welches mittelfristige Ziel man hat, um dann daraus einen angemessenen Übungsplan zu schaffen. Denn die Zeit dafür, um jeden Tag 4 Stunden jede Spieltechnik usw. durchzunehmen, hat wohl kaum einer, aber ich habe keine Ahnung, wie ich mir einen kompakten, effizienten Plan erstellen könnte, der mich weiterbringt.

    Nun mag manch einer das Ziel haben: 'Ich will Metallica spielen können'. Oder: 'Ich will gut shredden können und so schnell wie möglich sein'.
    Aber ganz so einfach ist das bei mir nicht...

    Ich bin nicht wirklich schlecht für dieses eine Jahr, ich habe nur das Gefühl, als könnte ich viel mehr rausholen und viel besser sein. Wenn mir ein Freund sagen würde: 'Spiel mal was' müsste ich ehrlich gesagt passen. Und es wurmt mich tierisch, das ich das einfach nicht richtig auf die Reihe bekomme, mir 'feste' Ziele zu setzen, jeden Tag regelmäßig zu üben, usw...ich fühle mich fast schon unter Druck gesetzt, täglich etwas Gitarre zu spielen, um nicht auch noch schlechter zu werden, und da macht das dann natürlich nicht so viel Spaß...

    Es wird mir hier wahrscheinlich niemand konkret helfen können, aber vielleicht habt ihr ja selbst ähnliche Erfahrungen, und könnt ein paar Tips geben, wie ich aus diesem 'Loch' wieder rauskomme...

    Vielen Dank!
     
  2. Comrade

    Comrade Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    19.02.04
    Zuletzt hier:
    4.01.14
    Beiträge:
    1.894
    Ort:
    Ingolstadt
    Zustimmungen:
    2
    Kekse:
    276
    Erstellt: 19.01.06   #2
    Nunja...an deiner Stelle würd ich mal deinem Lehrer n bisschen Musik vorspielen die dir zusagt.Selbst wenn diese über deinem Level liegt,ein guter Lehrer sollte zumindest doch wissen wie er dich irgendwann mal an den punkt bringt wo du das spielen kannst.

    Übrigens muss man nicht unbedingt ganze songs lernen um zum Erfolg zu kommen.Ich hab mir auch relativ häufig nur parts rausgesucht die mich interessieren und diese gelernt.

    Was dich auch auf jeden Fall als Musiker weiterbringt...spiel soviel wie möglich mit anderen leuten.Zum einen lernst du da einiges über's Rhythmusspiel und zusammenspiel mit anderen,zum andern kann man sich oft von andern noch inspirieren oder sich was zeigen lassen.

    Sag mal ,was hörst du denn so?Dann könnt man dir konkret weiterhelfen...
    So exotisch dass das niemand kennt ,kanns gar nicht sein...is ja schließlich ein musikerboard... ;-)
     
  3. Axel S.

    Axel S. Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    24.08.05
    Zuletzt hier:
    18.08.11
    Beiträge:
    2.107
    Ort:
    Heimat der Heckschnärre
    Zustimmungen:
    5
    Kekse:
    3.547
    Erstellt: 19.01.06   #3
    Also - ich würde sagen - schraub Deine Erwartungen etwas herunter! Sonst wirst Du ganz schnell frustriert und verlierst die Lust. Was erwartest Du denn nach einem Jahr Gitarre spielen? Dass Du wie BB.King spielst?
     
  4. Borg

    Borg Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    07.09.05
    Zuletzt hier:
    28.02.16
    Beiträge:
    364
    Ort:
    Pulheim/Köln
    Zustimmungen:
    19
    Kekse:
    134
    Erstellt: 19.01.06   #4
    Also ich kenne Dein Problem sehr gut! Wie ich es geändert habe? Ich habe mir einen neuen Lehrer gesucht! :) :) ...Ich bin der Ansicht, das DEIN LEHRER für das Erstellen eines Übungsplanes zuständig ist! Wofür wird der Mensch denn sonst von Dir bezahlt?

    Bezgl. des Problems, dass Du keinen Song komplett spielen kannst, kann ich nur sagen: Völlig unwichtig! Ich spiele seit über 25 Jahren und kann KEINEN EINZIGEN SONG KOMPLETT COVERN!! Wozu auch? Die, die Ihn geschrieben haben, spielen ihn ihm Regelfall sowieso besser. Ausserdem will ich ja auch meine eigene Musik machen und nicht die Anderer. Natürlich kann ich von vielen Stücken ein paar Parts spielen, aber halt auch nur die, die ich mir aufgrund der verwendeten Spieltechnik (die ich dann auch können wollte) rausgehört habe. Habe auch nie im Unterricht irgendwelche Sachen nachgespielt, sondern immer nur Technik, Technik, Technik (und dazwischen immer Theorie) gelernt. Daraus hat sich dann auch irgendwann mein eigener individueller Stil geformt. Und das z. B. war/ist mein Ziel! Ich will halt nach Borg klingen und net nach XY! Klar, wenn einer sagt: "Kannste mal xy nachspielen?", dann guck ich auch erstmal sparsam, aber das ist mir dann Wurscht. Ich sag dann immer "Ich kann Dir gerne was eigenes vorspielen."....danach ist dann auch meistens gut :D .

    Ich denke, Du solltest Dir einen Lehrer suchen, der Dir genau das beibringt, was Du willst. Dafür muss man seine Wünsche natürlich klar definieren können! Ein in meinen Augen guter Lehrer, sichtet dann erstmal, wie weit Du von Deinen Wünschen weg bist und erstellt Dir dann einen vernünftigen und REALISTISCHEN Plan, wie Du da hin kommst. Natürlich muss man für die Verwirklichung seiner Wünsche auch Dinge spielen, auf die man vielleicht nicht so die grossen Böcke drauf hat, aber das gehört leider dazu. Aber man weiss dann zumindest, wofür es gut ist.

    Sprich einfach mal mit Deinem Lehrer und wenn dabei nix rumkommt, such Dir einen anderen.

    greetz
    Borg
     
Die Seite wird geladen...

mapping