Ungutes Gefühl bei Management

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Doppelkorn2004
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Hallo Leute,

folgendes Problem:

Band A macht jetzt nun schon seit 7 Jahren miteinander Musik. Nach Krach mit einem Bandmitglied folgte ein Namenswechsel und ein kompletter Wechsel der Arrangements. Die Band hatte unter dem alten Namen mehr als 60 Gigs gespielt. Nun aber, nach der Namensänderung, bekommt die Band wesentlich weniger Gigs. Qualitativ hat die Band sich aber um 100 % gesteigert.

Band A hat nun mittlerweile ein "Management" engagiert. Ein Gig folgte kurzerhand. Dies wurde allerdings nicht anhand Bookin arrangiert sondern selbst veranstaltet, Location wurde gemietet. Es waren rund 150 Besucher da. Die Veranstaltung wurde bis auf der eigenen Bandhomepage nirgendswo beworben. Weder im örtlichen Plattendealer noch sonst wo.
Ich sehe und merke das sich nichts tut und das die Band nicht vorankommt. Die Band hat dieses "Management" angenommen, weil ein Bandmember gut mit dem Manager befreundet ist, und er es auf Selbstkostenbasis macht.
Er hat ihnen versprochen, dass die Band in 2 Jahren bei Rock am Ring auftreten wird. Das macht mich doch dann extrem skeptisch. Mit der Arbeitsweise wird das sicherlich nicht.

So...meine Fragen:

  1. Soll ich mein Gefühl überhaupt aussprechen?
  2. Wird sich die Band nicht bevormundet fühlen?
  3. Muss die Band selbst merken das es sinnlos ist?
Bin da recht hilflos, weil ich nicht wirklich weiß wie ich mich verhalten soll. Mit den meisten Membern bin ich super befreundet und möchte nicht, dass die noch weiter Zeit verschenken.

Vielleicht kann sich ja mal einer Gedanken machen.
 
Eigenschaft
 
Hängt ein bißchen von der "Empfindlichkeit" der Band-Mitglieder ab.
Ich würde ganz persönlich von meinen Freunden erwarten, daß sie sowas ansprechen. Man ist innerhalb so einer Band gerne schonmal etwas betriebsblind und externe Meinungen sind in jedem Bereich wichtig.
Es ist ja schließlich auch kein Vorwurf der Band gegenüber - warum sollte das jemand übel nehmen? Da ein Bandmitglied mit dem Management befreundet ist, würde ich vielleicht erstmal ein anderes Bandmitglied vorsichtig auf das Thema ansprechen - aber nicht so "hinter dem Rücken des anderen" nach dem Motto "sag es bloß dem X nicht weiter". Sondern einfach mal nachfragen, ob es angebracht wäre Deine Bedenken der gesamten Band vorzutragen.
Denn vielleicht denkt die Band auch einfach, daß ein Management, das keine unsinnigen Kosten verursacht auch nicht unbedingt den mega Erfolg bringen muss. :confused:

Ich würde es vorsichtig ansprechen. Bevormundet kann sich die Band nur fühlen, wenn Du ihnen sagst "ihr müßt unbedingt das Management wechseln". Wenn Du nur Deine Bedenken aussprichst bleibt das ja nichts weiter als eine Meinung unter Freunden, die jeder für sich wieder überdenken kann.

LG
Elisa
 
Doppelkorn2004 schrieb:
  1. Soll ich mein Gefühl überhaupt aussprechen?
  2. Wird sich die Band nicht bevormundet fühlen?
  3. Muss die Band selbst merken das es sinnlos ist?
Hey.
Erstmal vorweg: Wird, und wenn ja in welcher Höhe, das Management an den zu erwartenden Umsätzen beteiligt? Gibt es Verträge? Denn dann sieht die Sache anders aus, als wenn der gute Mann einfach nur privat dabei ist.

Und: Was zeichnet ihn aus, dass er Euch die Versprechung eines Rock-am-Ring-Gigs geben kann? Erfahrungen? Kontakte?

Und nu zu Deinen Punkten.
1: Logisch! Ne Band kann nur gut funktionieren, wenn die Chemie stimmt. In einer Beziehung sollte es vorrangig immer um Kommunikation gehen, natürlich auch um negative. Fühlt sich einer nicht wohl, färbt das auf die Band ab und ist sicher keine gute Basis für kreatives Schaffen.

2: Das kommt darauf an, wie gut Ihr wirklich befreundet seid und daran, wie Du es denen verkaufst. "Boh...der Manager issn Arsch, weil er ne faule Sau ist" bringt Dich da bestimmt nicht weiter, ich würde die Leute darauf vorbereiten, dass es da mal was zu bequatschen gibt, das Du unbedingt loswerden möchtest, weil Du nen ungutes Gefühl hast. Sag den Leuten klar und ehrlich, was Du denkst und fühlst, es ist nen grosser Vertrauensbeweis, wenn Du Deinen Kumpels offenbarst, dass Du Dir viele Gedanken gemacht hast, natürlich keinen auf die Füsse treten willst, aber im Sinne der Band und jahrelanger Freundschaft muss das mal besprochen werden usw.

3: Nein. Wie gesagt, nicht jeder macht sich so intensiv de Kopp an, ein Member ist ja auch mit dem Manager befreundet und deswegen sowiso schon der schwierigste Kandidat. Mach nicht den Fehler, einen Kumpel Deines Kumpels zu beleidigen oder runterzuputzen. Mach klar, dass er privat vielleicht nen toller Typ ist, aber im "geschäftlichen" nicht so den Drall hat. Diplomatie ist angesagt.

Wenn Du das Gespräch mit Deinen Leuten durch hast, müsst Ihr Lösungsansätze finden. Rausschmeissen oder lieber motivieren? Vielleicht sollte ihm einer klar machen, dass Ihr mehr vorhabt, als im Ü-Raum zu verschimmeln, dass Ihr nen einigermassen gutes Booking benötigt und wie er sich das weiter vorgestellt hat? Ihr kommt nie zu Rock-am-Ring, wenn Ihr nicht schon mehrmals die Leute vor den Bühnen weggerockt habt, ohne Referenzen kommt man bestimmt nicht an so eine grosse Nummer.

Soweit.
Was ich mich bei Deinem Posting gefragt habe, ist die Tatsache, dass wir letztens erst ganz ausführlich über Dein Bestreben, genauso ein Management selbst zu organisieren? Das kann extrem koolidieren!! Sollten Deine Leute vermuten oder merken, dass Du das alles machst, weil Du scharf auf den Job des Managers bist, dann gibt es 100%ig böses Blut. Einigt Euch lieber erst einmal im Gespräch über die weitere vorgehensweise bezgl. des aktuellen Managements und wenn Ihr Euch geeinigt habt, ihn rauszuschmeissen, dann kannst Du Dich ja eventuell anbieten. Aber auch dann fängt das Augenbrauenrunzeln an. Komisches Gefühl bei der Sache.

Viel Glück und Gruss... Martin
 
*huch* Elisa, beide Gleichzeitig :great:
 
Boomshop schrieb:
Soweit.
Was ich mich bei Deinem Posting gefragt habe, ist die Tatsache, dass wir letztens erst ganz ausführlich über Dein Bestreben, genauso ein Management selbst zu organisieren? Das kann extrem koolidieren!! Sollten Deine Leute vermuten oder merken, dass Du das alles machst, weil Du scharf auf den Job des Managers bist, dann gibt es 100%ig böses Blut. Einigt Euch lieber erst einmal im Gespräch über die weitere vorgehensweise bezgl. des aktuellen Managements und wenn Ihr Euch geeinigt habt, ihn rauszuschmeissen, dann kannst Du Dich ja eventuell anbieten. Aber auch dann fängt das Augenbrauenrunzeln an. Komisches Gefühl bei der Sache.

Viel Glück und Gruss... Martin

Morgen Martin! Post-Kollision sozusagen. ;)

Mit der letzten Bemerkung hast Du recht. Das ist jenachdem ein Problem, wenn Du (äh, Doppelkorn jetzt wieder) der Band vielleicht sogar schon Deine Dienste mal angeboten hast. Das muß klar sein, daß Du das nicht als Konkurent auf dem Markt des Management (ob kommerziell oder auch unentgeldlich, das ist egal) sagst, sondern simpel als Freund, der Einblick in die Materie hat.

LG
Elisa
 
Hallo!

Danke für die Antworten Ihr Beiden.
Nein, meine Dienste habe ich denen nicht angeboten. Die waren bisher nie auf Suche gewesen, bis dann halt dieser Freund kam.
Auch jetzt würde ich denen das nicht vorschlagen wollen. Mir kam eher der Gedanke, ob ich nicht dem "Management" unter die Arme greifen soll, da es Kumpels sind, will ich ja auch nichts dafür haben.
Das "Management" hat kaum Referenzen. Es hat lediglich mal kleinere Technoveranstaltungen organisiert, aber richtiges Booking etc. noch nie betrieben.
Eine Rock am Ring Teilnahme innerhalb zwei Jahren finde ich realistisch gesehen überhaupt nicht möglich. Dafür wird die Band werbetechnisch überhaupt nicht gepusht, außerdem wäre auch mal eine Demo-CD angebracht, damit man mal Material hat, um sich anständig in größeren Locations zu bewerben.

Um jetzt mal Missverständnissen vorzubeugen, ich habe diesen Thread hier eröffnet, weil ich an der rein menschlichen Frage interessiert bin. Die Materie an sich, scheint mir mehr klar zu sein als dem Management.
 
Doppelkorn2004 schrieb:
Eine Rock am Ring Teilnahme innerhalb zwei Jahren finde ich realistisch gesehen überhaupt nicht möglich.

Das sieht wohl jeder, der noch alle Latten am Zaun hat, genauso... Solche Versprechungen halte ich für offensichtlich unprofessionell... klingt wie "Baby ich bring Dich ganz gross raus, Du musst nur auf die Besetzungscouch"... :screwy:
 
M.O.D. schrieb:
Das sieht wohl jeder, der noch alle Latten am Zaun hat, genauso... Solche Versprechungen halte ich für offensichtlich unprofessionell... klingt wie "Baby ich bring Dich ganz gross raus, Du musst nur auf die Besetzungscouch"... :screwy:

Das ging mir auch durch den Kopf als ich das gelesen habe. Rock am Ring :screwy:
 
Naja.....vielleicht als Gig aufm Campingplatz oder so
 
Whych schrieb:
Das ging mir auch durch den Kopf als ich das gelesen habe. Rock am Ring :screwy:

Man braucht doch nur einen tatkräftigen (kauffreudigen) Manager, der sich nicht erwischen läßt, dann klappt es auch mit dem Grand Prix. :D

Gruß,
Alexandra.
 
:D :D Lol der war gut
 
Hi all,

interessante Kommentare. Bin leider seit ein paar Tagen "offline", weil wir hier wieder vier Tage Veranstalterseminar mit drei Dutzend Veranstaltern von Rostock bis München, von Ahaus bis Zittau haben.

Kleiner Nachsatz zu all Euren Postings, die ich nur teilen kann: DAS SCHLIMMSTE WAS EINER BAND PASSIEREN KANN IST EIN "KOFFER AUF ZWEI BEINEN" aka ein "Manager".

Es sind so viele Wichtigtuer mit Profilierungsproblem unterwegs. Bei Veranstaltern machen die durch die Bank eine Band "unmöglich". Hören die Veranstalter dann den Bandnamen, erinnern die sich nur an den A... von "Manger" und nicht mehr an die vielleicht gute Mucke der Band.

Also: gaaaanz genau prüfen, wem man in diesem Falle vertraut.

UND noch vorsichtiger sein, wenn einer sagt, er will das für lau machen. Entweder man hat einen kompetenten Menschen mit zahllosen Kontakten zu Veranstaltern (dann soll der durchaus seine üblichen 15 % Provision mit verdienen) oder man hat keinen. In letzterem Falle ist man oftmals glücklicher, wenn man diesen Zustand beibehält.

Und das großspurige "Rock-am-Ring"-Versprechen...klingt doch sehr nach "Windbeutel". Im übrigen: Rock-am-Ring ist nicht die Welt. Da gehen viele Bands inzwischen auch mehr als unter, weil das Konzept in meinen Augen völlig überfrachtet ist. Dafür könnt Ihr mich jetzt prügeln...

Aber ich log mich eh gleich wieder aus, weil ich mich um meine Veranstalter kümmern muss und dann lieber mit denen ein paar Weißbier "manage"...

@boomshop:
Habe gesehen, dass Du auf meine Postings ein paar Fragen hattest. Werde versuchen, mich nächste Woche darum zu kümmern respektive zu antworten, wenn die Arbeit wieder etwas weniger geworden ist.

Viele Grüße
 
rockbuerosued schrieb:
@boomshop:
Habe gesehen, dass Du auf meine Postings ein paar Fragen hattest. Werde versuchen, mich nächste Woche darum zu kümmern respektive zu antworten, wenn die Arbeit wieder etwas weniger geworden ist.
Ja, mach Dir keinen Stress. Ich weiss es sehr zu schätzen, wenn Du Dir ab und an ein paar Minütchen Zeit nimmst und freue mich ebenso über die kompetenten Antworten von Dir. Also bring erstmal Deine Aktionen in trockene Tücher und dann machen wir hier weiter. Wünsche Dir viel Glück und vorallem Spass.

Viele Grüsse...Martin
 
rockbuerosued schrieb:
UND noch vorsichtiger sein, wenn einer sagt, er will das für lau machen. Entweder man hat einen kompetenten Menschen mit zahllosen Kontakten zu Veranstaltern (dann soll der durchaus seine üblichen 15 % Provision mit verdienen) oder man hat keinen. In letzterem Falle ist man oftmals glücklicher, wenn man diesen Zustand beibehält.

Das kann man nicht wirklich so "salopp" sagen. Man muss das ganze von zwei Seiten betrachten. Es gibt jede Menge Veranstalter und sogenannte Manager, die heute sehr erfolgreich sind, aber früher auf dieser Basis angefangen haben. Irgendwie muss man ja Erfahrungen sammeln.
Man kann also nicht sagen, dass automatisch jeder, der für lau seine Dienste anbietet, nichts taugt. In meinem anderen Thread haben wir da auch schon ausführlich darüber gesprochen.
Es kommt schließlich auf die soziale Kompetenz, Szenekenntnis und vor allem auf das Begreifen der verschiedenen zusammenhängenden Komponenten an (Booking, Promotion, Steuerkram etc etc) an, wie gut man die Band im Endeffekt betreuen kann oder nicht.

Sicherlich ist jedoch richtig, dass man mit einem "No-cost" Manager auch im Endeffekt mehr Zeit und damit auch Geld verschwendet. Denn ein gutes Management erreicht innerhalb einer gewissen Zeitspanne mehr fürs Geld. Es sind ja auch nicht nur 15 % die beim Gig abgezogen werden für die Vermittlung sondern die gesamte Nebenmaschinerie für Promotion etc....irgendeiner muss die ja auch bezahlen.
Und....die meisten regionalen Bands haben einfach kein Geld. Von daher sind die meisten froh, wenn sich mal jemand mit dem Bandgeschehen mal vertraut macht und ein wenig unter die Arme greift.

Allerdings in dem Beispiel, wie ich es zu Anfang in dem Thread aufnotiert habe, stimme ich Rockbürosüd zu, dass da jemand scheinbar ganz große Profilierungsprobleme hat. Ich habe mittlerweile das Gespräch mit der Band gesucht (mit einem Großteil der Mitglieder) und allesamt waren mit den Leistungen unzufrieden. Die organisierten Gigs bleiben einfach auf "Dorflevel".
Hinter dem ganzen Tun steckt keine wirkliche Strategie dahinter und wirklich erkennen, dass der sich Gedanken um eine effektive Vermarktung der Dienstleistung Band macht, kann ich nicht. Wie die aber nun weiter verfahren werden, weiß ich leider nicht.

Mit Rock am Ring ist so eine Geschichte. Darauf einzugehen habe ich schon gar keine Lust mehr. Der jetzige Manager soll sich erst einmal darum kümmern, dass Gigs der Band richtig beworben werden und die Band ihren Bekanntschaftsgrad regional steigert, bevor sie solche Projekte in Angriff nimmt.
Das Rock am Ring allerdings nicht mehr so prall ist, kann ich nachvollziehen.

Schön das sich dieser Thread zu einer interessanten Diskussion entwickelt.
 

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