Unterricht geben

  • Ersteller Ersteller Supraphonic
  • Erstellt am Erstellt am
  • #21
Hallo,

also erstmal danke fĂŒr deine Antwort, es ist in der Tat einiges klarer geworden.

Vorab zur KlĂ€rung: Ich habe nie davon gesprochen ein guter Lehrer zu sein (falls du mich meinst), abgesehen davon gebe ich nicht fĂŒr Geld Unterricht. Habe damit gute Erfolge und meine SchĂŒler sind nicht die schlechtesten.....(was wohl sowieso fast garnix mit nem Lehrer zu tun hat, den man einmal die Woche 40min. sieht)

Was du schreibst klingt alles schön und gut, und ich sage nicht, dass du da Unrecht hast. Nur, bei absolut grundlegenden Übungen gibt es keine "noch grundlegenderen" Übungen ĂŒber die man arbeiten kann.
Klar ist jedoch, dass du nur Dinge gut unterrichten kannst, die du selbst "kannst" (wie ich jedesmal deutlich gemacht habe) .....wann das bei welchen Übungen der Fall ist kann schwer pauschalisiert werden find ich.

Es kommt eher drauf an, WIE er es beibringen soll

Das lÀuft auf den "Kampf": Frontalunterricht gegen(ganz wertfrei) "Neue Methoden" raus.....da haben auch "ausgebildete Lehrer" verschiedene Standpunkte....

der wahrscheinlich nicht viel mit den TechnikĂŒbungen und den "0815 Beats" zu tun hat, die gerade auf dem Plan stehen. Man muss mit diesen "0815 Beats" und mit diesen TechnikĂŒbungen arbeiten, sie in anderen Kontexten spielen oder in Songs einbauen usw.

Hmmm....das meinte ich mit "einen einfachen Rocksong durchsprechen" eigentlich. Eigene Fills aus dem Gelernten basteln und so spĂ€ĂŸe etc. etc......"einfach" deshalb, weil man ja nich mit Dreamtheater anfĂ€ngt. Ausserdem glaub ich nicht, dass es demotivierend ist, theorie und praxis zu verbinden....ob vor oder nach 1920.

Nochmals danke fĂŒr die AufklĂ€rung. Kann man so oder so sehen.

So und nun will ich nimmer streiten, hab alles gesagt von meiner Seite aus. :)

mfG
Micki
 

  • #22
Ich möchte mal ein paar andere Aspekte einbringen:

Ich habe selbst mal Unterricht gegeben, allerdings nur jemanden, der nicht locker gelassen hat und unbedingt wollte. Also ich habe es nicht angestrebt, sondern einfach mal ausprobiert.

Dabei habe ich folgende Erfahrungen gemacht:

1. Ich habe ein eingeschrĂ€nktes Repertoir als drummer. Das habe ich gesagt. Das war fĂŒr den anderen dann okay. Das war aber die Grundbasis: Absolute Ehrlichkeit Dir selbst und Deinem potenziellen SchĂŒler gegenĂŒber, was Du kannst und was Du nicht kannst.

2. Du musst einen Draht zu dem SchĂŒler haben. Die Chemie muss stimmen. Sonst hat es keinen Zweck. Du musst einfach bereit sein, zu verzichten, wenn Du merkst, dass es nicht klappt.

3. Ausgangspunkt ist das GesprĂ€ch darĂŒber, was der andere eigentlich genau will. Wenn Dir dazu fundiert was einfĂ€llt, ist das die Basis fĂŒr den Unterricht. Wenn Dir mulmig dabei wird, lass es.

4. Motivation und ein gutes, ehrlichesm aufbauendes Feedback ist unglaublich wichtig. Ein SchĂŒler will Sicherheit. Er will wissen, ob er auf dem richtigen Weg ist. Er will wissen, ob er talentiert ist oder nicht. Er will wissen wie gut er vorankommt. Er hat tausend Fragen und er sieht Dich als kompetent an. Wenn Du merkst, Du weichst in Deinen Antworten aus, wird es schief.

5. Du solltest gut erklÀren können. Das beinhaltet mehr als das Zeigen von Techniken. Es gibt unterschiedliche Lerntypen. Es gibt didaktische Methoden. Manche machen das aus dem Bauch richtig. Das merkt man daran, ob es beim anderen ankommt. Wenn Du merkst, es kommt nicht an, was Du vermitteln willst und Dir fÀllt kein anderer Weg ein als den, den Du schon fruchtlos beschritten hast, dann lass es.

Ich wĂŒrde ein kontrolliertes Experiment vorschlagen:

Du schenkst dem SchĂŒler reinen Wein ein. Ihr macht ne Probestunde. Danach sagt er ja oder nein.
Wenn er ja sagt, dann macht Ihr erst mal ein Kontingent von 5 - 10 Stunden aus und klÀrt, wie weit er bis dahin gekommen sein will. Haltet Euch beide an die Ziele. Wenn die erreicht sind und Ihr gut miteinander auskommt, dann macht weiter.

x-Riff
 
  • #23
Vorab zur KlÀrung: Ich habe nie davon gesprochen ein guter Lehrer zu sein (falls du mich meinst)

Damit habe ich nicht dich gemeint. Das ist nur eine Sache, die mich generell stört und die ich schon oft gesehen habe. Ob du selbst gut, schlecht, erfahren oder unerfahren bist, kann ich ja nicht beurteilen.

Das lÀuft auf den "Kampf": Frontalunterricht gegen(ganz wertfrei) "Neue Methoden" raus.....da haben auch "ausgebildete Lehrer" verschiedene Standpunkte....

Das ist richtig, das kann auf eine Diskussion hinauslaufen. Aber es ist erwiesen, dass die "neuen Methoden" am Ende mehr bringen und gerade fĂŒr SchĂŒler, die nicht alles sofort lernen und sofort drauf haben, die besseren sind.

Nur, bei absolut grundlegenden Übungen gibt es keine "noch grundlegenderen" Übungen ĂŒber die man arbeiten kann.

Das stimmt auch und ich weiß auch, dass es SchĂŒler gibt, die man besser nicht unterrichten sollte (siehe x-Riffs AusfĂŒhrungen), weil man sich schon mit den grundlegenden Übungen sehr schwer tut. Dennoch gibt es auch fĂŒr die grundlegensten aller Übungen (z.B. schlage gleichmĂ€ĂŸig rlrl) verschiedene Wege, die man gehen kann. Der SchĂŒler muss eine Vorstellung haben, wie es hinterher klingen soll. Und diese Vorstellung kann bei jedem Trommler anders sein und baut sich auch bei vielen Trommlern unterschiedlich auf.

x-Riff hat noch eine sehr wichtige ErgÀnzung gegeben:
4. Motivation und ein gutes, ehrlichesm aufbauendes Feedback ist unglaublich wichtig. Ein SchĂŒler will Sicherheit. Er will wissen, ob er auf dem richtigen Weg ist. Er will wissen, ob er talentiert ist oder nicht. Er will wissen wie gut er vorankommt. Er hat tausend Fragen und er sieht Dich als kompetent an. Wenn Du merkst, Du weichst in Deinen Antworten aus, wird es schief.

Durch ein ehrliches, vernĂŒnftiges und motivierendes Feedback, gewinnt der SchĂŒler den Eindruck, dass er was bewegen kann (das kann er ja selbst nicht beurteilen) und ist motiviert, weiter nach vorne zu gehen. Das ist wirklich unheimlich wichtig. Hier muss man auch die richtige Dosis und die richtigen Worte finden. Die meisten SchĂŒler brennen darauf, ein positives Feedback zu bekommen, auch wenn sie es nie zugeben wĂŒrden.
 
  • #24
gute beitrÀge :)

nur schlagt euch doch nicht die köpfe ein, sondern helft dem armen jungen beim beantworten seiner frage...

irgendwie erinnert mich dieser thread an "ich bin ein guter lehrer/geschwindigkeit/equipment...etc" ;)
 
  • #25
Hallo,

also wenn der gute Junge jetzt nonet weiß woraufs ankommt dann weiß ich auch net ;)

mfG
Micki
 
  • Ersteller
  • #26
So, danke fĂŒr eure sehr sehr ausfĂŒhrlihce HIlfe, vma kann der Thread geschlossen werden ^^

Ist sogar irgendwie der einzige Thread in der Richtung, hab sonst garnihcts gefunden.
 
  • #27
Doch - gabÂŽs schon mal - allerdings gings da um Gitarrenunterricht.

Interessant ist, dass da die gleichen Positionen und die gleichen Tipps gereicht wurden.

HatÂŽs Dir denn was gebracht und wie ist Deine Entscheidung?

WĂŒrde mich - und wahrscheinlich nicht nur mich - ja mal interessieren.

Jedenfalls viel Erfolg - bei allem, was Du nun tust,

x-Riff
 

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