Unterricht geben

  • Ersteller Ghoulscout
  • Erstellt am
Hallo,

also erstmal danke für deine Antwort, es ist in der Tat einiges klarer geworden.

Vorab zur Klärung: Ich habe nie davon gesprochen ein guter Lehrer zu sein (falls du mich meinst), abgesehen davon gebe ich nicht für Geld Unterricht. Habe damit gute Erfolge und meine Schüler sind nicht die schlechtesten.....(was wohl sowieso fast garnix mit nem Lehrer zu tun hat, den man einmal die Woche 40min. sieht)

Was du schreibst klingt alles schön und gut, und ich sage nicht, dass du da Unrecht hast. Nur, bei absolut grundlegenden Übungen gibt es keine "noch grundlegenderen" Übungen über die man arbeiten kann.
Klar ist jedoch, dass du nur Dinge gut unterrichten kannst, die du selbst "kannst" (wie ich jedesmal deutlich gemacht habe) .....wann das bei welchen Übungen der Fall ist kann schwer pauschalisiert werden find ich.

Es kommt eher drauf an, WIE er es beibringen soll

Das läuft auf den "Kampf": Frontalunterricht gegen(ganz wertfrei) "Neue Methoden" raus.....da haben auch "ausgebildete Lehrer" verschiedene Standpunkte....

der wahrscheinlich nicht viel mit den Technikübungen und den "0815 Beats" zu tun hat, die gerade auf dem Plan stehen. Man muss mit diesen "0815 Beats" und mit diesen Technikübungen arbeiten, sie in anderen Kontexten spielen oder in Songs einbauen usw.

Hmmm....das meinte ich mit "einen einfachen Rocksong durchsprechen" eigentlich. Eigene Fills aus dem Gelernten basteln und so späße etc. etc......"einfach" deshalb, weil man ja nich mit Dreamtheater anfängt. Ausserdem glaub ich nicht, dass es demotivierend ist, theorie und praxis zu verbinden....ob vor oder nach 1920.

Nochmals danke für die Aufklärung. Kann man so oder so sehen.

So und nun will ich nimmer streiten, hab alles gesagt von meiner Seite aus. :)

mfG
Micki
 
Ich möchte mal ein paar andere Aspekte einbringen:

Ich habe selbst mal Unterricht gegeben, allerdings nur jemanden, der nicht locker gelassen hat und unbedingt wollte. Also ich habe es nicht angestrebt, sondern einfach mal ausprobiert.

Dabei habe ich folgende Erfahrungen gemacht:

1. Ich habe ein eingeschränktes Repertoir als drummer. Das habe ich gesagt. Das war für den anderen dann okay. Das war aber die Grundbasis: Absolute Ehrlichkeit Dir selbst und Deinem potenziellen Schüler gegenüber, was Du kannst und was Du nicht kannst.

2. Du musst einen Draht zu dem Schüler haben. Die Chemie muss stimmen. Sonst hat es keinen Zweck. Du musst einfach bereit sein, zu verzichten, wenn Du merkst, dass es nicht klappt.

3. Ausgangspunkt ist das Gespräch darüber, was der andere eigentlich genau will. Wenn Dir dazu fundiert was einfällt, ist das die Basis für den Unterricht. Wenn Dir mulmig dabei wird, lass es.

4. Motivation und ein gutes, ehrlichesm aufbauendes Feedback ist unglaublich wichtig. Ein Schüler will Sicherheit. Er will wissen, ob er auf dem richtigen Weg ist. Er will wissen, ob er talentiert ist oder nicht. Er will wissen wie gut er vorankommt. Er hat tausend Fragen und er sieht Dich als kompetent an. Wenn Du merkst, Du weichst in Deinen Antworten aus, wird es schief.

5. Du solltest gut erklären können. Das beinhaltet mehr als das Zeigen von Techniken. Es gibt unterschiedliche Lerntypen. Es gibt didaktische Methoden. Manche machen das aus dem Bauch richtig. Das merkt man daran, ob es beim anderen ankommt. Wenn Du merkst, es kommt nicht an, was Du vermitteln willst und Dir fällt kein anderer Weg ein als den, den Du schon fruchtlos beschritten hast, dann lass es.

Ich würde ein kontrolliertes Experiment vorschlagen:

Du schenkst dem Schüler reinen Wein ein. Ihr macht ne Probestunde. Danach sagt er ja oder nein.
Wenn er ja sagt, dann macht Ihr erst mal ein Kontingent von 5 - 10 Stunden aus und klärt, wie weit er bis dahin gekommen sein will. Haltet Euch beide an die Ziele. Wenn die erreicht sind und Ihr gut miteinander auskommt, dann macht weiter.

x-Riff
 
Vorab zur Klärung: Ich habe nie davon gesprochen ein guter Lehrer zu sein (falls du mich meinst)

Damit habe ich nicht dich gemeint. Das ist nur eine Sache, die mich generell stört und die ich schon oft gesehen habe. Ob du selbst gut, schlecht, erfahren oder unerfahren bist, kann ich ja nicht beurteilen.

Das läuft auf den "Kampf": Frontalunterricht gegen(ganz wertfrei) "Neue Methoden" raus.....da haben auch "ausgebildete Lehrer" verschiedene Standpunkte....

Das ist richtig, das kann auf eine Diskussion hinauslaufen. Aber es ist erwiesen, dass die "neuen Methoden" am Ende mehr bringen und gerade für Schüler, die nicht alles sofort lernen und sofort drauf haben, die besseren sind.

Nur, bei absolut grundlegenden Übungen gibt es keine "noch grundlegenderen" Übungen über die man arbeiten kann.

Das stimmt auch und ich weiß auch, dass es Schüler gibt, die man besser nicht unterrichten sollte (siehe x-Riffs Ausführungen), weil man sich schon mit den grundlegenden Übungen sehr schwer tut. Dennoch gibt es auch für die grundlegensten aller Übungen (z.B. schlage gleichmäßig rlrl) verschiedene Wege, die man gehen kann. Der Schüler muss eine Vorstellung haben, wie es hinterher klingen soll. Und diese Vorstellung kann bei jedem Trommler anders sein und baut sich auch bei vielen Trommlern unterschiedlich auf.

x-Riff hat noch eine sehr wichtige Ergänzung gegeben:
4. Motivation und ein gutes, ehrlichesm aufbauendes Feedback ist unglaublich wichtig. Ein Schüler will Sicherheit. Er will wissen, ob er auf dem richtigen Weg ist. Er will wissen, ob er talentiert ist oder nicht. Er will wissen wie gut er vorankommt. Er hat tausend Fragen und er sieht Dich als kompetent an. Wenn Du merkst, Du weichst in Deinen Antworten aus, wird es schief.

Durch ein ehrliches, vernünftiges und motivierendes Feedback, gewinnt der Schüler den Eindruck, dass er was bewegen kann (das kann er ja selbst nicht beurteilen) und ist motiviert, weiter nach vorne zu gehen. Das ist wirklich unheimlich wichtig. Hier muss man auch die richtige Dosis und die richtigen Worte finden. Die meisten Schüler brennen darauf, ein positives Feedback zu bekommen, auch wenn sie es nie zugeben würden.
 
gute beiträge :)

nur schlagt euch doch nicht die köpfe ein, sondern helft dem armen jungen beim beantworten seiner frage...

irgendwie erinnert mich dieser thread an "ich bin ein guter lehrer/geschwindigkeit/equipment...etc" ;)
 
Hallo,

also wenn der gute Junge jetzt nonet weiß woraufs ankommt dann weiß ich auch net ;)

mfG
Micki
 
So, danke für eure sehr sehr ausführlihce HIlfe, vma kann der Thread geschlossen werden ^^

Ist sogar irgendwie der einzige Thread in der Richtung, hab sonst garnihcts gefunden.
 
Doch - gab´s schon mal - allerdings gings da um Gitarrenunterricht.

Interessant ist, dass da die gleichen Positionen und die gleichen Tipps gereicht wurden.

Hat´s Dir denn was gebracht und wie ist Deine Entscheidung?

Würde mich - und wahrscheinlich nicht nur mich - ja mal interessieren.

Jedenfalls viel Erfolg - bei allem, was Du nun tust,

x-Riff
 

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