Vintage Fender Vibrolux vs. Handwired (neu)

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Hi,

ich steh gerade vor der Entscheidung, mir einen neuen Amp zuzulegen.
Diesmal soll es ein Fender Vibrolux sein.

Nun stellt sich die Frage, ob es ein Vintage Fender Fibrolux (End 60er) oder ein neuer Handwired (wie z.B. von Ritter) werden soll.
Wer hat Erfahrung mit Vintage Amps (bzgl. Verlässlichkeit, Sound, etc)?
Wie ist eure Meinung dazu?

Cheers
MM
 
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Hallo MM,

Ich habe zwar keine Ahnung von Vintage Amps, würde den jedoch trotzdem nehmen, sofern er im guten Zustand ist, da der Wiederverkaufswert ungefähr dem Kaufpreis entsprechen müsste und somit kein Verlust entsteht, während beim Custom AMP ein sehr hoher Verlust bereits nach dem abholen entsteht.

Viel Erfolg bei der Suche!

Max
 
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während beim Custom AMP ein sehr hoher Verlust bereits nach dem abholen entsteht
Woher stammt denn diese Info?
Wie viele "Custom Amps" (Ich würde das eher Boutique-Amp nennen) hast du denn schon gekauft/verkauft?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass z.B. handwired TAD-Amps (Fender-Nachbauten) recht hoch im Kurs stehen - die die ich selbst gebaut und z.T. auch verkauft habe, haben durchaus einen hohen Preis gebracht - mit neuen Bauteilen, nicht ausgetrockneten Kondensatoren und nicht oxidierten Röhrensockeln. Die originale aus den 60ern sind eher für Sammler interessant.
 
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Die originale aus den 60ern sind eher für Sammler interessant.


Das ist aber mal ne ziemlich mutige Aussage.

Ich spiele u.a. einen 69er Twin und einen 67er Super Reverb, die zwar alle paar jahre eine kleine Wartung brauchen, aber unvergleichlich gut klingen und zuverlässig arbeiten.

Daß gutgemachte Boutique-Amps relativ hoch im Kurs stehen können, denke ich auch, aber wenn ich das eine oder andere Schätzchen hätte neu kaufen müssen (Tweed Twin, Tweed de Luxe, de Luxe Reverb RI handverdrahtet, usw.) , müsste ich beim Wiederverkauf bestimmt 20 bis 50 Verlust rechnen.
 
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Bei denen, die es von Fender gibt: ja. Da hat sich aber nichts mit echten P2P wiring - das ist (trotz "Reissue") Massenware.

Ich kann nur meine Erfahrungen teilen: die, die sich einen "Nachbau" von TAD geleistet haben, haben die gleiche Technik wie im Original aus den 60ern, ohne das Alter mitzukaufen....das wird auch entsprechend honoriert. Voraussetzung ist natürlich der Fachgerechte Aufbau mit dem Wissen um die zu Grunde liegende Technik.
 
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Wer hat Erfahrung mit Vintage Amps (bzgl. Verlässlichkeit, Sound, etc)?
Also ich habe einen Mitte 70er Fender Vibrolux Reverb - Silverface.
Der ist robust, zuverlässig und klingt absolut super! Gar nicht unähnlich zum Twin Reverb, ein bisschen wärmer und natürlich mit weniger Headroom, aber auch diese Mischung aus glitzernden und trotzdem warmen Höhen und satten Bässen, die nicht matschen. Hall und Tremolo viel schöner und organischer als man das mit Pedalen hinkriegt. Die Reissues und neueren Fenders sind auch gut, aber klingen anders und für mein Empfinden nicht so edel. In all den Jahren, die ich mit ihm spiele (seit ca. 1985), hat er mal ne gründliche Entstaubung (innen) und vor fünf Jahren neue Elkos gebraucht. Ich habe ihn nie als was Besonderes gesehen und ihn kein bisschen schonend behandelt. Dies wegen der oft gehörten Aussage, alte Röhrenamps seien empfindlich und bräuchten viel Wartung/Pflege - null!
Nicht umsonst sind die alten Originale inzwischen teuer - allerdings immer noch billiger als ein fertig montierter TAD oder Ritter Nachbau. Dort habe ich übrigens keinen Vibrolux gefunden...
Jetzt, wo ich weiß wie meiner klingt und wie im Vergleich dazu die Reissues klingen, würde ich einen alten Vibrolux kaufen.
Wenn er nicht allzu teuer ist, kannst du ihn z.B. vom Captain durchchecken / modden lassen und zahlst immer noch weniger als bei TAD oder Ritter.
Das soll aber nicht heißen, dass ich von TAD oder Ritter oder so abrate - wenn die an den Sound der Originale herankommen, sind die ihr Geld auf jeden Fall wert. Und ein Amp, über den sicher noch niemand Bier gegossen hat, der sicher nie mit falscher Spannung oder Impedanz betrieben wurde und neue Röhren, Speaker, Elkos usw. hat, ist auch ne feine Sache ;)
 
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Nun - dann will ich mal die andere Seite darstellen: ich hatte auch mal einen 6Xer Blackface Super Reverb. Ein toller Amp, aber leider alles andere als zuverlässig. Er ist mir mehrmals mitten im Live Gig abgeraucht; genauer gesagt seine Gleichrichterröhre. Das macht dann echt Laune ...
Ich habe ihn deshalb (aus heutiger Sicht leider) aus diesem Grund verkauft. Einen guten Röhren-Amp-Tech kannte ich damals (Anfang 90rer) nicht. Vermutlich hätte er neue Netzteil-Kondensatoren benötigt.

Will sagen: ein Vintage Vibrolux ist ganz bestimmt ein toller Amp - ich hätte auch gerne einen. Allerdings würde ich mir nur einen vom Fachmann durchgecheckten und gewarteten Amp kaufen. Sollte der Verkäufer keine Belege o.ä. dafür nachweisen können, würde ich schon mal (auch bei einem funktionierenden Amp) ca. 300-400€ (Bauchwert) für den Amp Tech hinzukalkuklieren für eine komplette Durchsicht und die eine oder andere Reparatur, die dann sicherlich anfallen wird (siehe Kondensatoren). Man muss sich dabei ja nicht gleich einen Satz Mercury Magnetics Trafos einreden lassen ;-)
 
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So oder so, es bleibt eine individuelle Entscheidung.
Diese hängt sicherlich von mehreren Faktoren ab, manche wurden ja schon besprochen.
Und einer dieser Faktoren ist eben der Einsatzort. Spiele ich die Kiste vorwiegend daheim, kannst ein altes edles Teil mit Mojo sein.
Spiele ich die Kiste unterwegs, möchte ich etwas zuverlässiges, was mir auch nicht zuu sehr weh tut, wenn was passiert. Einen Ritter kann ich "einfach so" neu kaufen, ein Vintageteil leider nicht.
 
Um nochmal auf das Originalposting zurückzukommen: Vibrolux ist nicht gleich Vibrolux.
Es gibt den originalen Vibrolux in BF mit 15" and SF mit 2x10", den Vibrolux Custom Reverb (der ohne tiefgreifende Modifikation rauscht wie Wasserfall und komplett anders klingt) und den 68er Vibrolux Reverb ReIssue mit jeweils 10" und wenn mich mein Hirn ned ganz im Stich lässt gabs den BF mit dem 15"er auch als (SRV)ReIssue irgendwann Anfang 2000....insofern stellt sich die Frage: "Welches Schweinderl derfs denn sein"?
 
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ja klar da bin ich bei Dir. Ich habe mir deshalb ja auch einen TAD JTM45 im Combogehäuse und mit Attenuator zugelegt. Das ist eine geniale Allzweck"waffe" für alle Situationen.
Den würde ich live jedem alten Schätzchen vorziehen, aber auch zu Hause macht er eine tolle Figur.

Stimmt schon, dass, wenn ein neu aufgebauter Replica Amp nicht von einem der Bekannten und bewährten "Builder" kommt, der Wiederverkaufswert nicht so dolle sein wird. Aber ich verstehe auch nicht, warum der immer so hervorgehoben wird.
 
...insofern stellt sich die Frage: "Welches Schweinderl derfs denn sein"?
Um dem hochwissenschaftlichen Anspruch dieses Boards gerecht zu werden, bitte auch den alten Robert Lembke immer korrekt zitieren:
„Welches Schweinderl hätten S’ denn gern?“ :D:ugly:
(Sorry BF, den konnte ich mir nicht verkneifen, und hat auch absolut null mit dir zu tun)
 
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Bei denen, die es von Fender gibt: ja. Da hat sich aber nichts mit echten P2P wiring - das ist (trotz "Reissue") Massenware.

Ich kann nur meine Erfahrungen teilen: die, die sich einen "Nachbau" von TAD geleistet haben, haben die gleiche Technik wie im Original aus den 60ern, ohne das Alter mitzukaufen....das wird auch entsprechend honoriert. Voraussetzung ist natürlich der Fachgerechte Aufbau mit dem Wissen um die zu Grunde liegende Technik.

Ich vermute, es liegen Missverständnisse vor:

1.) Mein Twin und Super Reverb, sind aus den 60ern, handverdrahtet, in jeder Beziehung hervorragend und eine Kaufempfehlung, sofern sie gelegentlich vom Fachmann überholt werden und sich in ansprechendem Zustand befinden.

2.) Mein de Luxe Reverb ist aus den 90ern, mein alter Freund Manni Reckmeyer hat die Platine entfernt und den Amp neu handverdrahtet, er ist mehr oder weniger identisch mit einem 67er.

3.) Ich finde auch die meisten "Boutique-Amps" oder die neueren handwired Amps wie u.a. TAD, Ceriatone (oder ein Marshall JTM 45 von Udo Pipper neu handverdrahtet mit alten Röhrenu.v.a.m.) Lichtjahre besser als die industrielle Massenware vor allem in den unteren Preisregionen.

4.) You get mostly what you`ve paid for.
 
Genau, wir sind nicht so wie diese Klavierspieler, die alle naselang ein neues Piano brauchen :D
 
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Hi!

Nur eine kleine "Haarspalterei"...

...
Es gibt den originalen Vibrolux in BF mit 15" and SF mit 2x10"...

Der 1x15"-blackface-Combo war der VibroVERB (bzw. OHNE Hall und nur ganz kurz auch der "Pro"), nicht der VibroLUX ;)

Die ersten bf Vibroluxe hatten keinen Hall und kamen als 1x12"-Combos - extrem selten!

Dann, ab ´64/´65, als Vibrolux Reverb MIT Hall und 2x10"-Speakern - bis ca. 1981/82.


Vom "Custom Vibrolux Reverb" würde ich - aus den von Bluesfreak genannten Gründen - durchaus abraten...


Zum Thema des Fragestellers aus meiner Sicht...

Ich habe/hatte schon ein gutes Dutzend alter Fender-Amps und war/bin sehr happy damit.

Klar, man sollte nach dem Kauf immer zuerst zum Amp-Doktor gehen und schauen, dass alles so läuft wie es sein soll - dann sind diese Amps aber, nach meiner Erfahrung, sehr brauchbare und zuverlässige Gefährten :great:


Es gibt hier im Board eine sehr hilfreiche Liste mit Amp-Technikern nach Postleitzahlen sortiert:

https://www.musiker-board.de/thread...aerker-und-zubehoer-nach-plz-geordnet.447629/

Da sollte man nahezu überall in D. jemand passenden finden können...


cheers - 68.
 
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Ich habe jeden Menge Erfahrung mit Vintage Amps, Gitarren und Oldtimern und kann nur sagen, es kommt immer auf die regelmäßige Wartung an.
Ist diese okay sind handverdrahtete Vintage Amps auf jeden Fall servicefreundlicher als neue auf Platinenbasis wenn mal was dran ist.
Was den Sound anbelangt ist es halt Geschmacksache.
Würde ich in einer kleinen Bluesrock Combo spielen würde ich immer einenüm Vintage Amp den Vorzug geben.
Bei dem was ich so mache ist aber mehr die moderne Liga mit FX Loop, 2-3 Kanälen, 2 Mastervolumes und eingebautem Booster angesagt.
 
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Hi,

vielen Dank schon mal für die Einschätzungen und Erfahrungen (vor allem von jenen, die selbst Vintage Amps spielen).
Das mit dem Wiederverkaufswert ist so ne Sache - aber für mich nicht so relevant.

Mir geht es in erster Linie um den Sound - bei den Gigs haben wir zwar Roadies die die PA, Licht usw. aufbauen - aber Amp nehm ich sowieso immer selber mit - ich glaub, sowas hält auch ein alter Amp locker aus.

Der Amp der mir vorschwebt hat noch die 2x10 Oxford Speaker - und wäre der Vibrolux Reverb (Silverface)

Was mich ein wenig beruhigt ist, dass die Fehleranfälligkeit / Wartbarkeit anscheinend nicht so das große Thema ist - zumindest nach den Erfahrungen von einigen Kollegen hier ;-)
 
Was mich ein wenig beruhigt ist, dass die Fehleranfälligkeit / Wartbarkeit anscheinend nicht so das große Thema ist - zumindest nach den Erfahrungen von einigen Kollegen hier ;-)

Nö, wirklich nicht. Spiele seit gut 20 Jahren meinen 74er Twin, und klar geht mal was kaputt, wenn man damit viel live spielt - dann aber (mit einer einzigen Ausnahme) nicht, weil er unzuverlässig ist, sondern weil der/die tragende Person/en unzuverlässig waren ... Das waren dann meist einfach gebrochene Kabel an den Steckern auf der Rückseite, weil die gucken halt hinten am Gehäuse raus und sind damit sensibel. Das ist aber bei Neuaufbauten genauso. Ansonsten 1x Kondensatoren und 3-4x Endstufenröhren in dieser Zeit, fertig ... Ist aber auch ein Player und kein Sammlerstück.

Klar verstehe ich trotzdem den Charme eines Neuaufbaus. Beides hat seinen Reiz. Hier das Original, stabil, zuverlässig, aber eben doch schon betagt und etwas empflindlich. Wobei Fender-Amps der 70er eben auch Massenproduktion waren. Nur, dass die noch viel mit Handarbeit zu tun hatte - mit allen Vor- und Nachteilen. Dort Neuware mit frischen Kondensatoren, Lötverbindungen, ohne ggf. spröde Isolierungen etc. Handwerklich vermutlich sogar besser gebaut. Klingt natürlich auch etwas anders als mit fast 50 Jahre alten Bauteilen. Vielleicht sogar besser - Einzelfallentscheidung ;)
 
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