Walking Bass in Jazz

ginod
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Hey,

Bin noch Neuling im Jazz ;-).

Ich hätte mal ein paar Fragen zum Walking Bass Läufen in Jazz. Ich erkenne da ein gewisses Muster.

Anscheinend werden da durchgängige Achtel gespielt. Aber das scheint ja noch nicht alles zu sein. Es scheint mir nicht so zu sein, dass einfach wahllos die Appregien der akkorde hoch und runter gespielt werden. Kann mir vielleicht jemand erklären, wie man am besten so einen walking Basslauf gestaltet oder was es da für Unterschiede gibt in den verschiedenen Stilen.

ich kenne mich mit den Stilen noch nicht so aus. Deshalb fände ich es auch schön, wenn mir jemand mal ne Seite nennen könnte wo einfach wirklich mal so die Unterschiede und Hörliteratur aufgelistet ist für Bossa Nova, Swing, Gypsy etc.

Bisher habe ich mir folgende Leute mal etwas angeschaut. Pet Metheny, Joe Pass, Miles Davis, Berelli Lagrene, Stocholo Rosenberg, Charlie Parker.

Alles ist in gewisser Weise ja JAzz aber doch zum Teil sehr unterschiedlich und nicht überall wird gleich ein WAlking Basslauf verlangt.

Im Prinzip habe ich also 2 Fragen. Wie funktioniert ein walking bass lauf und wo taucht er auf?

und Was sind die Merkmale der verschiedenen Jazz Stile?

Vielen Dank euch schonmal im Voraus


PS: ICh habe das REalbook, falls das hier weiterhilft
 
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WilliamBasie
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der Wikipedia-Eintrag ist relativ gut und informativ. Man beachte die Quellenangaben und die weiterführenden Links.

http://de.wikipedia.org/wiki/Walking_Bass

mein ganz persönlicher Favorit ist Niels Henning Orsted Pedersen...
 
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Reeder
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Servus,

Dir ist ein Fehler unterlaufen; die metrische Grundeinheit des Walking Bass ist die Vierelnote, nicht die Achtel.
Es werden im Prinzip Swing-Viertel gespielt (die dauern 2 Triolenachtel an) und manchmal halt noch ne Achtel eingeschoben, also ähnlich wie das Ride-Pattern des Schlagzeugers (auch Achteltriolen sind üblich).
Das wichtigste und eigentlich auch einzige Kriterium für das Spiel einer Walking Bass-Linie ist, dass man die zugrunde liegende Akkordfolge heraushört.
Jetzt wäre es etwas kurz gedacht, nur Akkordtöne zu spielen, aber zumindest auf den schweren Zählzeiten 1 und 3 sollten wichtige Akkordtöne stehen (Grundton, Terz, Septime), was auf 2 und 4 passiert ist dann eigentlich egal mehr oder weniger egal, solange es schlüssig klingt, d.h. hier werden dann vor allem Optionstöne oder chromatische Anspielungen verwendet (wobei Akkordtöne natürlich nicht verboten sind).

Der Walking Bass findet fast ausschließlich (er kommt auch im Rockabilly vor) in traditionelleren, geswingten Jazzrichtungen Verwendung, und zwar immer dann, wenns um möglichst viel Drive geht. Wenn du mal auf eine Jamsession gehst, wirst du feststellen, dass Bass und Schlagzeug während des Themas oft rhythmisch offenere Dinge spielen, um die Melodie zu unterstützen (z.B. Kicks mitspielen oder kommentierend die Pausen füllen) um dann für die Solo-Changes ins Walking überzugehen; u.a. hier http://www.youtube.com/watch?v=V0YBH0U0TT8 gut zu hören.
 
ginod
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vielen Dank für eure Beiträge, sehr hilfreich.
 
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Reeder hat schon alles Essenzielle gesagt. Vielleicht noch als Ergänzung: Neben den Füll-Achteln zwischen den Vierteln kann's auch mal Triolen geben, oder auch die sog. Drops (also sozusagen abtropfende Triolen, die man über mehrere Saiten spielt). Wichtig nur, daß die nächste Viertelnote (auf der man dann landet) ganz sicher steht.
Ron Carter und Ray Brown sind zwei Kandidaten, von denen man da (auch klanglich) sehr viel abgucken kann.

Wenn Du mal die Suchfunktion anschmeißt, müßte hier im Forum in der Bass-Abteilung (Tabs und Spieltechniken) einiges zu Walking-Regeln zu finden sein.

Was sind die Merkmale der verschiedenen Jazz Stile?

Ich vermute mal, Deine Frage bezieht sich auf das Walken? Ich müßte überlegen, wie man das geschickt ausdrückt... aber in jedem Falle geht es bei Swing und Big Band etwas solider und mehr auf die Akkordtöne bezogen zu als bei Bebop und späteren. Die bebop-bewährten Rezepte zu "Donna Lee" oder "Groovin High" z.B. funktionieren nicht mehr so gaaaanz, wenn man mit Leuten spielt, die ganz solide "Indiana" oder "Whispering" spielen wollen :rolleyes: auch wenn die Akkordfolge jeweils im Prinzip ziemlich bzw. sehr ähnlich ist. Ich hab's auf einer Oldtime-Session ausprobiert ;) die Band war etwas belustigt/irritiert.

Michael
 
alternative_bass
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Das Problem ist es Meiner Meinung nach das ganze in die Finger zu kriegen und einfach fix genug die richtigen Töne zu walken , einfach Arpeggios üben und das immer einfach mit ner Akkordfolge bzw mit Metronom . Band in a Box ist perfekt zum Lernen von walking bass , des weiteren spuckt es sogar tabs dazu aus ,sollte das gebruacht werden . Wobei das tolle am walking ja ist ,dass man keine Noten braucht , aber fuer alle die mit tabs angefangen haben hilft das auf jeden Fall .
Wichtig ist eigentlich , dass du tonale zentren erkennst und klar und defeniert auf diese hinarbeitest , walking bzw halftime/wechselbass sind wirklich die elementarsten unterstützungen und sollten wirklich auch solche bleiben . Du musst nicht sonderlich virtuos walken sondern eher straight , tight und supportend , das bringts auf jeden Fall , ist aber auch nicht unbedingt einfach ;)
Ich sprech aus erfahrung , ich bin selbst basser und bin eigentlich der Fuddler überhaupt , aber bei solchen Sachen ziehen nur die basics !
 
turko
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der Wikipedia-Eintrag ist relativ gut und informativ. Man beachte die Quellenangaben und die weiterführenden Links.

http://de.wikipedia.org/wiki/Walking_Bass

mein ganz persönlicher Favorit ist Niels Henning Orsted Pedersen...

Ich bin zwar um MONATE zu spät d´ran ... aber MEINER AUCH !! 346 Blues-Chorusse hintereinander, und einer (ganz !) anders, als der andere ... und diese herrlich langen Töne bei gleichzeitiger rhythmischer Intensität ... herrlich !! :)

LG, Thomas
 
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... aber MEINER AUCH !! ...
NHOP hatte ja viele geniale Momente - ...aber kennst du den Samba Petite von den Duo-Aufnahmen mit Allan Botschinsky, diese Leichtigkeit, dieses mühelose hin- und herpendeln zwischen Melodie und Begleitung - ...ach schwärm.

Wenn ich mal mies drauf bin oder druchhänge, ist das eines meiner Sonnenstrahlen-Stücke!
 
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NHOP hatte ja viele geniale Momente - ...aber kennst du den Samba Petite von den Duo-Aufnahmen mit Allan Botschinsky, diese Leichtigkeit, dieses mühelose hin- und herpendeln zwischen Melodie und Begleitung - ...ach schwärm.

Wenn ich mal mies drauf bin oder druchhänge, ist das eines meiner Sonnenstrahlen-Stücke!

Nein, kenne ich leider nicht !! Aber Danke für den Tip, und das ist auch gleich ein Anstoß für mich, mal wieder GEZIELT nach (für mich) neuer Musik zu suchen ... :)

Alles Liebe,
Thomas
 
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Hallo,

sollte meine Frage hier falsch sein, bitte ich darum, dass sie irgendjemand verschiebt:

Also ich besitze da tolle total verständliche Buch "Walking Bass Lines" von "Ed Friedland".
Ich bin an der Stelle, wo man übt mit Skalentönen auf die Zieltöne "zuzuwalken"...ich bin mir grad nicht sicher, ob ich das "musiktheoretisch" richtig verstanden habe...

Also ein Playalong dort ist in F-Dur geschrieben und es geht meist immer:
F7 B7 (hier mal "deutsche" Schreibweise) F7 B7
Also immer im Wechsel.

1. Soll man da beim Spiel immer komplett in F-Dur denken (weil das beim Notenschlüssel vorn so dran steht) oder muss ich da immer in den Akkorden denken, also auch immer ständig wechseln "Jetzt spielste F-Dur und jetzt spielste B-Dur"? ...ja und wegen der 7 dran, müsste ich dann also immernoch denken "So und wenn der siebte Ton kommt, dann machst du den immer den Halbton kleiner"?!

2. Und noch was wegen der 7. Also heißt das ja, dass bei F7 die Töne von B-Dur und bei B7 die Töne von E-Dur genommen werden sollen(?!). Also soll man dann nur B-Dur und/oder (?) E-Dur nehmen. Bleibt immernoch die Frage, warum ist das Leadsheet denn am Anfang insgesamt als F-Dur gekennzeichnet?

Würde mich über Tipps von Leuten, die sich auskennen freuen, ob nun Denkweise 1 oder 2 richtiger ist... ich denke mal "1" und immer an permanent wechselnde Tonleitern denken und daran, dass man den 7. Ton einen Halbton tiefer spiele?!

PS: Wenn man jedoch immer an permanent wechselnde Tonleitern denkt, wirds zu anfang da etwas schwieriger, das gesamte Griffbrett zu erschließen, weil ich bei nur EINER Tonleiter erstmal auf ein komplett übers ganze Griffbrett gehende Pattern zugreifen kann und nicht so gucken muss, dass sich in jedem Takt was ändert. (Zur Griffbrett-Bedienung hab ich für mich das mit dem CAGED-System gefunden, das in "Fretboard Logic" erklärt wird...in der Denkweise denke ich da)
 
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Reeder
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Im Voraus: Um alle Klarheiten zu beseitigen, gibt es bei mir nur die internationale Schreibweise von B und Bb.

Also ich würde generell auf die Vorzeichnung eines Stücks nicht allzu viel geben, zum einen, weil sich die Tonart x-mal ändern kann, zum zweiten, weil viele Jazzstücke gar keine eindeutige Tonart haben und zum dritten, weil oftmals Zwischendominanten und ähnliches den diatonischen Rahmen kurzzeitig sprengen. Also schau dir am besten jeden Akkord einzeln an.
Bei F7 Bb7, wie es ja zum Beispiel im gern gespielten F-Blues vorkommt, sind die Skalen F-Mixolydisch und Bb-Mixolydisch(#11), also bei beiden nicht F-Dur im eigentlichen Sinne. Auch andere Dominantskalen wie Alteriert, HTGT usw. sind denkbar, das wär dann aber eher was fürs Solo und weniger für die Begleitung.

Zum zweiten: Du sollst nicht, du kannst F7 durch B7 ersetzen und Bb7 durch E7.
 
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Im Voraus: Um alle Klarheiten zu beseitigen, gibt es bei mir nur die internationale Schreibweise von B und Bb.

Ok, war mir da nicht so sicher, wie das hier gehandled wird...also bleiben wir international :)

Also dann denke ich fahre ich mit dem Strickmuster gut, wenn ich mir sage "F und Bb als Tonzentrum und dabei immer die 7 einen Halbton tiefer"?! Und dann muss ich wohl beide Tonleitern mal gleich komplett übers Griffbrett üben, um da immer spontan hin- und herwechseln zu können. Ok, vielen Dank :D

PS: Jedenfalls tolles Buch, nochmal der genaue Titel "Building Walking Bass Line" von "Ed Friedland"
 
mk1967
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PS: Jedenfalls tolles Buch, nochmal der genaue Titel "Building Walking Bass Line" von "Ed Friedland"

Friedland ist in der Tat ein absoluter Klasse-Autor. Hatte früher auch regelmäßige Workshop-Beiträge im "Bass Player": Große Sachkompetenz vermischt mit jeder Menge Humor... :great:

Michael
 

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