Warum Silent Stage ?

Bowhunter
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Hallo Zusammen,

heute auf dem Weg in die Arbeit hörte ich mir auf YouTube den Beitrag einen relativ bekannten Influencers an, in dem es darum ging, daß Bands zunehmend ohne richtige Verstärker, direkt ins Pult spielen.
Das Thema begegnet mir auch immer wieder mal, in letzter Zeit allerdings immer öfter.

In den letzten 2-3 Jahren kontaktierten mich Bands relativ regelmäßig und wollten mich als Gitarristen. Bedingung: ich spiele ohne Verstärker, also aus dem Line Out leise ins Pult. Ich lehnte alle diese Angebote ab. Das heißt jedoch nicht, daß so eine Silent Stage nicht geil klingen kann; nur daß ich damit nicht klar komme. Aber das ist ja Geschmackssache.

So einen Auftritt, wie der YouTuber berichtet, hatte ich als Gast vor gut einem Jahr in Nürnberg erlebt. Die Band eines ehemaligen Mitmusikers hatte einen Aufritt in einem Schützenhaus (mit einer sehr schönen Bühne!) und ich war mit ein Paar Bandkollegen dabei, wolletn gemütlich ein Paar Bierchen trinken und die Band anschauen. Der Gitarrist hat einen Boden-Kemper gespielt, der Sänger (auch ein guter Gitarrist) spielte einen ToneX. Was der Basser spielte, das weiß ich nicht mehr. Das Schlagzeug war allerdings echt (also kein E-Drum).
Intro läuft vom Band... die Band läuft auf die Bühne. Erstes Lied Separate Ways/Journey... da muß es knallen! Was kommt? Ich höre nur Drums! Keine Gitarre, keinen Gesang, keine Keyboards...
Es hat bis zum 4. Lied gedauert, bis der Basser mitbekommen hat, daß am Sound etwas nicht passt und hat am Mischpult nachgeregelt; der Sound danach was nicht wirklich besser. Die Gitarren hat man immernoch nicht gehört, bzw. nur ganz leise, wenn der Gitarrist sein Solo gespielt hat, bzw. die Soli konnte man als Gitarrist im Publikum eher erahnen. Sehr schade, weil handwerklich die Jungs wirklich astrein waren!

Klar muß es nicht immer der 100Watt Marshall + Fullstack sein; die Zeiten sind vorbei! Aber so wie der YouTuber bemerkt hat, was zum Teufel soll an einen 30-50Watt Verstärker auf der Bühne so verkehrt sein?
Zu meiner Zeit (als ich zu Auftritte von anderen Bands ging) war der 100Watt Marshall oder Mesa + 4x12er Box Standard und es klang geil. So ein Rock-Konzert war ja auch ein körperliches Erlebnis; man wollte die Musik nicht nur hören, sondern auch spüren!

Dann kommt auch öfter das Argument: Die Bühne sieht ohne Amps schöner und aufgeräumter auf! Auch das ist Geschmackssache; für mich gehören Boxen einfach dazu. Schon vor 10 Jahren verdrehten Mischer regelmäßig die Augen, wenn ich mein 100Watt Topteil + 4x12er Box in den Saal rollte. Dabei habe ich mit der Lautstärke nie übertrieben... okay, das sagen alle Gitarristen.

In diesem Beitrag soll es nicht um Röhrenamps versus Digitalamps/Modeller gehen. Mit beiden Species können wirklich gute Sounds erzeugt werden. Es geht hier um das Thema Silent Stage bzw. Schallquellen (wie z.B. Boxen) auf der Bühne.


Wie steht ihr dazu?



Viele Grüße, Bowhunter
 
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Let the games begin ;-)
:popcorn2:
 
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Es hat bis zum 4. Lied gedauert, bis der Basser mitbekommen hat, daß am Sound etwas nicht passt und hat am Mischpult nachgeregelt
Unabhängig einer „silent stage“ macht man doch hierfür einen Line-/Soundcheck?
 
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Dann hat der Mann am Pult, oder PA oder beides nichts getaugt. 😉
Ich bin zwar oldschool unterwegs – ohne In-Ear –, aber ich kenne viele, die mit In-Ear spielen. Und unten im Publikum hört man nicht, ob jemand mit In-Ear oder mit Amps spielt.
Außer bei sehr kleinen Gigs, wo die PA nichts taugt. 😉
Aber wenn die PA einigermaßen Qualität hat und der Mann am Pult weiß, was er tut, ist das kein Problem.

Ich kann mich nicht damit anfreunden, weil es mir ein gewissen Gefühl der Freiheit nimmt. Weiterhin stören mich die Teile in den Ohren, auch wenn sie angepasst sind.
 
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@ Bowhunter

Naja, Du spielst ja doch selber auch viel live.
Hast Du nicht auch schon erlebt, dass die FoH Leute schon beinahe mit den Augen rollen, wenn sie eine Mikrofonierung / Abnahme eines Amps mit Box aufbauen müssen?
Es ist für den Veranstalter / die Tonleute wesentlich einfacher und zeitsparender, wenn jeder mit seinem Digi Equipment direkt ins Pult spielt.

Und in Zeiten, wo jeder seinen eigenen Monitormix übers In Ear macht, dauert das Bühnenmonitoring auch nicht mehr die obligatorische halbe Stunde, bis jeder Musiker fertig ist mit "Ich brauch aber noch mehr Keyboards aufm Monitor, und mich selber höre ich auch gar nicht".

Ich kann die FoH Leute schon irgendwo verstehen.

Allerdings bin ich selber auch nach wie vor der Typ, der am liebsten Amp und Box auf der Bühne hat.
Erstens brauche ich für mein persönliches Wohlbefinden diese raue Energie, wenn mich von hinten mein Amp anbrüllt, und zweites ist das auch mein bevorzugter Monitor.

Die gleiche Diskussion haben wir aber innerhalb der Band auch: Möglichst wenig Lärm auf der Bühne (weil gerade bei kleineren Clubs der Bühnensound dann angeblich schon so laut ist, dass es für den ganzen Club langt), und komplette Umstellung auf in Ear ( :rolleyes:😟)wegen Zeitersparnis und besseren Monitormix Ergebnissen, die sogar individuell unterschiedlich angepasst sein können.





Nachtrag:

Ich kann mich nicht damit anfreunden, weil es mir ein gewissen Gefühl der Freiheit nimmt.
Exakt wie bei mir.

Weiterhin stören mich die Teile in den Ohren, auch wenn sie angepasst sind.
Nochmal 100% Zustimmung. Ich hasse das Gefühl, mechanisch einen Fremdkörper im Ohr zu haben.
Nach einer Stunde tun mir die Dinger schlichtweg weh.

Ich hatte in den 2000ern einen vom Hörgeräteakustiker speziell auf meine Gehörgänge angemessene Gehörschutzplugs, aber auch die haben mir nach kurzer Zeit des Tragens weh getan, und irgendwann habe ich sie weggeschmissen. Teurer Spaß.
 
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Naja, Du spielst ja auch viel live.
Hast Du nicht auch schon erlebt, dass die FoH Leute schon beinahe it den Augen rollen, wenn sie eine Mikrofonierung / Abnahme eines Amps mit Box aufbauen müssen?
Eigentlich nicht. Egal ob es was größeres oder ein kleiner Gig ist. Mikrofne für Boxabnahme gibt es da immer.
Aber ich bin da eh außen vor, spiele ja Hybrid: Digital ins Pult und auf der Bühne mache ich auf was ich Lust habe ;)

Es ist für den Veranstalter / die Tonleute wesentlich einfacher und zeitsparender, wenn jeder mit seinem Digi Equipment direkt ins Pult spielt.
Auch da ist es gemischt: Ich rede ja gerne mit den FOH-Leuten, weil das eine Welt für sich ist – schließlich soll am Ende alles gut klingen.
Dabei habe ich auch mitbekommen, dass gerade dann, wenn Zerre mit im Spiel ist, viele schlechte digitale Sounds geliefert werden. Das liegt weniger an den Geräten selbst, sondern eher daran, dass die digitalen Komponenten oft schlecht eingestellt sind. Dadurch muss der Mann am Pult ziemlich viel nachregeln, bis es gut klingt.
Bei mir dauert der Soundcheck mit dem Kemper jedoch nur etwa 30–60 Sekunden – egal ob Bass oder Gitarre.

Und in Zeiten, wo jeder seinen eigenen Monitormix übers In Ear macht, dauert das Bühnenmonitoring auch nicht mehr die obligatorische halbe Stunde, bis jeder Musiker fertig ist mit "Ich brauch aber noch mehr Keyboards aufm Monitor, und mich selber höre ich auch gar nicht".
Ja, ohne In-Ear ist dass das was am längsten dauert. Wobei – auf Festivals gibt es ja keinen Soundcheck. Rausgehen und los geht’s – egal, wie es gerade klingt, man muss eben damit klarkommen ;)
Da ist In-Ear definitiv von Vorteil. Aber aus den genannten Gründen wird das bei mir nicht Einzug halten.

Erstens brauche ich für mein persönliches Wohlbefinden diese raue Energie, wenn mich von hinten mein Amp anbrüllt, und zweites ist das auch mein bevorzugter Monitor.
So schauts aus :)
 
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Moin.
Um silent stage spielen zu können muss eine top PA vorhanden sein, sonst wird es matschig, und der Tonmixer muss sein Fach verstehen.
Außerdem, ich hatte das mal probiert, bekam ich nicht den Sound, den ich wollte, bzw mir vorgestellt hatte.
Fazit: Wir spielen "althergebracht", Amp(s) plus jeweilige Box dazu.
Und, bei uns kommt NIX, rein garnichts vom Band. Alles von Hand gemacht. Live eben, und ja, ggf auch mit kleinen Fehlern. Ist menschlich....
 
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Intro läuft vom Band... die Band läuft auf die Bühne. Erstes Lied Separate Ways/Journey... da muß es knallen! Was kommt? Ich höre nur Drums! Keine Gitarre, keinen Gesang, keine Keyboards...
Es hat bis zum 4. Lied gedauert, bis der Basser mitbekommen hat, daß am Sound etwas nicht passt und hat am Mischpult nachgeregelt; der Sound danach was nicht wirklich besser. Die Gitarren hat man immernoch nicht gehört, bzw. nur ganz leise, wenn der Gitarrist sein Solo gespielt hat, bzw. die Soli konnte man als Gitarrist im Publikum eher erahnen. Sehr schade, weil handwerklich die Jungs wirklich astrein waren!
So wie Du es beschreibst kommt mir es eher so vor dass das Problem nicht das "Silent Stage Konzept" ist oder dass da außer Drums nur noch mit Digital-Kisten gearbeitet wird, sondern dass die Band keinen eigenen FOH-Menschen hat.

Sowas sehe ich immer als problematisch an, unabhängig von Silent Stage (was ich normalerweise auch nicht spiele, bis auf ein paar Ausnahmen wie z.B. Musical-Projekte oder Chorbegleitung).
Der Basser ist dann erst mal mit seiner eigenen Performance beschäftigt und hört in erster Linie den Bühnensound (der im InEar vielleicht astrein geklungen hat) und kriegt ggf. erst sehr spät und vieilleicht auch nur durch ne Ansage aus dem Publikum mit dass nach vorne raus was nicht stimmt.

Ich persönlich mag so Gigs die von der Bühne aus gemischt sind überhaupt nicht und muss sagen ich bin da in einer glücklichen Lage weil die Kollegen mit denen ich so musikalisch unterwegs bin das genau so sehen. Selbst bei Kneipengigs ist bei uns immer jemand am Start der von vorne den Sound macht, und selbst wenn der nur mit dem Wischpult im Publikum rumrennt.

Ich kenn hier bei uns in der Gegend 2 Bands recht gut die ein striktes Silent-Stage Konzept fahren (bis auf das akustische Schlagzeug) und die klingen phänomenal gut. Die nutzten das dann auch soweit aus dass sie bei bestimmten Nummern mit Click Track arbeiten und dann die Musik synchron zur vorpgorammierten Lichtshow oder zu nem Video das auf der Leinwand läuft ist. Natürich hängt das dann wieder von der Musikrichtung ab. Bei so einer Old-School Hardrock Band will ich sowas auch nicht sehen/hören, da müssen in mir irgendwelche Höhlenmenschen-Urinstinkte mit der Affenmusik geweckt werden :rofl:
 
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Silent Stage macht es bei schlechten PAs eher einfacher, als andersrum.
Ich schildere mal aus der Sichtweise eines Musikers und eines Veranstaltungstechnikers.

Als Musiker ist es bei uns so, dass ich digital spiele und unser zweiter Gitarrist oldschool analog. Das Problem bei der Gig-Größe, die wir spielen, ist einfach, dass jeder versucht, lauter als der andere zu sein, heißt, der Amp auf der Bühne muss so laut sein, um das Schlagzeug zu übertreffen (obwohl wir in Ear spielen!). Dadurch ist es auf der Bühne alleine so laut, dass die PA schon so gut sein muss und so viel Leistungsreserve haben muss, um diesen Pegel auf der Bühne überhaupt erstmal zu kompensieren, da die Vocals, meine Gitarre und Bass ja auch eine gewisse Lautstärke aufbringen müssen, um überhaupt gehört zu werden.

Bei einer Silent Stage ist es eben anders, da muss keiner auf der Bühne lauter als der andere sein, sondern das Signal muss an der PA so laut sein, dass es zumindest mit dem Schlagzeug gleichzieht. Im Idealfall hat man noch ein E-Drum-Set, dann finde ich es super angenehm auf der Bühne als Musiker, da man auch seinen eigenen In Ear Mix nicht so laut machen muss, um alles auf der Bühne zu übertönen (und somit wieder das Gehör zu schädigen, wodurch der Sinn von In Ear ja auch weg ist...). Klar dämpfen In Ears, aber wir wissen alle wie es ist... Schlagzeug und analoger Amp kommen trotzdem durch.

Für den FoH macht es auch vieles einfacher, da man im Idealfall nur noch grob die Pegel abgleichen muss - vorausgesetzt, der Gitarrist weiß, was er tut und wie er sein Effektgerät einzustellen hat und wie der Sound klingen muss, um im Bandkontext zu funktionieren! Aber ich sehe das so, wie mit Handwerkern, die kennen auch ihre Geräte am Besten und sollten wissen, wie man mit dem vorhandenen Material den besten Output erzielen kann.

Kleiner Wermutstropfen des Ganzen, man kann auf einer Festivalbühne nicht mehr den Bands lauschen, da man meist nur noch Schlagzeug hört und keine Gitarren, Bässe und Vocals :-D dafür ist es leise auf der Bühne... relativ.
 
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Das Problem bei der Gig-Größe, die wir spielen, ist einfach, dass jeder versucht, lauter als der andere zu sein, heißt, der Amp auf der Bühne muss so laut sein, um das Schlagzeug zu übertreffen (obwohl wir in Ear spielen!). Dadurch ist es auf der Bühne alleine so laut, dass die PA schon so gut sein muss und so viel Leistungsreserve haben muss, um diesen Pegel auf der Bühne überhaupt erstmal zu kompensieren, da die Vocals, meine Gitarre und Bass ja auch eine gewisse Lautstärke aufbringen müssen, um überhaupt gehört zu werden.

Das kommt mir soooo bekannt vor. 😄

Das ist auch genau einer der Dreh- und Angelpunkte dieser endlosen Diskussion innerhalb unserer Band, die ich oben bereits erwähnt hatte. 🤪
 
Ich finde, das kommt auch auf die Musik an.
Wir sind eine klassische Hardrock Band, ich brauche meine Box auf der Bühne um mich wohl zu fühlen.
Nur im Notfall geht es auch ohne.
 
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Zur Ausgangsfrage: Ich bin der Meinung, dass man Silent-Stage, In-Ear-Monitoring und schlechten FOH-Mix nicht durcheinander bringen sollte. Deine Erfahrung war sicher letzterem geschuldet.

Persönlich bevorzuge ich inzwischen Silent-Stage und IEM. Da ich aktuell als Keyboarder unterwegs bin, ist ein Amp auf der Bühne ja eh eher unüblich (außer vielleicht bei Organisten die auf ihr Leslie bestehen, oder Rhodes Spielern mit Fender Amp). Erstens fallen dadurch alle Feedback-Probleme über das empfindliche Mikro unser leisen Sängerin weg. Zweitens hat der FOH-Mischer seinen Sound besser im Griff, wenn nicht der Bass- oder Gitarren-Anp von der Bühne die Lautstärke diktiert. Drittens reduziert das Geschleppe und Auf-/Abbauzeiten, besonders wenn man als Vorband unterwegs ist.

Voraussetzung ist natürlich, dass man sich auf den FOH-Mischer verlassen kann, und dass man seinen eigenen IE-Mix selber schnell und einfach anpassen kann. Ich finde auch, dass man sich sehr schnell an IEM gewöhnen kann, alleine weil der Sound viel besser und transparenter wird. Und dass, obwohl ich früher nie Musik mit IE hören konnte. In der Band ist der Drummer der letzte, der live lieber mit Amps und Bühnenmonitoren spielen würde. Und auch der beugt sich aufgrund der Vorteile für die Band.

Wenn das alles gegeben ist, hören sich alle besser, und spielen dann auch besser. Im Publikum dürften fehlende Amps auf der Bühne akustisch auch maximal den Leuten in den ersten Reihen auffallen, wenn überhaupt. Optisch ist das Geschmacksache.

Gruß,
glombi
 
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Ich meine, Silent Stage macht unter gewissen Umständen tatsächlich Sinn; z.B. wenn der Raum zu klein ist und wenn die Veranstaltung es nicht hergibt (Dinnerbegleitung). Aber: dann muß alles, auch das Schlagzeug "silent" sein, spricht ein E-Drum. Natur-Drums und Silent-Gitarren vertragen sich nun mal nicht miteinander.
Habe vor einigen Jahren in Nürnberg auf einer Firmenveranstaltung gespielt, der Saal war klein und wir mußten leise spielen; da hat unser Drummer mit Besen gespielt und sein Instrument auch nur mit halber Kraft geprügelt; ich spielte mit einem H&K Tubemeister40 deluxe im 20-Watt Modus über einer 1x12er Box. War völlig in Ordnung, der Veranstalter war zufrieden. Ich hatte noch nicht mal eine Monitorbox gehabt, weil ich alles gut aus der sehr kleinen PA (ein Subwoofer mit zwei Säulen) gehört habe.

Ich habe die letzten 25 Jahre grundsätzlich über 100Watt Topteil + 4x12er Box gespielt; Ausnahmen gab es nur ganz selten, aber immer über einer Gitarrenbox. Bin jetzt aber auch auf kleineres Equipment umgesattelt... Bluguitar + 2x12er Box; darunter gehe ich nicht!

Unabhängig einer „silent stage“ macht man doch hierfür einen Line-/Soundcheck?
Ja, eigentlich schon.
Ich vergaß in meinem Eröffnungsthread zu erwähnen, daß ich direkt vor der Bühne stand (im Nearfield, so wie der YouTuber auch), und von der Bühne kam halt nur Schlagzeug, sonst nichts.


Dann hat der Mann am Pult, oder PA oder beides nichts getaugt. 😉
Die PA war völlig in Ordnung; aber die Band, bzw. der Basser hat den Sound von der Bühne aus gemischt. Supergau!
Wahrscheinlich hat er sich beim Soundcheck 10m vor die Bühne gestellt und mit einem Tablet gemischt.

So wie Du es beschreibst kommt mir es eher so vor dass das Problem nicht das "Silent Stage Konzept" ist oder dass da außer Drums nur noch mit Digital-Kisten gearbeitet wird, sondern dass die Band keinen eigenen FOH-Menschen hat.
Genauso war es ja auch, der Basser hat während des Gigs von der Bühne aus gemischt.
Es wäre ja okay gewesen, wenn ein Paar PA-Lautsprecher/ Nearfield-Monitore auf der Bühne in Richtung Publikum gestrahlt hätten, damit die Leute, die vor der Bühne stehen, auch was hören können. Leider war das nicht der Fall.


Und in Zeiten, wo jeder seinen eigenen Monitormix übers In Ear macht, dauert das Bühnenmonitoring auch nicht mehr die obligatorische halbe Stunde, bis jeder Musiker fertig ist mit "Ich brauch aber noch mehr Keyboards aufm Monitor, und mich selber höre ich auch gar nicht".
Wir machen unser Monitorsound selbst; d.h. wir sind über ein App (Qu-You) mit dem Pult verbunden und jeder kann sich den Mix, den er braucht, selbst einstellen. Ich habe mein Tablet in einer Halterung an meinem Gitarrenständer befestigt und kann während des Gigs meinen Monitorsound jederzeit anpassen.
Aber selbst wenn; die halbe Stunde Soundcheck müssen auch so sein...dafür wird der Mischer bezahlt und wenn er schon mal beim Gig nichts macht und sieben Weizen trinkt, dann muß er wenigstens beim Soundcheck sich Mühe geben.
 
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Das ist alles IMO sehr "relativ" zu sehen. Die Vorteile von Silent Stage liegen natürlich klar auf der Hand, aber die spielen sich unterschiedlich, bei unterschiedlichen Randbedingungen aus.
Ein Profi Gig mit mehr als 300 Leuten; typisches PA Setup, FOH Ing vor Ort; regelmäig/häufig; ist eine andere Geschichte, als Kneipen Gig; 2 x im Jahr; die Band muss sich selber von der Bühne mixen und als "PA" nimmt man dafür eine bessere Gesangsanalage.

Da kann man sich natürlich auf das hohe Pferd setzen und letzteres "als unprofessionelles Gekraute" sehen, aber letztlich ist das IMO die Auftrittsrealität für 90% der Musiker hier, die wenn überhaupt live spielen.
Diesen "Realitätscheck" sollten IMO auch die Amateur Bands machen, die IMO manchmal eben nur glauben, "besonders professionell" zu agieren, weil sie einen Kneipen Gig, unbedingt wie ein Wackenauftritt aufziehen wollen. Es gibt genug You Tube Videos von Kneipen Gigs, wo auch "Superstars" spielen. Da gab es Silent Stage bei dem was ich gesehen habe nie!!

Nichtsdestotrotz stehe ich dem Thema Inear/Silentstage selber relativ offen gegenüber. Ich habe eine gute Wireless Inear Ausrüstung und auch ein Effektboard mit dem ich jederzeit ein FOH mit einem Direct Out versorgen kann.
Was mich persönlich live und beim Proben mit Inear etwas stört, ist 1. fehlt mir die Orientierung mit den Ohren. Das ist kein Drama, weil man ja noch die Augen hat, aber mit Inears bin ich dann auf den Ohren, was die Raumorientierung angeht "blind" und entsprechend "behindert" (bewust in ""!).
Das 2. ist der statische Bühnen/Probenraum Mix. Ohne Inears kann ich durch Bewegung im Raum und Ausrichtung meiner Ohren, den "Mix", den ich höre, relativ gut beeinflussen. Gerade wenn ich mich selber gut hören muss, begebe ich mich in den Beam von meinem Verstärker. Das brauche ich häufig nur für wenige/bestimmte Passagen. Sind mir die Becken oder die Cow-Bell vom Schlagzeug beim Intro oder Outro zu laut, drehe ich mich entsprechend weg. Wir haben zwar einen Digital Mixer, wo ich jederzeit meinen Inear Mix selber via Tablet verändern kann, aber in der Praxis ist das
IMO auch nur Theorie. Auch letzeres ist für mich bei weitem kein No-Go für Silent Stage, aber ich forciere das in meinen Bands nicht (mehr).

Dann eine Erfahrung von mir als Konzertbesucher, bei einem durchaus professionellem Gig mit (fast) Silent Stage (...Schlagzeug war akustisch...). Im Publikum 20 m von der Bühne entfernt, war das Bombe! Klar, differenziert, angenehme Lautstärke, guter Mix,... alles wie es sein soll. Nach der Pause bin ich dann aber mal vor zur Bühne und war ziemlich entsetzt, wie "tot" das dort war/klang. Die hatten sogar so kleine Monitore am Bühnenrand in Richtung Publikum für die Front Row aber die strahlen auch nicht 180°. Das war für mich alles sehr "eigentümlich" und es ist vielleicht einfach der Gewohnheit/Erfahrung geschuldet, das auf einer Bühne auch akustisch "etwas los ist" und nicht nur ein Schlagzeug zu orten ist.

Wenn man jetzt wieder den Dreh zum Kneipen Gig nimmt, da ist die ganze Kneipe mehr oder weniger "Bühne"... da müssen für mich als Zuhörer Verstärker zuhören sein. Da verzichte ich gerne auf etwas Hifi.
 
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Ich sehe kaum noch Bands die Amps spielen. Der Sound in kleinen Clubs ist in der Regel sehr viel besser als mit typischen Gitarrenboxen.
Leider gibt es kaum Schlagzeuger/innen die sich von E Drums überzeugen lassen, das würde in kleinen Räumen alles noch Mal deutlich besser klingen lassen.
Bei mir geht es nur um Metal Bands...wenn ich mich an Jazz Bands erinnere die ich so gesehen habe würde ich für die behaupten, dass es hier weniger Vorteile bringt
 
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110% Pro Silent Stage :-D
- Einfacher
- Ohrenschonender (außer der Drummer knüppelt zu hart)
- reproduzierbarer Sound egal auf welcher Bühne (wir spielen von Kneipe bis 3000 PAX alles Digital außer den Drums)
- weniger Schlepperei (Pedalboard vs Röhrenamp, eventuell noch mit Boxen)
- der Sound ist aufgeräumter direkt vor der Bühne (Kein Beam der Amps etc.) und auf der Bühne

Voraussetzung ist natürlich, dass man einen vernünftigen FOH Menschen hat, der auch weiß wie die Band klingen muss und was er tut.
Hat man das, klingt man auch auf fast jeder Anlage vernünftig und potent (meine Erfahrung). Für den Druck im Publikum ist ein Amp eh das falsche, das kommt über die PA (Druck kommt sowieso nicht von den Gitarren sondern vom Bass und ja, ich bin Gitarrist ;-))
Weiteres zwingendes muss meiner Meinung nach ist ein eigenes Monitor Rack, sonst ist man hier aufgeschmissen und muss den Monitormix jedes mal neu erstellen, das ist Mist.

... durchaus professionellem Gig mit (fast) Silent Stage (...Schlagzeug war akustisch...)... 20 m von der Bühne entfernt, war das Bombe! ... vor zur Bühne und war ziemlich entsetzt, wie "tot" das dort war/klang...
Das kann ich nachvollziehen, ohne Front Fill natürlich mies. Da stellt sich mir aber die Frage nach der Professionalität des Technikers der die Anlage für den Gig geplant hat. Side Fills helfen da nicht wirklich.
 
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Unabhängig einer „silent stage“ macht man doch hierfür einen Line-/Soundcheck?

Finde das Versagen auch seltsam als Kontra-Silent Stage Argument.

Alternative dazu wäre ja dann eigentlich nur die Grateful Dead Option. Das hört dann auch wirklich jeder
 
Wie steht ihr dazu?
Also...

Dann kommt auch öfter das Argument: Die Bühne sieht ohne Amps schöner und aufgeräumter auf!
Meh... ;)

Bedingung: ich spiele ohne Verstärker, also aus dem Line Out leise ins Pult
Das Schlagzeug war allerdings echt (also kein E-Drum).
Das ist auch mein größtes Problem beim Konzept "Silent Stage" und deswegen habe ich auch alle Bands damit abgelehnt. Bzw. hab gesagt, dass ich mitmachen würde, wenn der Drummer auch "silent" spielt. Irgendwie wurde das nicht gut angenommen. :ROFLMAO:
(Wenn die Drums ballern, sollten Amps das auch. :ROFLMAO:)

Klar muß es nicht immer der 100Watt Marshall + Fullstack sein
Den kannst du runterdrehen, die Drums nicht.


Drums sind das Problem bei "Silent Stage", nicht die Gitarren!!! :ROFLMAO:
 
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110% Pro Silent Stage :-D
- Einfacher
- Ohrenschonender (außer der Drummer knüppelt zu hart)
- reproduzierbarer Sound egal auf welcher Bühne (wir spielen von Kneipe bis 3000 PAX alles Digital außer den Drums)
- weniger Schlepperei (Pedalboard vs Röhrenamp, eventuell noch mit Boxen)
- der Sound ist aufgeräumter direkt vor der Bühne (Kein Beam der Amps etc.) und auf der Bühne
Volle Zustimmung! 😊
Was ich gerne noch ergänzen würde: Sehr einfache Anpassung an die Lautstärkewünsche des Veranstalters/Auftraggebers 👍

Drums sind das Problem bei "Silent Stage", nicht die Gitarren!!! :ROFLMAO:
Da würde ich sagen, dass es drauf ankommt. Es gibt Schlagzeuger, die mit einem akustischen Drumset bei Bedarf erstaunlich leise spielen können. Auf der anderen Seite gibt es Gitarristen, bei denen der Amp einfach nicht leiser geht (anscheinend ein häufiger Konstruktionsfehler, v.a. bei Röhrenamps... 🤣).
 
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Auf der anderen Seite gibt es Gitarristen, bei denen der Amp einfach nicht leiser geht (...)

Du sprichst von mir und meinem Amp? :unsure:

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Anmerkung der Moderation:

Pie! Hör bitte mit dem OT auf. Sonst Verwarnung! Danke.

Bitte BTT.


:D
 
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