Meine Suche nach der für mich perfekten Strat

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Hey!

Ich bin seit Anfang 2025 auf einer Reise, die viele von Euch vermutlich nur zu gut kennen: die Suche nach der für mich perfekten Strat. Aktuell bin in in der letzten Phase dieser Reise und habe gerade sechs Strats zum finalen Showdown bei mir daheim (v.l.n.r.):
  1. Siggi Braun 60s S in Olympic White (2008)
  2. Lentz Pre-Lawsuit S in Ocean Turquoise (NA, vermutlich 2002-2004)
  3. Lentz Reserve S in Sunburst (NA, nach 2004)
  4. Tom Anderson Classic Icon in Sunburst (2023)
  5. Tom Anderson Classic Icon in Daphne Blue (2020)
  6. Tom Anderson Classic Shorty Hollow in Olympic White (2019)
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Fünf andere Kandidaten (3x Tom Anderson, 1x Suhr und 1x Lentz) haben bereits einen neuen Besitzer gefunden, und in meinen umliegenden Gitarrenläden habe ich im letzten Jahr zusätzlich etwa 35 Strats (~25 Fender Custom Shop & Masterbuilt, ~10 Suhr & Tom Anderson) angetestet.


Hintergrund
Grundsätzlich fühle ich mich auf einer Strat am meisten zuhause. Meine allererste Gitarre war 1998 eine Yamaha Pacifica (HSS, Wilkinson VS-100 Vibrato), und die Haptik einer S-Style hat sich seitdem in mein Unterbewusstsein eingebrannt. 2008 kam dann noch die 60s Strat von Siggi Braun dazu, allerdings mit ein paar modernen Specs wie Locking-Mechaniken - aber bewusst ohne noiseless Single Coils oder Edelstahlbünde. Die anderen fünf Gitarren kamen in den letzten paar Monaten hinzu, mit dem Ziel, die Suche nach der für mich perfekten Strat schnellstmöglich abzuschließen.

Dabei geht es mir weniger vor allem um Vintage-inspirierten Strat vs. moderne Interpretationen. Ich schließe für mich persönlich eine “echte” Fender aus, entsprechend befasse ich mich auf meiner Suche also mit Strat Kopien, oder S-Style Gitarren. Aus meiner Perspektive kopieren & optimieren sowohl Fender als auch alle anderen S-Style Hersteller heute, was Leo Fender in den 50/60ern geschaffen hat. Mich zieht es bei meiner Suche zu qualitativ hochwertigen Gitarren von kleinen Firmen und individuellen Gitarrenbauern. Warum? Mit gefällt die Vorstellung, genau zu wissen, wer meine Gitarre gebaut hat, oder wie sie in einer kleinen Firma entstanden ist.

Vintage-inspirierte Strats von Scott Lentz
Meine Reise hat letztes Jahr mit einer Lentz Reserve S Legendary Venue Series (LVS) begonnen:
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Ich habe von Scott Lentz Sr. & Jr. 2014 zum ersten Mal gehört. Damals habe ich mich im Rahmen meines bevorstehenden Umzugs in die USA mit Gitarrenbauern in Kalifornien beschäftigt; und unabhängig davon auch mit einer Vintage-inspirierten Tele geliebäugelt. Der Umzug hat 2015 dann allerdings schnell unsere Geldreserven verbrannt, ich habe auch immer weniger Gitarre gespielt, und entsprechend ist der Wunsch nach einer Lentz für mehr als ein Jahrzehnt in den Hintergrund gerückt. Hier in den USA haben diese Gitarren eine fast schon kultartige Fangemeinde, und entsprechend hoch waren meine Erwartungen, als ich letztes Jahr plötzlich diese Lentz S LVS in einem meiner lokalen Gitarrenläden gesehen habe. Umso ernüchternder war es allerdings auch, dass ich mich mit der Gitarre auf Dauer einfach nicht anfreunden konnte. Der berühmte Funke sprang einfach nicht über; das Halsprofil war allerdings super und klanglich hat sie mir vor allem mit dem Tonabnehmer am Hals sehr gut gefallen. Der neue Besitzer ist seit ein paar Monaten überglücklich mit dieser Gitarre und meine erste Schlussfolgerung war: vielleicht bin ich einfach nicht für eine Vintage-inspirierte Strat gemacht?

Um diese Frage nicht unbeantwortet zu lassen, bin ich nach dem Verkauf dieser Lentz Reserve S LVS auf die Jagd nach einer weiteren Lentz gegangen. Ich hatte bei der LVS zwei Dinge im Verdacht, die zu meinem Missfallen beigetragen haben könnten: (1) die Pickups waren extrem noisy und selbst in den Positionen 2 & 4 nicht rauschfrei; (2) ich bevorzuge feste Brücken und wollte schon immer mal eine Hardtail Strat ausprobieren. Entsprechend hat dieses Jahr im Januar dann relativ schnell eine weitere Lentz S zu mir gefunden: eine Pre-Lawsuit S Hardtail (Link zu weiteren Bildern):
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Diese Pre-Lawsuit S Hardtail in Ocean Turquoise ist der absolute Wahnsinn. Vom ersten Moment an fühlte sich diese Gitarre „richtig“ an. Perfektes Halsprofil (.94-1.00” mit ausgeprägter Schulter; kein schwaches V wie bei der LVS; 9.5” Radius), extrem resonant, schnell in der Ansprache, und mit einem sehr ausgeglichenen Klangbild zwischen allen Saiten. Akustisch steckt ein kleines bisschen Tele in ihr. Ich kann sie nicht weglegen, und sie kam glücklicherweise nicht ungespielt aus einer Sammlung, weshalb ich mir um zusätzliche Dellen und Kratzer keine großen Gedanken machen muss. Der mittlere Single Coil ist RWRP und entsprechend herrscht auf Positionen 2 & 4 Ruhe. Ich habe keine Ahnung, was für Holz verbaut wurde - mit offensichtlicher Ausnahme vom Hals. Es müsste es sich beim Korpus um einteilige Sumpfesche und beim Griffbrett um Rio-Palisander handeln, aber Kunden hatten schon immer die Option auch Erle auszuwählen. Egal - sie bleibt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit langfristig bei mir, und mir gefällt auch die eher unübliche Farbe optisch sehr gut.

Ein bisschen Lentz Geschichte: Pre-Lawsuit bedeutet hier, dass die Gitarre gebaut wurde, bevor Fender 2004 ihre bekannten “Cease and Desist” Briefe verschickt hat. Die Gitarre wurde also spätestens 2004 gebaut, und die Lentz Unterschrift in Silber lässt darauf schließen, dass die Gitarre nicht viel früher als 2002 gebaut wurde (davor hat Scott Sr. einen blauen Stift verwendet). Sie ist allerdings auf keinen Fall vor 1998 gebaut worden, da sie ein laminiertes Griffbrett und kein "slab board" hat.

Scott Lentz hat sich bezüglich seiner S-Style Gitarren mal so geäußert:
“I built this guitar taking from what I considered the best of different years, both in the 50's and 60's. Thus, the light Ash body from 55 to 56, the lam neck from 62, and the deep cut a ways from 57. All finishing was done using shellac sealer, wood filler, and nitro top coats with flattening agent. Early guitars have the zinc block later have the steel block. Hardware was from Gotoh with some machines being Kluson. Every guitar I made, the neck was sent to the buyer for approval and the name of the buyer and date was either printed on the heel or later the bottom. The later guitars have the tone circuit using .01 cap on the neck and middle on the first tone pot and.022 on the rear tone pot.”

Bisher gab es noch keinen Grund den Hals zu entfernen und entsprechend ist mir das Jahr (und der Erstbesitzer/Händler) nicht bekannt. Ich spiele allerdings mit dem Gedanken, den Erstbesitzer aufzuspüren, um ggf. mehr über die Geschichte dieser Gitarre in Erfahrung zu bringen.

Die positive Erfahrung mit dieser Pre-Lawsuit S Hardtail hat dann auf jeden Fall schnell dazu geführt, dass ich auf ein sehr gutes Angebot für eine Lentz Reserve S gesprungen bin (Link zu weiteren Bildern):
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Wie bei der Pre-Lawsuit S handelt es sich um eine Gitarre mit einem RWRP Single Coil in der Mitte, und entsprechender Ruhe auf den Positionen 2 & 4. Außerdem kommt die Gitarre mit einem schärferen 10k Alnico 2 Tonabnehmer an der Brücke. Der Hals ist noch fetter als bei der Pre-Lawsuit S, sie wiegt gerade einmal 3,1 kg (die Hardtail bringt 3,3 kg auf die Wage), und sie liegt akustisch zwischen der Pre-Lawsuit S und der S LVS. Das Sunburst gefällt mir auch sehr gut; ganz ehrlich gesagt hat mir die LVS auch optisch auf Dauer nicht wirklich zugesagt.

Wäre diese Reserve S meine erste Lentz Strat gewesen, hätte ich die Suche vermutlich sofort für beendet erklärt. Die Hardtail gefällt mir aber besser, und entsprechend müsste ich diese Reserve S eigentlich wieder verkaufen. Aktuell hadere ich aber noch mit dieser Entscheidung, da es zukünftig immer schwieriger sein wird, eine Lentz zu bekommen. Leider haben sich sowohl Lentz Sr. als auch Jr. letztes Jahr gleichzeitig in den Ruhestand verabschiedet und sind aktuell auch nicht mehr erreichbar. Warum ist es relevant, dass die Zwei nicht mehr erreichbar sind? Beide Griffbretter sind mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Rio-Palisander, was ich gerne bestätigt hätte, um ggf. eine CITES Zertifizierung zu starten. Parallel dazu halte ich meine Augen nach einer Lentz Hardtail mit Ahorn Griffbrett offen - nicht nur als CITES Backup, sondern auch aus reiner Neugier, wie viel vom Klangcharakter der Pre-Lawsuit S Hardtail von der festen Brücke kommt. Vielleicht findet sich ja auch ein weiterer Lentz Fanboy, der sich auf ein Tauschgeschäft für die Reserve S einlässt … für eine double-bound 60s Custom Tele in Sunburst oder eine Butterscotch 50s T von Lentz würde ich die Reserve S auch sofort eintauschen. Mal schauen was dieses Jahr noch so bringt.


Moderne Strats von Suhr und Tom Anderson
Parallel zu meiner ersten Lentz, der LVS, habe ich mich auch bei Suhr und Tom Anderson ausgetobt, um zu sehen, ob mir vielleicht eine moderne Strat besser liegt. Sowohl bei Suhr als auch bei Tom Anderson hat mich die nicht vorhandene Serienstreuung beeindruckt, als ich diese Gitarren in verschiedenen Läden angespielt habe. Während diesen Ausflügen zu verschiedenen Händlern habe ich auch ungefähr 25 Fender Custom Shop S&Ts in allen Preisklassen angespielt, und mich in meiner Grundeinstellung Fender zu ignorieren bestätigt gefühlt. Bitte versteht diese Aussage nicht falsch, es gab darunter tolle Gitarren - aber subjektiv nicht “besser” als die hier vorgestellten Alternativen, und zum Teil halt auch echte Gurken mit fürchterlicher Präsentation (OK, Letzteres ist die Schuld vom Händler aber warum stellt man eine Masterbuilt mit scharfen Bünden, verrosteten Saiten, und mangelhaften Setup in den Showroom?). Zurück zu Suhr & Tom Anderson: Eine Suhr Classic S Antique war am Ende nichts für mich. Sie war nicht ausreichend “modern”, und mir hat auch das Zusammenspiel der zwei Single Coils mit dem Humbucker überhaupt nicht gefallen. Bei Tom Anderson haben mich die folgenden Specs dafür besonders angezogen:
  • Eine große Auswahl an verschiedenen Halsprofilen, auch mit 1 11/16” Sattel
  • 12-14” Griffbrettradius
  • Edelstahlbünde
  • HSH Fräsung für maximale Flexibilität bei der Elektronik
Im letzten Jahr habe ich mich durch den Kauf und Verkauf von gebrauchten Tom Anderson Gitarren intensiv mit verschiedenen Halsprofilen befasst. Bisher hatte ich Gitarren mit den folgenden Halsprofilen daheim (fett markiert sind S-Style Gitarren):
  • Even Taper (1 5/8" Sattel)
  • Even Taper +.03 (1 11/16”)
  • Even Taper +.05 (1 5/8")
  • 50s V-Large (1 11/16”)
  • 60s Vibe +.02 (1 11/16”) - mein Favorit
  • Happy Medium (1 11/16”)
  • Happy Medium +.05 (1 11/16”) - nach dem 60s +.02 ein weiterer Favorit
Die drei S Classic Gitarren mit dem regulären Even Taper Profil sind schon etwas länger nicht mehr bei mir. Die in diesem Thread vorgestellte Classic Icon in Daphne Blue hat das Even Taper +.05 (1 5/8") Halsprofil, was mir aber aufgrund der Sattelbreite nicht gefällt. Die hier ebenfalls vorgestellte Classic Icon in Sunburst hat meinen Lieblings Hals, den 60s Vibe +.02 (1 11/16"). Last but not least: die Außenseiter-Gitarre, also die Classic Hollow Shorty, kommt mit dem 50s V-Large (1 11/16”) Halsprofil.

Classic Icon - Sunburst In-Distress Level 3 (08-04-23A)
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Diese Classic Icon in Sunburst kam wie gesagt mit meinem favorisierten Halsprofil - einzig der fehlende Humbucker am Steg war ein “Problem”. Das hat sich aber mit einem neuen Pickguard von Tom Anderson und einem passenden HF1+ Humbucker schnell lösen lassen. Seitdem erfüllt diese Gitarre alle Anforderungen, die ich momentan an eine moderne S-Style stelle: Die noiseless Single Coils liefern bei angenehmer Ruhe trotzdem ausreichend Strat Charakter, der Humbucker am Steg bringt extra Flexibilität, ein Push/Push Tone liefert zusätzliche Optionen (Hals+Steg), und das Spielgefühl von einem Tom Anderson Hals ist einfach unschlagbar gut. Leider kann man sich auf dem Gebrauchtmarkt nicht alles aussuchen, bevorzugt hätte ich vielleicht ein weniger abgerocktes Finish (In-Distress Level 1) und ggf. auch eine klassische Fender Custom Color statt Sunburst.


Classic Icon - Daphne Blue In-Distress Level 2 (11-16-23A)
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Diese Classic Icon in Daphne Blue hat einen schmaleren Sattel und ein Halsprofil mit weniger Schulter. Sie klingt im direkten Vergleich mit der Sunburst akustisch etwas “spritziger” aber dadurch auch weniger “voll”; die Sunburst hat ausgeprägtere Mitten und mehr low end. Akustisch ist die Daphne Blue näher an den beiden Lentz Strats, die vermutliche beide auch einen Korpus aus Sumpfesche haben. Kommen diese tonalen Unterschiede zwischen den beiden Icon Classics vom unterschiedlichen Holz (Body: Erle vs. Sumpfesche; Griffbrett: Ahorn vs. Palisander) oder der unterschiedlichen Halsmasse? Keine Ahnung, ist mir auch egal.

Ich habe diese Classic Icon unter anderem auch gekauft, um das Halsprofil in aller Ruhe auszukundschaften. Am ersten Bund ist das Even Taper +0.05 Profil etwas dicker als das 60s Vibe +.02 Profil; letzteres fühlt sich aber aufgrund der ausgeprägteren Schulter deutlich voluminöser an. Zusätzlich punktet die Sunburst mit noiseless Single Coils, was im direkten Kontrast zur Lentz sehr angenehm ist - besonders, weil ich hier in einem Raum mit massivem 60s Hum kämpfe. Die Daphne Blue hat herkömmliche Single Coils und bietet in diesem Showdown auch deshalb keinen Mehrwert.

Long story short: Die Sunburst bleibt und die Daphne Blue sucht einen neuen Besitzer.


Classic Shorty Hollow - Olympic White (05-20-18A)
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Die Classic Shorty Hollow ist kein ernsthafter Kandidat in diesem Showdown - sie ist trotz ihrer Form keine Strat im eigentlichen Sinne. Ich habe sie eigentlich nur gekauft, um mal das 50s V-Large Halsprofil auszuprobieren, und weil hier gerade auch verschiedene Shorty Modelle um einen anderen Platz in meiner Sammlung konkurrieren. Meine "alternden" (40 … wtf … das sollte eigentlich noch nicht anfangen) Hände machen immer mal wieder Probleme, und die kurze Mensur ist da ganz angenehm. Außerdem ist das Gewicht aufgrund der ausgehöhlten Konstruktion natürlich unschlagbar: 2,65 kg, und eine feste Brücke bevorzuge ich ja sowieso.

Warum habe ich mich trotzdem dazu entschieden, hier über diese Gitarre zu schreiben: Ich bin überrascht, wie viel “snap”, den ich bisher eigentlich der Fender Mensur zugeordnet habe, bei diesen Shorty-Modellen erhalten bleibt! Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass eine nicht ausgehöhlte S/T-Style Shorty von Tom Anderson irgendwann mal den Platz der modernen Strat oder Tele in meiner Sammlung einnimmt. Die ausgehöhlte Konstuktion verleiht ihr aber - nach meinem Empfinden - einen zu perkussiven Grundcharakter (den ich auch bei meinen beiden Hollow Cobras höre), und es fehlt ihr untenrum einfach etwas … keine Eier / wenig low end.


Meine "alte" 60s Strat von Siggi Braun
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Und was ist mit meiner 60s Strat von Siggi Braun? Die bleibt auf jeden Fall, v.a. auch aus emotionalen Gründen (gekauft zu einem besonderen Anlass; Erinnerungen an den leider zu früh verstorbenen Siggi). Die Bünde wurden vor einigen Jahren mal abgerichtet und sind inzwischen so weit heruntergespielt, dass ein weiteres Abrichten vermutlich nicht mehr sinnvoll ist. Irgendwann bekommt sie deshalb Edelstahlbünde, bleibt aber bewusst in der SSS Konfiguration - vielleicht spätestens zu ihrem 20ten Geburtstag in 2 Jahren? Klanglich und konzeptionell ordnet sie sich irgendwo zwischen meiner Lentz Hardtail und der Tom Anderson Classic Icon ein - und das war vor 18 Jahren ja auch die Idee.


Fazit
Für mich gibt es nicht die perfekte Strat. Ich kann mich sowohl an einer Vintage-inspirierten Variante erfreuen, als auch an einer modernen Interpretation. Diese beiden "Klassen" sind so verschieden, dass ich gerade von jeder ein Exemplar in meiner Sammlung rechtfertigen kann. Gerade kristallisieren sich deshalb aus den im letzten Jahr neun intensiv getesteten S-Style Gitarren (3x Lentz, 5x Tom Anderson, 1x Suhr) zwei Gewinner heraus:
  • Vintage-inspiriert: Lentz Pre-Lawsuit S Hardtail
  • Modern: Tom Anderson Classic Icon (die Sunburst wegen dem besseren Halsprofil)
Fünf dieser Gitarren wurden schon wieder verkauft, und die Daphne Blue Tom Anderson Classic Icon sowie die Lentz Reserve S werden kurz-/mittelfristig neue Besitzer finden.

Damit ist meine Suche nach den für mich perfekten Strats hoffentlich abgeschlossen. Ab jetzt müssen sich ähnliche Gitarren an diesen zwei Exemplaren messen. Vielleicht kommt noch eine Lentz Hardtail mit Ahorn Griffbrett hinzu (falls es mit CITES nicht klappt, s.o.), und vielleicht schlage ich aus Neugier auch mal bei einer Tom Anderson mit noch kräftigerem Halsprofil zu. In jedem Fall würde eine der Gitarren dann aber relativ schnell wieder den Besitzer wechseln, so dass hier nicht dauerhaft >3 Strats bei mir sind.

Mit anderen Gitarren bin ich gerade auf einer ähnlichen Reise. Die Suche nach der idealen Strat war für mich aber am schnellsten und einfachsten abzuschließen, da ich auf dieser Reise schon am weitesten fortgeschritten war. Vielleicht folgt ja in der Zukunft ein ähnlicher Bericht zu Teles, Semi-hollows, und/oder LPs ... vermutlich in dieser Reihenfolge. Ich hatte im letzten Jahr auf jeden Fall viel Spaß diese Gitarren daheim in aller Ruhe auszuprobieren und bedanke mich bei jedem, der den Bericht zu Ende gelesen hat!


Jetzt bin ich erstmal gespannt, wie sich dieser Thread entwickelt. Fragen/Kommentare? Seid Ihr auf einer ähnlichen Reise (gewesen)? Taugt der Thread ggf. für allg. Diskussionen zu diesem Thema, die man in den klassischen User-Threads nicht sinnvoll führen kann (z.B. Vergleich zwischen versch. Hersteller, etc.)?
 
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Ich würde sie alle nehmen. ;-) Das ist ja wirklich jede sehr verlockend.

Nee, mal im Ernst. Ich hatte ja nun auch schon sehr viele unterschiedliche Gitarren.
Meine Erkenntnis daraus? Wohin ging die Reise bisher?

Ich habe ganz allgemein gewisse Vorlieben, was die Halsbreite, das Profil und die Bünde betrifft. Gerade auch bei den Strats, aber noch viel wichtiger war für mich die Erfahrung, dass ich mich auch ganz gut an unterschiedliche Modelle "gewöhnen" kann.

Wenn das für mich funktioniert und ich bin da recht billig zu haben, dann gibt es so einige Strats, die in mein Beuteschema passen. Auch in recht unterschiedlichen Preisklassen. Meine Nummer 1 ist immer noch die Silversky, die lediglich noch ein Treble-Bleed bekommen hat, aber ich würde auch jederzeit eine gute Fender, eine Smitty, eine Realguitars, Suhr, Eggle, Friedman oder viele Andere spielen.

Aber auch eine selbst zusammen geklöppelte Rockinger, wenn die Specs und das Spielgefühl für mich passen.

Im Grunde ist es gar nicht so kompliziert bei mir. Etwas zwischen 7,25" und 9,5", der Hals ein bisschen kräftiger, aber zum Body hin nicht so wahnsinnig viel breiter werdend und nicht zu schwer. Bei einer Strat mag ich eher die flacheren Vintage-Bünde, aber das ist auch kein "muss", solange es keine Eisenbahnschwellen sind.

Die Pickups und die Schaltung sind dann nochmal eine andere Baustelle, aber da weiß ich auch ganz gut was mir so gefällt.

Das mit dem "daran gewöhnen", hört sich vielleicht erstmal doof an, aber für mich ist es, wenn natürlich auch in gewissen in Grenzen, schon so, dass ich z.B. mit meiner LP-Style-Gitarre, mit einem ganz anderen Radius und deutlich höheren Bünden als bei meiner Strat, auch sehr gut zurechtkomme, wenn ich denn bereit bin mich selbst ein bisschen an die Gitarre anzupassen und nicht umgekehrt. Letzteres war eigentlich die wichtigste Erfahrung.

Klar, der Klang muss natürlich am Ende passen. ;-)
Und da würde ich dann auch sagen, dass eine gewisse Vielfalt und unterschiedliche Sounds natürlich schon Spaß machen.

Für mich selbst habe ich aber beschlossen, mich überwiegend damit zu beschäftigen, den klanglichen Möglichkeiten meiner hauptsächlich genutzten Gitarren spielerisch erstmal überhaupt halbwegs gerecht zu werden. :D

Ich bin allerdings sehr skeptisch, ob da meine "Restzeit" noch ausreichen wird.
 
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Das "gewöhnen" an unterschiedliche Modelle kann ich eigentlich ganz gut nachvollziehen. Ich bin bei Form & Bünden relativ flexibel (von Vintage-korrekt bis Jumbo), nur zu dünn darf der Hals einfach nicht sein und beim Griffbrettradius bevorzuge ich 9.5% oder flacher. Die Silver Sky ist für mich u.a. deswegen leider raus - auch wenn ich von dem Ton und der kaum vorhandenen Serienstreuung immer sehr begeistert war. Vom Halsprofil um den 12ten Bund herum war ich vor einem Jahr nicht begeistert; das hat sich aber mittlerweile gelegt - die letzte Silver Sky im Laden war super ... soviel zur Gewöhnung. Ansonsten funktioniert die Umgewöhnung/Anpassung meinerseits zwischen Strat/Tele/LP/ES-335/Juniors/etc. eigentlich ganz gut; nur mit SGs und Firebirds hatte ich in letzter Zeit so meine Probleme.


Für mich selbst habe ich aber beschlossen, mich überwiegend damit zu beschäftigen, den klanglichen Möglichkeiten meiner hauptsächlich genutzten Gitarren spielerisch erstmal überhaupt halbwegs gerecht zu werden. :D

Haha, deswegen habe ich mir gerade auch wöchentlichen Unterricht auferlegt - ist im Erwachsenenalter eine tolle Erfahrung. Als Kind/Teenager war das zwar auch nicht schlecht aber anders.
 
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Ist die Reise je zu ende? Ich denke nicht ...

Bevor ich mal meine aktuellen und verflossenen Strat beschreibe, erst mal 2 Anmerkungen zu deiner Suche.

a) auch ich mag die 60's Profile von Tom Anderson lieber, als das Even Taper. Zumindest an den klassisch ausgerichteten Strat Derivaten ...
b) auf der modernen Seite hast du zwar die Silver Sky angeschaut ... aus meiner Sicht ist aber die Fiore die mit Abstand beste Strat aus dem Hause PRS. Und ohne PickGuard auch wirklich das moderne Gegenstück.

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Bei mir so ...

Meine erste Strat war eine Jeff Beck mit Noiseless. Eigentlich war sie perfekt zu spielen, aber die Noiseless haben irgendwie nicht gezogen bei mir. Hals und Ergonomie jedoch schon! Dann kam die erste Custom Shop in Sunburst ... dazu findest du alles nötige in diesem Thread ==> https://www.musiker-board.de/posts/6271391/ ... Toller fetter Klang am Hals und in der ersten Zwischenposition ein klares Little Wing. Zu dieser Zeit war ich aber noch getrieben von "ich muss andere ausprobieren" und das habe ich dann auch mit 2 LsL gemacht. Eine davon habe ich auf einem Freischlader Konzert in Aschaffenburg im E-Mail Dialog bestellt. Vom Layout wie das Projekt, welches er damals mit Fender am Laufen hatte und zu dem es dann am Ende nie kam. S-S-P90 in Relic Gold ... LsL Factory Tour

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Nach einem kurzen Zwischenstop bei einer Fender Anniversary Maple Neck (und der war wirklich etwas viel und die Gitarre dadurch dann im Ton etwas zu mächtig) ... war Runde 1 bei Fender beendet und ich ...

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... erinnerte ich mich an ein Bild von der LsL Factory Tour. Ich habe mir daraus eine Gitarre fertig bauen lassen und leider sind sie an einem Spec vorbei geschlittert, sonst wäre die garantiert noch hier (und wenn ich wieder an die Gitarre kommen könnte, würde ich es noch mal mit ihr probieren). Diese Strat war vom Ton so glockenklar, wie eine Strat nur sein kann. Und ja, die bräuchte dann ein "fettes Komplimentär", was ich aber als leichter zu finden betrachte.

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Danach waren dann einige Tom Anderson Stops angesagt - ja klar, auch weil ich bei ihm in der Werkstatt war und daher ein Bezug zu seiner Denke habe. Zuerst wieder Maple mit Even Taper ... und die hat mindestens genauso gut aufgelöst wie die LsL, allerdings war das Even Taper dann doch raus.

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Also ne 60's in maximalem Distress Level bestellt (damals die einzige Chance an Tom Anderson mit Nitro zu kommen). Das Ding war so ein Brett, dass selbst der "Ich hasse Relic" Spieler nicht von ihr lassen konnte und bei dem steht sie heute auch noch. Durch den Besuch in der Factory habe ich keine Bedenken, da noch mal dran zu kommen ...

Irgendwie hat es mich dann aber wieder zu Fender zurück gezogen und es war ne NAMM Show Custom Shop Edition hier, eine Greg Fessler MB, eine mit John English Halsprofil und Kloppmann PU ... und mehr. Die haben alle viel, viel Spaß gemacht haben. Keine schlecht, alle etwas anders. Und die verbliebene in Tangerine (Kloppmann), spielt sich grade zurück in meine Hand, obwohl sie eigentlich zum Verkauf steht.

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Auch bei Kauffmann war ich einkaufen und dort habe ich definitiv einen Keeper gefunden. Sie war mit mir im Studio und immer wenn ich sie in die Hand nehme, fühlt sie sich vertraut an - und das ist wohl auch das ultimative Kriterium. Allerdings hat es die Maple Variante der Kauffmann nicht geschafft und ist jetzt in Schweden, es liegt also nicht ausschließlich am Gitarrenbauer.


View: https://youtu.be/DzGRORGnySY

Mit im Mix ist auch eine Real Guitars, die mir optisch richtig gut gefallen hat und da wurde ich neugierig. Sie hat unter anderem ein (zertifiziertes) Rio Board und den Sound mag ich auch bei einer weiteren älteren Fender die hier ist und die zusätzlich Abigail Ybarra PickUps an Board hat und ihren ganz eigenen warmen mächtigen - aber aufgeräumten - Klang entfaltet. Abigail habe ich bei meiner ersten Fender Tour noch Live erleben dürfen.

Die Fender im Video - allerdings vom Profi ordentlich gespielt ... (P.S. die Kombi Engl Fireball 25 und Kammler Monokai Blue Bulldog ist immer noch meine klassische Gig Kombi - für Blues ...)


View: https://youtu.be/WbDR3JqRq3M

Und die Real Guitars, die in ähnlichem Postleitzahlgebiet lebt.

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Die Real Guitars musste allerdings am Hals nachgearbeitet werden, da hat sich in den ersten Bünden ein Hubbel eingeschlichen. Allerdings konnte ich die Maße an meiner Lieblingsstrat (Halsprofil) nehmen und habe den Hals bei Thorndal nacharbeiten lassen. Auch die hat den warmen vollen Ton, ohne in der Mitte "abzusaufen".

Bei Rosewood bin ich also tatsächlich - gefühlt - am Ziel. Drei Strats wären dies allerdings mit Rosewood. Fehlen würde also weiterhin die Maple Variante in "super Crisp" - also eigentlich wie die LsL die ich schon hatte. (P.S. bei Tele bin ich LsL treu geblieben und bin bedient!)

Etwas "Out of the Box" ist die Mexico Charvel die mir im Frühjahr zugelaufen ist. Auch die war bei Thorndal um eine wenig Mojo rein zu bringen und ich bin immer wieder erstaunt wie gut ich bei der Gitarre mit dem flacheren Hals zurecht komme und welche coolen Sounds aus der HH Bestückung mit optionalem Split kommen.

(Entschuldigt den "Beifang" ... wobei die JS auch leidlich in Strat Gefilden punkten kann)

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Here You Go ...

Natürlich werde ich weiter Gitarren kaufen ... aber bei Strat definitiv nicht mehr um "Anzukommen" ... (Bei ES und LesPaul gibt es für mich auch nix mehr zu holen, aber das ist dann wohl eine Geschichte für einen anderen Tag ...)

Gruß
Martin

P.S. wenn ich weiter nachdenke wären da noch weitere Strat gewesen ... die hier jetzt keine explizite Erwähnung finden ... (Fernandez mit Warmoth Hals, Thorndal CITES freie Hölzer, ne rote 60' Anniversary CU Strat ... usw.)
 
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@hack_meck
Mensch Martin, musstest du jetzt unbedingt die Jeff Beck Dinger und auch noch die Fiore erwähnen? Ich versuche doch irgendwie clean zu bleiben. Ich muss jetzt gerade ganz stark sein!

@Cryin' Eagle
Bei den 7,5" Radien habe ich halt die Saiten schon auch etwas höher. Jenseits des 12. Bundes ist auch die Silversky ganz sicher nichts für Flitzfinger, um nicht zu sagen, eine ganz schöne Zicke. ;-)

Diese ganzen Blider hier sind einfach Gift für mich.
Ich fange schon wieder an zu sabbern.
 
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Also ne 60's in maximalem Distress Level bestellt (damals die einzige Chance an Tom Anderson mit Nitro zu kommen). Das Ding war so ein Brett, dass selbst der "Ich hasse Relic" Spieler nicht von ihr lassen konnte und bei dem steht sie heute auch noch.
Besagter Spieler bin wohl ich. 🙋‍♂️ Wobei Hass ein sehr hartes Wort ist - ich stehe dem Thema Relic halt sehr kritisch gegenüber, weil sich mir der Sinn ganz und gar nicht erschließt. Bei der Tom Anderson von @hack_meck war es eher so, dass ich die Gitarre aus purer Neugier ausprobiert habe und sie mich dann sofort in ihren Bann gezogen hat. Also habe ich sie - wie man so schön sagt - aufgrund der inneren Werte (Haptik und Klang) und trotz der Relic-Optik gekauft.

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Vielleicht nur so halb im Thema. Für mich ist jetzt (nach fuffzehn Jahren...) klar, dass es mit mir und Strats doch nix wird. Mir ist einfach fast IMMER der Middle PU im Weg, die Schalterposition finde ich auch suboptimal und 5-fach kann ICH sowieso weder schnell genug, noch hinreichend zuverlässig bedienen.

Ich liebe zwar den Sound, aber für mich kommen "gute" Coilsplits ausreichend nah genug heran, mittlerweile. Die Pacifica ging bereits an den Nachwuchs eines Kumpels, die Squier VM werde ich wohl meiner alten Schule spenden.

Hhmmhh... :unsure: So ganz ohne Strat..? 😟 Gibt es eine "richtige" Strat ohne Mittelpickup? 😆

Mist, jetzt ist eine Idee geboren. :oops: Ich ziehe den Mittel-PU an den Steg um; neues Pickguard, 3-fach Schalter... 🤪
 
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Mist, jetzt ist eine Idee geboren. :oops: Ich ziehe den Mittel-PU an den Steg um; neues Pickguard, 3-fach Schalter... 🤪
So wie hier?

Deine Kritikpunkte an der Strat kann ich alle nachvollziehen (und habe noch weitere). Trotzdem, und obwohl ich schon mehrere Strats hatte mit denen ich nicht glücklich wurde, interessiere ich mich gerade wieder für Strats.
 
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Bei mir hat sich das eher recht spät verstärkt in Richtung Strat entwickelt.

Ich hatte mal eine sehr schöne Fender US Strat in "Sienna Sunburst". Damals kam ich aber zu der Erkenntnis, ich sei nicht so der Strat Spieler. Die hätte ich aus heutiger Sicht mal schön behalten sollen. ;-)
 
Zuletzt bearbeitet:
Zwei Strats reichen.zumal es beide erprobte, selbst "gepartete" Bühnentiere sind mit vielen Gigs runter😉
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Gruß,
Bernie
 
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Gleich mal abonniert. Gerne auch viele Pics.
 

Bei der blauen Strat bist du im Andy Timmons Style - der hat auch nur 4 von 6 Schrauben am Tremolo :) ... und bei den Signature Strat ist das auch so und manche Käufer denken Ibanez hätte da nachlässig gebaut ...

P.S. nur eine Gitarre für alles haben dürfen, wäre ich immer noch bei der ATZ ... aber das ist hier OT!

Gruß
Martin
 
Hi. Ich bin als Musiker ein gänzlich anderer Käufertyp gewesen als andere Männer.
Nichts ist leichter für mich als eine passende Gitarre zu finden. Die eine genau für mich.
Von der Auswahl in Bild 1 auf dem Sofa spricht mich keine der Damen zur Heirat an - sinnbildlich gesprochen.
Ich wähl(t)e erst mit den Augen und erst dann nehme ich näheren Kontakt auf. Dann muss der Klang der Stimme stimmen und all das Anatomische, was man gerne anfasst. Mit meinen Augen, Ohren und Händen treffe ich also immer jede Wahl. Alles, was andere als wichtig erachten, ist mir als Musiker praktisch vollkommen gleichgültig. Ich spiele wirklich extrem viel und oft Gitarre. Auf denen, die ich mal erwählt habe. Schöne Instrumente.
 
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Ich glaube, heute gäbe es so einige für mich passende Strats.
Die eine "perfekte" Strat? Kann ich gar nicht so sagen.
 
Mich zieht es bei meiner Suche zu qualitativ hochwertigen Gitarren von kleinen Firmen und individuellen Gitarrenbauern. Warum? Mit gefällt die Vorstellung, genau zu wissen, wer meine Gitarre gebaut hat, oder wie sie in einer kleinen Firma entstanden ist.

...


Fazit

Für mich gibt es nicht die perfekte Strat. Ich kann mich sowohl an einer Vintage-inspirierten Variante erfreuen, als auch an einer modernen Interpretation. Diese beiden "Klassen" sind so verschieden, dass ich gerade von jeder ein Exemplar in meiner Sammlung rechtfertigen kann. Gerade kristallisieren sich deshalb aus den im letzten Jahr neun intensiv getesteten S-Style Gitarren (3x Lentz, 5x Tom Anderson, 1x Suhr) zwei Gewinner heraus:
  • Vintage-inspiriert: Lentz Pre-Lawsuit S Hardtail
  • Modern: Tom Anderson Classic Icon (die Sunburst wegen dem besseren Halsprofil)
Jetzt nur aus Neugierde, wenn du dir eine Strat bauen lassen würdest, wie würdest du sie denn konfigurieren, um die für dich perfekte Strat zu haben?
 
Die Arbeit hat mich die letzte Woche etwas überrannt ... ich versuche mich mal durch den Thread zu arbeiten:

Erstmal Danke @hack_meck für Deinen eigenen Reisebericht. Sehr spannend! Und ich hatte auch nicht auf dem Schirm (oder habe es schon wieder vergessen), dass eine von @gitarrero!'s Tom Andersons das 60s Profil hat.


Ist die Reise je zu ende? Ich denke nicht ...
Haha - das stimmt. Ich habe mir ja das entsprechende Hintertürchen dafür offen gelassen. Die aktive Jagd nach einer Strat ist aber auf jeden Fall erstmal abgeschlossen. Die PRS Fiore werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren (lokaler Laden hat eine), und eine LsL sollte mir eigentlich auch mal über den Weg laufen.

Eine Real Guitars wäre bei mir auch relativ schnell in der engeren Auswahl, falls ich noch in Deutschland wohnen würde. Bei Gitarrenbauern und/oder Kleinfirmen landet man ja häufig bei lokalen Anbietern - neu und gebraucht; bei mir deswegen halt Lentz.

Für mich ist jetzt (nach fuffzehn Jahren...) klar, dass es mit mir und Strats doch nix wird. Mir ist einfach fast IMMER der Middle PU im Weg, die Schalterposition finde ich auch suboptimal und 5-fach kann ICH sowieso weder schnell genug, noch hinreichend zuverlässig bedienen.
Da hilft es mir glaube ich einfach, dass ich mit HSS und 5-fach Schalter "aufgewachsen" bin. Falls ich bei einer Strat einen Tonabnehmer weglassen würde, wäre es der Bridge PU - so verschieden sind Geschmäcker :)

Jetzt nur aus Neugierde, wenn du dir eine Strat bauen lassen würdest, wie würdest du sie denn konfigurieren, um die für dich perfekte Strat zu haben?
Falls ich nochmal eine Strat bauen lassen würde, wäre es eine Vintage-inspirierte Strat. Warum? Weil man IMHO die beste moderne Strat ganz einfach von Tom Anderson bestellen kann; der Gang zum Gitarrenbauer ist also nicht notwendig. Würdest Du mich heute also dazu zwingen, eine Vintage-inspirierte Strat in Auftrag zu geben, wäre es:
  • Body:
    • Sumpfesche, leicht und bevorzugt einteilig (aber mehrteilig OK solange die Maserung passt)
    • Lake Placid Blue, Nitro, kein Aging
  • Hals:
    • Ahorn, flat sawn (!), mit dem Halsprofil der oben vorgestellten Sunburst Lentz; Maserungsverlauf vom Body sollte am Hals fortgeführt werden (einer der vielen Lentz Tricks)
      • flat sawn vs. quarter sawn: meine besten & stabilsten Ahorn Hälse sind alle flat sawn ...
    • Laminiertes Rio-Palisander Griffbrett, 9.5" Radius, 6105 Bünde
    • 1 11/16" Sattel aus Knochen
    • Trussrod Zugang am Halsfuß; Halstasche leicht ausgefräst, so dass man den Hals nicht abmontierten muss
  • Hardware & Elektronik
    • Callaham Hardtail
    • Callaham Vintage Tuner
    • Ron Ellis Pickups, vermutlich das 64s Set; mittlerer SC in RWRP; 5-fach Schalter
Ich habe mich am Mittwoch eine gute Stunde lang mit Gary Brawer über Lentz Gitarren ausgetauscht. Gary hat auf eine meiner lokalen Kleinanzeigen (Lentz Tele) reagiert, und wir haben uns dann auf meinem Heimweg von der Arbeit in seiner Werkstatt getroffen. Dabei kam heraus, dass er ein großer Lentz Fan ist, und gerade versucht herauszufinden, was das Holzgeheimnis von Scott Lentz ist/war. Vielleicht könnte Gary ja die Gitarre dann gleich bauen; immerhin hat er 2023 ja auch Greeny wieder zusammengeflickt, nachdem Kirk sie umgeschmissen hat.

Bei diesem Werkstattbesuch habe ich auch zum ersten Mal eine Nachocaster (Blackguard) gespielt ... ein für mich viel zu starkes V-Halsprofil ABER extrem resonant, tolle Saitentrennung, und die Qualität des Agings ist den aufgerufenen Preis wert. Vielleicht würde ich mich also auch einfach weiterhin nach gebrauchten Strats von Lentz, Nacho & Co. umschauen statt eine Custom in Auftrag zu geben.
 
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Bauen vs. Kaufen …

Ich glaube ich wäre an dem Punkt wo ich meine Vorlage für den Hals mit der Kauffmann gefunden habe.

Insofern wäre der lokale Gitarrenbauer durchaus relevant, um erst mal ne Kopie davon (Abmessungen & Feel) davon herzustellen (Maple mit RIO). Danach können wir uns in Ruhe über den Body unterhalten und vorzugsweise auch mal ein paar Sachen probieren.

Jeff Beck hat sich wohl 10 Hälse und 10 Bodies kommen lassen und dann im Mix‘n‘Match seine Strat gebaut. Den Luxus habe ich nicht, aber ich würde erst weitermachen, wenn meine Hand sagt - der Hals ist es.

Insofern müsste ich erst mal jemand finden, der diesen Ritt mit macht (und ne Kopfplatte bauen darf, die nah genug dran ist).

Fender selbst wäre dadurch aber raus, weil mit ihnen sowohl in den Abläufen, als auch durch die Entfernung und on top das Rio Thema, die Nummer nicht klappen kann.

Das erfüllt aber auch ne gewisse Schutzfunktion, denn eigentlich habe ich meine Strats ja schon aus ziemlich vielen raus gefiltert 👍

Gruß
Martin
 
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Oder wie hier. Eigentlich reichen mir allerdings auch zwei Regler... Mist, das wächst sich schon wieder aus! :LOL:

EDIT: 50 Pfund mit Shipping und Einfuhrgedöns! Nö. (thumbsDown)
Auf Amazon ist die Auswahl an pickguards viel größer.
Auf eBay auch.

Standard pickguards gibt es zum Dumping Preis.
Ohne Loch gibt's auch, zum selber basteln.
Besonders die Sache mit dem Potis, könnte individueller gestaltet werden.
Individuell
Noch individueller, insbesondere könnte so auch die Form des pickguard verändert werden.
Ich muss zu den beiden Möglichkeiten greifen, den egal wie ich's machen werde, das Original pickguard passt nicht! Das Loch des Hals PU stört! Das ist mit 24 + Bünden leider so. Ich verwende hierfür einen Shadow Hals.
Ich habe ab mir 3 Stück gegönnt, das sind sehr schlanke Hälse, mit 21,9 mm Sattel.
Auch möchte ich die Potis vielleicht nur auf den unteren begrenzen und ohne den Schalterschlitz! Also nur ein Loch.
Welche PU Position und Anzahl derer ich benötige ist noch nicht ganz sicher.
Ich hab mir etwas dünnes Sperrholz besorgt, zum üben. Das ers-ähm nein, das zweite habe ich schon vermurkst.
Lässt sich aber noch retten.
Zumal die strat und deren Kopien die optimalen bastel Gitarren sind.
So kann ich erstmal verschiedene pickguards machen und dann entscheiden was ich wirklich will und brauche.
(Weniger ist manchmal mehr)
Das meine lackierten Korpora aus Sperrholz sind stört mich nicht.
Aber wenn die fertig sind, und soweit gut gelungen , wird es zuletzt noch eine mit Holz Korpus werden.
Genug Material für 2 Gitarren ist schon vorhanden oder bestellt.
Bis auf eine Klinkenbuchse, bei der ich noch nicht sicher bin, ob ich das Original oder spezieller gestalte.
 
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