Das was heute Steinberg Strings heißt, hieß um 200x noch HALion String Edition bzw der große Bruder HALion Symphonic Orchestra. Und das war eine voll ausgestattete String bzw Orchesterlibrary und hatte mit dem was heute noch HAlion heißt, nur den Namen gemeinsam.
HALion ist ein Sampler bzw. Sample Player, damals wie heute. HALion String Edition / Symphonic Orchestra (ich habe es damals für homerecording.de getestet) war eine spezielle, angepasste Version von HALion. Schon damals war CC1 / Modulation zum Fahren der Dynamiklayer üblich. Es gab dort eine Crescendo-Funktion, die standardmäßig auf CC1, CC2, CC4 (Foot Pedal) und CC11 geroutet war.
Reicht jetzt aber auch mit OT, denke ich.
Jetzt haben wir ja einen eigenen Thread dafür ;-) Magst du nicht noch ein paar der "ziemlich jede größere Orchester-Library" aufzählen, die CC11 für die Spieldynamik verwenden und nicht CC1, wenn du schon darauf bestehst?
Ok, um wieder konstruktiv zu werden: Du hast ja völlig Recht damit, dass Expression ursprünglich eher für Intensität/Ausdruck des jeweiligen Sounds gedacht war. Nur hat sich halt vorallem bei Orchester-Libraries in der Musikproduktion letztendlich CC1 etabliert. Vermutlich u.a. deshalb, weil so gut wie jedes Masterkeyboard ein Modwheel hat (welches CC1 sendet, falls nicht umgeroutet) und dadurch jeder einfachen Zugriff auf die Dynamiklayer während dem Spielen hat. Für CC11 braucht man in der Regel weitere Knobs, Slider, ein Expressionpedal oder andere Spielhilfen.
CC11 hat sich also eher als zweiter Lautstärke-Controller etabliert. Gerade bei multitimbralen Software-Instrumenten (also z.B. Kontakt, HALion, SampleTank, Hypersonic/Bandstand/Roland Sound Canvas etc.) oder noch vorher bei Hardware-Romplern hat sich das als nützlich erwiesen, zwei getrennte Controller dafür zu haben, da man dann CC7 (Main Volume) für das Mixing verwenden konnte (Lautstärkeverhältnis zwischen den verschiedenen Instrumenten) und CC1 (Expression) eben für die Artikulation des jeweiligen Instruments. Hätte man dafür nur einen Controller gehabt, hätte man ja ständig die Automation jeder einzelnen Phrase korrigieren müssen, nur weil man das Cello etwas lauter haben will.
Bei manchen Playern (z.B. NI Kontakt) gibt es aber noch einen anderen Unterschied: CC11 (Expression) wirkt sich hier nur auf die Lautstärke der reinen Tonerzeugung des Instruments aus, also vor Effekten. CC7 (Main Volume) wirkt hingegen auf das gesamte Signal inkl. Hall / Delay etc. Oder einfacher gesagt: Zieht man, während eine Note klingt, CC11 runter, hört man die Hallfahne noch. Zieht man CC7 runter, ist auch die Hallfahne weg.