Was ist das "Michlbauer System"

von Handimen, 19.05.16.

  1. Handimen

    Handimen Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.05.16   #1
    Hallo steirische Gemeinde;

    mich treibt schon länger die Frage 'rum: Was ist das Spezische am M.-System. 5-Finger Spiel ist klar. Aber DAS gabs angeblich auch bei verschiedenen slawischen Volksgruppen vor Michlbauer auch schon. Ein System ist ja die Zusammenfassung einzelner Faktoren zu einem komplexen Ganzen. Aber WAS zählt -außer dem 5-Fingerspiel- sonst noch zum M.-System? Gemeint ist hiermit das Spielsystem, und nicht das Lernsystem

    Lernt man neue SpielerInnen kennen, steht Anfangs häufig die Frage: Spielst du nach dem Michlbauer-System?

    Kann mich jemand erleuchten?

    Gruß Handi
     
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  2. AnnaZiach

    AnnaZiach Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.05.16   #2
    :D spieltechnisch bezieht sich das "spezifische" am "Michlbauer-System" vor allem auf die standardisierte Ton-Belegung auf der Bass-Seite. Die Frage, ob die unterschiedlichen Harmonikas alle mit Michlbauer-System ausgestattet sind, garantiert ganz einfach den Hörgenuß im Zusammenspiel mehrerer Harmonikas.

    Das Michlbauer-System beinhaltet also technisch die Tonbelegung, den X-Bass (ggfls entkoppelten H-Baß), Moll auf Zug, 2 Halbtöne auf der Diskant-Seite.

    Grundsätzlich macht die Diskant-Seite keine Probleme, sondern die Baß-Seite!

    Bei unterschiedlicher Tonbelegung der Baßseite (z.B. Schaborak-System auf der inneren Reihe oder Kärntnerland 3plus mit Moll auf Druck) ergeben sich Mißklänge, wenn man nach der gleichen Griffschrift-Ausgabe im Ensemble (also gleichzeitig zusammen) spielt.

    Genauer gesagt: Unter dem Griffschrift-Baß-Zeichen "F" verbirgt sich in der GCFB-Stimmung auf Zug
    bei Michlbauer der Ton D ("f" = zugehöriger d-Moll - bzw. D-Dur Akkord, wenn kein Moll verbaut)
    bei Schaborak der Ton B ("f" = zugehöriger B-Dur Akkord)

    Auf Druck haben zwar beide den Ton A (bzw. den zugehörigen Akkord) verbaut, was bei Schaborak allerdings nur mit Dur-Bässen ohne Folgen bleibt.
    Hat man jedoch Moll, dann unterscheiden sich die Akkorde zwischen Schaborak (Moll auf Druck!) und Michlbauer (Dur auf Druck), was auch nicht gerade klangpositiv wäre.

    Klar, dass bestimmte Stücke sowieso eher nicht infrage kommen, wenn der eine Halbtöne hat und der andere nicht, bzw. der eine mit Moll-Bässen spielt und der andere nicht. Notfalls kann der eine diese Töne auch auslassen - wäre aber echt lästig...

    Wenn man jemanden trifft, der ebenfalls nach Michlbauer spielt, kann man davon ausgehen, dass man auch ein ähnliches Repertoir zumindest aus den Lehrheften hat und demzufolge ganz gut zusammen spielen könnte. Dafür gibt es dann auch schon passende Griffschrift-Hefte mit Harmonika 1+2 (die eine leichter als die andere) aus der "Leicht&Guat" - Serie, so dass man auch schon im relativen Anfängerbereich mehrstimmig spielen kann. Schöne Stücke sind da übrigens drin :D
     
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  3. Handimen

    Handimen Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.05.16   #3
    Hallo Anna,

    Zunächst Danke für die Aufklärung.

    Später mehr

    LG Handi
     
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