Was ist ein gutes Leadsheet und wie erstellt man es effizient?

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André 2AM

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Ich benötige mal wieder die Weisheit vom Musiker Board :-)

Unsere Band erlebt gerade einige Veränderungen in der Besetzung (2x Vocals, 2x Gitarre, Bass, Keys und Drums). Da ist es ganz praktisch, wenn man den neuen Musiker/innen ein Leadsheet in die Hand drücken kann. Eigentlich haben wir schon für alle unsere Songs Leadsheets, doch haben wir bemerkt, dass es nicht unbedingt _gute_ Leadsheets sind.

Wir haben als singende Gitarristen angefangen, d.h. viele unserer Leadsheets sind diese typischen Singer/Songwriter-Leadsheets mit viel Text und Akkordsymbolen irgendwo über dem Text.

Ich möchte unsere Leadsheets (ca. 30 Stück) überarbeiten. Was ich gerne auf _einem_ A4-Blatt hätte ist:
  • Titel, Tonart, Tempo, ggf. Interpret (bei Covers) und ein Aktualisierungsdatum
  • Pro Takt ein "Kästchen" mit den Akkorden, Faulenzern, Wiederholungszeichen, etc.
  • Darüber den Songtext und Abschnittsmarker wie Intro, Verse, Chorus plus ergänzende Infos wie Angaben zu Dynamik, Breaks! etc.
  • Und dazu vielleicht eine Spur, wo ich die Leadstimme, oder ein anderes prägnantes Instrument, als Noten ausnotiere.
Sind das die richtigen Infos? Würdet ihr etwas ergänzen oder besser weglassen? Unsicher bin ich v.a. bei der Spur für Leadstimme und beim Songtext.

Mir gefällt übrigens das Leadsheet hier: https://sing-jazz.de/wp-content/uploads/2021/03/Wie-sieht-ein-gutes-Leadsheet-aus.pdf

Mit welchen Tools erstellt ihr solche Leadsheets am einfachsten? Ich hab schon viel probiert: von Hand auf Papier, mit Notepad++, mit einer Textverarbeitung, mit Excel und mit Guitar Pro. Richtig glücklich gemacht hat mich bis jetzt keine Methode. Alle haben ihre spezifischen Vor/Nachteile (Stichwort: Aufwand, Einfache Bedienung, Flexibilität, einfach zum Aktualisieren, etc.) PS: Onlinelösungen im Abo-Modell kommen für mich nicht in Frage.
 

Hm - als singender Saxophonist (und einer der Wenigen, die in unserer Band ein Lead Sheet nutzt) ist das für mich auch immer eine Frage. Für mich steht im Zentrum der Text und damit auch die Form des Stückes. Da sind Formteile (Intro, Verse, Chorus, Soli (über welchen Formteil)) als Überschriften notiert, der eigentliche Text ist eingerückt.

Im Kopf eines solchen Dokumentes steht bei uns Titel, Komponist, Tempo, Tonart. Darunter wenn nötig ein Kasten mit Chords. Hier nehme ich gerne Screenshots aus iReal Pro.

Wenn's um spezielle Licks geht, kann ich die aus Dorico Einpflegen (als Notenlinien). Auf Gesangsmelodie verzichte ich - das ist der einzige Teil, der auswendig geht. Nicht ideal, aber funktioniert für uns.

Nachteil: Meist über mehrere Seiten, Akkorde nur im Kopf des Dokumentes (das als gdoc in Google Drive lebt).

Für komplexere Sachen würde ich wohl auch eher auf ein Notationsprogramm gehen. Ich nutze Dorico, geht sicherlich auch in MuseScore. Dann würde ich tatsächlich die Hinweise der Jazz-Lead-Sheets befolgen und die Form einmal ausnotieren, die weiteren Strophen darunter als nur Text und die Form nochmal irgendwo zusammenfassen. Muss aber alles lesbar und kompakt bleiben.

Viel hängt auch vom Hintergrund der Musiker ab. Eine Jazz-Combo würde ich anders "bedienen" als eine Blues Band und erfahrene Musiker brauchen andere Hinweise (nicht unbedingt weniger) als relative Anfänger. Welche Nomenklatur kannst Du verwenden? (Sagt den Musikern AABA was oder muss man anders schreiben?)

Unsere Reduktion funktioniert für mich, ist aber sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss. Allein das Fehlen von Melodie und Phrasierung wird viele vor Probleme stellen (mich auch, wenn wir ein Stück lange nicht gespielt haben...)
 
Viel hängt auch vom Hintergrund der Musiker ab.
Das ist für mich der zentrale Punkt.
Welches Vorwissen haben die Musiker und welche Infos brauchen sie überhaupt?
Da spielt auch die Art der Musik eine entscheidende Rolle.
Für Jazz, wo bestimmte Melodielinien entscheidend sind, macht es Sinn Leadsheets wie im Real Book aufzuschreiben.
Für die Pop/Rock Band reichen in vielen Fällen sicher auch Akkorde über Text wie in vielen Liederbüchern.

Ich persönlich möchte als Musiker möglichst wenig Informationen auf dem Blatt haben und nur die, die mir helfen.
Das reicht aber von "Zettel mit vier Akkorden" bis zur Partitur für mehrere Stimmen.
In vielen Fällen ist es auch einfach unpraktisch, wenn die Sheets dann 15 Seiten haben, nur weil sie sehr ausführlich sind. Dann wird es auch oft unübersichtlich.

Und davon hängt letztlich auch ab, was man für ein Programm zum Erstellen nutzt.
Wenn man es schön, ausführlich und übersichtlich machen will, kann man da schon Stunden in so ein Leadsheet versenken.
Die flexibelste Lösung ist vllt ein Notensatzprogramm wie Sibelius oder Finale, für vieles tut es aber auch MuseScore.
Eventuell lohnt es sich auch in Apps wie StaffPad zu gucken, ich weiß aber nicht wie gut das mit Text umgehen kann, finde nur das Konzept interessant, hab es aber (wegen dem Preis) noch nicht getestet.

Und wenn man mit anderen zusammenspielt lohnt es sich eventuell auch sich auf ein Programm zu einigen. Wenn alle MuseScore nutzen, kann man einfach Dateien austauschen, editieren etc.
Dann lastet die Arbeit auch nicht auf einem alleine.

Für mich ist in der Band der Optimalfall:
Titel, Text + Akkorde (müssen gar nicht umbedingt über dem Text stehen), alles möglichst auf einer Seite, gut lesbar auch aus etwas Entfernung, bisschen Platz für eigene Anmerkungen, PDF.

Ich hab das dann auf dem iPad, kann Sachen markieren, die mir wichtig sind, kann Anmerkungen reinschreiben und wenn es mal ne bestimmte Melodie oder Rhythmus gibt, kann ich das in der Nähe dazuschreiben/einfügen
 
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Ich denke eine Seite pro Songs dürfte in den meisten Fällen ausreichen, würde diese Vorgabe aber nicht zum Dogma erheben ;-)
Ich finde es wichtiger dass der Aufbau klar und im besten Fall immer gleich, also n. M. gleiche Anzahl Takte pro Zeile, Angaben zu Struktur/Songteilen immer gleich benannt, gerne auch gleich formatiert etc.
Wirklich überlegen ob Gesangstext und/oder Leadstimme wirklich sein muss in einem Leadsheet das für alle gedacht ist - macht es nicht unbedingt einfacher/übersichtlicher. Weniger kann mehr sein, z.B. nur die Anfangsworte der jeweiligen Liedzeile

Für mich macht es auch einen großen Unterschied ob man neuen Bandmitglieder die Songs "zeigen" möchte, oder den bestehenden Mitgliedern einen neuen Song, - dann dürfen es gerne mehr Informationen sein und die Beschränkung auf eine Seite ist erst recht nicht zwingend.
Ganz anders hingegen wenn es ein "Spickzettel" für die Bühne sein soll, da muss dann bspw. der Text komplett drauf, aber andere Sachen können vielleicht weg - und die Beschränkung auf eine Seite absolut sinnvoll.

Insgesamt würde ich dazu raten handschriftlich auf Vordrucken zu arbeiten - ob das Notensysteme sind oder eine eigene Struktur mit vorgedruckten Zeilen/Kästchen die man dann vervielfältigen kann. Wer handschriftlich nicht mag kann das dann auch am Computer befüllen - aber ein wie auch immer gearteter Standard für alle Songs ist sicher nicht verkehrt.
 
Bei Proben sind Leadsheets ok, bei Live-Auftritten eher nicht! Auswendig können ist hier angesagt, wenn man eine feste Setlist hat.

Bei variabler Setlist sehe ich das lockerer.

Vorteil:
Als Musiker hat man mehr Freiraum zur Interaktion mit dem Publikum, statt mit den Augen auf dem Leadsheet zu kleben. :engel:
 
  • Ersteller
  • #7
Die Leadsheets werden bei uns nur für die Proben benötigt. Live muss es ohne gehen. Ausnahmen sind denkbar, z.B. wenn jemand als Ersatz einspringen muss. Aber für die Frage hier können wir diesen hypothetischen Fall ausklammern 😉
 
Auswendig können ist hier angesagt, wenn man eine feste Setlist hat.
Das ist einfach eine Zeitfrage..
Meine Band hat über 4h Programm. Über 50 Lieder. Wir proben 2h die Woche. Ich spiele Gitarre, singe Background und ungefähr 10 Songs als Leadsänger.
Nebenher spiel ich noch in anderen Ensembles, insgesamt auch an die 50 Stücke.
"Privat" alleine spiele und komponiere ich auf klassischer Gitarre, Westerngitarre, E-Gitarre*, ein bisschen Klavier und Kollaboriere noch mit wem an einem größeren Werk für 8-10 (instrumental-)Stimmen.
Insgesamt hab ich ein aktives Repertoire von sicherlich 150+ Songs, die ich mich trauen würde vor Publikum zu spielen.
Ich hab außerdem nen Vollzeit job.
Also nein.. da ist no way, dass ich alle Bandstücke auswendig lerne. Vor allem nicht Text + Gitarre. Das übersteigt einfach meine geistigen Fähigkeiten und mein Zeitvolumen, dass ich da investieren möchte.
Leadsheets sind super. Man muss auch nicht die ganze Zeit da drauf gucken. Kleine Erinnerungsstütze, die Anfangstöne wissen, Struktur in der Übersicht haben etc.
Deswegen auch möglichst auf einer Seite und groß genug für Entfernung.
 
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Ich möchte unsere Leadsheets (ca. 30 Stück) überarbeiten. Was ich gerne auf _einem_ A4-Blatt hätte ist:
  • Titel, Tonart, Tempo, ggf. Interpret (bei Covers) und ein Aktualisierungsdatum
  • Pro Takt ein "Kästchen" mit den Akkorden, Faulenzern, Wiederholungszeichen, etc.
  • Darüber den Songtext und Abschnittsmarker wie Intro, Verse, Chorus plus ergänzende Infos wie Angaben zu Dynamik, Breaks! etc.
  • Und dazu vielleicht eine Spur, wo ich die Leadstimme, oder ein anderes prägnantes Instrument, als Noten ausnotiere.
Sind das die richtigen Infos? Würdet ihr etwas ergänzen oder besser weglassen? Unsicher bin ich v.a. bei der Spur für Leadstimme und beim Songtext.
Für 1 DinA4-Blatt ist das für manch kleines, wohlstrukturiertes Stück sicher möglich, im Großen und Ganzen vielleicht eher nicht. Auch 2 Seiten sind schon schwierig ...

Wenn Du das als Standard etablieren möchtest, werden es eher Kollagen, mal mit beispielhaften Noten/Melodien, einer Strukturgraphik, Texte usw.

Zur Illustration hier ein ähnliches Problem mit anderen Anforderungen, das für "Sitting on The Dock of a Bay" immerhin stolze 5 A4 Seiten ergibt, dafür aber Gitarren-Notation mit leeren Notenzeilen unterlegt.


Vorstellen könnte ich mir beispielsweise, dass Du/Ihr die meisten Songs auf 2 Seiten aufteilen könnt, bestehend aus 1 (kompaktierten) Leadsheet + 1 "Navigator" für Zusatzinformationen.
 
  • #10
Für 1 DinA4-Blatt ist das für manch kleines, wohlstrukturiertes Stück sicher möglich, im Großen und Ganzen vielleicht eher nicht. Auch 2 Seiten sind schon schwierig ...

Wenn Du das als Standard etablieren möchtest, werden es eher Kollagen, mal mit beispielhaften Noten/Melodien, einer Strukturgraphik, Texte usw.
Da wage ich mal die Gegenrede ;-)
Grundsätzlich sollten zwei Seiten schon ausreichen. (Noten-)Sheets für populäre Nummern in der BigBand für Gitarre kommen sehr häufig mit zwei Seiten aus.
Klar da ist kein Gesang dabei, und es wird natürlich mit Wiederholungszeichen u. ä. gearbeitet, aber das wäre ja in diesem Zusammenhang auch nicht verboten.
Zur Illustration hier ein ähnliches Problem mit anderen Anforderungen, das für "Sitting on The Dock of a Bay" immerhin stolze 5 A4 Seiten ergibt, dafür aber Gitarren-Notation mit leeren Notenzeilen unterlegt.
Ich muss sagen da ist Dein Beispiel nicht gerade aussagekräftig: Bass- und Violinnotenschlüssel für Gitarre, für jede Zeile? Was soll denn da alles eingetragen werden?
Vorstellen könnte ich mir beispielsweise, dass Du/Ihr die meisten Songs auf 2 Seiten aufteilen könnt, bestehend aus 1 (kompaktierten) Leadsheet + 1 "Navigator" für Zusatzinformationen.

Das auseinander zu ziehen ist denke ich nicht unbedingt hilfreich - Titel, Tonart etc. können zur Not auf einem separaten "Vorblatt" platz finden, aber was soll sonst noch auf das "Navigator"-Blatt?


Sind das die richtigen Infos? Würdet ihr etwas ergänzen oder besser weglassen? Unsicher bin ich v.a. bei der Spur für Leadstimme und beim Songtext.
Mit einem Tag Abstand fällt mir auf dass Du quasi drei Ding zusammenführen willst:
- klassisches Leadsheet mit Liedtext und Akkorden
- Elemente einer ausnotierten Stimme wie Dynamik etc.
- Partitur (-auszug) wenn Du andere Stimmen ausnotiert dazu nehmen willst

Gerade beim letzteren: frage Dich wozu das gut sein soll. Wenn die nicht als Stichnoten im klassischen Sinne gedacht sind, dann würde ich die weglassen. Ich wüsste nicht wo, abgesehen von der Situation in der "Liedvortrag mit Pianobegleitung", es der Regelfall ist dass man noch eine zusätzliche Stimme vor sich sieht aber nicht spielt. Man hat mit dem was man spielt genug zu tun ;-)
Und beim Text würde ich nochmal empfehlen ggf. nur die ersten Worte hinzuschreiben, damit man weiß wo man ist und damit die Kommunikation innerhalb der Band klarer wird. Das kann aber auch Typsache sein. Gerade wenn Ihr ja die Sheets von der Bühne verbannen wollt: der eine Gitarrist lernt den Text seiner Gesangsstimme besser wenn er Akkorde etc dazu sieht, der andere kann sich besser aufs auswendiglernen konzentrieren wenn er nur das liest was er auch singen wird.

und grundsätzlich: je weniger auf dem Blatt steht, desto leichter ist es sich für den Gig davon zu lösen.
 
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  • #11
Da wage ich mal die Gegenrede ;-)
Grundsätzlich sollten zwei Seiten schon ausreichen. (Noten-)Sheets für populäre Nummern in der BigBand für Gitarre kommen sehr häufig mit zwei Seiten aus.
Dann bin ich gespannt auf wenigstens 1 Beispiel von Dir, das auch alle Deine Anforderungen unterbringt :cool:

Ich muss sagen da ist Dein Beispiel nicht gerade aussagekräftig: Bass- und Violinnotenschlüssel für Gitarre, für jede Zeile? Was soll denn da alles eingetragen werden?
Das steht in Post #1 jenes Threads, und wie gesagt: Es waren spezielle Anforderungen des TOs ...

Bis die Tage ☕
 
  • #12
Leadsheets erstellen? Das beste Werkzeug meiner Wahl war mit Abstand "Band-in-a-Box", das ist eine extrem mächtige Software, quasi genau für diesen Zweck. (Meine letzte Version war 2005).
Seit geraumer Zeit mache ich es wieder handschriftlich. Ich notiere z.B C, C(III) oder C(VIII), also für mich mein genutztes Voicing im jeweiligen Takt. Das ging auch mit BiaB nicht ohne irren Aufwand.
Die Bandmitglieder brauch(t)en ja taktgenaue Leadsheets. Dem Gast-Bassisten war aber mein aktuelles Voicing egal.
Der Hauptvorteil war das schnelle Ausdrucken, Transponierung, falls doch notwendig und halt die leichte Arbeit am Arrangement, z.B. in der 2. Wiederholung auch den Refrain ausnahmsweise doppelt...
 
  • #13
ich wüsste nicht wo, abgesehen von der Situation in der "Liedvortrag mit Pianobegleitung", es der Regelfall ist dass man noch eine zusätzliche Stimme vor sich sieht aber nicht spielt.
Oh, in allen möglichen Ensembles kann das durchaus praktisch sein.
In meinem Gitarrenensemble (10 klassische Gitarren) spielen wir meist 3 bis 4-stimmige Stücke und ich hab eigentlich immer die Partitur auf dem iPad.
Macht es mir viel einfacher Einsätze zu sehen und ganz generell das Stück zu verstehen. Ich spiel da immer die Mittelstimmen, was häufiger alleine eher verwirrend ist. Wenn du so Zusatztöne spielst und dich fragst ob das wirklich so gedacht ist oder ein Fehler in den Noten. Da ist Partitur super hilfreich.
Aber man muss das auch flüssig lesen können. Ich hab ja ein Musikstudium hinter mir und hantiere durchaus öfter auch mit Partituren für mehrere Instrumente, zum Teil schreib ich auch selbst Arrangements.
Insofern kann ich da schon meine Stimme spielen und gleichzeitig noch 1-2 andere Stimmen verfolgen. Alles Übungssache.
Aber in solchen Situationen, Ensemble, Trios etc kann es durchaus total viel Sinn machen, wenn man alle Noten hat und nicht nur seinen Stimmauszug.
 
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  • #14
Ich kenne ein Sprichwort: "Ein gutes Leadsheet macht aus einem Shit-Lied kein Hit-Lied aber verhindert, dass ein Hit-Lied zum Shit-Lied wird."
Bastelt sich am Ende nicht jeder sein eigenes Lead Sheet mit den wichtigsten Infos, falls man länger damit arbeitet? Kann man ja machen, wenn auf dem Haupt Sheet alles wichtige drauf ist mit Print Screen...
 
  • #15
Moin,
Ich sehe, auch an den verlinkten Beispielen, die Bandbreite ist groß...

Meine Vorgehensweisen sind folgende.
Kapelle und Chor: Ich benutze auf dem Tablet meist gekaufte Noten, da steht alles drin. Notizen mache ich mir dazu (in mobile sheets), das kann Dynamik sein, die Lage wo es flüssig geht, Capo, Besonderheiten am Amp oder FX, erste Töne/Orte des Solo, Änderungen im Arrangement usw.
Rockband: Irgendwelche Textsheets mit Akkorden drüber. Kann auch mal selbstgeschrieben sein, mit libre Office. Notizen wie oben

Ich habe für die Kapelle 2 leadsheets, da steht nur die Akkordfolge drauf. Insgesamt nur 2 bzw. 6 Akkorde. Die Lieder kenne ich sehr gut, ich orientiere mich am Gesang und dem Rest der Band für Ablauf und Dynamik. Marmor Stein und Eisen bricht ist so ein Ding. Warum brauche ich die Akkorde dafür? Meine Gitarre hat keine Standardstimmung und die Kapelle nicht die Original Tonart. Einfach die Akkorde aufgeschrieben, fertig.
Das kannst ich aber nicht weitergeben, weil viel Information einfach fehlt.

Thomas Blug sagte mal in irgendeinem seiner Videos, das er immer versucht, leadsheets einseitig zu halten. Als Dogma. Versuche ich auch. Nicht ganz so dogmatisch weil kein Papier mehr...

Ciao
Monkey
 
  • #16
Insofern kann ich da schon meine Stimme spielen und gleichzeitig noch 1-2 andere Stimmen verfolgen. Alles Übungssache.
Aber in solchen Situationen, Ensemble, Trios etc kann es durchaus total viel Sinn machen, wenn man alle Noten hat und nicht nur seinen Stimmauszug.
Verstehe den Punkt - aber ist ja doch etwas anderes ob wir von einer Partitur sprechen oder eben nur einen Auszug einer anderen Stimme.
Und im Bandkontext klärt sich die Frage "gehört das so? Bin ich da richtig" vermutlich eher durchs Hören als durch Abgleich mit den oben.
Deine Erfahrungen und Fähigkeiten - Hut ab! Damit wirst Du sicher nicht alleine sein, aber ich denke doch dass der Großteil der Musiker in Bands damit eher schweres als leichteres Spiel haben ;-)
Dann bin ich gespannt auf wenigstens 1 Beispiel von Dir, das auch alle Deine Anforderungen unterbringt :cool:
Bin selbst kein Gitarrist, kann immer noch nach vorne spinksen ;-)
Das steht in Post #1 jenes Threads, und wie gesagt: Es waren spezielle Anforderungen des TOs ...

Bis die Tage ☕
Von dem Doppel-Notensystem hab ich da nix gesehen, aber sei's drum ;-9
 
  • #17
Ich möchte unsere Leadsheets (ca. 30 Stück) überarbeiten. Was ich gerne auf _einem_ A4-Blatt hätte ist:
  • Titel, Tonart, Tempo, ggf. Interpret (bei Covers) und ein Aktualisierungsdatum
  • Pro Takt ein "Kästchen" mit den Akkorden, Faulenzern, Wiederholungszeichen, etc.
  • Darüber den Songtext und Abschnittsmarker wie Intro, Verse, Chorus plus ergänzende Infos wie Angaben zu Dynamik, Breaks! etc.
  • Und dazu vielleicht eine Spur, wo ich die Leadstimme, oder ein anderes prägnantes Instrument, als Noten ausnotiere.

Mit welchen Tools erstellt ihr solche Leadsheets am einfachsten? Ich hab schon viel probiert: von Hand auf Papier, mit Notepad++, mit einer Textverarbeitung, mit Excel und mit Guitar Pro. Richtig glücklich gemacht hat mich bis jetzt keine Methode. Alle haben ihre spezifischen Vor/Nachteile (Stichwort: Aufwand, Einfache Bedienung, Flexibilität, einfach zum Aktualisieren, etc.)

Also ich mach was ähnliches was Dir vorschwebt mit Guitar Pro und komm bestens damit klar. Leadsheets die mehr Detailgrad als "Text mit Akkorden" haben sind immer Arbeit und ich brauch für so ein Stück mit Guitar Pro auch so 1-2 Stunden. Es kommt aber auch drauf an ob ich die Nummer schon seit Ewigkeiten spiele und ich das nur für etwaige Aushilfsmusiker festhalten will - sowas hacke ich dann meist innerhalb 1-2 Stunden in Guitar Pro ein ohne auch nur das Instrument in die Hand nehmen zu müssen, oftmals läuft dabei auch der Fernseher nebenbei (sonntags abends Tatort ist für mich die beste Zeit für sowas :D)

Als nicht-singender Gitarrist verzichte ich da auf Gesangsnotation und Text. Da wo ich nur Akkorde brauche notiere ich in "Slash Notation" einfach nur enstprechende Notenwerte (Viertel oder Achtel z.B) und schreib die Akkorde drüber. Da wo ich eine Melodie oder ein prägnantes Riff spiele wechselt die Notation dann in Tabulatur. Ich hänge mal ein Beispiel an.

  • Titel, Tonart, Tempo, Interpret passt locker in die Überschrift und die Sub-Unterschrift, das macht ja Guitar Pro schon von alleine so.
  • Pro Takt ein "Kästchen" ist für mich wie oben beschrieben eine Notation im Notensystem mit "Slash Notation" um das ganze zu beschleunigen und nur das wesentliche festhalten zu müssen.
  • Abschittsmarker können in GP ja auch nach belieben gesetzt werden.
Die Frage ist auch ob wirklich jeder Bandkollege das gleiche Leadsheet braucht. Bei den Bands wo ich spiele ist das "Hausaufgabe" jedes einzelnen Musikers sich die Sachen so zu notieren dass es auch in 2 Jahren ungeprobt gespielt werden kann. Jeder Jeck ist anders, manche sind überfordert wenn sie ein Notensystem sehen und schwören auf Text mit Akkorden oben drüber und mit handgekritzeltem ergänzt. Ich schätze das Notensystem da für mich die Timing-Information (z.B. bei Kicks die ich mitspiele) so am akkuratesten festgehalten ist. Auch Pausen, Taktartwechsel etc. ist für mich da gut dokumentiert.

Bei der einen Band schreibt der (singende Keyboarder) den Text mit Word mit Akkorden drüber und verteilt es an die Rhythmusgruppe. Dann hat jeder schonmal den gleichen Ablauf und kann sich aus dieser Grundlage sein eigenes Leadsheet basteln. Ich mach das dann immer in abgespeckter Form in GP und geb die Datei dann an den Bassisten weiter, der auch gern so arbeitet.

Interessant wäre auch zu wissen ob ihr Cover oder eigene Songs macht. Bei Cover kann man sich ja relativ kurz halten, die Lieder gibts im Streamingdienst und auf YT jederzeit zum Nachhören/Üben und man dokumentiert vielleicht auch für Aushilfen.Bei eigenen Songs will man da vielleicht auch akkurater arbeiten um die Ideen festzuhalten.

Zum Thema "auf EINEM DIN A4 Blatt" - von der Idee bin ich wieder abgekommen seit sich die Tablets etabliert haben und dei fetten Leitz-Ordner Gott sei Dank verschwunden sind. Ich finde Wiederholungen, Sprungmarken etc. eher als potenzielle Fehlerquelle und finde es einfacher einen Song ohne Wiederholung und Sprünge von vorne bis hinten durchzunotieren. Der Bluetooth-Seitenumblätter-Knecht im Pedalformat macht es da recht einfach von vorne nach hinten stupide durchzublättern. Einzige Ausnahme ist wenn das Arrangement gekauft wurde, ich mir aber Gitarrennoten selbst schreiben muss, da will ich zwecks besserer Verständigung schon an die Taktzahlen und Abläufen aus dem halten was die Mitmusiker benutzen.

Vielleicht war ja das ein oder andere dabei als Idee... Hier noch so ein Beispiel wie das bei mir aussieht. In dem Fall hab ich nichtmal rhythmische Notenwerte eingegeben sondern alles was reine Akkordarbeit ist mit Pausen dargestellt:

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  • #18
Die Frage ist doch immer, für wen erstellst Du das Leadsheet und für welchen Zweck?
Sollen die Sheets auch live verwendet werden? Einige Stimmen hier sagen ja, dass man live ohne auskommen sollte. Mein Repertoire umfasst knappe 500 Songs - sorry, da komme ich live ohne nicht aus. Bei einer Band mit einem Repertoire von 50 Songs sieht das möglicherweise anders aus.
Erstellt man die evtl. nur für die Proben, und da kommt es auch nicht darauf an, dass sie auf eine Seite passen. Im Live-Betrieb möchte ich schon jeden Song auf einer Seite unterbringen.
Spielt man häufiger mit Aushilfe-Leuten, macht es Sinn, denjenigen Material in die Hand zu geben, alleine schon, damit Abläufe dokumentiert sind, einheitliche Chords und Lyrics - je nach dem für wen.
Der Gitarrist will Akkorde, der Drummer kann mit Akkorden nichts anfangen. Bassisten reicht in der Regel eine vereinfachte Auflistung von Akkorden.
Bläser brauchen häufig ausnotiete Partituren, soll nicht zwingend heißen, dass man die nicht auf einer Seite unterbingen kann, sofern wir nicht über eine Bigband reden, wo die Bläser den kompletten Song von Anfnag bis Ende spielen.
Wer benötigt wirklich die Lyrics? Eigentlich nur die Vocalisten. Sich an den Lyrics durch den Ablauf zu dirigieren, hat eher den Nachteil, dass man zu sehr mit den Augen an den Sheets hängt. Alleine deswegen tendiere ich auch dazu, die Akkorde nicht über dem Text zu platzieren, sondern rechts daneben (s. mein Beispiel für Life in the fast Lane)
Die Noten für die Melodie sind aus meiner Sicht überflüssig, würde höchstens Sinn machen, wenn man Vocalisten als Gastsänger hat, die dann auch in der Lage sein müssten, vom Blatt zu singen.
Als Keyboarder hab ich gerne Schnipsel von Noten als Gedächtnis-Stütze, die ich in den Sheets entsprechend platziere.
Ich hab mal ein Beispiel beigefügt, das ich mal als Keyboarder bekommen habe (stammt also nicht aus meiner Feder), ohne Lyrics, nur Notation mit Ablauf. Das zweite PDF ist meine überarbeitete Version mit Lyrics und abgespeckten Noten, weil ich das auch singe. Die anderen Musiker in der Band haben ihre eigenen Aufzeichnungen.

Da wir Bandhelper als gemeinsame App für unsere Songs und Setlisten nutzen, sind wir in der Lage, dass dort jeder seine eigenen Sheets hinterlegen kann, sprich selbst, wenn wir die iPads im Master/Slave-Mode koppeln und einer den Song vorgibt, bekommt dann jeder seine eigenen Sheets angezeigt.
 

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  • #19
Von dem Doppel-Notensystem hab ich da nix gesehen, aber sei's drum ;-9
Stimmt, er war, wie leider nicht wenige hier, in #1 etwas unpräzise in seinen Anforderungen und beschrieb auf Nachfrage seinen Zielzustand in Beitrag #9.

Wie gesagt, wenigstens 1-3 konkrete Beispiele von Dir wären da schon schön:
Dann bin ich gespannt auf wenigstens 1 Beispiel von Dir, das auch alle Deine Anforderungen unterbringt :cool:
Ich möchte unsere Leadsheets (ca. 30 Stück) überarbeiten. Was ich gerne auf _einem_ A4-Blatt hätte ist:
  • Titel, Tonart, Tempo, ggf. Interpret (bei Covers) und ein Aktualisierungsdatum
  • Pro Takt ein "Kästchen" mit den Akkorden, Faulenzern, Wiederholungszeichen, etc.
  • Darüber den Songtext und Abschnittsmarker wie Intro, Verse, Chorus plus ergänzende Infos wie Angaben zu Dynamik, Breaks! etc.
  • Und dazu vielleicht eine Spur, wo ich die Leadstimme, oder ein anderes prägnantes Instrument, als Noten ausnotiere.
Konkret redet es sich oft leichter :cool:

Bis die Tage.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Schöne Beispiele. Danke

Auf 1 Seite verdichtet hat das ein wenig diese wertfreie Anmutung:
Wenn Du das als Standard etablieren möchtest, werden es eher Kollagen, mal mit beispielhaften Noten/Melodien, einer Strukturgraphik, Texte usw.

Da wir Bandhelper als gemeinsame App für unsere Songs und Setlisten nutzen,
https://www.bandhelper.com/ (iOS)
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #20
Die Eierlegene Wollmilchssau wird hier schwer zu finden sein.
Daher muss man die Ziele IMO etwas strukturieren.

Von einem Leadsheed erwarte ich, dass dort dokumentiert ist, wie die Band das Stück spielt.
  • Welche Tonart/Akkorde/Harmonien
  • welches Tempo
  • wie ist der Ablauf (Intro, Strophe, Chorus, Bridge, Soli, Outro, Schluss,…).
Ziel ist auch Ergebnisse/Entscheidungen der Proben zu dokumentieren, um die gleichen Fragen nicht wieder und wieder neu zu diskutieren und zu beantworten.
Die Leadsheets sind dann dazu da primär, zuhause die Möglichkeit der Vorbereitung zugeben und im Probenraum/live dienen sie als Gedächtnisstütze/Fall Back Option falls man eine Blackout hat sich an bestimmte Sachen nicht erinnern kann.

Ein einer meiner Bands leben wir das recht diszipliniert.
Dabei hat sich die konventionelle "Liedtext mit Akkorden" Form bewährt.
Das Grundsätzliche Laout wäre:
Titel
Tonart
Tempo
Intro (mit Regieanweisung: Einzählen, ein Instrumen fängt an, bestimmtes Drumfill/Intro) mit Harmonien
Song-Ablauf
Outro

Evtl. weitere "Regieanweisungen" zu Dynamik, Akapella,... vor den Songparts

So weit macht das IMO noch Sinn für die gesammte Band.
Darüberhinaus, muss dann jedes Bandmitglied selber auch für sich das sinnvoll erweitern. Als Gitarrist muss ich nicht die Bläser Partitur "mitschleppen"...

Dann zur Umsetzung:
Alleine schon Liedtexte mit den passenden Akkorden/Akkorwechseln drüber auf digital "auf Papier" zu bringen, ist schon kompliziert.
Ein früherer Bandkollege hat das mit entsprechenden Zwischen-Zeilen in einem normalen Textverarbeitungprogramm gemacht.
Vorteil: Unkompliziert mit Hausmitteln machbar; jeder kann das für sich editieren
Nachteil: viel Arbeit, "unintelligent" (keine Möglichkeit der automatisierten Transponierung); Import fertiger Leadsheet z.B. aus Ultimate Guitar ist schwierig (!!!!!!!!)

Ich nehme inzwischen "Onsong" dafür.
Vorteil: Hat eine auf Liedtexte abgestimmte "Text-Formatiertung" Z.B. wird dort aus [A]blabla [C]blabla... automatisch
Code:
A      C
blabla blabla
Da die Akkorde als solche gekennzeichnet sind kann die App auch automatisch transponieren.
Es ist möglich, aus Ulimate Guitar Songtexte genau in dem Text-Format zu importieren und dann wieder zu editieren.
Nachteile:
Das Editieren am Tablet (und dort ist die App ja installiert....) ist keine Freude... und wenn man etwas z.B. auf nur eine DINA4 Seite bringen möchte, muss man idR. editieren.

Alternativ kann man auch PDFs importieren und so z.B. Noten und Tabulaturen anzeigen lassen.

Last but not least: Meine für mich wichtigen Infos/Merker, füge ich mit "Postis" dem Leadsheet hinzu:
" Intro Nur Drums!!!"

"Solo nach 3. Strophe Hm-Pentatonik"

"Bridge: E B F# B"

Großer Nachteil bei Onsong (wie ich eben gelernt habe...), die 26er Version gibt es frei nurmit begrenzten Titeln. Die Vollversion ist (jetzt) so ein Kack-Abo...:sick:.
Ich habe Onsong 2020 als Life Time Version... aber es gibt

Songbook Pro (IOS) kostet einmalig 6,99€ und kann ähnliches.
 
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