Was ist "Knödeln"?

von Timothy Sideburns, 02.08.05.

  1. Timothy Sideburns

    Timothy Sideburns Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.08.05   #1
    Ich stoße in anderem Zusammenhang sehr oft auf den Begriff des "Knödelns", der oft als Vorwurf für eine bestimmte Art des Singens verwendet wird. Mich würde mal interessieren, ob ihr a) den Begriff kennt und was ihr b) damit verbindet bzw. darunter versteht. Ich habe meine Vorstellung, will mich damit aber - wie bei der Publikumsfrage :D - erst einmal zurückhalten, um andere Meinungen nicht schon von vornherein zu beeinflussen.
     
  2. Reaper's Ballz

    Reaper's Ballz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.08.05   #2
    kenne den begriff nur aus JBOs - Ich will Lärm

    da kommt's ungefähr so vor....
    "...sie mag nun mal die klassik sehr, ich find sie ja scheisse, wenn geigen fideln und sänger knödeln, dann ist mir das zu leise -ICH WILL LÄRM!!!..."
     
  3. Whych

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    Erstellt: 03.08.05   #3
    Wir sagen dazu 'Socken im Mund' aber keine Ahnung wie man das richtig erklaeren soll.
     
  4. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 03.08.05   #4
    Mich würde mal interessieren, ob ihr a) den Begriff kennt und was ihr b) damit verbindet bzw. darunter versteht.

    Nicht leicht zu erklären, man muss es hören. Altistinnen sind dafür berühmt, wenn sie ihre stimme dunkler färben wollen als sie ist, Thomas Mann spricht bei einer sängerin von ihrem "herrlichen knödel" als markenzeichen. tenöre knödeln aber auch. Versuche zu singen mit einem knödel im mund (kann aber auch eine socke sein), dann kommst du dem ideal nahe.
    Auf alle fälle hat es mit der mundstellung in richtung der dunklen vokale zu tun.
     
  5. Timothy Sideburns

    Timothy Sideburns Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.08.05   #5
    Okay, vielen Dank! Aber was passiert technisch? Das war eigentlich eher meine Frage?
     
  6. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 03.08.05   #6
    Das ist ganz einfach.
    Du versuchst einfach, die Stimme so zu verstellen, als würdest Du so klingen wollen wie Kermit aus der Sesamstraße. Das ist kein Witz, genauso klingt ein Knödeltenor - wie jemand der versucht "einen Opernsänger nachzumachen". Immer ein bißchen albern.

    Oder kauf Dir eine alte Otto-Waalkes-Platte und höre Dir "Gern hab ich die Fraun geküsst" an. Auch das ist geknödelt.

    Technisch: Du verengst die Stimmbänder, indem Du den Kropf zurückziehst. Es muss ein Gefühl enstehen, als ob "etwas um- oder zuklappen würde". Es fühlt sich ein bißchen so an, als könnte man die Klangfarbe mit dem Gaumenzäpchen beeinflussen.

    Ich kann es leider nicht besser erklären - dazu müsste ich mir den Hals aufschneiden und gucken, was da los ist. Wenn ich Zeit habe, nehme ich mal ein Sample auf.
     
  7. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 03.08.05   #7
    Aber was passiert technisch? Das war eigentlich eher meine Frage?[/QUOTE]

    Tonbildung mit zuviel o/u resonanz (verengung) und zu weit hinten, kehlig, gaumig kommen der sache nahe. Mir fiel noch anderes ein, aber wenn du nur technisches hören willst - - - - - ich hörte z.b.mit vergnügen, dass wir einen kropf besitzen, dann wollen wir uns die körner schmecken kassen.

    Trotzdem: ein leichter knödel soll sexy wirken, habe aber keine eigenen erfahrungen damit. Mehr?
     
  8. Timothy Sideburns

    Timothy Sideburns Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.08.05   #8
    Ganz genau so sehe ich es auch. Nun, ich dachte schon, die Erklärung kommt gar nicht mehr. Bisher war der Ansatz der, dass man sagte, das klingt als nehme jemand einen Knödel / Socken :( in den Mund. Als würde er lediglich Raum schaffen. Ich habe es aber immer so verstanden, als säße der Knödel im Hals und der eigenartige "Knödel"-Ton somit ganz woanders als in der Mundhöhle entstehen.

    Das Ganze ist dann das Ergebnis einer Zunge, die zu "hart" ist an der Wurzeln, was Pressen und dann wiederum den merkwürigen Kermit-Klang (hervorragendes Beispiel) nach sich zieht. Klasse erklärt, finde ich. :great:
     
  9. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 03.08.05   #9
    ....ach sorry, ich vergesse immer, dass nur ich einen Kropf habe und andere nicht. Also, ich meinte den Muskel zwischen Unterkiefer und Hals, mit dem man die Luftröhre bewegen kann. In jedem Fall wird die Luftröhre dadurch verengt und der Ton bleibt tatsächlich - wie Du es gesagt hast- sehr weit hinten in Gaumen/Kehlennähe. Das habe ich versucht etwas unglücklich mit "dem Gefühl, der Gaumenzapfen beeinflusst die Klangfarbe", zu beschreiben...
     
  10. InCogniTo

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    Erstellt: 03.08.05   #10
    also bitte wer denkt sich denn so ein dämliches wort für eine gesangstechnik aus?:D
    wenn ich ehrlich bin denk ich dabei nur an stuhlgang oder irgendwelche österreicher semmelknödel, aber das hat ja beides nicht so viel mit gesang zu tun soweit ich weiß :D
     
  11. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 03.08.05   #11
    ... ich gestehe, dass ich den Begriff "knödeln" für diese "Technik" passend finde wie die Faust aufs Auge.
     
  12. sunflower

    sunflower Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.08.05   #12
    ich finde auch, der begriff passt sehr gut :D

    aber darum geht es ja nicht - kinder, das ist smalltalk :D
    böse, böse :D
     
  13. Günter Sch.

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    Erstellt: 03.08.05   #13
     
  14. domek

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    Erstellt: 03.08.05   #14
    ich hätt da mal ne frage an den threadstarter:
    Du sagst am Anfang du haelst dich zurück, dann kommt ne antwort die dir passt und dann sagst du: GENAU SO seh ICH das auch...
    ich wuerd eher sagen du hattest KEINEN plan und hast deshalb gefragt, weil wenn dus eh gewusst haettest käm die frage gar net...
     
  15. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 03.08.05   #15
    Ruhig Brauner! Ist doch in diesem Thread gar nicht vorgekommen diese Verwechslung.
     
  16. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 03.08.05   #16
    Klang nur einmal humoristisch an, was ich auch nicht ernst genommen habe, aber ich habe es schon öfter gehört. Hier sind wir unter musikern, und die verwechseln sowas nicht. Bon?
     
  17. Timothy Sideburns

    Timothy Sideburns Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.08.05   #17
    Nun, ich habe die Frage deshalb gestellt, weil ich immer wieder auf verschiedene Definitionen des Begriffs und Vorstellungen davon, wie sich das "Knödeln" äußert, gestoßen bin. Ich selbst hatte meine Erklärung dafür, wollte aber mal reinhören, ob sie andere teilen, oder ob ich schlichtweg und komplett falsch lag. Als dann die Definition kam, die sich exakt (bis aufs "Kermit-Beispiel") mit meiner deckte, da war ich so perplex, dass ich gleich rauspolterte mit meiner Ansage.
     
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