Was ist wichtig, beim Country singen?

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Sterntanz
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Hallo ihr freundlichen, netten und hilfsbereiten User :redface: Tschuldigung, dass ich schonwieder mit ner Frage nerve...

Momentan bin ich ja dabei, auch mal andere Stile auszuprobieren. Dadurch hab ich zB Interesse an Gothic/Symphonic gewonnen und werd mich in dem Bereich sicher noch ein Wenig weiter umsehen. Nun kam ich auf die glorreiche Idee (warum auch immer ich da erst jetzt drauf komme!) mal das zu probieren, was mich musikalisch eh schon die längste Zeit anspricht, und ich somit auch schon ein Bisschen Feeling dafür habe. (nun aber nicht umbedingt Country-Pop, sondern darf schon typisch Country sein) Gibt es da denn Dinge, auf die ich beim Singen von Country Musik auf alle Fälle achten sollte?

Was ich von dieser Musik weiß ist, dass dadurch im Grunde Geschichten erzählt werden. Lebensgeschichten so zusagen. Also auch Songs, mit viel Persönlichkeit dabei sind. Ich kann mich auch gut in das damalige Land- und Farmleben hinein versetzen -was aus meiner Sicht einen schon wichtigen Teil der Vergangenheit dieser Art von Musik ausmacht. Bei Musicals wird ja doch auch was erzählt- aber doch anders als bei Country? Nun finde ich, dass man Gothic/Symphonic einigermaßen an klassischen Gesang anlehnen kann (je nach Band) aber was das selbst Singen von Country Musik betrifft, bin ich einfach noch ein unbeschriebenes Blatt.

Ich weiß nicht ob Country Experten hier anwesend sind, aber vielleicht kann mir ja trotzdem jemand sagen, ob ich da beim Singen auf was bestimmtes achten sollte. Lieben Gruß und vielen Dank, Sterntanz.
 
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Buddy Polly
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Mir fällt beim Country eigentlich immer auf, wie entspannt die Sänger/innen klingen. Entsprechend bleiben sie sehr häufig in ihrer natürlichen Lage und kitzeln eben nicht die Spitzentöne heraus, die ja doch relativ laut sind (bei mir zumindest). Ich glaube das meinst du mit "Geschichten erzählen".
Country ist natürlich auch ein sehr weites Genre mit einigen Facetten. Die sprachliche Einfärbung ist traditionell eher südlich, recht nasal (Frauenstimmen, vgl. die Dixie Chicks) und breit, aber das geht jetzt schon relativ weit. Man hört halt schon oft einen gewissen "drawl", eine gedehnte Aussprache. Das sagt man zwar vor allem Texanern nach, aber man hört auch schon einen Unterschied zwischen Tennessee und Massachusetts. Ich hab jedenfalls noch keinen amerikanischen Countrysänger mit einem Ostküsten-Akzent gehört, aber ich habe das Genre auch erst vor einigen Jahren für mich entdeckt.

Edit: Oft lassen die Künstler/innen auch ihre Stimme künstlich brechen und spielen regelrecht damit. Bei Keith Urban klingt das für mich z.b. phänomenal, wobei der natürlich kein purer Countrysänger ist.
 
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Die meisten County-Songs sind in Dur. Ansonsten kommt es oft vor, dass sich von einer Strophe zur nächsten die Tonart ändert. Viele Songs basieren auf gerade mal 3 Akkorden; allerdings gibt da auch immer wieder Brigdes und Soloeinlagen der Instrumentalisten. Es gibt extrem langsame als auch unglaublich schnelle Songs. Wie breits gesagt, ist Country ein riesengroßes Feld. Allerdings ist es so, dass sich in Deutschland dieses Genre nie so richtig hat etablieren können.

- LG Hubert
 
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Buddy Polly schrieb:
Mir fällt beim Country eigentlich immer auf, wie entspannt die Sänger/innen klingen. Entsprechend bleiben sie sehr häufig in ihrer natürlichen Lage und kitzeln eben nicht die Spitzentöne heraus, die ja doch relativ laut sind (bei mir zumindest). Ich glaube das meinst du mit "Geschichten erzählen".

Hi. Im Grunde erzählt ja jeder Song irgend eine Geschichte. Ich meinte damit, dass in Country Songs halt auch so ein Bisschen das countryside-Leben mit einfließt und dann auch mit rüber kommt. Das Landleben, besonders in den Regionen wo Country Musik typisch ist, hat ja sein ganz eigenen Flair. Nicht umbedingt klischeehaft immer nur cool und locker -oder die typische Lagerfeuer-Romantik, aber doch eben..eigen. (ich mein da jetzt aber nicht das modern country imitat, sondern schon das richtige Farm-Leben in entsprechenden Gegenden. Da gehts ja teils auch nicht immer einfach zu)

Edit: Oft lassen die Künstler/innen auch ihre Stimme künstlich brechen und spielen regelrecht damit. Bei Keith Urban klingt das für mich z.b. phänomenal, wobei der natürlich kein purer Countrysänger ist.

Mit dem werten Herrn Urban hab ich damals angefangen, im Teenie-Alter. Hab sogar noch meinen selbst gebastelten Fan-Ordner im Regal stehen, das warn noch Zeiten! Später hat sich das Ganze bei mir ziemlich in eine weibliche Richtung entwickelt. Bec Lavelle, Abi Tucker, Kathrina Elam -Dixie Chicks sind mir auch ein Begriff. Ich danke dir für deine doch ausführliche Erklärung, was manche Inhalte des Country Gesangs betrifft. Das hat mir auf jeden Fall schonmal weiter geholfen und einen besseren Eiblick verschafft. Lg Sterntanz.

---------- Post hinzugefügt um 20:17:15 ---------- Letzter Beitrag war um 20:14:30 ----------

countrytele schrieb:
Wie breits gesagt, ist Country ein riesengroßes Feld. Allerdings ist es so, dass sich in Deutschland dieses Genre nie so richtig hat etablieren können.

Macht doch nichts. Nach meiner Auffassung gehört richtige Country Musik eh nicht zu/nach Deutschland. Vom Feeling her passts besser, wenn mans bei seinen Wurzeln lässt.
Bei Gospel ist das ähnlich, finde ich.
 
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Allerdings ist es so, dass sich in Deutschland dieses Genre nie so richtig hat etablieren können.

Das ist verständlich. Lange galt Country als amerikanisches Gegenstück zum Schlager oder der Volksmusik und wurde gern mit einer konservativen Haltung gleichgesetzt. Das hatte natürlich gegen die rebellische, wilde Rockmusik, die aus England und über den Teich zu uns kam, lange keine Chance.

Dass Country auch wesentliche Einflüsse auf den RocknRoll hatte, ist den meisten ja erst viel später bewusst geworden. Das gesteigerte Interesse an Country auch hier in Deutschland beobachte ich erst seit knapp zehn Jahren. Auf einmal hatte jeder ganz selbstverständlich ne Johnny-Cash-Platte im Regal.
 
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Hi,

ich spiele seit über 11 Jahren country.

Von irgenwelchen Klischee-Kisten in den Texten kann ich nicht viel erkennen. Das ist breit gefächert.
Landeier-Städter, Beziehungskisten-heile family, trucker-banker, gut und böse.. alles dabei.

Mit nem bischen Arbeit kann man jeden countrytext in ne reine rocknummer, jazz, pop, rap oder
sonstwas umbasteln und keinem würd es auffallen.

"When you say nothing at all" von Ronan Keating z.B. ist ursprünglich ein countrysong.


cheers, fiddle
 
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Hi. Ist es klarer wenn man es "ländliche countrymusik" nennt? Ich finde schon, dass sich ländliche Countrymusik von modernem country-pop oder von cooler trucker Musik unterscheidet. ;) Lg Sterntanz.
 
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Hi. Ist es klarer wenn man es "ländliche countrymusik" nennt?

Das wäre doppelt gemoppelt. "Country-Music" bedeutet übersetzt bereits "ländliche Musik".

Das ist genau wie bei uns:

Land wie das Land, in dem man wohnt (zB Deutschland)...

... und Land als Gegenteil von Stadt. Auf dem Lande / ländlich wohnend.

"ländliche Countrymusic" würde also so etwas bedeuten wie "ländliche Musik vom Land"
 
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Also es gibt schon unterschiedliche Stilrichtungen.

Mir ist bekannt:
diese old-school Klamotten, die z.B. von Waylon Jennings und Willie Nelson gepflegt werden.
Puristen sagen: das ist die einzig wahre country music.

Dann gibt es den new-country. Hier gehört alles rockigere/popigere rein wie z.B.
Garth Brooks, Shania Twain, Keith Urban..

Ich selber würde dann noch trennen in so Epochen-Geschichten wie z.B. so
country-Jodler und swing aus den 30er-40er Jahren. Z.B. Hank Williams 1.

Es gibt auch regionale Unterschiede und unzählige Mischungen wo sich Rock, Pop,
cajun und bluegrass mit reinmischt.

Country music beschäftigt sich mit allen Problemchen und Themen, die die Menschen
heute auch beschäftigen. Liebe, Familie, Arbeit, Freizeit..
Es ist nicht immer nur der einsame rodeo-man, oder die brave Hausfrau hinterm Herd..
Das gibts zwar auch, aber eher selten :D

Country music ist Schlager. Ein Bett im Kornfeld ist original: "let your love flow" Bellamy Brothers
(Einschub: Larry E. Williams hat den für die B. Brothers geschrieben)
und das ist country. Der Kitschklassiker: "when you say nothing at all" ist nicht von Ronan Keating,
der hat ihn nur gecovert und das Original ist ein country-Klassiker.
Wenn man die Stücke ins deutsche übersetzt, dann ist das Schlager-Musik mit nem amerikanischen
Flair, solange man an fiddle und steel festhält. Ohne das wirds schnell unerträglich.


cheers, fiddle
 

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