Was macht der Mann da? Metalsänger...

von JohannKönig, 04.07.10.

  1. JohannKönig

    JohannKönig Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.07.10   #1
    Hab das hier schon in nem anderen Forum gepostet, man konnte mir aber nicht wirklich weiterhelfen, also:
    Hallo Leute,

    ich hab mal ne Frage zu diesem Sänger, wie macht er das alles ohne heiser zu werden, welche Techniken hat der drauf? Besonders die hohen Töne sind geil finde ich, klingt total wütend. http://cageheavymetal.com/?page_id=14
    Hier noch n paar Mp3's dazu...http://www.myspace.com/cageheavymetal
     
  2. stimme17

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    Erstellt: 05.07.10   #2
    Das ist größtenteils eine Sache von sehr gut trainiertem KOpfregister. Das hohe gekreische ist eigentlich nciht schwer, wenn man mal gerafft hat, wo das Körpergefühl dafür ist . Man darf und kann da keine Masse mit raufnehmen, das ist alles ganz leicht registriert. So krass klingt das also nicht, weil der mit Gebrülle nach oben geht, sondern weil er Massen von Twang reinnimmt, den kehlkopf hoch einstellt und wie gesagt enorm viel Kopfregister dabei nimmt. ICh weiß nicht, ob das bei jedem so ist, aber bei mir ist es so, dass ich den Mund zu einem Lächeln verziehen muss, um die ganz hohen Frequenzen, die das so krass klingen lassen, dazuzuholen.
    Hört sich an, als habe er bei einigen Tönen auch Distortion drauf, abenfaller erlernbar.
    Das ist Überei! Aber es ist machbar.
    Kuck mal in Methoden rein, die Twang erklären.
     
  3. Bloek

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    Erstellt: 05.07.10   #3
    Dem kann ich mich so anschliessen. Vlt noch nen kleiner Hinweis wo ich, wenn ich das mache, den Ton spüre und zwar komplett im Kopf. Bleib dabei ganz locker und evtl mal die Augenbrauen hochziehen.

    Mund zu einem "Lächeln" bilden kann ich auch bestätigen.

    Was zB teilweise auch ganz sinnvoll ist, ist dir Live Videos anzuschauen und dir genau anzuschauen was der jeweilige Sänger da macht. Wie er den Mund bewegt usw...

    Das was dort an Distortion drin ist, ist quasi ein i-Tüpfelchen Fry. Auch ganz leicht zu erlernen..!
     
  4. JohannKönig

    JohannKönig Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.07.10   #4
    aha, vielen dank euch beiden. Dieses "twang" habe ich grad gesucht, war leider nicht erfolgreich, gibts da nen link zu? Die methode heißt wohl auch "aes", so viel hab ich dann doch noch gefunden...
     
  5. Bloek

    Bloek Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.07.10   #5
    Der Sänger von Guns and Roses benutzt meiner Meinung nach sehr viel Twang. Twang bedeutet den Ton ziemlich weit nach vorne zwischen die Schneidezähne zu führen.

    Ich hab jetzt keine Zeit nach Twang zu suchen, aber man nennt den Begriff auch "Näseln". Vlt findest du da etwas mehr, kannst ja auch Google zu Rate ziehen.

    Edit:

    Gerade beim rumstöbern in den FAQs gefunden:

     
  6. stimme17

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    Erstellt: 05.07.10   #6
    Da muss ich widersprechen! Man kann auch ohne Probleme mit geschlossenem Gaumensegel twangen, dann geht der klang nicht in die nase.
    Twang wird außerdem mit der Zungenwurzel erzeugt, es entsteht dabei eine verengung des hinteren Rachenraumes. Mit den Zähnen an sich hat das ertsmal nichts zu tun, allerdings nehmen belter, vor allem hohe belter, wie gesagt dieses Lächeln zur Hilfe. Aber man kann auch mit völlig lockeren Lippen und rundem Mund twangen, das ist ein Hilfsmittel, das einem viele übergänge in der Stimme erleichtert.
    Generell gilt ein gefühl von engem Ä-vokal. Versuch mal wie eine böse Hexe zu kichern, oder wie ein Kind zu sprechen, dann benutzt du twang - natürlich solltest du dann überprüfen, was du tatsächlich tust.
    es gibt 500 milliarden paradebeispiele für gute twanger. country-sänger (das ist aber oft Nasaler twang), die ganzen hohen Rockscreamer, viele Musicalsongs werden auf twang angelegt (hör dir mal "my strongest suit " aus dem Musical Aida an, aber auf Englisch. Oder das musical legally-blonde.
    und das sind nur wenige beispiele ...
     
  7. JohannKönig

    JohannKönig Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.07.10   #7
    Ok, vielen dank für die ganzen tips. Grad komme ich vom proben und versucht die ratschläge einzubauen. Bin nicht heiser aber habe ein leichtes kratzen im hals. Was mir aufgefallen ist, bei passagen die viel klare und lange melodien beinhalten, bricht mir der kehlkopf nach unten weg. Ich bin also nicht in der lage mit viel kraft lange zu singen. Woran kann das liegen? Dieser twang verursacht bei mir etwas schmerzen, das sollte nicht sein oder?
     
  8. Bloek

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    Erstellt: 05.07.10   #8
    Schmerzen sind nie gut. Da machst du sicherlich was falsch.
     
  9. JohannKönig

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    Erstellt: 05.07.10   #9
    jahaaa, das hab ich mir auch schon gedacht, aber ich weiß echt nicht was.. wird wohl auch schwierig übers forum, außer ich post vielleicht mal was von mir, könnte man da was analysieren?
     
  10. stimme17

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    Erstellt: 05.07.10   #10
    wir könnens versuchen, aber wir können natürlich nicht SEHEN, was du machst. ein video mit guter soundqualität wär natürlich am besten.
    Bloek hat völlig rect, Schmerzen sind nie ein guter Indikator. ungewohntes Gefühl ist allerdings was anderes.
    was meinst du mit "der kehlkopf bricht nach unten weg"?
     
  11. JohannKönig

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    Erstellt: 05.07.10   #11
    ich versuchs mal besser zu beschreiben, ich hab hier n demo, welches nen fake text hat, aber da hört man glaub ich recht gut wo meine schwäche in den hohen bereichen liegen. irgendwie klingts nicht wirklich entspannt: http://dl.dropbox.com/u/3441300/unbenannt.mp3
    das mit dem kehlkopf, ich hab das gefühl, dass der total zugeschürt ist wenn ich länger in ner hohen lage singe.
     
  12. stimme17

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    Erstellt: 06.07.10   #12
    Also, du hast eine gute veranlagung für diese hohen sachen, finde ich, aber insgesamt eine dunkle stimmfarbe. ich mag es eigentlich nicht, wenn man dnach geht, aber es könnte sein, dass du aufgrund der gewöhnung an relativ viel "schmackes" in der mittellage versuchst, das mit hinaufzunehmen.
    ich hab nicht den eindruck, als ob deine stimme viel probeme macht, nur mach ich dir einen vorschlag: wenn du in die höhe gehst, lass zu, dass sich das ganze klein anfühlt. versuch nicht, zu "öffnen". sonder lass zu, dass die vokale nicht offen klingen, sondern eher flach, nutze viel twang (üben!) und krieg ein gefühl dafür wo diese höhe und doe sprache in der höhe bei dir sitzen, nämlich im kopf- und halsbereich. ich bin kein experte für männerstimmen, eigentlich bin ich für überhaupt nix experte, aber das würde ich jetzt spontan sagen. und noch was: übergänge werden einfacher, wenn man die ganz hohen, brillianten frequenzen trainiert und nach unten dazuholt. sing also öfter mal ganz hoch, allerdings MUSS dass entspannt sein, das heißt nciht, das es keine Arbeit ist, aber du darfst keine töne drückend erzeugen, wenn sie nicht kommen. mach übungen auf i und u. und dann versuch, das Körper/kopfgefühl, dass du verwendest, in deinen anderen sachen zu verwenden. es dauert ein bisschen, diese hohen frequenzen aufzubauen, bis da oben richtig karacho ist. aber wenn´s mal da ist, geht´s auch weiter unten rund, glaube mir.
    ach ja: und das findet auch im hals statt. der kehlkopf leistet arbeit bei dem, was du da tust. nur darfst du nicht vergessen, dass der rest des körpers auch arbeit macht.

    das ist jetzt alles sehr grob, ich hoffe, du kommst damit weiter.
     
  13. stimme17

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    Erstellt: 07.07.10   #13
  14. stimme17

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    Erstellt: 08.07.10   #14
    So, hab meinen Gesangsprofessor um eine genaue Definition für twang gebeten. Hier ist seine Antwort:
    "das kann ich nicht so beantworten. twang wird vom schliessmuskel des kehldeckels aus erzeugt, arbeitet dann in zusammenhang mit dem vokalmuskel in den stimmbändern (!) und alles andere ist dann koordinierungssache. man benützt ihn mit gekippten kehlkopf sowie mit die einstellung für belt. kann nasal eigestellt werden oder mit nach oben geschlossenen gaumen. verengung muss nicht sein (!). alles bitte wie die lottozahlen....
    ohne gewähr.

    DU siehst, da ist viel Spielraum in jede Richtung. Aber der Hals arbeitet und ist nicht dein Feind, sondern dein Freund. Ich denke, die Grundrege ist- wenn die Töne anfangen zu eiern und das Stimmgefühl an sich unbeweglich ist, dann benutzt du den hals falsch. wenn du leicht in alle richtungen gehen kannst und dir nix wegkackt, ist erstmal vieles richtig :-D
     
  15. JohannKönig

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    Erstellt: 09.07.10   #15
    Vielen Dank für die viele Mühe, echt klasse!!! Ich war auch nicht untätig und habe ne Gesangsstunde genommen bei der mir erzählt wurde, dass ich viel zu viel Druck aufbaue, dadurch heiser werde. Außerdem ist meine Zunge etwas faul. Da gibts verschiedene Übungen wie z.B. den Text des Liedes mal mit von Daumen und Zeigefinger zusammengedrückten Wangen zu singen und versuchen dabei deutlich zu Sprechen.
    Waren auch noch viele andere Übungen zur richtigen Atemtechnik und Stand und Kehlkopfmobilisation.
    Puh, echt viel zu üben aber bekanntlich ist ja jeder Anfang schwer...
     
  16. Sigh

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    Erstellt: 09.07.10   #16
    Also ich hatte vom Höreindruck her auch die Vermutung, dass du schon in tiefen Lagen mehr drückst als nötig. Ein Indikator dafür wäre z.B. wenn du den Ton sehr stark in Hals oder Brustbein spürst.

    Ein hoher Ansatz so Richtung Schneidezähne wie bei Twang könnte eine Idee sein. Probier vielleicht auch mal einen sogar noch höheren Sitz aus.

    Ich stelle mir häufig vor, wie ich den Ton durch die Stirn "reinziehe" (im Gegensatz zu "rausdrücken"). Dabei stellt sich ein kribbeln um Nase und/oder Wangenknochen ein. Entspannt lächeln hilft dabei, "Das Gesicht verziehen" fand ich für mich als Vorstellung eher kontraproduktiv. Sowas ist aber oft Hochindividuell!

    Wenn es, wie Stimme 17 meinte nicht funktioniert die "ganz hohen, brillianten frequenzen" direkt zu trainieren, wäre es eine Möglichkeit, sich bereits in der Mitellage um einen ausgeglicheneren, höher sitzenden Ton zu kümmern.

    Die Gesangsstunde zu nehmen war sicherlich sinnvoll. Jemanden zu haben, der deine Stimme kennt und dich persönlich berät ist Gold wert.
     
  17. stimme17

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    Erstellt: 14.07.10   #17
    Wenn es, wie Stimme 17 meinte nicht funktioniert die "ganz hohen, brillianten frequenzen" direkt zu trainieren, wäre es eine Möglichkeit, sich bereits in der Mitellage um einen ausgeglicheneren, höher sitzenden Ton zu kümmern.

    Die Gesangsstunde zu nehmen war sicherlich sinnvoll. Jemanden zu haben, der deine Stimme kennt und dich persönlich berät ist Gold wert.[/QUOTE]

    Ach so, ich meinte eigentlihc, die hohen Frequenzen zu traineiren, damit sie über den kompletten Stimmumfang mit schwingen. Also auch in der Mittellage. Das rettet mir immer den Arsch, wenn´s nach oben geht :-D

    Noch ein Tip: da ganz oben findet ganz wenig Artikulation und Bewegung statt !
     
  18. Sigh

    Sigh Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.07.10   #18
    Achso, dann meinten wir glaube ich dasselbe ;-) sorry
     
  19. stimme17

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    Erstellt: 17.07.10   #19
    No Problem :-D
     
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