Welche Arten von Gesangsunterricht gibt es?

von Julea_89, 09.06.06.

  1. Julea_89

    Julea_89 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.06.06   #1
    Also ich bin hier total neu und mich lässt eine Frage nicht in Ruhe:
    Wieviele verschieden Arten der Gesangsausbildung gibt es eigentlich und wodurch zeichnen sie sich aus? Was bringt einem der jeweilige Zweig und welche Berufe kann man damit später ausüben?

    Ich hoffe wenigsten ein paar Antworten könnt ihr mir geben.

    Vielen Dank Julea
     
  2. dirk

    dirk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.06.06   #2
    Als "annerkannte" Berufsausbildung im Fach Gesang, also mit Abschluß, gibt es die klassische Gesangsausbildung und den Populär-Gesang, letzteren aber nicht an allen Hochschulen. Dem liegen verschiedene Gesangstechniken zugrunde, die sich an den ästhetischen Traditionen orientieren: der klassische Gesang eben für die klassische Musik (Oper, Konzert) und der Pop-Gesang für die aktuelle "U-Musik"-Szene (Jazz, Rock, Pop usw.).

    Es gibt verschieden Gesangstechniken, die aber einige Grundsätze gemeinsam haben, weil der Stimmapparat ja immer gleich funktioniert.
    Man kann aber, wie oben beschrieben, nach Klassik- und Pop-Gesangsunterricht trennen.
    Darüber hinaus hat aber natürlich jeder Lehrer seinen eigenen Weg der Vermittlung. Und auch in dem Bereich muß man Glück haben, einen Trainer zufinden, der zu einem paßt und versteht, was für den Schüler wichtig ist.

    Was Du schließlich beruflich damit anfangen kannst, hängt von vielen Faktoren ab. Relativ sichere Arbeitsplätze gibt es eigentlich nur im (subventionierten) Klassikbereich: Opernhäuser und einige Rundfunkanstalten, die sich einen Rundfunkchor leisten. Die Anforderungen sind bei den Rundfunkchören recht hoch, besonders was die musikalische Ausbildung (vom Blatt singen u.s.w.) angeht. Die Anforderungen, aber auch die Bezahlung an den Theatern hängt nicht zuletzt von der Größe des Hauses ab. Kleine Opern wie Gießen, Bremerhaven oder Stralsund verlangen nicht ganz soviel wie z.B. München oder Berlin. Die Bezahlung ist in kleinen Theatern nur mäßig, aber dafür gibt es öfters die Gelegenheit für Solo-Aufgaben.
    Als Solist hast Du keinen sicheren Arbeitsplatz, die Verträge werden von Jahr zu Jahr verlängert, oder auch nicht, z.B. wenn ein neuer Chef neue Sänger mitbringen will. Als Freiberufler mußt Du Dich ständig um Engagements bemühen.

    Im U-Bereich kannst Du eigentlich nur freiberuflich arbeiten. Die Chancen auf einen grünen Zweig zu kommen sind aber nicht sehr groß. Du kannst mit Bands auftreten und als Studiomusiker arbeiten. Aber der "Arbeitsmarkt" ist relativ klein. Das ist meistens nur etwas für "nebenher".
    Wie sagten unsere Eltern immer: Lerne erst mal was vernünftiges, damit du versorgt bist! Mittlerweile gibt es ja auch Musical-Theater in Deutschland, die CHor und Solisten beschäftigen. Da ist es natürlich viel wichtiger, daß das Äußere stimmt und daß Du gut tanzen kannst.
     
  3. Julea_89

    Julea_89 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.06.06   #3
    Vielen Dank schon einmal das hat mir schon sehr geholfen... Hab ich das denn jetzt richtig verstanden, dass die eine Art des Gesangsunterricht die andere nicht ausschließt? Man wird vielleicht nur auf den einen Stil gepolt aber kann genauso gut was anderes singen.. oder muss man dazu wieder umlernen?Welche Art würdest du empfehlen?

    MfG Julea
     
  4. dirk

    dirk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.06.06   #4
    Wenn man sich für eine Technik, also Klassik oder Pop, entschieden hat, ist es nicht ganz einfach, spontan zu wechseln.
    Die unterschiedlichen Gesangstechniken erzeugen natürlich auch unterschiedliche Klänge. Wenn ein Opernsänger Rock oder Pop singt, klingt es meistens zu unnatürlich, und umgekehrt, klingt eine Pop-(für Popularmusik)Stimme in der Klassik zu dünn, farblos und ausdrucksarm.
     
  5. Elisa Day

    Elisa Day Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 12.06.06   #5
    Hallo Julea!
    Das hängt sehr von Deinen stimmlichen Voraussetzungen ab. Ob Du Dich für klassischen Gesang oder eher für Rock/Pop Gesang oder Jazz eignest kann Dir niemand per Ferndiagnose sagen. Dazu solltest du zu einem Gesangslehrer gehen. Der kann - egal welcher von beiden Richtungen er angehört - das einschätzen wenn er Dich ein paar mal gehört hat. Der Stimmklang ist hier von Bedeutung. Eine ganz klare Sopranstimme wird keine Rockröhre und eine rauhe Stimme wird kein klassischer Sopran (oder Alt). Natürlich kann er dann aber noch nicht einschätzen, ob sich Deine Stimme für eine beruflich Laufbahn eignet. Das braucht viel Zeit.
    Im Prinzip kann man ganz am Anfang bei jedem GUTEN Gesangslehrer beginnen. Er sollte in der Lage sein, dir dann nach einigen Studnen den richtigen Unterricht und die richtige Förderung zu empfehlen.

    LG
    Elisa
     
  6. Julea_89

    Julea_89 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.06.06   #6
    Klasse genau so etwas wollte ich hören.. Vielen Dank für eure Antworten. Ihr habt mir sehr weitergeholfen.
    Julea
     
  7. dirk

    dirk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.06.06   #7
    Ich stimme mit Elisa überein.
    Wichtig ist natürlich noch, welche Art von Musik Du liebst. Aufgrund der ästhetischen Unterschiede, die ich weiter oben angedeutet habe, singt man ohnehin eher auf die Art, die man gerne hört. Und daran sollte sich auch der Unterricht orientieren.
     
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