Welche DAW hat vernünftiges Routing?

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MatthiasT
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Hi

Was mich schon die ganze Zeit ein wenig ärgert: Ich benutze immer noch gerne Buzz, das ist eine uralte Trackersoftware die seit ungefähr 10 Jahren ohne große Entwicklung Beta ist, ständig abstürzt und man ohne dass man hexadezimal denkt nicht groß weiter kommt. ;) Ein richtiger Vorteil ist allerdings das Routing. Das sieht so aus:
machineview.jpg


Einfach ein Blockdiagramm, eigentlich der allererste Gedanke der einem kommen sollte wenn man einen Signallauf beschreiben will.

Das hab ich bei keiner anderen DAW gefunden, kenne allerdings auch nicht sonderlich viele.
Ich will kein nachgepixeltes Mischpult oder irgendeine Routing Matrix, ich will genau so etwas in einer modernen DAW haben.


In der Tat ist der Umgang damit sehr kreativ, denn ich hab ja vorher keine Ahnung wo ich hin will wenn ich die Effektketten aufbaue. Die coolsten Sachen entstehen meistens in dem man Quellen in Teile von Effektenketten reinbuttert welche für etwas komplett anderes gedacht waren. Zudem hat man keine Scheu mehr vor komplexen Setups wo viele Sachen parallel laufen da man immer den Überblick was da passiert.

Warum macht man so etwas in der Art heute nicht mehr? Oder kenne ich die entsprechenden Programme einfach nur nicht? Was könnte überhaupt der Grund sein das anders zu lösen?
 
Eigenschaft
 
Audiomulch kommt dem glaube ich noch am nächsten. Dem fehlt aber auch das typische "lineare Bandmaschinen-Spuren" Kernelement, es gibt also keine Zeitleiste, wo man Events anlegen kann. So wie man das eben von den typischen DAWs Cubase, Logic, Protools etc. kennt.

Ich würde mir auch mehr flexibles Routing wünschen und da wo sinnvoll eine innovative Abkehr von überholten, traditionellen Konzepten. Warum muss z.B. ich ein Reverb-Plugin in einer modernen DAW immer noch via Aux-Weg beschicken? Es wäre viel sinnvoller und zeitgemässer, wenn man Panning und Reverb nicht mehr getrennt behandeln würde und es dafür eine Engine gäbe. Jeder Kanal bekommt seine Early Reflections je nach Positionierung und der Nachhall wird geteilt. Es wäre schon - und da sind wir wieder beim Routing - sinnvoll, wenn ich auf dem Weg vom eigentlichen Kanal zum Aux-Kanal noch ein Delay und einen Lowpass "inserten" könnte. Dann könnte ich mit einem Reverbplugin, für jede Spur eigene Predelays und andere "Distance-Cues" (Höhenabfall) setzen. Man schafft es noch nicht mal einfachstes Laufzeitpanning zu integrieren, nein, es gibt nur "analoge" Pegeldifferenz-"Potis". Analog schwer zu realisieren, digital ein Witz.

Ist nur ein Beispiel, wo die Hersteller die Möglichkeiten der digitalen Welt einfach brach liegen lassen und traditionelle "analoge" Konzepte unhinterfragt übernehmen.
 
Ist nur ein Beispiel, wo die Hersteller die Möglichkeiten der digitalen Welt einfach brach liegen lassen und traditionelle "analoge" Konzepte unhinterfragt übernehmen.
Das wäre ein Szenario das man mit einem Signallaufplan in extrem kurzer Zeit allgemein bauten könnte und sich einfach als Preset reinläd.

Das traditionelle Routing wird ja schon unübersichtlich wenn ich nur ein paar Instanzen hintereinander hab und davon einzelne nochmal parallel überbrücke oder mitten drin abgreife und irgendwo in anderen Effektketten mit einspeise.
Wenn man dann noch Blackboxing dazu nimmt (also eine Schaltung bauen, diese dann als ein einziger Block mit einigen Ein-und Ausgängen ladbar macht) dann kann man wirklich alles sehr übersichtlich und schnell erledigen. Das ist eigentlich etwas was in anderen Softwaregattungen seit Anfang der 90er funktioniert.


Liegt das daran dass die alten Säcke (sorry, nicht böse gemeint ;)) nicht mit der Software klar kommen wenn das nicht ähnlich einem analogen Mischpult ist?
 
Man schafft es noch nicht mal einfachstes Laufzeitpanning zu integrieren, nein, es gibt nur "analoge" Pegeldifferenz-"Potis". Analog schwer zu realisieren, digital ein Witz.

seit logic 8 vorhanden. wer benutzt's? keiner ;)
 
seit logic 8 vorhanden. wer benutzt's? keiner ;)

Falls Du von dem Binaural-"Panpot" sprichst, das ist nicht das was ich meine. Der erzeugt zwar auch Laufzeitdifferenzen, aber nicht auschliesslich, sondern bildet eben die HRTF nach und ist deshalb für Lautsprecher-Stereofonie sowieso nicht geeignet. Zwar gibt's dann das "Binaural Post-Processing Plug-in", das dann wohl die Übersprechungen auslöschen soll, und damit Kopfhörer-Wiedergabe simulieren will, aber das funktioniert allerhöchstens an einem winzig kleinen Sweetspot. Für mich funktioniert "Binaural" auch nicht unter Kopfhörern - kommt alles von hinten.

Dieser Panner ist wiederum ein Beispiel für das andere Extrem - Schnickschnack den keiner braucht, ja, der nicht mal funktionieren kann, sich aber nach einem verdammt tricky und professional Tool anhört. Mein simpler Laufzeit-"Panpot" ist also wieder auf der Strecke geblieben...
 
Liegt das daran dass die alten Säcke (sorry, nicht böse gemeint ;)) nicht mit der Software klar kommen wenn das nicht ähnlich einem analogen Mischpult ist?


Neophobie? Oder der übliche "Braucht doch kein Mensch"-Totschlagargument-Joker, das man beliebig auf die gesamte westliche Zivilisation anwenden kann...:D?

Also ich habe bisher auch noch keine gelungene Synthese aus beiden Welten entdeckt.

Hast Du Dir Audiomulch angeguckt? War Dir warhscheinlich schon bekannt, oder?
 
Hast Du Dir Audiomulch angeguckt? War Dir warhscheinlich schon bekannt, oder?
In der Tat kannte ich das nicht. Am Wochenende werde ich da mal rein schauen. Aber es scheint mir auch eher Richtung Tracker bzw. elektronischer Musikerstellung zu gehen, oder liege ich da falsch?

Diese Programme arbeiten meist auf diese Weise. Vielleicht weil diese von Anfang von Nerds (logisch denkenden und technisch begabten) benutzt und entwickelt wurden während die klassischen Sequenzer wie Cubase und ähnliches eher auf auf Kompatibilität mit dem analogen Studiotechniker optimiert wurden?

Mein simpler Laufzeit-"Panpot" ist also wieder auf der Strecke geblieben...
Das wären ja alles Sachen die man mit vernünftigen Routingmöglichkeiten einfach als Preset läd, das müsste ja nicht mal hardwired in das Programm einbauen.


(Wobei es wahrscheinlich für eine Anfänger DAW gar nicht dumm wäre die ganzen psychoakustischen Tricks von Anfang an mit einzubauen, aufnehmen wir ja immer mehr zum Volkssport)
 
In der Tat kannte ich das nicht. Am Wochenende werde ich da mal rein schauen. Aber es scheint mir auch eher Richtung Tracker bzw. elektronischer Musikerstellung zu gehen, oder liege ich da falsch?

Ne, stimmt schon.

Diese Programme arbeiten meist auf diese Weise. Vielleicht weil diese von Anfang von Nerds (logisch denkenden und technisch begabten) benutzt und entwickelt wurden während die klassischen Sequenzer wie Cubase und ähnliches eher auf auf Kompatibilität mit dem analogen Studiotechniker optimiert wurden?

Ja, ist wohl so. Ich hätte gerne Beides. Die klassische Variante, aber eben die Möglichkeit tiefer einzutauchen und z.B. einen Mixer aus Modulen zusammenzubauen, der dann mit einem vernünftigen GUI auftaucht.

Da fällt mir gerade ein - Propellerhead's Reason ist eigentlich ein ganz gutes Beispiel für eine relativ gelungen Synthese. Ich nehme eigentlich an, dass Du das kennst. Da lässt sich eigentlich routingtechnisch alles Mögliche realisieren. Was fehlt Dir da noch?
 

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