Welches Klavier für Boogie und Blues (Yamaha U3?)

von robimarco, 24.01.08.

  1. robimarco

    robimarco Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    26.04.07
    Zuletzt hier:
    30.11.13
    Beiträge:
    196
    Ort:
    Wien
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    91
    Erstellt: 24.01.08   #1
    Nach jahrelangem Spiel auf der Wersi-Orgel hab ich mich vor einem Jahr dazu entschlossen wieder auf Klavier umzusteigen und meinen Horizont in Richtung Boogie und Blues zu erweitern.. Dazu kaufte ich mir vorerst mal ein Roland FP-7 Digitalpiano. Es kam wie es kommen musste, die anfängliche Begeisterung verschwand mit der Zeit und der Wunsch nach einem akustischen Klavier wurde größer und größer.

    Letzte Woche habe ich bei einem kleinen Klavierhändler ein paar Klaviere getestet, dabei gefiel mir das Yamaha U3 sehr gut, vor allem deswegen, weil die Bässe beim Boogie sehr sauber und klar klingen. Bei manchen anderen Klavieren verschwammen die schnellen Bassläufe etwas. Allerdings nach längerem Spiel auf dem U3 wuchs die Befürchtung, dass dieser klare Klang vielleicht mit der Zeit doch etwas nervt und ich mir dann wieder einen weicheren Klang wünschen würde. Der Verkäufer meinte, man könne das Yamaha auch etwas dumpfer einstellen .... ? Vom Spielgefühl ist es sehr angenehm und lässt sich leicht spielen.
    Ein Bekannter meinte, das Yamaha Klaviere - jetzt übertrieben gesagt – generell etwas blechern klingen. Stimmt das ?

    Verwenden möchte ich das Klavier in einem ca. 38m² großen und ca. 3m hohen Dachgeschossausbau.

    Das besagte Instrument hat eine Seriennummer von ca. 2,9 Mio, ist also ca. Baujahr 1980 und der Händler will 4.200,- Euro dafür. Er meint, das Klavier wurde sehr wenig bespielt, was er an den geringen Abnützungen der Hämmer erkennen will.

    Ich will mir was ordentliches kaufen und hab auch schon überlegt ein neues Klavier bis zu ca. 8.000,- zu kaufen, nur – macht das wirklich Sinn ? `Ist es den Preisunterschied wert ? In der Technologie wird sich doch beim Klavierbau in den letzten 30 Jahren nicht so viel geändert haben .....

    Ich weiß es ist alles subjektiv, da ich jedoch bezüglich Klangcharakter von Klavieren so gut wie keine Erfahrung habe würde ich mich über Ratschläge zum Klavierkauf – Zielrichtung Boogie und Blues – sehr freuen. Ich bin gerne bereit auch etwas mehr in so ein Instrument zu investieren, da ich diesen Klavierkauf als einmalige Investition in meinem Leben sehe und viele Jahre damit Freude haben möchte.

    p.s. Kann man übrigens ein Silent-System auch nachträglich einbauen lassen (zu Hause?)
    oder sollte ich gleich nach einem Silent-Piano suchen ....?

    In Voraus vielen Dank ....... !
     
  2. Petz

    Petz Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    06.05.07
    Zuletzt hier:
    20.06.15
    Beiträge:
    244
    Ort:
    Innsbruck
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    45
    Erstellt: 24.01.08   #2
    Gleichlautende Antwort auch schon im Kollegenforum:
    Also ich kann nur meine persönlichen Preferenzen hier vielleicht als kleine Entscheidungshilfe darlegen.
    Ich persönlich bin der Ansicht das alle modernen Klaviere aufgrund der Klangtrendentwicklung der letzten Jahre welche in Richtung scharf und brilliant ging nicht zum Boogie oder Blues passen. Aufgrund der material - und konstruktionsbedingt früher niedrigeren Saitenspannung hatten die Klaviere früher einen (blöde Formulierung aber trifft es am Ehesten) "dreckigeren" Klang mit anderen Obertonspektren welcher meiner Meinung nach viel besser zu bluesartigen Stücken passt. Bei den Flügeln waren vor allen Dingen Ehrbar (hatte mal das einzigartige Vergnügen in deren Ausstellungshalle länger einen damals neuen Ehrbar Konzertflügel spielen zu dürfen und bekam eine Gänsehaut nach der anderen, Tränen der Begeisterung und wäre am liebsten vor dem Flügel geschmolzen oder dahingeschieden weil ich wußte das wäre mein absoluter Traum gewesen...) und dann auch alte Grotrian - Steinweg immer meine absoluten Spitzenreiter und bei einer Neukaufpianinosuche vor etwa 30 Jahren entpuppte sich Seiler als absoluter klanglicher Favorit welcher nur aufgrund der bei mir gravierenden transportbedingten mechanischen Stabilitätsanforderungen nicht zum Zuge kam.
    Interessantes Interview bezüglich Klangcharakteristik findest Du übrigens hier, trotzdem Höricke Klassiker ist spricht er mir ziemlich aus der Seele; lies mal was der weiter unten über Instrumente - auch über Ehrbar - erzählt:

    http://www.conductor.de/pianisten/hoerickeframe.htm


    Hab außerdem für kurze Zeit nen etwas überarbeiteten Cut aus der uralten Judy Garland Filmnummer "The joint is jumping" hochgeladen in der sie Jose´ Iturbi auf einen alten Steinwaykonzertflügel begleitet, der Cut ist nachbearbeitet damit das Piano besser rauskommt und lässt etwas die alte Klavierklangfarbe erahnen die ich so liebe....

    http://members.aon.at/msfal/Instrumente/JoseIturbiNet.mp3

    Daher würde ich eher mal nach, von vertrauenswürdigen Händlern - Klavierbauern gut restaurierten älteren Instrumenten suchen weil ich denke das Dir der Klang eines solchen vielleicht mehr entgegenkommen wird; natürlich auch mal Seiler probespielen denn vielleicht entspricht deren Klang ja auch noch eher Deinen Erwartungen.
     
  3. robimarco

    robimarco Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    26.04.07
    Zuletzt hier:
    30.11.13
    Beiträge:
    196
    Ort:
    Wien
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    91
    Erstellt: 29.01.08   #3
    Vielen Dank, Petz, für die ausführliche Antwort.

    Hab mir jetzt das Bohemia 125 angeschaut, das klingt eigentlich auch recht angenehm.
    Bohemia (Tschechische Erzeugung) ist seit einem Jahr eine Tochtergesellschaft von Bechstein.

    Ich glaube aber, das kennt hier im Forum keiner.....
     
Die Seite wird geladen...

mapping